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Mutlos, zahnlos, machtlos: Existiert die Eberswalder Umweltlobby noch?

Eine zwei Fußballfelder große Fläche auf dem Gelände des Eberswalder THIMM-Verpackungswerkes wurde zur Hauptbrutzeit der Singvögel im Mai 2012 entwaldet. Zahlreiche Gelege wie von der Nachtigall sind damit zerstört worden. Eine vom Zeitmanagement des Unternehmens völlig überflüssige Tat.

Eine zwei Fußballfelder große Fläche auf dem Gelände des Eberswalder THIMM-Verpackungswerkes wurde zur Hauptbrutzeit der Singvögel im Mai 2012 entwaldet. Zahlreiche Gelege wie von der Nachtigall sind damit zerstört worden. Eine vom Zeitmanagement des Unternehmens völlig überflüssige Tat.

Im Stadtgebiet von Eberswalde wurden in den letzten Jahren sehr viele Grünflächen samt Vegetation zerstört – teilweise sogar illegal gegen bestehende Naturschutzgesetze.
Als Beispiele genannt werden können die Rodungen auf dem Flugplatz Finow, Baufeldräumungen nahe des Rofin-Parkes und für den Bau der Finowkanalpromenade, durch die WHG Wohnungsbau- und Hausverwaltungs-GmbH Eberswalde im Leibniz-Viertel, im Schwärze-Mündungsbereich, am Eberswalder Kirchhang und nicht zuletzt auf dem Betriebsgelände des THIMM-Verpackungswerkes (s. Foto). Demnächst wird die Grünfläche an der Friedrich-Ebert-Straße in der Eberswalder Innenstadt für Wohnungen und Geschäfte geopfert, welches in der Bevölkerung höchst umstritten ist.
Die Abwassereinleitungen in den Finowkanal sind ein weiteres Thema ungelöster Umweltprobleme hinsichtlich permanenter Schadstoffbelastungen.

Von der Unteren Naturschutzbehörde, die strukturell dem Bauordnungsamt untergeordnet ist, erwarte ich schon lange nichts mehr. Sie bezeichnet sich selbst als Genehmigungsbehörde im Sinne wirtschaftlicher Interessen und möchte offensichtlich nicht in den Ruf einer „Verhinderungs“behörde gelangen.

Und Bürgerproteste gegen die fortwährenden Natur- und Umweltzerstörungen gibt es kaum. Nur ein Handvoll Umweltaktivisten, leider immer wieder die penetrant gleichen, melden sich einer relativen Kontinuität mahnend zu Wort. Darunter zu nennen sind der Imker, Kleingärtner und Baumschützer Dr. Günter Riedel, mein Vereins-Kollege von den NaturFreunden Oberbarnim-Oderland Bernd Müller, der Barnimer Bürgerpost–Redakteur Gerd Markmann, der Landschaftsarchitekt Andreas Timm, Reimer Loose und Bernd Pomraenke. Hinzu kommen die Kreistagsabgeordneten Albrecht Triller, Johannes Madeja und Jochen Bona. Wenn ich weitere Personen noch vergessen haben sollte, die es verdient haben genannt zu werden, so bitte ich vielmals um Entschuldigung…
Die eigentlichen Umweltlobbyisten (oder solche, die es für sich gern in Anspruch nehmen) glänzen mit Untätigkeit und Schweigen in der Öffentlichkeit. Sehr enttäuschend ist das Nichtengagement der „Platzhirsche“ unter den Naturschutzverbänden, Naturschutzbund (NABU) und Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND). Ebenso die Haltung der Eberswalder Grünen, die de facto keine richtigen regionalen Naturschutzthemen mehr auf der Tagesordnung haben, derzeit keine wirkliche ernstzunehmende wachsame, kritische und oppositionelle Öko-Politik gestalten, stattdessen aber dem Barnimer Landrat Bodo Ihrke mit ihrer Zustimmung zum waldfressenden Holzkraftwerk Eberswalde huldigen und somit in der Bevölkerung (und Wählerschaft) zusehends an Glaubwürdigkeit und Ansehen verlieren.

Vor diesem Hintergrund meine Fragen, die zu Diskussionen anregen sollen: Ist die Umweltlobby in Eberswalde überhaupt noch existent? Werden die wenigen Menschen, die wirklich daran interessiert sind, dass sich in der Region im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes etwas zum Besseren wendet, in absehbarer Zeit die Kraft und den Willen haben bzw. werden sie in der Lage sein, sich zusammen zu schließen, um diesbezüglich etwas zum Guten zu bewegen?
Oder liegt vielmehr das Interesse an wahrhaftigem Umwelt- und Naturschutz in der Region völlig am Boden? Bezeichnend ist es jedenfalls, wenn unter den Bürgern offensichtlich mehr Resonanz für die handarbeitliche Fertigung von Strickmützen für indische Straßenkinder – welches mir von der Sache nicht obliegt zu bewerten – als für das Eintreten ökologischer und sozialer Ideen und Projekte zur nachhaltigen Entwicklung unserer Region zu erkennen ist.

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Dr. Andreas Steiner, Diplom-Geograph und Waldökologe, lebt seit 1999 im Barnim. Als Fachgutachter ist er bei einem Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Berlin beschäftigt, der innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte von klein- und mittelständischen Unternehmen im Bereich Technologie betreut. Seit mehr als 10 Jahren engagiert sich der Querdenker und -tuer ehrenamtlich in der Umwelt- und Sozialpolitik. Im Rahmen der Brandenburger Kommunalwahlen 2008 wurde er als Parteiloser für Bündnis 90/Die Grünen in die Eberswalder Stadtverordnetenversammlung gewählt. Ende 2011 musste er aufgrund eines Wohnsitzwechsels dieses Mandat niederlegen. Derzeit gehört er der Gemeindevertretung Schorfheide an und ist Vorsitzender der Fraktion Freie Wähler/Bürgergemeinschaft Kommunalabgaben (BKB). Steiner hat Mitgliedschaften der GRÜNEn LIGA Brandenburg und der NaturFreunde Oberbarnim-Oderland. Seine Hobbys sind Wandern, Radfahren, Schwimmen, Saunieren, Kochen – und natürlich der ehrenamtliche Journalismus, insbesondere wenn es um die Behandlung kritischer und brisanter Themen geht. Folgenden Leitspruch eines großen deutschen Gewerkschafters hat er sich zum Lebensmotto gemacht: „Nicht Ruhe, nicht Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit“ (Otto Brenner, 1968).

