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Jetzt Zieglerallee und Brauersberg: Eberswalde vernichtet fortwährend seinen alten Baumbestand

Kastanienbestand in der Zieglerallee

Kastanienbestand in der Zieglerallee

Wir wissen, dass Eberswalde den Namen „Waldstadt“ schon lange nicht mehr verdient hat. Seit der Wende ist die Stadt ständig in den negativen Schlagzeilen, weil sie so rigoros unbarmherzig mit ihrem alten Baumbestand umgeht, dass dies einen für Kommunen schon beispielhaften negativen Vorbildcharakter hat. Nach mehreren großen Bäumen im Park am Weidendamm in der Innenstadt, die im September dran glauben mußten, sind jetzt acht Kastanien in der Zieglerallee und am Brauersberg im Stadtteil Finow dran. Willkommen Eberswüste, da helfen auch Nachpflanzungen nicht viel, die erst in vielen Jahrzehnten stadtbildprägend und ökologisch wertvoll sein werden.

Die Stadt will alte Alleebäume abholzen und es findet sich als Gutachter immer der gleiche Verdächtige, der daran verdient. Die Bäume werden als geschädigt dargestellt und schon ist der Weg für die Fällung frei. Naja, außerdem braucht das Holzkraftwerk (HoKaWe) wieder Futter…
Nachfolgend die Pressemitteilung der Stadt Eberswalde vom 17.10.2014. Wie immer so kurzfristig veröffentlicht, dass die Anwohner nicht mehr genügend Zeit haben zu reagieren. Das nenne ich vorbildhafte Transparenz und Bürgerbeteiligung:

———————————
*PRESSEMITTEILUNG*

*Baumschäden in Zieglerallee*

In der Zieglerallee und am Brauersberg müssen acht Kastanien gefällt
werden. Ein Gehölzgutachten hat die mangelnde Standsicherheit der Bäume
festgestellt. Fäule habe Astungswunden ausgehöhlt. Die Bäume seien daher am Kronenansatz bruchgefährdet, zudem wiesen sie eine geringe
Lebenserwartung auf. Die Kastanien sollen noch im Oktober abgenommen
werden. Durch Neupflanzungen werden sie im kommenden Herbst ersetzt.

*Presse- und *
*Öffentlichkeitsarbeit*
Alexander Leifels
Mitarbeiter
*Stadt Eberswalde*
Rathaus
Breite Straße 41-44
16225 Eberswalde
Tel. 03334 / 64-513
Mobil 0152 56464514
Fax 03334 / 64-519
pressestelle@eberswalde.de
www.eberswalde.de
Bitte denken Sie an unsere Umwelt, bevor Sie diese E-Mail ausdrucken.
Vielen Dank!
———————————

Sehr geehrter Herr Stadtmitarbeiter Leifels, Ihr Satz „Bitte denken Sie an unsere Umwelt, bevor Sie diese E-Mail ausdrucken“ klingt wie Hohn. Den sollten Sie in diesem Zusammenhang besser weglassen!

Ich habe diesen Beitrag unter anderem geschrieben, weil ich noch Hoffnung habe, dass ich Anwohner der Zieglerallee und der Straße „Brauersberg“ damit mobilisieren kann. Bitte setzen Sie einen massiven Protest in Gang und sich dafür ein, dass Ihre Wohnumgebung nicht zerstört und damit entwertet wird. Viel Zeit dazu wird Ihnen nicht mehr bleiben. Es kann sein, dass morgen, am Montag, bereits die Kettensägen anrücken.

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Veröffentlicht von

Dr. Andreas Steiner, Diplom-Geograph und Waldökologe, lebt seit 1999 im Barnim. Als Fachgutachter ist er bei einem Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Berlin beschäftigt, der innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte von klein- und mittelständischen Unternehmen im Bereich Technologie betreut. Seit mehr als 10 Jahren engagiert sich der Querdenker und -tuer ehrenamtlich in der Umwelt- und Sozialpolitik. Im Rahmen der Brandenburger Kommunalwahlen 2008 wurde er als Parteiloser für Bündnis 90/Die Grünen in die Eberswalder Stadtverordnetenversammlung gewählt. Ende 2011 musste er aufgrund eines Wohnsitzwechsels dieses Mandat niederlegen. Derzeit gehört er der Gemeindevertretung Schorfheide an und ist Vorsitzender der Fraktion Freie Wähler/Bürgergemeinschaft Kommunalabgaben (BKB). Steiner hat Mitgliedschaften der GRÜNEn LIGA Brandenburg und der NaturFreunde Oberbarnim-Oderland. Seine Hobbys sind Wandern, Radfahren, Schwimmen, Saunieren, Kochen – und natürlich der ehrenamtliche Journalismus, insbesondere wenn es um die Behandlung kritischer und brisanter Themen geht. Folgenden Leitspruch eines großen deutschen Gewerkschafters hat er sich zum Lebensmotto gemacht: „Nicht Ruhe, nicht Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit“ (Otto Brenner, 1968).

1 Kommentar » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Meinen Informationen zufolge sieht es so aus, dass die betroffenen Anwohner „ganz froh“ darüber sind, die lästigen Laubspender loszuwerden. Möglicherweise ist man mit der Problematik an die Stadt herangetreten. Vor diesem Hintergrund wird sich Protest gegen Baumfällungen wohl nicht formieren…
    Ich weiß nicht, inwieweit die Anwohner die Möglichkeit haben, das mit der Miniermotte befallene Laub an die Stadt abzugeben? Eigentlich dürfte dies kein Problem sein, denn Eberswalde unterhält (noch) Grünannahmestellen.
    Weiterhin sollen in der Zieglerallee ständig herabfallende tote Äste genervt haben. Da wiederum frage ich mich, in welcher Qualität die baumpflegerischen Maßnahmen in den letzten Jahren durchgeführt worden sind? Tote herabfallende Äste müssen nicht sein, wenn sie jährlich und damit rechtzeitig entfernt werden. Vielleicht sollte die Stadt Eberswalde überlegen, an welche Firma sie ihre Aufträge der Baumpfege zukünftig vergibt.
    Wenn es um die Förderung von Kultur geht, ist Bürgermeister Boginski ganz gut bei der Sache. In Angelegenheiten der zeitgemäßen ökologischen Stadtplanung hat Eberswalde im Vergleich zu anderen Kommunen, leider zeigen das viele umgesetzte Projekte der letzten Jahre, noch erheblichen Entwicklungs- und Nachholbedarf.