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Bürgermeister-Stichwahl in Wandlitz 2011 – Eine persönliche Betrachtung

Im Normalfall dümpelt das Online-Angebot der Märkischen Oderzeitung seeeeehr gemütlich vor sich hin. So viele Themen, noch mehr Beiträge – Aber kommentieren wollen das die Wenigsten. Die bevorstehende Bürgermeister-Stichwahl in Wandlitz macht Alles anders. 99 Kommentare hier, einige dort,  Beschimpfungen, Verschwörungstheorien und eine (fast) leidenschaftliche Diskussion um Spione, Altkommunisten und eine „ferngesteuerte“ aber (immerhin!) „machtgierige“ Gegenkandidatin.
Was ist da los? Na ja, eine kommunalpolitisch eher Unbekannte hat den „SPD-Platzhirschen“ überraschend an den Rand einer Niederlage gebracht und könnte ihr „frevelhaftes Werk“ am 25.09.2011 vollenden.

Von Wählerbestechung und Wahlmanipulation ist (noch) nicht die Rede. Warum auch, selbst für auswärtige Betrachter der „Wandlitzer Situation“ hat sich Tiepelmann seinen Ruf durchaus redlich verdient.In kaum einer anderen Brandenburger Kommune wurden die bürgerschaftliche Beteiligungsmöglichkeiten derart ignoriert und selten zuvor war ein vergleichbares Ausmaß an „selbstherlichem Durchregieren“ zu beobachten. Wer U.T. warum gewähren ließ ist allerdings tatsächlich eine interessante Frage.

Was die seitens der „Udo-Unterstützer“ vorgebrachten Pro-Argumente angeht sollte man in der Lage sein zu relativieren. Wandlitz geht es sicher nicht schlecht, der Amtsinhaber verfügt über Berufserfahrung, aber die (per Wahlzettel) transportierte Unzufriedenheit hinsichtlich Stil und Qualität des Verwaltungshandelns ist schlicht nicht von der Hand zu weisen.Seien wir ehrlich, auch ein 5-Jähriger (im altersgemäßen Entwicklungsstand) hätte größere Schwierigkeiten die Gemeinde, schon angesichts ihrer Lage und den daraus entstehenden Entwicklungsmöglichkeiten, in kurzer Zeit komplett zu ruinieren.
Ich persönlich würde eigentlich dennoch den „einschlägig“ qualifizierteren Berwerber bevorzugen. Dann aber müsste zumindest die vage Möglichkeit bestehen das die Verwaltung der Bevölkerung dient und nicht umgekehrt.

Sollte Dr. Jana Radant am kommenden Sonntag tatsächlich das Wandlitzer Rathaus erobern hat der Erfolg meines Erachtens im Wesentlichen einen „Vater „- Und das ist Udo Tiepelmann höchstpersönlich.

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15 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. @Stefan: Deiner Logik zufolge hätten wir – etwas zugespitzt, aber mit der gebotenen Konsequenz – 1990 Erich Honecker zum gemeinsamen deutschen Kandisbunzler küren müssen, denn der hatte ca. 10 Jahre länger Berufserfahrung als Kohl. Und Joopi Heesters wäre der King of Pop, nicht Michael Jackson oder Elvis. Weil: Joopi tingelt schon gefühlte 160 Jahre über die Showbühnen dieser Welt. Hat also immense Erfahrung im Geschäft. Warum also andere Stars?

    Überhaupt ist die fehlende Verwaltungserfahrung ein Super-Totschlagargument. mit dem könnte man sogar die Merkel endlich aushebeln, denn auch die ist nicht als BuKa-in geboren, sondern als Pfarrerstochter. Wenn es nach einigen Kommentatoren hier ginge, würde man wohl demnächst die Bürgermeister dann nur noch einmal im Leben wählen, am besten, wenn der Kandidat 5 Jahre alt ist. Der bleibt es dann ein Leben lang. So wie der Dalai Lama. Wozu also noch Wahlen?

    Klitzekleines Problem: Was nutzt das ganze angelesene Verwaltungsfachwissen – für das eine gute Führungspersönlichkeit sowieso seine Leute hat – wenn der Meister der Bürger eben kein Meister, sondern nur ein Feldwebel oder manchmal sogar ein Armleuchter ist? Sowas soll vorkommen. Sogar in anderen Monarchien.