27 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Soweit ich sehe, sind die Umweltaktivisten inzwischen zu Umwelt-Passivisten geworden. Angesichts der regelmäßig ins Leere gehenden Aktionen gegen die Entscheidungen von Nachhaltigkeitsverdrehern wie Landrat und Natur“schutz“behörden, angesichts der die Arbeitsplatzverlustkeule schwingenden Anti-Umweltlobby und der Passivität dieser so genannten „Grünen“ haben die einzelnen Akteure vermutlich resigniert.
    Solange immer wieder nur Einzelne gegen einzelne Fehlentscheidung der gewählten Politiker aufstehen, wird sich daran auch nicht viel ändern.
    Wie gesagt, wir sind da, haben aber meist besseres zu tun als hilflos gegen diese die Berufs-Politiker und Lobbyisten die Fäuste zu schütteln. Wer wählt die eigentlich immer?
    Die Chance der Region liegt in der schonenden Nutzung der wundervollen Naturressourcen, dem nachhaltigen Tourismus, der Entwicklung nachhaltiger Pilottechnologien, -produkte und -dienstleistungen.
    Solange die Lokalpolitiker jedem auch noch so schmutzigen Fremd-Euro hinterher laufen, wird sich erst etwas ändern, wenn sich eine neue Gruppe von Umweltaktivisten findet. Doch wer will der „Anführer“ sein?

  2. @Hartmut
    Du sprichst es richtig an. Unsere Freizeit, die wir haben, ist leider höchst begrenzt.
    Landrat Bodo Ihrke & Co. sowie die verfilzte Barnimer Politikszene kann sich also glücklich schätzen, dass ich vor ein paar Jahren aus der Erwerbslosigkeit heraus einen Job in Berlin bekommen habe. Hinzu kommen noch einige private Verpflichtungen, die sich im Laufe des Lebens ergeben haben.
    Ansonsten würde ich diesen Zeitgenossen ganz schön die Hölle heiß machen, d.h. kontinuierlich unter hohen politischen Druck setzen und Mehrheiten organisieren, die im Landkreis Barnim die längst längst überfälligen Veränderungen auf allen Ebenen herbeisehnen.

  3. Die richtige Stelle ??
    Obwohl meine persönlichen Erfahrungen mich ebenfalls zur Resignation neigen lassen, muß weitergemacht werden. Im Moment bemühen wir uns, in Finow auf dem großen Bildungscampus etwas mehr Naturnähe und Wohngebietsfreundlichkeit einzubringen.
    Die berechtigte Situationskritik von Andreas sollte Schlußfolgerungen veranlassen. Ich denke, daß es auch in den Ebenen der politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen Einige mit offenen Ohren für unsere Problematik gibt und geben muss. Als Möglichkeit erachte ich zunächst einen runden Tisch mit uns und diesen Verantwortungsträgern.
    Ich sehe einen ernsthaften Dialog als nächstliegenden Schritt.
    Bloß: wer organisiert das ? Vielleicht Jemand , der das liest.?

  4. Der Bereich der Finowkanalpromenade war doch bislang ein Schandfleck, der bestenfalls als Rückzugsraum für alkoholisierte Zeitgenossen diente. Teil des Stadtraums war das Areal doch nie. Jetzt entsteht dort ein Park als Teil der Stadtlandschaft, der sicher etwas ganz besonderes wird. In anderen Städten sind die Wasserwege längst erlebbarer Teil des Stadtlebens, hier wird das endlich nachgeholt.

    Baumrodungen am Kirchhang? Also meines Wissens waren das höchstens vier bis 5 Bäume. Und die Fläche eine völlig unansehnliche Brache. Teil der Planungen sind knapp 50 neue Bäume. Sollte ein adäquater Ersatz sein und ein neuer kleiner süßer Park in der Innenstadt.

    THIMM-Verpackung. Möglicherweise war der Zeitpunkt unglücklich gewählt. Aber mal ganz ehrlich. Erstens war das kein wertvoller Naturwald, der da gefallen ist und unterm Strich bleibt doch ein offensichtlich gesundes Unternehmen, dass Eberswaldern Lohn und Brot sichert. Ich finde, hier sollte man mal auch die „Kirche im Dorf“ lassen.

    Die Grünfläche in an der Ebert-Straße ist meiner Meinung nach lediglich ein übrig gebiebender Bombenschaden des 2 Weltkriegs und keineswegs eine geplante Grünanlage. Eine Wiederbebauung fand doch nur deswegen zu DDR-Zeiten nicht statt, weil am lieber in die Platte investiert hat und die Innenstädte hat verkommen lassen. Nur weil aber die letzten 50 Jahre nichts passiert ist, stellt das keinen Bestandsschutz dar. Wohnen in der City mit fussläufiger Erreichbarkeit ist eben schwer nachgefragt. C+A sowie H&M sind gefragte Markenhäuser. Und wenn sich das ganze für die WHG rechnet, dann „Let´s go“.

    Sicher sind einige/ alle diese Projekte „höchst umstritten“. Davon lebt aber nun mal auch eine Demokratie, macht diese Projekte aber keinesfalls zum NO GO.

    Vielleicht hält sich das Interesse der Leute „am wahrhaftigen Umwelt- und Naturschutz“ auch deshalb so in Grenzen, weil der „Widerstand“ gegenaufgezählte Projekte so groß doch nicht ist.

