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Aktuelle Fotoausstellung „Impressionen zur Region Finowkanal“ zeigt eine geschönte Realität

Schaumkronen auf dem Finowkanal

Derzeit widmet sich eine Fotoausstellung im Familiengarten Eberswalde dem Finowkanal. Die Exposition „Impressionen zur Region Finowkanal“, die mit Zuschüssen aus der Eberswalder Stadtkasse unterstützt wird, kann noch bis zum 7. Oktober 2012 täglich von 10 bis 18 Uhr besucht werden.
Vorab: Eine Ausstellung über Deutschlands älteste künstliche, noch befahrbare Wasserstraße ist begrüßenswert, denn der Finowkanal hat eine solche Aufmerksamkeit mehr als verdient. Das Gewässer ist in vielfältiger Weise ein wertvoller Erholungsraum für Einheimische und Touristen sowie Heimat zahlreicher Tiere und Pflanzen.
Leider erfüllt diese Ausstellung aber nicht den Anspruch an Facettenreichtum, gibt sie doch eine verzerrte, ja geschönte Darstellung der Wirklichkeit wider.

Neben den vielen Fotos einer scheinbar heilen Welt fehlen die anderen, hässlichen Bilder des Finowkanals: Solche mit aufgetürmten Schaumteppichen, Fäkalien- und Abwassereinleitungen aus Rohren, schwermetallbelasteten Zuflüssen der Straßen- und Flächenentwässerung, Müllansammlungen und den vielen toten Fischen. Dazu gehört auch der fauligen Geruch, der in Bildern nicht eingefangen werden kann. Somit leistet die unkritische Fotoausstellung – genauso wie der alljährliche symbolische Sprung der Badenden in den Finowkanal – der Sache letztendlich einen Bärendienst, denn sie suggeriert mit dem Gewässer sei alles in bester Ordnung.
Offensichtlich scheint den unterstützenden Behörden die Zeichnung eines derartig differenzierten, jedoch realistischen Bildes des Finowkanals weder gewünscht noch gewollt zu sein, da ein solches in der Öffentlichkeit Unbehagen und Empörung hervorrufen und der ansonsten positiven Außendarstellung Eberswaldes und seiner Region nicht zuträglich sein könnte. Es könnte ja die Gefahr bestehen, dass die Verwaltungen dann unter zunehmenden Druck geraten würden, endlich etwas gegen die längst nachgewiesenen Wasserverschmutzungen zu unternehmen.
Umweltmaßnahmen zur Sanierung des Finowkanals werden sicherlich mit nicht unerheblichen Kosten verbunden sein. Doch gerade hierfür sollten Fördermittel beantragt werden, die gut angelegtes Geld sind. Bürgermeister Boginski könnte sich als politischer Vorreiter für den Natur- und Landschaftsschutz sowie der Tourismusförderung profilieren und wieder einen Anlass bekommen, sich – und diesmal zurecht – feiern zu lassen!
Für mich bedeutet die „Liebe zum Kanal“, dass man sich für dessen Schutz und Erhalt einsetzt und Umweltprobleme ehrlich und konsequent anspricht und beleuchtet. Von allen Akteuren, die sich mit dem Finowkanal beschäftigen, sollten die offensichtlichen Probleme der Wasserverschmutzung nicht heruntergespielt, sondern zügig angegangen werden.

Aktuelle Fotoausstellung
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Veröffentlicht von

Dr. Andreas Steiner, Diplom-Geograph und Waldökologe, lebt seit 1999 im Barnim. Als Fachgutachter ist er bei einem Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Berlin beschäftigt, der innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte von klein- und mittelständischen Unternehmen im Bereich Technologie betreut. Seit mehr als 10 Jahren engagiert sich der Querdenker und -tuer ehrenamtlich in der Umwelt- und Sozialpolitik. Im Rahmen der Brandenburger Kommunalwahlen 2008 wurde er als Parteiloser für Bündnis 90/Die Grünen in die Eberswalder Stadtverordnetenversammlung gewählt. Ende 2011 musste er aufgrund eines Wohnsitzwechsels dieses Mandat niederlegen. Derzeit gehört er der Gemeindevertretung Schorfheide an und ist Vorsitzender der Fraktion Freie Wähler/Bürgergemeinschaft Kommunalabgaben (BKB). Steiner hat Mitgliedschaften der GRÜNEn LIGA Brandenburg und der NaturFreunde Oberbarnim-Oderland. Seine Hobbys sind Wandern, Radfahren, Schwimmen, Saunieren, Kochen – und natürlich der ehrenamtliche Journalismus, insbesondere wenn es um die Behandlung kritischer und brisanter Themen geht. Folgenden Leitspruch eines großen deutschen Gewerkschafters hat er sich zum Lebensmotto gemacht: „Nicht Ruhe, nicht Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit“ (Otto Brenner, 1968).