  2. Hm, das ist ja wie bei uns… also ich gebe wahrscheinlich dem Unerfahrenen eine Chance… Wenn Dein Pferd tot ist, solltest Du ein anderes reiten.. oder so… Liebe Grüße Kaddi

  3. @Frank:
    Also ich glaube Du solltest Dir den Beitrag vielleicht nochmal genau durchlesen. Auch nach mehrmaligem Lesen hatte ich das Gefühl, Du würdest in einem ganz anderen Artikel kommentieren.

  4. @Stefan: „Ich persönlich würde eigentlich dennoch den “einschlägig” qualifizierteren Bewerber bevorzugen.“ Original-Zitat Stefan Stahlbaum oder nicht? Damit meinst Du doch wohl den Amtsinhaber, oder habe ich das nun wirklich falsch verstanden? Dann nehme ich alles zurück und stimme für Hubert Handke;-)

  5. @Frank:
    Für das Rausreißen eines Satzes in vollständiger Ausblendung des Davor und Danach und einer daher komplett verfehlte Deutung hättest Du in der Tat sogar den Job als Huberts Wahlkampfleiter verdient (und zwar auf Lebenszeit)! Leider wird „Dein bester Freund“ im Jahr 2017 nach den gegenwärtigen Gesetzmäßigkeiten schon etwas zu betagt sein um eine weitere Amtsperiode in Angriff zu nehmen.

    Ansonsten stehe ich (auch wenn Du da vielleicht andere Ansätze verfolgst /und erstmal losgelöst von den Sonntag zur Wahl stehenden Personen) ausdrücklich dazu dass ein bisschen Fachwissen bei der Ausübung eines Berufs nicht schaden kann.
    Das gilt für Fleischer, Friseure, Elektriker aber durchaus auch für Verwaltungsleiter.
    Was allerdings U. Tiepelmann angeht…(siehe Ausgangsbeitrag)

  6. So kurz vor der Stichwahl wollte ich eigentlich nicht derartig grundlegende Fragen aufwerfen. Da ich mir aber jetzt erst den Lebenslauf von Frau Dr. Radant auf der Homepage der Wählerinitiative „Mit den Bürgern – Für die Bürger!“ durchgelesen habe, denke ich, dass es notwendig ist.
    So lese ich in ihrem Lebenslauf:

    – Geboren 1960 in Stralsund
    – Studium der Philosophie an der Humboldt-Universität Berlin
    – Forschungsstudium und Promotion 1987
    – Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Ökonomie Berlin

    Als junge Frau hatte Frau Dr. Radant ihre Karriere zu DDR-Zeiten begonnen.
    Hieraus ergeben sich für mich folgende Fragen:

    Welche Rolle spielte Jana Radant zu DDR-Zeiten und wie stand sie zum System?
    War sie Mitglied in der SED, in einer Blockpartei oder in anderen staatstragenden Organisationen?
    Hat man Frau Dr. Radant während ihres Wahlkampfes mit solchen Fragen konfrontriert bzw. wurden diese Fragen von ihr zufriedenstellend beantwortet?

    Aus der Homepage geht daraus rein gar nichts hervor und ihre Rolle im SED-System wurde nicht reflektiert.
    Wer kann mir dazu Antworten geben?

    Ich denke es ist wichtig, solche Fragen im Rahmen der Bürgermeisterkanditatur zu klären. Es geht um Transparenz und den wahrheitsgetreuen Umgang mit der eigenen Vergangenheit sowie den ehrlichen Umgang mit dem Wähler.

  7. Hallo,
    Frau Radant wurden Fragen zu Ihrer (DDR)Vergangenheit nicht gestellt. Das wurde totgeschwiegen. Sie wird unterstützt vom Bürgerverein Wandlitz, dem eine vielzahl von alten (Stasi)Genossen angehören, z. B. Herbert Willner, Top-Spion der Stasi im damaligen Westen bei der FDP. Herr Willner ist häufiger Artikelschreiber im Heidekrautjournal und war Antragsteller auf der Versammlung DER LINKE Wandlitz zur Unterstützung von Frau Radant. Noch Fragen?
    Ich bin für die Forstsetzung einer soliden Finanzpolitik in Wabdlitz und wähle Udo Tiepelmann.
    Ich will hier ja nicht mit dem/der Bürgermeister/in kuscheln, sondern einfach nur wohnen

  8. Tiepelmann abwählen ist das Gebot der Stunde. Was der Mann derzeit macht ist indiskutabel, wenn ich z.B. daran denke wie er versucht mit dem Verein Montessori Niederbarnim e.V. rumzuspringen. Da kann ich mich der Wahlempfehlung meiner grünen Wandlitzer Freunde zu Frau Radant nur anschließen. Mag sein, dass sie vor über 20 Jahren massive Fehler begangen hat. Tiepelmann macht sie hier und jetzt – also ABWAHL!