  5. So lange sich die Naturschützer gegenseitig selbst Vorwürfe machen und mehr oder weniger unter der Gürtellinie in Blogs wie hier ankeifen, hat auch kein Außenstehener Lust mitzumachen.

    Mit dem NABU haben Sie, Hr. Dr. Steiner, ja gerade hier erst eine kleine Schlacht geschlagen. Warum nutzen Sie nicht die Breite Öffentlichkeit, die der NABU bietet, treten ein, und holen sich dort zuerst die Unterstützung und Mehrheiten.

    Mit einer stark aufgestellten Organisation im Rücken ist es leichter, Einfluß zu nehmen, als selbst als Einzelkämpfer immer nur anzuprangern.

    „Einigkeit macht stark!“ war da mal so ein Spruch.
    (Kommt sicher nicht nur aus der Arbeiterbewegeung, bevor ich hier wieder als Alt-DDRler hingestellt werde.)

    Grüße

  6. Hallo Herr Lehmann, warum sollte ich dem NABU beitreten? Ich bin in zwei Naturschutzverbänden, der GRÜNEn LIGA Brandenburg und den NaturFreunden Oberbarnim-Oderland. Das genügt mir, ich kann ja nicht überall Mitglied sein.
    Eigentlich bin ich überhaupt nicht für den Verbandsklüngel zu haben. Wie wäre es, wenn sich die regional agierenden Naturschutzverbände in grundsätzlichen Fragen und Problemstellungen solidarisieren und an einem Strang ziehen würden? Ja klar, gemeinsam ist man stark!
    Aber das ist ja gerade das, was ich in meinem Artikel bemängele: Die beiden großen, NABU und BUND, ziehen leider nicht mit.
    Als Prof. Oehlke noch den regionalen NABU-Vorsitz innehatte, war es grundsätzlich eine gute und konstruktive Zusammenarbeit. Aber das ist nun leider Geschichte.

  7. Ich hab‘ auch mal vor einer ganzen Weile freundlich und höflich beim NABU angefragt, wie das geht, Mitglied zu werden. Die Korrespondenz mit dem regionalen NABU war so entmutigend, dass ich keinen weiteren Versuch unternommen habe.
    Ähnlich ging es mir mit Versuchen, als aktives MItglied bei der Märkischen Eiszeitstraße, zweimal bei verschiedenen Lokalgruppen von Greenpeace und der Eberswalder Suppenküche mitzuarbeiten. Ich schwöre, ich bin wirklich verträglich und freundlich und habe meines Wissens nicht den Wessi rausgehängt, aber alle Begegnungen empfand ich als abweisend und feindselig.

  8. Sehr geehrter Herr Steiner,

    ich persönlich sehe ich zwar wenig Sinn in argumentativen Auseinandersetzung mit ihnen, da diese nach meiner Meinung oft unsachlich sind und immer nur dem Zweck dienen, dass Sie sich selbst darstellen. Dieses Prinzip zieht sich auch durch diesen Artikel.

    Da sie aber den NABU, den ich ja im Landkreis Barnim vertrete, ansprechen, werde ich mich kurz äußern. Ich sehe den NABU nicht als Platzhirsch an. Wir beanspruchen keinen Platz und versuchen keine Revier gegen andere zu verteidigen. Eigenartig wie sie zu dieser Aussage kommen? Wir wollen uns nicht profilieren und legen keinen Wert darauf von ihnen „anerkannt“ zu werden.
    Auch Prof. Oehlke ist im NABU Barnim e.V. keineswegs „Geschichte“ sondern aktives Mitglied im Vorstand. Wir tauschen uns weiter miteinander aus.
    Dass sie mich je konkret persönlich um eine konstruktive Zusammenarbeit gebeten hätten, kann ich mich nicht erinnern. Das einzige Gespräch was ich mit ihnen geführt habe, ging um einen Eulenkasten auf ihrem Grundstück.

    Der NABU Barnim e.V. macht ehrenamtliche Naturschutzarbeit in vielen Bereichen. Das hier aufzuzählen wäre müßig, sie würden es, wie ich befürchte, eh zerreden und ich müsste weitere ermüdende Diskussion führen.

    Zu der Frage ob es eine Eberswalder Umweltlobby gibt kann ich sagen, dass ich mich mit vielen Aktiven austausche.
    Ob dieser Beitrag hier dazu geeignet ist eine Lobby zu schaffen oder neue Gräben zu ziehen, kann jeder Leser selbst beurteilen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Andreas Reichling

  9. Sehr geehrter Herr Ginnow-Merkert,

    die Mitgleidschaft beim NABU ist über unsere Homepage möglich, wir unterscheiden nicht nach Wessis und Ossis. Wir arbeiten ehrenamtlich, und das Büro ist jeden Mittwoch Nachmittag besetzt.

    Persönlich erreichen sie mich unter info@nabu-banim.de.

    Mit freundlichen Grüßen
    Andreas Reichling

  10. Lieber Herr Reichling,

    meine Frau und ich hatten seinerzeit (2001) mit unseren Anfragen wegen Mitwirkens bei lokalen Aktivitäten des NABU wenig Glück. Hier ein paar Auszüge aus meiner Korrespondenz, die mich nicht sehr ermutigten. Vom NABU Bonn wurde mir eine Telefonnummer eines Jens Möller in EW genannt. Meine nächste Mail an den NABU Bonn lautete:

    „Können Sie die TelNr. von Jens Möller noch mal überprüfen?
    Dort antwortet jemand anderes, der nichts von einem Jens
    Möller weiß.“

    Dann gab es eine korrigierte Telefonnummer. Als ich dort anrief, wusste man nichts von meinem Mitgliedantrag: Daraufhin schrieb ich wieder an die NABU-Zentrale:

    „Herr Möller sagt mir, dass die Meldung an die Regionalgruppe
    über meine neue Mitgliedschaft in der Regel bei Ihnen
    mehrere Monate dauert. Ich würde aber gern schon in diesem
    Sommer dort mitarbeiten.“

    Aus Bonn kam dann die Antwort:
    „Mit den mehreren Monaten ist leicht übertrieben. Wir haben Ihre Daten
    bereits erfasst, Ihre Mitgliedschaft beginnt zum 1.4.01. Sie können somit
    direkt mitarbeiten.“

    Nie erhielt ich eine Antwort auf meine Frage nach lokalen Aktivitäten, bei denen wir hätten mitwirken können. Ich hab’s mit dem NABU dann aufgegeben.