15 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Hallo Hr. Dr. Steiner,

    schön dass wieder jemand im Bar-Blog schreibt. Aber mit diesem Beitrag schießen Sie wohl etwas übers Ziel hinaus. Wenn es eine Ausstellung sein soll, welche zeigt, wie schön die Region ist, dann MUSS man einfach das Negative ausblenden. Die Ausstellung soll ja vermutlich keine objekte Berichterstattung zum aktuellen Stand der Landschaftsentwicklung sein .
    Es muss auch erlaubt sein, etwas darzustellen, ohne immer nur Kritik zu üben.

    Ein Liebeslied muss auch nicht unbedingt beinhalten, dass nach ein paar Jahren die Liebe in die Brüche gehen kann und früher oder später doch der Tod die schöne Liebe trennt. Man darf sich in manchen Momenten auch einfach nur der schönen Dinge besinnen.

    Und für den Fall, dass die Ausstellung gleich auch mit touristische Werbung sein soll, dann verbietet es sich sogar, solche von Ihnen beschriebenen Szenarien zu zeigen.

    Wichtig ist, dass die Fotos trotzdem authentisch sind, und nicht der Schaum, das Kraftwerk und die toten Tiere einfach wegretuschiert worden.

    Sollte so etwas nicht erlaubt sein, dann bitte ich doch darum, oben beim Bild vom Bar-Blog auch mehr „Realität“ einzubringen – Baumsterben, Alleensterben, Verkehrstote und auch mal eine graue Regenwolke.

    Viele Grüße

  2. @Andreas Lehmann

    zu 1: Entsprechend Ihrer Argumentation würden Sie noch den Feierlichkeiten zu 40 Jahre DDR huldigen, welche die Aussage hatten: Alles hier ist supertoll!

    zu 2.: Ihr Vergleich mit dem Liebeslied ist völlig abwegig.

    zu 3.: Wollen wir den Touristen etwas vorgaukeln, oder lieber ehrlich zu ihnen sein?

    zu 4: Klar sind die ausgewählten Fotos authentisch, dennoch bleibt die Ausstellung aufgrund der Fotoauswahl einseitig.

    zu 5: Schauen Sie sich alle Alleenbilder in den Artikeln des Barnimblog an. Neben schönen Bildern wie das oben auf der Startseite werden auch Alleenabholzungen und Baumverstümmelungen gezeigt. Denn das Barnimblog ist, im Gegensatz zur Fotoausstellung “Impressionen zur Region Finowkanal”, immer an einer objektiven Darstellung interessiert.

  3. @Dr. Steiner: Wie willst Du denn die DDR einschätzen können? Sicher hast Du mit den Feierlichkeiten recht, aber den Zusammenhang zur Ausstellung erkenne ich nicht.

    Der Vergleich mit dem Liebenslied ist so verkehrt nicht. Auch wenn man selbst dort durchaus Schmerz, sprich die „Schattenseiten“, wieder finden könnte. Wenn die Ausstellung eine Liebeserklärung an den Kanal und seine schönen Seiten sein soll, dann sind dort Fotos der negativen Seiten deplatziert. Der Eifelturm in Paris wirbt schließlich auch nicht mit Fotos der Leichen der Menschen, die sich (aus Liebeskummer?) vom Turm gestürzt haben.

    Und im Übrigen ist der Finowkanal ein wunderschöner Ort zum Abschalten und Spazieren. Von meiner Wohnung in der Stadtmitte bin ich öfter mit meinem Sohn dort spazieren. Und ganz ehrlich, tote Fische, schon gar nicht in Massen, habe ich da noch nicht gesehen. Aber auch Fische sterben manchmal eine natürlichen Todes, soll vorkommen ganz ohne eine Chemiekeule.