  9. @lo eisenmann
    Für Ihre Antwort bedanke ich mich!

    @Thomas Kremling
    Ihre Antwort und Einstellung zur Person Dr. Radant befriedigt mich absolut nicht.
    Ein abgewirtschafteter Tiepelmann ist die eine Sache, doch die Bürgermeister-Alternative muss auch eine wählbare Alternative sein. Das ist mit „Altlasten“ m.E. nicht möglich, insbesondere, wenn sich solche „Altlasten“ offensichtlich um ihre Vergangenheit drücken und Teile ihrer Biografie bewusst verschweigen. Jugendsünden sind akzeptabel, aber diejenige Gewisse sollte sich im Sinne der Transparenz auch dazu bekennen und klar erklären, insbesondere, wenn sie zukünftig solch ein verantwortungs- und vertrauensvolles Amt wie das Bürgermeisteramt bekleiden möchte.
    Wie soll das kommunale politische System in Wandlitz auf diese Weise erneuert werden?

    Bisher habe ich immer den Eindruck gehabt, dass die Grünen in Brandenburg im Zuge der Vergangenheitsbewältigung besonders scharf mit dem DDR-System umgehen und sich als „große Stasi-Jäger“ präsentieren. Doch offensichtlich haben auch die regionalen Grünen Frau Dr. Radant mit ihrer politischen Vergangenheit nicht konfrontiert und es versäumt, ihr diesbezüglich präzise und unbequeme Fragen zu stellen. Das verwundert und enttäuscht mich außerordentlich.

    Jetzt aber, Herr Kremling, bitte „Butter bei die Fische“: Welche Rolle spielte Frau Dr. Radant zu DDR-Zeiten?
    Es kann nicht sein, dass die Wandlitzer Wähler darüber im Dunkeln gehalten werden!

  10. Hallo Io Eisenmmann, danke für die aufgeworfene Frage nach der Vergangebheit, den diese wollen die Unterstützer nicht hören sie ignorieren auch das warum und nicht das zusammengewürfente Wahlprogramm wo alles was man irgentwo gehört hat drin steht ob umsetzbar oder nicht, in meinen Augen ist das Betrug am Wähler, das ohne Kenntnis von Gesetzen Versprechen gemacht werden die nicht eingehalten werden können.

  11. @all: Ohne die Wichtigkeit der aufgeworfenen Fragen in (äh) Frage zu stellen ist doch recht auffällig, dass die Vergangenheit im Wahlkampf (zumindest wenn man die Berichte zu Veranstaltungen u.ä. liest) weder den Mitbewerbern noch Anderen soooo wichtig zu sein schien. Erst seitdem Frau Radant der Amtsübernahme sehr nahe (zu nahe?) gekommen ist und Herr Tiepelmann wirklich verlieren könnte überschlagen sich „Eilmeldunge“n. Die allerdings beschränken sich bisher auf die Geschichte von „Hintermännern“. Relevante bzw. konkrete Details zur Kandidatin selbst sind mir noch nicht zu Augen oder Ohren gekommen.

  12. @Stefan
    Du kennst mich und meine Einstellungen und Du weißt auch nur zu gut, dass ich einige SPD-Matadore der regionalen Klüngelei schon lange gern in den mehr oder weniger wohlverdienten Ruhestand schicken würde.
    Doch wie könnt Ihr als Grüne unterstützend hinter einer Frau als Bürgermeisterkandidatin stehen, von der Ihr noch nicht einmal annäherungsweise wisst, welche DDR-Vergangenheit sie hat?
    Das ist mir schlichtweg unbegreiflich. Könntest Du mir diese Frage hier und heute beantworten, so dass ich sie verstehe? Ich lasse mich gern eines Besseren belehren, wenn die Weste von Frau Dr. Radant „sauber“ ist.
    Vom Regen in die Traufe darf für Wandlitz nicht die Devise sein.