    Zu Ihrer Beruhigung aber noch folgendes: wo auch immer ich meine ehrenamtliche Mitarbeit angeboten habe, erhielt ich keine oder abweisende Antworten, zuletzt von einer „grünen“ Studentengruppe der HNE. Der NABU Barnim ist kein Einzelfall. Alle wirken auf mich wie kleine, abgeschlossenen Grüppchen, die um Himmels Willen niemanden zu sich herein lassen wollen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Hartmut Ginnow-Merkert

  11. @Herr Reichling:
    ist die von Ihnen genannte Email-Adresse korrekt, also mit „banim“ ohne „r“?

  12. Lieber Herr Reichling,
    mit „Platzhirsche“ deute ich nicht ein regionales Dominanzstreben von NABU und BUND an, sondern, dass es sich bei den beiden Verbänden um die mitgliedsstärksten handelt.

    Ich weiß nicht, inwieweit ich unsachlich sein soll, wenn ich im Artikel doch klar Vorgänge und Handlungen benenne, die sich gegen den Umwelt- und Naturschutz richten? Der NABU mag zwar in vielen Bereichen emsig sein, aber zu all diesen genannten schlimmen Naturzerstörungen (s. Artikel) hat er sich nicht geäußert bzw. nicht engagiert. Oder haben Sie, so wie ich, eine Anzeige bei der Unteren Naturschutzbehörde gemacht, weil auf dem THIMM-Betriebsgelände Singvogelgelege während der Brutzeit vernichtet worden sind?
    Dr. Martin Flade hatte an einen größeren Verteilerkreis, darunter an mich und auch die Kreisgeschäftsstelle der Grünen (!) zum Fall THIMM am 1. Juni 2012 per Mail Folgendes geschrieben (ich zitiere):
    „Ich wollte nur nachträglich und am Rande darauf hinweisen, dass Naturschutzgesetze und Bundesartenschutzverordnung für alle Verwaltungen und alle Bürger gelten, auch für die Forstverwaltung. Insofern ist der Verweis von dort auf die UNB abwegig.
    Freigestellt ist lediglich die „ordnungsgemäße Forstwirtschaft“. Aber hier handelte es sich ja nicht um eine normale „ordnungsgemäße“ forstliche Nutzung, sondern um eine Freistellung der Trasse. Also war der Eingriff zur Brutzeit rechtswidrig, egal, ob die UNB sich dazu hätte äußern müssen.“

    Nun weiter im Text: Hat sich der NABU jemals kritisch zum Thema Holzkraftwerk Eberswalde (HoKaWe) in der Öffentlichkeit geäußert? Ich kann mich nicht entsinnen, dass dies der Fall war. Der NABU schweigt, während ehrenamtliche Naturschützer und Fachleute aufgrund der massiven Ausbeutung der regionalen Wälder durch das Werk Alarm schlagen, u.a. die wissenschaftliche Gruppe rund um Prof. Dr. Ibisch der HNEE, aber auch etliche wachsame Lokalpolitiker.

    Scheinbar, und das könnte ich durchaus nachvollziehen, stehen Sie in einem Interessenkonflikt: Einerseits sind Sie Regionalvorsitzender des eigentlich politisch unabhängigen NABU, andererseits haben Sie einen Job in der Geschäftsstelle des Kreisverbandes von Bündnis `90/Die Grünen. Und der Geschäftsführer Kleinteich sowie die überwiegende Mehrheit der grünen Kreistagsfraktion befürwortete 2:1 den Kauf des HoKaWe durch den Landkreis Barnim sowie dessen waldfressenden Weiterbetrieb. Wie sollten Sie sich also verhalten?

    Auch ist es für mich verständlich, wenn Sie nicht gerade begeistert sind, dass ich Ihnen die gravierenden Versäumnisse des NABU vorwerfe. Doch auch das hat nichts damit zu tun, dass ich mich, wie Sie behaupten, selbst darstellen möchte. Es geht mir immer einzig und allein um die Sache und das Aufrütteln, den NABU (aber auch den BUND) endlich dazu zu bringen, dass er sich kritisch engagiert und auch mal den Schneid hat bzw. sich nicht scheut, im Bedarfsfall mit Behörden anzulegen.
    Um aber in die Zukunft und damit voran zu blicken (denn an Gräben und Zwietracht zwischen den Verbänden bin ich nun wirklich nicht interessiert): Ich werde Sie als NABU-Vorsitzenden beim Wort nehmen und wenn erforderlich zukünftig mit der Nase draufstoßen, wenn in der Region illegale Handlungen gegen den Umwelt- und Naturschutz laufen. Aber dann erwarte ich von Ihnen auch, dass Sie sich engagieren und mit Organisationen wie der GRÜNEn LIGA und den NaturFreunden Oberbarnim-Oderland sowie engagierten privaten Naturschützern (z.B. Dr. Riedel, s. Kommentar oben) an einem Strang ziehen! Ich hoffe, dass Sie dies nicht schon wieder als persönliche Kritik am NABU auffassen, sondern als einen konstruktiven Vorschlag der Handreichung.

