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Alleebaumfällungen in Schönow: Die Abholzungen im Landkreis Barnim gehen unvermindert weiter

Schönow: Wieder eine Allee zerstört

Schönow: Wieder eine Allee zerstört


In der Heinrich-Heine Straße in Schönow (bei Bernau) rückten vor zwei Tagen in einer Nacht- und Nebelaktion die Motorsägen an. Es wurden 11 gesunde alte Linden gefällt, die als Alleebäume beidseitig die Straße säumten. Grund für die Fällungen war, dass der bislang unbefestigte Straßeabschnitt der Heinrich-Heine Straße in einen befestigten Zustand überführt werden soll. Die Anwohner leisteten heftigen Widerstand gegen die unangekündigten Abholzungen.

Dies im Bewusstsein darüber, dass die Wohnqualität der Siedlung maßgeblich von der Ästhetik der stattlichen Alleebäumen bestimmt wird, die im Sommer Schatten spenden sowie im Winter Schutz vor extremer Witterung bieten. Man hört, dass viele Neusiedler gerade wegen der Straßenbäume hierher gezogen sind. Bei den vielen Wohlfahrtswirkungen der Alleebäume wird auch der herbstliche Laubfall gern in Kauf genommen.
Trotz der Proteste seitens der Bürgerinnen und Bürger gegen die Fällungen war alles umsonst: Sie konnten nicht verhindern, dass Baum für Baum von der Krone bis zum Stammfuß abgetragen wurde. Es blieben nur noch Baumstümpfe zurück, die demnächst geschreddert werden.

Schon seit Jahren wird im Landkreis Barnim bei Straßenausbauarbeiten keine Rücksicht auf alte Bäume genommen. Ich möchte an den Vorfall in Ahrensfelde erinnern, der sich genauso zutrug und über den ich hier im Barnimblog berichtet hatte. Mit Motorsägenaktionen werden Anwohner überrumpelt und somit rücksichtslos vor vollendete Tatsachen gestellt. Seitens der kommunalen Verwaltungen und Parlamente wird noch immer keinen Deut darüber nachgedacht, wie ein baumschonender Ausbau von Siedlungsstraßen bautechnisch realisiert werden kann.
Ich fordere: Straßensanierungen: Ja! Dann aber in fortschrittlicher Weise baumerhaltend!
Dass die Politikerverdrossenheit durch solche wenig bürgertransparenten und –freundlichen Aktionen eher zu- als abnimmt, mag da keinen verwundern.

Dr. Andreas Steiner
GRÜNE LIGA Brandenburg, NaturFreunde Oberbarnim-Oderland

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Dr. Andreas Steiner, Diplom-Geograph und Waldökologe, lebt seit 1999 im Barnim. Als Fachgutachter ist er bei einem Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Berlin beschäftigt, der innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte von klein- und mittelständischen Unternehmen im Bereich Technologie betreut. Seit mehr als 10 Jahren engagiert sich der Querdenker und -tuer ehrenamtlich in der Umwelt- und Sozialpolitik. Im Rahmen der Brandenburger Kommunalwahlen 2008 wurde er als Parteiloser für Bündnis 90/Die Grünen in die Eberswalder Stadtverordnetenversammlung gewählt. Ende 2011 musste er aufgrund eines Wohnsitzwechsels dieses Mandat niederlegen. Derzeit gehört er der Gemeindevertretung Schorfheide an und ist Vorsitzender der Fraktion Freie Wähler/Bürgergemeinschaft Kommunalabgaben (BKB). Steiner hat Mitgliedschaften der GRÜNEn LIGA Brandenburg und der NaturFreunde Oberbarnim-Oderland. Seine Hobbys sind Wandern, Radfahren, Schwimmen, Saunieren, Kochen – und natürlich der ehrenamtliche Journalismus, insbesondere wenn es um die Behandlung kritischer und brisanter Themen geht. Folgenden Leitspruch eines großen deutschen Gewerkschafters hat er sich zum Lebensmotto gemacht: „Nicht Ruhe, nicht Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit“ (Otto Brenner, 1968).

3 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Danke.
    Unser Meinung dazu können wir dann bei der Bürgermeister-Abwahl kund tun.
    Bin mal gespannt wie das ausgeht. Und auch‘ ob es noch Info-Material gibt.

  2. Hallo Andreas,
    den Bürgermeister Handtke wird man dafür aber nicht allein verantwortlich machen können. Da hängen ganze Verwaltungsteile dahinter, die in Sachen Umwelt- und Naturschutz sowie moderne Stadtplanung offensichtlich noch erbheblichen Bildungsbedarf haben.

  3. Selbst Neupflanzungen an anderer Stelle bringen nicht viel. Wir sind zu alt um die Bäume in ähnlicher Pracht zu sehen, wie diejenigen die nun weg sind.