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Mein „Aalebnis“ gestern am Werbellinsee

Ich habe euch ja schon eine Weile nicht mehr geschrieben. Doch muss ich euch mitteilen, was mir gestern bei meinem Bootsausflug zum Werbellinsee beinahe passiert wäre.
Aber der Reihe nach…

Immer wenn ich eine größere Wasserfläche vor mir sehe, größer als, sagen wir mal, der Üdersee, dann überkommt mich ein unstillbarer Appetit auf Aalbrötchen. Oh, der Duft von Räucheraal, kurz vor’m Reinbeißen! Und das knusprige Brötchen! Fette Aallappen hängen vorn und hinten aus dem Brötchen! Dazwischen noch etwas knackiges Salatgrün, und das Paradies ist nahe…
Noch im Urlaub an der Schlei vor wenigen Wochen endete keine Wanderung ohne einen Zwischenstopp an der Fischbude im Hafen von Maasholm, wo es die anerkannt besten Räucheraalbrötchen gibt, die ich in vielen Testrunden jemals kosten durfte.

So geschah es, dass mir auf dem Weg zum Werbellinsee schon beim Warten an der Eichhorster Schleuse der Duft der nahe gelegenen Fischbude um die Nase waberte und mir so meine bereits kurz unter der Oberfläche lauernden Aalbrötchen-Gelüste ins Bewusstsein rief.
Eine Weile später kam dann endlich auf dem Werbellinsee die bekannte Silhouette des beliebten Ausflugsrestaurants in Sicht.

„Können Sie mir ein Aalbrötchen machen?“, fragte ich die Mitarbeiterin hinter dem Verkaufstresen am Fischkiosk.
„NEIN!“
“………… äh, wieso?”
“Da sind Gräten drin. Und wenn Ihnen davon eine im Hals stecken bleibt, dann bin ich nachher Schuld.”
“…… B I T T E?
“Ich kann Ihnen einen halben Aal verkaufen und ein Brötchen. Dann können Sie sich das Aalbrötchen selber machen.”
„…………………“

Nicht auszudenken, was mir ohne die Umsicht dieser klugen Brandenburgerin hätte zustoßen können! Man stelle sich vor, mir wäre mitten auf dem See eine Gräte in die Luftröhre geraten! Quer stecken geblieben! Die Atemwege verstöpselt! Man hätte mich, wenn überhaupt noch möglich, per Hubschrauber retten und nach Marzahn fliegen müssen. Aber die Hubschrauber haben ja gar keine Schwimmer! Das wär’s also gewesen! Nie wieder für’s Barnim-Blog schreiben!
Noch heute denke ich mit Schrecken an die vielen skrupellosen Fischverkäufer in Maasholm und anderswo in Deutschland, denen allein ihr Profit, nicht aber mein Überleben am Herzen lag! Viele hundert Euro habe ich diesen geldgierigen Profiteuren in meinem Leben schon für Aalbrötchen in den Rachen geworfen, ohne dass mich auch nur ein einziger vor den Gefahren lebensgefährlicher Räucheraalgrätenbrötchen gewarnt hätte!
Mein besonderer Dank gilt dieser beherzten Brandenburgerin, die zugunsten meiner Gesundheit auf den Gewinn aus dem Verkauf dieses Aalbrötchens verzichtete. Ich muss wohl künftig auf Aalbrötchen aus garantiert grätenfreiem Anbau achten.

Mein
Mein
Mein

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2 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Ein Glück, daß die Aale nicht wissen, wie gefährlich sie sind. Ost würden sie sich alle im Fiowkanal sammeln und alle Solarboote mit ihren elektrischen Schlägen entladen —–> Katastrophe

  2. Ja, das wär‘ vielleicht eine neue Antriebsform: Elektromobilität mit Zitteraalen!!