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Dramatische Monate für das Bahnwerk

Meine Sympathien gelten neben dem Finowkanal allen denjenigen Mitbürgern, die wegen einer verfehlten Bundespolitik ihre Arbeitsplätze verlieren oder die Chancen für neue gar nicht erst wahrnehmen können. Leider wird uns günstigstenfalls nur eine verkleinerte Variante des Bahnwerks bleiben, die mit der einstigen Größe und Bedeutung des Betriebes wohl nur noch wenig gemein hat.
Längst hätten die Weichen anders gestellt werden müssen.

Das Internet der Dinge – nicht bei der Bahn!
Man redet viel über das „Internet der Dinge“, während das Verkehrsministerium mit absurder Förderpolitik für archaische Entwicklungen zugunsten des Frachtverkehrs auf der Straße sorgt. Abstruse „Konzepte“ wie LKWs mit Oberleitung, die „elektronische Deichsel“ und „autonome“ Autos werden mit Millionenbeträgen gefördert, die stets den Kumpels im Management der Autoindustrie zugute kommen, nicht aber den Menschen, die diesen ganzen Unsinn mit ihren Steuern finanzieren.
In Eberswalde wird gerade ein Bahnwerk geschlossen. Es gibt nicht mehr genügend Güterwaggons, die man reparieren und warten müsste. Natürlich – wenn sich im Frachtverkehr der Bahn seit 80 Jahren nichts geändert hat.
Stattdessen baut man Autobahnen aus und subventioniert den Krampf mit (in Deutschland) steuerbegünstigten Preisen für Dieselkraftstoff. Natürlich, die Spediteure haben ja auch ihre Lobby!
Der Frachtverkehr bedarf des radikalen Umbaus. Ob es das Rohrpost-System des Elon Musk (Tesla) sein muss, sei dahingestellt.
Ich plädiere für ein System aus selbstfahrenden Containerlafetten, die fahrerlos auf eigenen Gleisen – wo immer möglich auch unterirdisch – den Fernverkehr abwickeln. Jeder Container hat sein eigenes Fahrgestell; der Antrieb ist elektrisch, die Lafetten fahren ähnlich den Datenpaketen im Internet eigenständig von Verteilerzentrum zu Verteilerzentrum, von wo aus die Waren mit Klein-LKWs zu den Empfängern gebracht werden. Die „Letzte Meile“ findet nach wie vor auf der Straße statt, doch können wegen der kürzeren Distanzen hier auch E-Fahrzeuge zum Einsatz kommen.
Der gesamte Frachtverkehr verlagert sich von den Autobahnen auf ein eigenes Fracht-Schienennetz; die Fracht fährt 24 Stunden, 7 Tage in der Woche; es braucht kein Sonntagsfahrverbot (wie für LKWs) zu geben.
Doch wo gibt es im Land der verkrusteten Strukturen, unbegrenzten Regierungsperioden und massiver Beeinflussung der Regierungsarbeit durch Lobbyverbände Leute wie Elon Musk, die solche Ideen einfach mal voranbringen? Während unsere Regierung von Elektromobilität schwätzt, ließ Tesla an Autobahnen in Deutschland 50 Schnellladestationen für E-Mobile bauen. Es gab einst auch in unserem Land Visionäre, die Eisenbahnen bauten und neue Technologien entwickelten. Wenn es bei uns heute noch welche gäbe, müssten wir uns im Land von Filz und Fake nicht mehr mit LKWs um den Platz auf den Autobahnen streiten. Die Abhängigkeit von importiertem Erdöl würde sinken. Die Luft wäre sauberer. Und wir wüssten wohin mit der überschüssigen Energie aus Wind und Sonne.
Wartungsbedürftige selbstfahrende Frachtlafetten würden selbständig ihren Weg zum nächst gelegenen bzw. günstigsten Bahnwerk finden, das gerade die nötige Reparaturkapazität vorhält. Und das Bahnwerk bzw. das neue Reparatur- und Verteilerzentrum in Eberswalde müsste nicht geschlossen werden.
Aber leider ist das nur eine Vision, die für unsere Region viel zu spät kommt.

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