  13. @ Herr Ginnow-Merkert:

    natürlich barnim mit „r“ ein Tippfehler, sorry. Also info@nabu-barnim.de

    Was 2001 war, dass kann ich nicht beurteilen, da war ich frisch nach Eberswalde gezogen und hatte noch gar keinen Kontakt zu dem damalig Aktiven.
    Nun haben wir 2012 und es hat sich einiges geändert, u.a. ist der NABU Bundesverband schon lange von Bonn nach Berlin gezogen.

  14. Wochenendgruß vom 20.Juli – von Verbandskleinstaaterei und Kleinzankerei zu gemeinsamen Zielen in die „Reformbewegung Grüner Barnim 2020“?

    Lieber Andreas Steiner, liebe Umweltidealisten im Barnim,

    Auch auf die Gefahr als „Selbstdarsteller und Nestbeschmutzer“ und „Überbringer der schlechten Botschaft“ von den „Gutmenschen in der Nische“ beschimpft zu werden, möchte ich den 13. Kommentar zu den beiden mehr als 100 umweltpolitischen Kommentaren als Wochenendgruß schreiben. Bisher habe ich mich in den beiden Themenblöcken HoKaWe und „Umweltprobleme Eberswalde“ nicht zu Wort gemeldet- aber umso lauter innerhalb der Grünen Partei.
    Die aufgeführten „Umweltprobleme im Oberbarnim“ sind mir bisher nur aus der Sicht von Andreas Steiner in diesem Blog an mich herangetragen worden. Ich würde mich vor weiteren Aktivitäten auch über andere stadtplanerischen Ziele und Alternativen von meinen „Freundinnen und Freunden“ informieren wollen. In den Versammlungen der sogenannten grünen Regionalverbände und des Kreisverbandes wurden solche Umweltprobleme und Stadtplanungsalternativen sicher allerdings nur am Rande beraten – wahrscheinlich aber detaillierter in der Stadtfraktion Eberswalde.
    Die ungerechtfertigte Kritik an Andreas Steiner – dem Kämpfer für Sozialstaatsgerechtigkeit, für Bürgerrechte und besonders gegen Umweltskandale – finden alle Leser in der Panketaler Gesamtfraktion für unangemessen. Danke Andreas für deine Ehrlichkeit und dein Engagement.
    Gleichwohl ist es mir als Niederbarnimer Kreistagsabgeordneter und Regionalrat in der Planungsversammlung Uckermark-Barnim für Bündnis 90/Die Grünen nicht gleichgültig wie hier im Barnimblog trotz HoKaWe- Skandal, trotz Stasiverstrickungen und trotz diktatorischer Maßnahmen der „Schönower Gesinnungspolizisten“ alle Grünen hier an den Pranger gestellt werden.
    Ich erlebe jedoch, dass sich die beiden in den Themenblogs von Andreas kritisierten Mitarbeiter des Regionalbüros Axel Vogel – dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen Landtagsfraktion – auch ehrenamtlich sehr kompetent und couragiert einbringen. Das betrifft den NABU –Vorsitzenden Andreas Reichling 1) in der Regionalversammlung bei den Themen Windenergieeignungsflächen und Michael Ahlers beim Wassermanagement / Regenniederschlagswassersatzungen.
    Warum dann diese Grünenkritik – bei 3 Abgeordneten in der Stadtfraktion und 2 Kreistagsabgeordneten aus Eberswalde auf den Grünen Fraktionslisten – weiß ich nicht.
    Liegt es daran, dass 4 Abgeordnete nicht Mitglieder der Grünen sind und dazu noch die „gute Ute“ und die mangelnde Kompetenz in den sogenannten 3 Volksparteien?
    Im Niederbarnim erfahren unsere 15 Mitglieder in der Panketaler Gesamtfraktion (Gemeindevertreter, sachkundige Einwohner und Berater) täglich die Arroganz in den sogenannten ostdeutschen Volksparteien von SPD, CDU und LINKE bei Umweltthemen – nachzulesen in http://www.netzwerkpanketal.de.
    Auch in unserer Fraktionswebsite http://www.gruenespanketal.de ist einiges über mangelhaftes Bewusst-sein bei Bürgerrechten, Geldverschwendung und Klimafolgen in den Volksparteien zu erfahren.
    Leider wurde unsere Fraktionswebsite nicht mehr mit der Webseite des Kreisverbandes verlinkt.
    Dagegen erfährt man in den Parteiprotokollen und der Webseite des Kreisverbandes Barnim womit sich die Parteivorstände in den Parteisitzungen beschäftigen – von Kreisvorstand über den Regionalvorstand Oberbarnim , sogar Mittelbarnim, bis zum Regionalvorstand Niederbarnim.
    Es gibt allerdings seit HoKaWe, seit den Stasi – Verstrickungen sehr ernsthafte Reformbemühungen, die vielleicht in der „Reformbewegung Grüner Barnim 2012-2020“ enden.
    Gesprächsmöglichkeiten dazu gibt es auch immer am letzten Freitag im Monat an unserem Bürgerstammtisch beim neuen Italiener am S-Bf. Zepernick – am nächsten Freitag ab 19:30 Uhr.
    Nur in unseren gemeinsamen Zielen sind wir stark- auch auf unterschiedlichen Wegen?

    Schönes niederschlagsfreies Wochen- und jetzt Jochenende wünscht Jochen Bona 2)

    1 ) Die E-Mail Adresse heißt doch sicher nabu@barnim.de und nicht nabu banim oder gar nabu benimm.dich. wir sind aber im Benimmblog
    2) Bona ist kein Wessi, sondern ostsozialisiert mit italienischen Wurzeln (Bona – die Gute“ diesmal tatsächlich sogar als „SelbstdarstellerIn“)

  15. @Jochen Bona
    Danke für Deinen Kommentar.
    Eine Generalkritik an den Grünen liegt mir fern, wenn das so rübergekommen sein sollte, dann habe ich meine Intension wohl nicht verständlich dargestellt.
    Ich würde mir wünschen, wenn ein paar aufrechte Grüne in der Region, die an einem wahrhaftigen Umwelt- und Naturschutz interessiert sind und die auch ökologische Zusammenhänge verstehen, zu den Parteiversammlungen gehen, dort das Wort ergreifen und somit das Heft in die Hand nehmen, um den grünen Kreisverband umfassend zu reformieren.