    Ganz ehrlich, Andreas, machmal denke ich, Du kannst nur noch destruktiv,,,

  4. Hallo Andreas,

    ich denke eigentlich, wenn ich Deinen Bericht lese, dass es Micheal in seinem letzten Satz ganz richtig formuliert hat. Trotzdem will ich zu Deinen Aussagen meinen Senf noch geben.

    1) Als die DDR 40 wurde … meine Güte, das ist fast ein Viertel Jahrhundert her…
    … wenn die DDR sich selbst feiert, dann darf sie auch nur das Gute in sich sehen, wenn sie will (alles andere wäre komisch und macht kein mir bekannter Staat anders.)
    …wenn ich Geburtstag habe, möchte ich auch nicht, dass mir jemand an diesem Tag sagt, was ich alles schlechtes im abgelaufenen Jahr gemacht habe. Und ich will es erst recht nicht jedem Gast erzählen müssen. Es ist halt eine Feier, und keine Abrechnung.
    Was hat das aber mit meinen Aussagen zu tun?

    2) Warum soll die Fotoausstellung nicht ein Liebeslied an die Region sein?

    3) Wenn man um etwas wirbt, dann sollte man mit dem guten Dingen werben. Das ist eben Verkaufen!
    Wenn ich eine Kontaktanzeige aufgeben würde, dann würde ich auch nicht schreiben ich bin dickbäuchig und ungepflegt, sondern ich bin humor- und verständnisvoll (oder irgendsowas).
    Man darf in solchen Dingen nicht die Sichtweise gleich auf das Negative lenken. Wen es stört, der wird es bemerken – wen nicht, der ist glücklich.

    4) Einseitig! Na und? Hat es einen anderen Anspruch oder hat jemand etwas anderes behauptet?

    5) Weiß ich doch, dass hier jede Menge Alleen-Schützer dabei sind. Ist auch gut so. Aber sind die schönen Alleenbilder, und die Abholzungen/Verstümmelungen nicht auch einfach nur 2 Seiten? Gibt es nicht vielleicht noch mehr Seiten?
    Zum Beispiel ein Motorradfahrer, der in der eigenen Blutlache neben einem Alleenbaum liegt? Eine Mutter, die an einem Kreuz an der Allee um Ihren Sohn weint? Diese wird für die Alleen kein gutes Wort haben.

    Trotzdem find ichs gut, dass wieder Leben in den Bar-Blog kommt, sowohl von Euch Autoren, wie auch von uns fiesen und provokanten Kommentatoren.

    Nur bitte nicht immer alles negativ sehen …

  5. Etwas Hübsches über unseren lieben Finowkanal. Mit dem Fahrrad unterwegs auf dem reizvollen Treidelweg überraschte uns am 1. Mai eine Wasserschildkröte beim Sonnenbaden. Wir haben recht gute Fotos und vermuten, daß es sich um ein ausgesetztes Exemplar handelt. Wer hilft uns bei der Bestimmung der Art?

  6. Hallo Herr Kerstan,

    ich tippe auf Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans). Wird dort oft beobachtet, ist als Neozoe einzustufen. Können sie leicht selbst nachprüfen.

    Herr Steiner, mich würden mal nachprüfbare Belege der von ihnen angeführten Fischsterbens interessieren. Datum, Ort, Fischarten und Anzahl, gern auch mit Bildern, ich bestimme dann die Fische.

    Das wäre nämlich, nach allem was wir an belegten Fakten zur doch recht beeindruckenden Libellenfauna inklusive Bodenständigkeitsnachweisen dort erbracht und publiziert haben, sehr merkwürdig. Ich zitiere aus BRAUNER et al. (2009): „Unter den Fließgewässern wies der Finowkanal die höchste Diversität auf und erreichte die für einen Schifffahrtskanal beachtliche Zahl von 20 Libellenarten.“
    Ich möchte anmerken, dass es dabei einige Arten gibt, die empfindlich auf Wasserverschmutzungen und Sauerstoffmangel reagieren. Daher ist aus wissenschaftlicher Sicht doch Zweifel an denen von ihnen oben angeführten Beschreibungen angebracht.

    Nicht das mir nicht auf bewust wäre, dass es im Kanal belastete Sedimente gibt, dennoch möchte ich bitten, sachlich korrekt zu bleiben.

