Zum Wirken der Staatssicherheit und ihrer infrastrukturellen Ausbreitung wäre , auch was den ehemaligen Kreis Bernau angeht, sicher eine Menge zu sagen.
Wir belassen es zunächst mal beim Hinweis auf einen Beitrag, der seit ein paar Tagen bei Youtube zur Einbettung bereitgestellt wurde.
Die traumatische Wirkung des zugigen Bernauer Busbahnhofes scheint den Leuten vom “Kah-Mops” noch mehr zugesetzt zu haben als ich erwartete hätte. Nachdem sie sich in Bernau vor Wochenfrist die Beine in den Bauch standen wurde der für heute angekündigte Nazi-Aufmarsch in Eberswalde bereits im Vorfeld kurzfristig abgesagt. Gefehlt haben sie nicht und die Leute auf dem Bahnhofsvorplatz hatten durchaus ihren Spaß. Die Radsportler des SV Motor Eberswalde brachten mit Bürgermeister Boginski den Staffelstab der “Tour de Tolerance” von Ahrensfelde nach Werneuchen.
Bei der heutigen Sondersitzung des Brandenburger Landtags zum Stasi-Thema ist , endlich, viel geredet worden. Matthias Platzeck räumte einen Fehlstart der Rot-Roten Koalition ein, wollte von einer Krise aber nichts wissen. Der Verzicht auf die systematische Stasi-Überprüfung aller Abgeordneten seit 1990 sei allerdings ein Fehler gewesen.
Kerstin Kaiser, so jedenfalls ist es auf SpiegelOnline zu lesen, nahm die “die Verantwortung für den Vertrauensverlust der Regierung“ auf die Kappe der Linken. Zudem wolle sie u.a.:
„doch gerne die Frage aufwerfen(…) was eigentlich in unserer Gesellschaft mit Ausspionieren am Arbeitsplatz sei, wie im Falle Lidl? “Keine Gesellschaft hat das Recht, Schnüffelei zu verlangen.”(…)
Der Eberswalder Axel Vogel, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/ Die Grünen, sprach z.B. über das “Schlüsselwort Versöhnung”:
„Versöhnung setzt Aufklärung voraus. Ohne Aufklärung keine Versöhnung. Mal abgesehen davon, dass Versöhnen nicht zwischen Organisationen und Institutionen sondern nur zwischen Menschen erfolgen kann, liegt allen Versöhnungskommissionen(…) der Gedanke zugrunde, dass die Täter zu Ihrer Tat stehen und diese offenbaren. Nur in Kenntnis dessen, was sich wirklich zugetragen hat, kann man hoffen, dass frühere Opfer verzeihen, einfordern kann man das nicht.“
Eine “inoffizielle Mitarbeiterin” des DDR-Staatssicherheitsdienstes als Ministerpräsidentin von Brandenburg? Die Brandenburger Grünen finden das mehr als “schräg”.
“Der Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Axel Vogel (Eberswalde), hat der Partei Die Linke vor dem Hintergrund ihres gestern formulierten Machtanspruchs auf das Amt des Ministerpräsidenten mangelndes Fingerspitzengefühl vorgeworfen. „Es ist der Linken-Spitzenkandidatin Kerstin Kaiser anzurechnen, dass sie mit ihrer Stasi-Vergangenheit stets offen umging. Dennoch versperrt ihre frühere IM-Tätigkeit den Weg in höchste Staatsämter.“ Die Beteuerung der Linkspartei, die Lehren aus ihrer SED-Vergangenheit und der Verquickung mit der DDR-Staatssicherheit gezogen zu haben, müsse sich auch in Personalentscheidungen ausdrücken. Das Signal, das von der Wahl einer Regierungschefin mit IM-Vergangenheit in Nachfolge zu dem mit ständigen IM-Vorwürfen konfrontierten Ex-Ministerpräsidenten Manfred Stolpe ausginge, würde das Ansehen Brandenburgs bundesweit schädigen.
(Barnimblog) Der September 2008 mit den Kommunalwahlen in Brandenburg ist bereits Geschichte, dennoch möchten wir unseren Lesern das Inhaltverszeichnis und die Leseprobe der Barnimer Bürgerpost September 2008 nicht vorenthalten.