  16. Sehr geehrter Herr Steiner,

    leider schaffe ich es erst heute auf ihren Beitrag vom 20. Juli zu antworten. Ich bin ja schon erstaunt, dass sie uns immerhin zugestehen, dass der NABU in einigen Bereichen „emsig“ ist. So ein seltenes Lob von ihnen, das tut ja mal unglaublich gut.

    Nun zu ihrer Kritik. Wir haben es immer so gehalten, dass wir uns zu Themen äußern an denen wir offiziell als anerkannter Naturschutzverband beteiligt sind. Das passiert, ohne dass Sie da was von merken und da haben wir auch schon eine Menge erreicht.
    Der gesamte Vorstand ist und war sich immer darüber einig, dass wir fachlich korrekt , ruhig und seriös agieren. In Stellungnahmen lassen sich nur die Dinge aufführen die justiziabel sind. Das tun wir ohne es ins Netz zu stellen und wir sind auch oft der einzige Verband der sich überhaupt äußert. Wir haben nie Pressemitteilungen geschrieben, wir haben uns immer nur auf Nachfrage fachlich fundiert geäußert. Das kann ihnen gefallen oder nicht, aber wir sind auch so gut ausgelastet. Keines unserer Mitglieder hat das je kritisiert. Eigenartigerweise, und da sind sie nicht allein, kommt Kritik immer nur von Leuten die überhaupt keine Mitglieder bei uns sind und es auch nicht werden wollen.

    Sicherlich kann ich auch mit der Kritik umgehen, dass wir da in dem Bereich zulegen könnten. OK. Man schafft aber nicht alles. Nun erlaube ich mir sie zu zitieren:
    Dr. Andreas Steiner sagt: 15. Juli 2012 um 09:25 „@Hartmut Du sprichst es richtig an. Unsere Freizeit, die wir haben, ist leider höchst begrenzt.“

    Nun zu dem von ihnen konstruierten Interessenskonflikt, dass ich Mitarbeiter im Bürgerbüro Axel Vogel, MdL bin. Ich habe keineswegs einen „Job in der Geschäftsstelle des Kreisverbandes von Bündnis `90/Die Grünen“ wie sie es formulieren. Der Unterschied zwischen Partei und Fraktion sollte ihnen bekannt sein. Warum wird das nicht korrekt von ihnen dargestellt?
    Bei der Arbeit für Axel Vogel gibt es auch Synergienen zu Naturschutzarbeit, ich habe aber immer sehr sauber zwischen der Arbeit für einen Abgeordneten und den Vorsitz in einer überparteilichen Organisation getrennt.

    Dann noch mal zu Timm Verpackungen. Wir hätten da nicht mehr Klagerecht als jeder andere auch. Warum bekommen der NABU und der BUND nun den schwarzen Peter von ihnen? An der Größe der Verbände kann es nicht liegen. Jeder andere von ihnen so hochgelobte Verband, sogar die in denen Sie selbst aktiv sind, hätte da eine Klage einreichen können. Warum müssen es ausgerechnet die Verbände tun, die sie doch für am wenigsten geeignet halten? Oder besser gesagt deren Vorsitzende sie nicht mögen? Geht es da um etwas persönliches?
    Warum werden sie nicht selbst aktiv, verwenden sie doch einfach mal die Zeit die sie hier mit Diskussionen verbrauchen dafür, die Dinge zu erledigen.

    Folgendes verstehe ich auch nicht. Vor kurzem haben sie sich noch eine Fotoausstellung zum Finowkanal kritisiert, sie hätte nicht die richtigen Bilder gezeigt. Oben bemängeln sie, dass Frauen ehrenamtlich in ihrer Freizeit Mützen für indische Straßenkinder nähen. Was soll das? Ist alles ehrenamtliche Engagement, dass nicht dazu dient „ihre“ Skandale zu sanktionieren schlecht und unwürdig? Woher nehmen sie das Recht diese Menschen zu kritisieren?

    Zum Abschluss möchte ich dann mal die aus meiner Sicht drängenden aktuellen Themen im Naturschutz und in der Umweltpolitik im Barnim nennen. Das ist nach meiner Auffassung die B 167 neu, die B 198, die 380 KV Leitung, das Thema Biber, die neuen Windeignungsgebiete, das Problemfeld Biogas und die Intensivierung in der Landwirtschaft. Da sind wir aktiv. Eigenartig ist, dass sie behaupten, wir hätten uns zu den Rodungen am Flugplatz Finow nicht geäußert. Wenn ihnen da unser Engagement entgangen ist, dann weiß ich nicht was man tun muss, damit sie es wahrnehmen.
    Ich habe auch wenig Lust auf diese Art der Kommunikation, es bringt auch nichts. Um das Ganze zu beenden und Dinge auszuräumen, biete ich ihnen ein Gespräch an. Dazu würde ich dann weitere Vorstandsmitglieder des NABU einladen, dann kann man eventuell einige Dinge ausräumen.