  7. @Andreas Reichling
    Ich hatte Herr Kerstan bereits am 12. Mai kontaktiert, dass es sich höchstwahrscheinlich um eine Trachemys scripta subsp. elegans (Rotwangen-Schmuckschildkröte) handelt. Die Artbestimmung wurde dankenswerterweise von Tom Kirschey vorgenommen, der mir noch einige andere Informationen geliefert zum Kontext mitgeliefert hat. Wollte darüber schon lange einen Blog-Artikel schreiben, hatte es aber bislang zeitlich nicht gepackt. Wird aber noch kommen.
    Zum Thema Verschmutzung des Finowkanals:
    Bemerkenswert finde ich es schon, wenn Sie als Vertreter des NABU, der in erster Linie Anwalt der Natur sein sollte, alle bisherigen Beobachtungen und Befunde, die am Finowkanal von Bürgerinnen und Bürgern hinsichtlich Unregelmäßigkeiten bzw. Wasserverschmutzungen gemacht werden, erst einmal mit entschiedenen und distanzierten Argwohn beurteilen und diejenigen, die diese Beobachtungen aussprechen und an die Öffentlichkeit bringen, als unsachlich handelnde Personen bzw. fast schon als Lügner dargestellt werden.

    Die Presse hatte schon mehrfach darüber berichtet, dass es insbesondere in den Sommermonaten in verschiedenen Teilen des Finowkanals zu erheblichem Sauerstoffmangelsituationen kommt und dadurch immer wieder Fischsterben zu beobachten sind. Jüngst am Langen Trödel, des westlichen Abschnittes des Finowkanals. Ein solches Fischsterben wurde übrigens von einem (fachkundigen) Angler aus Zerpenschleuse gemeldet. Er forschte nach und entdeckte ein durchmesserstarkes Rohr, welches Schmutzwasser in den Kanal einleitete. Der Eberswalder Blitz berichtete vor geraumer Zeit darüber. Recherchieren Sie bitte mal oder fragen Sie bei Frau Kersten vom ODF nach!
    Weiterhin gibt es Meldungen zu Einleitungen von Prof. Dr. Hartmut-Ginnow-Merkert im Bereich des Familiengartens und vom Eberswalder Stadtverordneten Hardy Lux im Schutzgebiet „Die Höllen“ unterhalb des großen Kaufland. Dann berichtete die MOZ über ein Abwasserrohr des ZWA, das nicht, wie jahrelang geglaubt, stillgelegt war, sondern Abwässer aus den Plattenbausiedlungen in den Finowkanal ableitete.
    Für mich nur die Spitze des Eisbergs der Aufdeckungen.
    Warum ignorieren Sie dies alles?
    Diese Rohre müssten geschlossen und die Einleitungen gestoppt werden. Erst wenn nachgewiesen wird, dass unbedenkliche Wässer (nach Reinigung dieser) aus den Rohren kommen, sollten derartige Einleitungen wieder zugelassen werden. Warum engagiert sich der NABU nicht und unterstützt diejenigen, die sich beim Finowkanal Verbesserungen der Wasserqualität wünschen. Warum stattdessen Ihre Abwehrhaltung?
    Unabhängig davon möchten Sie doch nicht ernsthaft die Reaktion von Libellenpopulationen auf schädliche Umwelteinflüsse mit Fischpopulationen vergleichen, welches einem Vergleich von Äpfeln mit Birnen nahe kommen würde.
    Sie, Herr Reichling, sind Mitarbeiter der Grünen im Büros des MdL Axel Vogel. Schon in dieser Hinsicht m.E. eine Verquickung verschiedener Interessen (NABU + Grüne). Denn die regionalen Grünen werden sich am 8. Juli, wie alljährlich, mit dem Flussbadetag wieder medial feiern lassen, welcher, wenn meine Informationen richtig sind, wieder mit einem Sprung in den ach so sauberen Finowkanal begleitet wird. In all den Jahren, so auch seit dem letzten Flussbadetag voriges Jahr, haben es die Eberswalder Grünen nicht vermocht, diese angesprochenen Verschmutzungen des Finowkanals zu thematisieren und Willen gezeigt, etwas dagegen zu unternehmen. Stattdessen die mediale eigennützige Wahlkampfpropaganda, die aber dem Natur- und Umweltschutz nicht zuträglich ist, sondern die kontraproduktiv suggeriert mit der Wasserqualität sei alles in bester Ordnung. Badende als „Testpersonen“ sollen schließlich den endgültigen Beweis dafür liefern.

