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Eine neue Runde im Konflikt um die 380kV-Freileitung („Uckermarkleitung“)

Freileitungstrasse bei Senftenhütte

Der gelbe Pfeil – Symbol der Forderung nach Erdverkabelung von Höchstspannungsleitungen

Seit dem Urteilsspruch des Bundesverwaltungsgerichts, das am 21.1.2016 den Planfeststellungsbeschluss für die von 50Hertz geplante Freileitung durch das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und die Stadt Eberswalde („Uckermarkleitung“) für „rechtswidrig und nicht vollziehbar“ erklärt hat, ist der Konflikt aus der Berichterstattung und dem öffentlichen Bewusstsein  verschwunden.

Gelöst ist der Konflikt aber nicht. 50Hertz hat das Vorhaben nicht aufgegeben, sondern zwei weitere Umweltplanungsbüros damit beauftragt die bisherigen Planer bei der Erarbeitung der Unterlagen für ein Planergänzungsverfahren zu unterstützen. Die Bürgerinitiative „Biosphäre unter Strom – keine Freileitung durchs Reservat“ (www.trassenfrei.de) und der NABU-Landesverband wurden an 4 gemeinsamen Terminen über den Stand der Planungen informiert. 50 Hertz will im Planergänzungsverfahren „artenspezifisch und kilometergenau“ darlegen, dass durch die Errichtung der 380kV-Freileitung in den Europäischen Vogelschutzgebieten keine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensgrundlagen der Vögel gegeben ist. Die Kritiker des Freileitungsbaus bezweifeln, dass dieser Nachweis geführt werden kann. Sie lehnen deshalb das Vorhaben weiterhin ab.

Im Oktober 2017 wurden, so die Mitteilung von 50 Hertz, die Unterlagen für das Planergänzungsverfahren beim Landesbergamt (LBGR) in Cottbus eingereicht. 50Hertz erhofft sich davon eine neue Plangenehmigung.

Die Bürgerinitiative rechnet für das Frühjahr 2018 mit der Eröffnung des Beteiligungsverfahrens. Hier können die Träger öffentlicher Belange und auch die Einwohner binnen sechs Wochen Stellung nehmen und  ihre Einwände formulieren. Die BI wird dazu eine Bürgerinformation veröffentlichen und die Kommunen und Einwohner mit Formulierungshilfen bei der Wahrnehmung ihrer Rechte unterstützen. Falls die Einwendungen wieder wie 2014 von der Genehmigungsbehörde vom Tisch gewischt werden und eine Plangenehmigung ergehen sollte, wird die BI abermals eine Klage gegen diesen Beschluss organisieren.

Die Bürgerinitiative wurde am 13.Juni 2008 gegründet. Sie feiert 2018 ihr zehnfähriges Bestehen und hofft in diesem Jahr den Konflikt um die Freileitung endlich erfolgreich abschließen zu können.

Nicht über unsere Köpfe – keine Freileitung durch Wohn- und Schutzgebiete!

Eine neue Runde im Konflikt um die 380kV-Freileitung (
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Hartmut Lindner lebt als (Un)Ruheständler in Berlin und Senftenhütte. Bis 2006 arbeitete er als Lehrer für Deutsch, Geschichte und Politische Weltkunde in Berlin. 1993 kam er als Wochenendler nach Senftenhütte, einem idyllischen Ort auf dem Endmoränenbogen. Er engagiert sich in der Bürgerinitiative Biosphäre unter Strom - keine Freileitung durchs Reservat und lokalen Initiativen, vor allem dem Keramikhütte e.V. in Senftenhütte und ist seit Jahren begeisterter Leser der Barnimer Bürgerpost.

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