  17. @Andreas Reichling
    Zu den Rodungen der Fa. THIMM-Verpackungen: Darüber habe ich Sie als NABU-Vorsitzenden frühzeitig aufmerksam gemacht und da hätte ich mir den finanziell stärker aufgestellten NABU an der Seite von GRÜNER LIGA und NaturFreunden gewünscht. Vielleicht wäre eine gemeinsame Klage bei den ausgesprochen guten Erfolgsaussichten möglich gewesen (vielleicht sogar immer noch?). Sie aber haben seinerzeit den Ball leider nicht aufgenommen und es so abgetan, als wenn wir keine illegalen Handlungen dort hätten nachweisen könnten. Dies ist aber, siehe obiges Zitat des fachlich versierten Dr. Flade, nicht der Fall. Ich hätte mich ja schon gefreut, wenn sich die beiden großen Verbände über die Rodungen innerhalb der Singvogelbrut und der Absegnung durch die UNB wenigstens öffentlich empört hätten. Sie hätten es zudem auf einer Ihrer Monatversammlungen thematisieren und mich ggf. dazu einladen können. Ich hätte gern eine solche Einladung wahrgenommen. Da dies aber nicht der Fall war, hatte dies in der Öffentlichkeit den Eindruck erweckt, dass alles doch gar nicht so schlimm war, denn der Steiner ist ja immer über Vieles am Meckern. (Nebenbei: Hat es der NABU überhaupt schon einmal gewagt sich mit der UNB Barnim anzulegen?)
    NABU und BUND als eine Art „Umweltpolizei“ bzw- „-feuerwehr“ wäre dringend angebracht. Das kann ich aber bislang nicht erkennen.

    Zur Strickmützenproduktion: Ich halte jede Art von sozialen und ökologischen Engagement, die diesen Zwecken wirklich dienlich ist, für gut und richtig. Deshalb kritisiere ich auch nicht die Fertigung von Strickmützen für indische Straßenkinder, sondern finde dies anerkennenswert. Verstehen kann ich nur nicht, wenn auf der anderen Seite kein beachtliches Engagement für die sozialen und ökologischen Probleme in der Heimat geweckt werden kann. Denn vor der eigenen Haustür gäbe es genügend zu tun um unser Land weiter zu entwickeln.

    Über die „Erfolgs“bilanz des regionalen NABU für die vergangenen Jahre würde ich gern mehr wissen. Berichten Sie doch einfach hier mal ein bisschen davon.
    Pressemitteilungen bräuchten Sie doch gar nicht zu schreiben, Sie bräuchten doch nur Ihr Engagement den Medien unter Cc mitteilen (z.B. in Form von den von Ihnen angesprochenen Stellungnahmen, die MOZ im Email-Verteiler etc.). Macht doch keine zusätzliche Arbeit. Wenn NABU und BUND nicht öffentlichkeitswirksam sind und werden, halte ich dies für keine gute Eigenwerbung. Wollen die beiden großen Umweltverbände für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werben oder eigentlich vielmehr unter sich bleiben bzw. im eigenen Saft schmoren?

    Gern bin ich bereit mit Ihnen und weiteren führenden Vertreterinnen und Vertretern des regionalen NABU Gespräche über die notwendigen Arbeiten vor Ort zu führen. An meiner Seite hätte ich dann aber gern Herrn Dr. Günter Riedel und Herr. Prof. Dr. Ginnow-Merkert. Vielleicht können wir alsbald einen gemeinsam abgestimmten Termin für ein solches Treffen finden?

  18. Während Proteste gegen sinnlose Zerstörungen von öffentlichem Grün in Eberswalde und Umgebung noch eher verhalten sind und nur einige Wenige aufmucken, ist Schwedt schon weiter. Hier protestierten am letzten Montag 70 Bürgerinnen und Bürger gegen die geplante Abholzung einer alter Trauerweide, die entsprechend eines Baumgutachtens (Gefälligkeitsgutachten?) nicht mehr verkehrsicher sein soll. Sie fordern u.a. ein Gegengutachten. ).

  19. Ich warte jetzt schon seit dem 21. Juli, dass Herr Reichling mal seine Erfolgsbilanz erläutert.

  20. …falls es jemanden interessiert, sag‘ ich hier gern mal was zur Erfolgsbilanz des Solarbootverein Berlin-Brandenburg e.V. ( und ).

  21. Bravo!
    Da reibt man sich verwundert die Augen, wenn man liest, wie sich hier vermeintlich Grüne/Umweltbewegte/Naturschützer öffentlich die Köpfe einhauen.
    Da lacht sich so mancher Naturschutzgegner ins Fäustchen, wenn er sieht wie hier die Kräfte vergeudet werden.
    Und der der normale Bürger wird sich zukünftig wohl dreimal überlegen, ob er sich in diesem Bereich ehrenamtlich engagiert, weil er Angst haben muss von Herrn Steiner an den Pranger gestellt zu werden, wenn die gut gemeinte Aktivität Herrn Steiner nicht gefällt.
    Mensch Leute, diskutiert sowas doch intern oder ignoriert euch weiterhin und macht euer eigenes Ding. Das ist zwar schade, weil man gemeinsam effektiver ist, aber immernoch besser als sich hier öffentlich nach kindergartenmanier zu zerfleischen.

  22. Lieber Barni Barni,
    über gewisse große Naturschutzorganisationen lacht man sich leider schon lange ins Fäustchen. Da brauchen wir nicht nach Indonesien zu schauen, wo der WWF mit der Palmölindustrie paktiert, ihr kumpaneihaft unberührte Regenwälder zur Abholzung überlässt und damit seinen Beitrag an der Ausrottung der noch letzten Oran-Utans leistet. Es reicht allein der Blick in den Barnim.

    Welche gut gemeinten Aktivitäten der beiden im Artikel benannten Naturschutzorganisationen meinen Sie denn? Wenn diese Gruppen gute Aktivitäten zeigen, dann wäre ich der Letzte, der gerade dies kritisieren würde. Beispielsweise die gut gemeinten Aktionen zu Krötenwanderungen… Nein, ich kritisiere vielmehr die Untätigkeiten der Verbände NABU und BUND in den angesprochennen Arbeitsfeldern/Bereichen.
    Angst braucht man doch vor meiner Kritik nicht zu haben ;-), auch ich stelle mich ständig der Kritik, so wie hier im Blog, und das ist auch okay so.