    Ein anderes, aber nicht weniger relevantes Thema: Wo waren übrigens der NABU, aber auch der BUND, als Einmischer und Diskussionspartner in jüngster Zeit, als es um das Thema der Umweltverträglichkeit des Holzkraftwerkes Eberswalde ging? In der Öffentlichkeit waren Sie als Verbände diesbezüglich nicht wahrnehmbar.

    Gern werde ich aber Ihrem Angebot nachkommen und Sie über alle Unregelmäßigkeiten, die am Finowkanal passieren, informieren. Auch würde ich es mir wünschen, wenn Sie solche Meldungen, die von aufmerksamen Bürgerinnen und Bürgern an die Öffentlichkeit/an die Presse herangetragen werden, aufgreifen und in Ihrer Funktion als NABU-Vorsitzender endlich mal ernsthaft behandeln.

  8. Sehr geehrter Herr Steiner,

    ich finde es sehr merkwürdig wenn ich eine Nachfrage zu einer Aussage von ihnen zum Finowkanal stelle, was Sie da alles von sich geben. Wenn man was schreibt was ihnen nicht passt, dann wird man gleich persönlich angegriffen,aber immer nur anonym in Blogs oder mails.
    Ihre Kombinationen sind abenteuerlich. Toll ist es auch, dass sie gut wissen was der NABU alles macht oder nicht macht. Ich habe Sie da noch nie gesehen. Ich denke wir machen weit mehr als Sie wissen, aber woher sollten Sie das auch wissen?
    Im vergangenen Herbst allerdings haben haben Sie mich eingeladen und wir haben uns unterhalten. Warum haben Sie mir da alle diese Kritik nicht ins Gesicht gesagt?
    Zur Arbeitsweise des NABU noch ein Hinweis. Wir schreiben unsere Stellungnahmen nicht in der MOZ, sonderns schicken sie an das Landesbüro der anerkannten Naturschutzverbände. Das ist oft viel Arbeit. Ich bekomme auch die der anderen Verbände geschickt, von Ihnen habe ich da noch nichts gelesen.

    Zum Thema Finowkanal zurück. Ich interessiere mich für die Fischsterben, deshalb habe ich ja geschrieben. Ist ihnen bekannt wann und wo genau es im Finowkanal (nicht im Langen Trödel, das kannte ich) Fischsterben gab? Das wäre wissenschaftlich sehr interessant das mit den Libellendaten zu vergleichen.

    Muss ich ihnen wirklich erklären warum Libellen und Fische als Indikatoren vergleichbar sind? Kann ich aber gerne tun. Auch wenn die Imagos über Wasser leben, so leben die Larvem im Wasser. Den Nachweis, das sie sich an einem Gewässer erfolgreicht entwickelt haben, führt man durch das Sammeln der Exuvien. Man könnte anhand der Libellenfauna Einleitungen wesentlich präziser aufspüren als mit Fischen. Stichwort Saprobienindex…

    Daher war mein Anliegen genauere Informationen zu bekommen. Wenn sie keine haben, dann ist das ja kein Grund mich persönlich anzugreifen und mir sogar vorzuwerfen, ich würde bewusst Dinge ignorieren. Eigenartig.

    Vielleicht sollte man, wie bei den sehr guten und von Fachleuten durchgeführten Untersuchungen der Libellenfauna, im Falle eines Auftretens eines Fischsterbens dieses dann so dokumentieren, dass man es auswerten kann.

    Gern stelle ich Daten zur Libellenfauna des Finowkanals zur Verfügung.

    Einen Wunsch hätte ich dann aber, die Diskussion muss sachlich bleiben!

  9. @Andreas Reichling

    Merkwürdigerweise mahnen gerade Sie zu mehr Sachlichkeit; Sie, der anderen erst einmal pauschal Unwahrheit in der Berichterstattung vorwirft…
    Am Rande: Im Herbst hatte ich Sie eingeladen, um mich mit Ihnen über etweiige Schleuereulenvorkommen zu unterhalten, weil ich einen Schleuereulennistkasten in unserer Scheune installieren wollte. Das war ein anderes Thema, welches nichts mit der Bewertung der Arbeit des regionalen NABU bzw. mit dessen öffentlichen Engagement zu tun hatte.
    Ihre Stellungnahmen sind wichtig, aber sie sollten nicht das einzige Engagement des NABU sein. Die Menschen wollen mitgenommen werden und würden gern erfahren, wie die Positionen und das Engagement der Naturschutzverbände zu kritischen Vorhaben bzw. zu naturschädigenden Handlungen in Eberswalde sind, z.B. dem Weiterbetrieb des HoKaWe, Baumabholzungen und Kirchhangkahlschlag, naturferner Ausbau der Schwärzemündung im Stadtgebiet, Abholzungen nahe des Rofin-Parkes und jüngst nahe des TIMM-Werkes während der Brutperiode und natürlich der Wasserverschmutzung des Finowkanals. Öffentlich wirksam sein heißt öffentlich Druck machen. Das ist beim regionalen NABU nicht wahrnehmbar.
    Zu all diesen Umweltfreveln hat Steiner öffentlich etwas gesagt, aber der regionale NABU geschwiegen, weil der Verband, wie ich vermute, Auseinandersetzungen mit den handelnden Personen und den Behörden scheut. Friede, Freude, Eierkuchen, aber wenig konstruktiv. Nebenbei gesagt kam vom BUND auch nichts.

    Seien Sie wachsam, engagieren Sie sich gegen Vorhaben und Handlungen in der Region, die offensichtlich gegen den Umwelt- und Naturschutz laufen und Sie werden mich und andere Bürgerinnen und Bürger – vielleicht nicht als neue Mitglieder – sicherlich aber als Unterstützer des NABU mit im Boot haben.

    Informationen über Fischsterben, die sich in den letzten Jahren am Finowkanal ereignet haben, können Sie von den hiesigen Fachleuten, den Anglervereinen, in Erfahrung bringen. Ich hoffe, Sie pflegen zu diesen einigermaßen engen Kontakt. Aber erwarten Sie von den Praktikern nicht, dass Sie eine wissenschaftliche fundierte Auswertung erhalten. Dokumentiert sind bestimmt nicht die Anzahl der toten Fische, deren Artenzusammensetzung oder gar Schädigungen an Schwimmflossen und Schuppen ;-).

    Bedauerlich finde ich, weshalb Sie in Ihren Ausführungen ständig vom Thema ablenken, nun auch mit dem von Ihnen ins Feld geführten Saprobienindex: Konzentrieren Sie sich doch endlich mal auf die bekannten illegalen Einleitungen, straftbare Handlungen, die sicherlich nicht kontinuierlich, sondern ab und zu vonstatten gehen und tun Sie etwas dagegen! DAS sollte doch die primäre Aufgabe des NABU sein, sich zu engagieren.
    Es bedarf doch nun keines erneuten Beweises mehr, dass der Finowkanal durch eingeleitete Nachstofffrachten in einem hohem Maße eutrophiert ist, dies zu einem übermäßigen Algen- und Wasserpflanzenwachstum führt, welches den Sauerstoffgehalt des Wassers insbesondere in den Sommermonaten auf dramatische Weise sinken lässt. Das führt zu den genannten Fischsterben, die immer wieder auftreten.

  10. Sehr geehrter Herr Steiner,

    ich sehe in der Sache Finowkanal kommt man hier nicht weiter. Ich äußere mich dennoch einmal abschließend.

    Zu einem Fischsterben im Finowkanal liegen anscheinend keine konkreten Daten vor. Der Lange Trödel ist ein eigenes Gewässer, ein Blick auf die Karte verrät, dass er kein Teil des Finowkanals ist. Beide Gewässer werden durch den Oder-Havel-Kanal getrennt. Einleitungen in jedes Gewässer müssen gefunden und gestoppt werden, keine Frage. Dazu sind alle Allianzen wertvoll.

    Nun, leider nicht mehr zum Thema. Man kann die Dinge die sie da raushauen nicht so stehen lassen, auch wenn ich weder Zeit noch Lust habe auf diese Diskussion. Da sie mir ja, ohne das ich sie gebeten hätte, so viele Ratschläge gegeben haben was ich nicht alles tun oder lassen soll, will ich auch mal ein paar Tipps verteilen, obwohl das sonst nicht meine Art ist:
    Warum kritisieren sie immer nur andere? Da macht jemand eine Ausstellung zum Kanal, sie meckern, dass ihnen die Auswahl der Bilder nicht gefällt. Da wird ein Aktionstag organisiert, sie meckern, dass sei kontraproduktiv, obwohl da gerade über Lösungen diskutiert wird. Machen sie doch mal eine andere Ausstellung zum Kanal, halten sie mal einen Vortrag, organisieren einen Aktionstag nach ihrem Geschmack oder sammeln sie verwertbare Daten. Ich habe das Gefühl, es geht immer nur gegen die handelnden Akteure. Dabei ist immer alles schlecht. Sie gehen dabei davon aus, dass alle anderen Menschen die nicht das tun, was ihnen gefällt (und für sie wahrnehmbar veröffentlichen) entweder etwas falsch machen oder zu faul sind. So kann einem das vorkommen!!!