    Manchmal sind ein paar scharfe, ehrliche Worte aber notwendig, um aufzurütteln. Das sehe ich keineswegs als Vergeudung von Kräften, sondern vielmehr als ein reinigendes Gewitter. Wie es aussieht, zeigt es nun auch Wirkung. Die Verbände scheinen sich zu bewegen, ein Gesprächstreffen zur Ausräumung der Probleme ist geplant und der Blick nach vorn wird angestrebt. Das aber müsste im Ergebnis bedeuten, dass die Naturschutzverbände in der Region zukünftig an einem Strang ziehen. Sie müssen bissiger werden und sich nicht so viel gefallen lassen. Diese Naturfrevel, die in den letzten Jahren rund um Eberswalde passiert sind, sind geradezu ein Schlag ins Gesicht der lethargischen Verbände, die sich bislang nicht wehrten.
    Auch bei den Eberswalder Grünen scheint meine Kritik am „Volksfest Flussbadetag am Finowkanal“ Wirkung zu zeigen. In der heutigen Pressemitteilung „wünschen“ sie sich immerhin von der Stadt Eberswalde, dass Maßnahmen angestrebt werden, um den Finowkanal in ein sauberes Gewässer zu überführen, in dem man „gefahrlos angeln und planschen“ kann (ich dachte, der Kanal wäre nach Auskunft der Behörden sauber …?.
    Naja, wünschen kann man sich viel, insbesondere zu Geburtstagen oder zu Weihnachten. Die Grünen sollten es sich nicht wünschen, sondern es von der Stadt Eberswalde EINFORDERN! Sie sind einfach zu lieb, zu brav, also ebenfalls nicht bissig genug. Hier sollte es heißen: Mehr Bereitschaft, Willen, Kraft und Druck, um politische Forderungen durchzukämpfen.
    Aber okay, es ist zumindest ein Schritt in die richtige Richtung, den ich begrüße. Jetzt müssten darauf Taten folgen.

    Nachfolgend im Kontext die angesprochenne PM der Grünen zur Information:

    Pressemitteilung
    PM 11/12
    08. August 2012

    Für einen sauberen Finowkanal
    Anlässlich des heutigen Baustarts zum Ausbau der Stadtpromenade am Finowkanal bekräftigten die Eberswalder Grünen mit einem Transparent an der Kaimauer ihre Forderung nach einem sauberen Finowkanal. An die Gäste der feierlichen Baufeldübergabe und die Vertreter der Stadtverwaltung wurden Flugblätter mit folgender Erklärung verteilt:
    Wir als Eberswalder Grüne begrüßen es sehr, dass sich die Stadt mit der zukünftigen Stadtpromenade weiter zum Finowkanal hin öffnet und einen großen Schritt unternimmt, ihn stärker in das Stadtleben zu integrieren.
    Wir hätten uns allerdings eine naturnähere Planung gewünscht und plädieren dafür, jetzt, in der konkreten Bauausführung, möglichst viel Raum für die zukünftige Entwicklung der Natur zu lassen und insbesondere mit der Schwärzemündung sensibel umzugehen.
    Zu einer schönen Stadtpromenade gehört ein sauberes Gewässer, in dem man gefahrlos angeln und planschen kann!
    Für den Bereich der Promenade wünschen wir uns daher:

    eine Entschlammung des Kanalbodens und das Aufbringen einer Sohlenbefestigung, z.B. aus Kies, um eine Badestelle zu schaffen
    ebenerdige Zugänge zum Wasser, so dass man die Füße darin baumeln lassen und hinein und heraus steigen kann

    Wir hoffen und setzen uns dafür ein, dass die Stadt über den heutigen Tag und über die Fertigstellung der Promenade hinaus am Finowkanal „dranbleibt“ und seine Entwicklung vorantreibt.

    Unser Ziel ist ein durchgängig sauberer Kanal, dessen großes Potential für die Stadtentwicklung und den Tourismus tatsächlich ausgeschöpft wird.
    Dazu wünschen wir uns von der Stadt, dass sie

    sich aktiv dafür einsetzt, die touristischen Angebote am Kanal weiter zu verbessern und den Zugang zum Gewässer zu erleichtern, z.B. mittels geeigneter Einsetz- und Anlegestellen für Kanuten, Ruderer und andere Sportboote
    sich für den langfristigen Erhalt der Befahrbarkeit und des Schleusenbetriebes engagiert
    das Ziel unterstützt, die mit Schwermetallen vergifteten Abschnitte der Kanalsohle schrittweise zu sanieren

    Unsere konkreten Forderungen für die nächste Zukunft sind:

    eine Überprüfung des Kanalisationsnetzes auf eventuell noch vorhandene Überläufe, Direkteinträge oder Schadstellen, die zur Verunreinigung des Kanals führen oder führen können
    die Sanierung veralteter oder maroder Straßenwassereinläufe

    Karen Oehler
    Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen


    Bündnis 90/Die Grünen Barnim
    Friedrich-Ebert-Str. 2
    16225 Eberswalde
    Tel.: 03334-384074
    Fax: 03334-384073
    http://www.gruene-barnim.de

  23. „..auch ich stelle mich ständig der Kritik, so wie hier im Blog, und das ist auch okay so…“ Ja, das sieht am Ende dann so aus, dass man Kritiker als Troll beschimpft und dann völlig ignoriert. Aber damit kann ich leben.

  24. @Herbert: Vielen vielen Dank für diese aufmunternden Worte. ;-) Ist nicht leicht, aber ich kämpf mich da durch, auch wenn die Nichtachtung eines Dr. Steiner schon hart ist, wünsch ich keinem. ;-) Eigentlich dürfen mich nur meine Kollegen oder enge Freunde mit „Peuki“ anreden. Muss ich da Rückschlüsse ziehen??? Mal davon abgesehen gings mir mit meiner Bemerkung eher um Anspruch und Wirklichkeit gewisser Blogger hier. Nur mal so „Herbert“.