    Zu der Auflistung wo sie nicht alles aktiv sind kann man auch was anmerken, wenn man mal ihre Maßstäbe anlegt. Da haben sie noch so ein paar „Kleinigkeiten“ in der Region vergessen. Da soll ja z.B. mal eine Freileitung mitten durch die Stadt gebaut werden. Oder die B 167 neu, dieses unsinnige Projekt. Ich denke, da waren andere wahrnehmbar. Dann der Flugplatz, mir da vorzuwerfen, dass ich immer auf „Friede, Freude, Eierkuchen“ aus wäre, dass kann man kaum glauben.

    Es ist ein offenes Geheimnis wonach die Themen gewählt werden, wo sie zu schreiben. Wohlgemerkt schreiben, weiter nichts. Es sind alles Themen wo man konkret jemanden (meist eine spezielle Person) anschuldigen kann. Und das sie darin richtig gut sind, dass sieht man ja hier. Gern wird es dann auch mal persönlich.
    Dann werden immer NABU und BUND genannt, die hätten nicht das laut wiederholt, was sie gern gehört hätten. Woher nehmen sie sich eigentlich das Recht Forderungen an NABU und BUND zu stellen? Nach meiner Kenntnis sind sie da kein Mitglied! Nebenbei gibt es ja noch andere Verbände. Die werden nicht von ihnen beschuldigt, auch komisch. Ich würde mir nie raus nehmen über die Arbeit z.B. der Naturfreunde oder der Grünen Liga zu meckern.

    Daher kann ich dann gern auf ihre nächste mail verzichten, wo es dann heißt, nun macht mal. Herr Steiner klagt an, andere sollen sich drum kümmern, toll.

    Klar, könnten auch wir noch mehr machen, die Arbeit endet nie. Auch meine Zeit ist begrenzt. Ich lasse mir gern mal was sagen und nehme von vielen Menschen Tipps an, aber hier ist das Maß voll. In der Art und Weise geht das gar nicht.

    Im Barnim Blog schreiben ist einfach, bringt aber wenig, in meinem Bekanntenkreis lesen das nur sehr wenige. Effektiver ist es mit Menschen zusammen zu arbeiten und etwas zu bewegen. Jungendgruppen zu Betreuen, Exkursion zu veranstalten, Flächen betreuen und managen usw. Macht mir auch mehr Freude.

  11. @Herr Reichling
    Verstehen Sie denn nicht, was ich mit der vielen, teilweise harschen Kritik bewirken will? Mit dem Gang an die Öffentlichkeit möchte ich aufrütteln, Personen und Organisationen, wie den NABU und den BUND dazu bewegen, unterstützend zu wirken. Nicht nur in der Sache Verschmutzung des Finowkanals. Nocheinmal: Über den Schreiberling hinaus haben Sie mich als aktiven (!) Unterstützer, wenn Sie wirklich die Absicht haben, etwas gegen die vielen illegalen Einleitungen in den Finowkanal zu unternehmen. Hierzu brauche ich jedoch die Kraft der großen Verbände NABU und BUND. Viele Male bin ich schon vorstellig geworden bei der Kreisverwaltung Barnim, u.a. Herrn Baaske, aber immer wieder sind die Gespräche ausgegangen wie das Hornberger Schießen. Auch die Grünen fehlen als aktive Unterstützer (die nur in den Finowkanal einmal im Jahr springen;-)). Weiterhin haben andere versucht, etwas gegen die Verschmutzung des Finowkanals bei den Behörden zu unternehmen. Ohne Erfolg. Es fehlt die breite Unterstützung aus der Bevölkerung, die beiden großen Verbände könnten als „Türöffner“ aktiv werden, wenn sie nur wollen, und es wäre wahrscheinlich von Erfolg gekrönt. Leider aber, und das betone ich nochmal, glänzen sie mit Schweigen und Nichtengagement in der Sache bei den vielen Umweltfreveln, die hier rund um Eberswalde in den letzten Jahren passiert sind (s. meine Kommentare zuvor). Hat für mich ein bisschen den Eindruck von Mutlosigkeit. Und alleine bin ich zu schwach, wenn ich keine zusätzliche Unterstützung erhalte.

    Nun zur Freileitung: Vielleicht ist es Ihnen ergangen, dass ich zu Hartmut Linder von der BI in Sachen 380 KV-Freileitung sehr gute Kontakte pflege, in der Stadtverordnetenversammlung seinerzeit meinen Beitrag hierzu geleistet habe und seitens der GRÜNEN LIGA Brandenburg mit einer Stellungnahme beim Landesbüro die BI hinsichtlich einer Erdverkabelung unterstützt habe.

    Zurück zum Thema Finowkanal: Wie wollen wir nun gegen die illegalen Einleitungen ibzw. die noch nicht kartierten vorgehen?

  12. Hallo Ihr Zwei,

    muss man sich wirklich so breit aufstellen und so viele Leute zu so etwas engangieren?
    Mal ne ganz dumme Frage: Ist es denn erlaubt, in den Finowkanal Substanzen einzuleiten, von denen Fischsterben ausgeht?

    Wenn nein (was ich hoffe), dann sollte doch eine einfache Strafanzeige gegen Unbekannt reichen. Dann sollte die Polizei aktiv werden und den Verursacher ermitteln usw.

    Wenn Ja, dann muss wohl wirklich eine breite Front aufgestellt werden. Ob dies aber damit erreicht werden kann, in dem sich alle Naturschützer gegenseitig bekriegen, oder damit, dass auch kleine Fortschritte zerredet werden – das überlasse ich lieber Euch.

  13. Ich möchte Herrn Steiner noch seine Frage beantworten, ob ich verstehe, was er bewirken will:

    Nein, sehr geehrter Herr Steiner, so wie Sie da vorgehen, verstehe ich dass nicht! Ihr Kritik ist oft jenseits von fair und sachlich (s.o.), mögen sie auch teilweise in ihrer Intention richtig (nicht s.o.) liegen.

    Wenn sie mich damit überzeugen wollen, was ja oft gar nicht nötig ist, dann ändern sie bitte ihren Stil, anders erreichen sie eher das Gegenteil.

    Dann zum Fischsterben, die entstehen entweder durch fischtoxische Substanen (alle streng verboten und kennzeichnungspflichtig) oder durch Abwässer die Sauerstoffzehrung verursachen. Deren Einleitung ist ebenso verboten, es gibt aber auch s.g. diffuse Quellen wie die Landwirtschaft. Ersteres ist Gott sei Dank selten, dann sterben oft Tonnen von Fischen und der Einleiter wird auch oft schnell ermittelt. Letzteres kann auch durch Akkumulation von Einleitungen passieren, dann oft bei großer Hitze im Sommer. Im Finowkanal ist das aber eher unwahrscheinlich, da das Wasser an den Schleusen natürlich gut mit Sauerstoff angereichert wird, daher meine nicht unberechtigten Zweifel. Im Langen Trödel, wo es keine Schleusen gibt, ist das ein vollkommen andere Situation. Nebenbei sind beide Gewässer ja auch so gut wie nicht verbunden.
    Wenn also mal ein Fischsterben auftritt, dann sollte das sofort gemeldet werden und man sollte Wasserproben sichern und alles dokumentieren.

  14. @Andreas Reichling
    Das Finowkanalwasser hat im Hochsommer immer genügend Sauerstoff durch die Wasserfälle an den Schleusen? Wollen Sie mich veräppeln?

    Sachorientiert kommt man bei Ihnen nicht weiter.
    Offensichtlich können Sie die ungeschminkte Wahrheit nicht vertragen, beispielsweise wenn ich die Arbeit des regionalen NABU nicht so schätze und anhand von vielen nachgewiesenen Beispielen kritisiere. Das ist dann für Sie unfair und unsachlich, aber na gut.
    Merken Sie sich bitte eines, und zwar dass meine Person im Rahmen dieser Problematik überhaupt nichts zählt.
    Handeln Sie doch einfach, wenn Bürgerinnen und Bürger Umweltzerstörungen in der Region an Sie melden und treten Sie konsequent und mit Rückgrat gegenüber den kommunalen Verwaltungen auf. Dann wird der NABU als Anwalt der Natur auch wieder Ernst genommen. Ist denn das so schwer?