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Bürgermeisterwahl Wandlitz 2011 – Das Barnim-Blog fragt, Frank Bergner antwortet

Inzwischen sind es schon 10 Barnimer Kandidatinnen und Kandidaten, die sich mit unserem Bürgermeister-Fragen-Katalog auseinandergesetzt und ihre individuellen Anworten gefunden haben. Die Gemeinde Wandlitz war (abgesehen von Uwe Liebehenschel) bislang nicht ganz so stark repräsentiert, aber es besteht ja auch kein „Antwortzwang“ und ein bisschen Zeit haben wir noch
Jetzt jedenfalls ist Frank Bergner an der Reihe. Der Rechtsanwalt (Jahrgang 1964) ist gebürtiger Magdeburger, tritt für „Die LINKE“ an und hat auch aus eigenem Antrieb bereits jede Menge Info-Material ins Netz gestellt.

1. Welche vorrangigen Aufgaben hat eigentlich eine Bürgermeisterin/ein Bürgermeister.? Skizzieren Sie eine kurze Tätigkeitsbeschreibung aus eigener Sicht.

Frank Bergner:
Die Aufgaben des Bürgermeisters ergeben sich aus der Kommunalverfassung des Landes Brandenburg (§§ 53ff.) Dies hört sich selbst für mich als Juristen ziemlich trocken an. Ich persönlich möchte ein moderner Bürgermeister sein, also mehr können als die herkömmlichen Verwaltungsaufgaben zu beherrschen. Ich möchte die MitarbeiterInnen der Verwaltung und die Wandlitzer BürgerInnnen motivieren sich aktiv in das Geschehen in Wandlitz einzubringen, eine wirkliche Bürgerkommune entwickeln.

2. Das Wort „Bürgerbeteiligung“ wird, so  von Politikern oder Verwaltungschefs geäußert, in der Bevölkerung oft als „leere Worthülse“ empfunden. Was haben Sie im „Repertoire“ um diesen Zustand zu ändern?
Frank Bergner:
Es ist teilweise nicht einfach die BürgerInnen zu erreichen. Ich möchte gemeinsam mit den WandlitzerInnen ein Leitbild Wandlitz2030 entwickeln und hoffe, daß ich viele EinwohnerInnen zu einer Mitarbeit motivieren kann. Als Bürgermeister werde ich regelmäßig Vereinsstammtische und Einwohnerversammlungen in den einzelnen Ortsteilen durchführen. Darüber hinaus wird es mit mir einen Bürgerhaushalt geben, der den Namen verdient. Zu wichtigen Fragen der Gemeinde wird es Befragungen der BürgerInnen geben.

3. Finden Sie ihr (zukünftiges  bzw. derzeitiges) Bürgermeistergehalt angemessen?
Frank Bergner:
Ich kenne die Höhe des Bürgermeistergehaltes nicht. Sie ist nicht wichtig, da ich davon ausgehe, daß kein hauptamtlicher Bürgermeister verhungern muß.

4. Vervollständigen Sie folgenden Satz: „Wenn es bei uns regnet…“
Frank Bergner:
… kann man mit der richtigen Kleidung trotzdem unsere herrliche Natur genießen und ist darüber hinaus in der Lage Museen zu besuchen bzw. einen Tagesausflug nach Berlin zu unternehmen.

5. Wie steht es um den Haushalt ihrer Stadt/Gemeinde? Finden Sie einen bildhaften Vergleich.
Frank Bergner:
Bisher weinen wir in Wandlitz auf hohem Niveau.

6. Energieversorgung/Energiegewinnung gehört zu den  dringlichsten  Themen unserer Zeit. Wie bringen Sie ihre Kommune auf den neuesten Stand und was ist für Sie ein absolutes „No-Go“?
Frank Bergner:
Ich möchte gemeinsam mit den WandlitzerInnen die Energiegemeinde Wandlitz entwickeln. Dazu gehören die Qualifizierung eines Mitarbeiters der Verwaltung zum Energiebeauftragten, ein kommunales Energie(spar)konzept sowie die Entwicklung von Pilotprojekten, z. B. einer energieautarken Siedlung. Langfristig soll Wandlitz, eventuell im Verbund mit anderen Kommunen, Strom selbst erzeugen und mit dem eigenen Netz an die BürgerInnen und Wandlitzer Unternehmen vertreiben. Ein „No-Go“ sind für mich AKW´s.

7. Wären Sie in ihrer Stadt/Gemeinde gern noch einmal Kind (bitte begründen!)?
Frank Bergner:
Selbstverständlich wäre ich gern noch einmal in meiner Heimatgemeinde Kind. Auch wenn noch viel zu tun ist, haben wir in den letzten Jahren die Bedingungen in den Kitas und Schulen verbessert (z. B. auch kostenfreie Schulmilchversorgung in den drei Grundschulen). Spielplätze sind entstanden, Basdorf hat einen Jugendclub erhalten und die Bedingungen für die Vereine vor Ort und damit auch die Kinder die dort Mitglieder sind, haben sich enorm verbessert.

8. Welche privaten Gegenstände werden Sie in ihr zukünftiges Büro mitnehmen bzw. welche (bei Amtsinhabern) befinden sich schon dort?
Frank Bergner:
Da mir bewußt ist, daß ich meine Familie dann noch seltener sehen werde, würde ich ein Bild meiner Familie mitnehmen.

9. Welche ihrer beruflichen Fähigkeiten, Kenntnisse und Vorerfahrungen können sie im Amt der Bürgermeisterin/des Bürgermeisters am ehesten einbringen?
Frank Bergner:
Als Rechtsanwalt habe ich die Befähigung zum Richteramt und damit erst einmal die nötigen juristischen Kenntnisse. Während des Referendariats habe ich mehrere Monate im Rechtsamt der Stadt Bernburg gearbeitet und ein weiteres Praktikum im Rechtsamt der Stadt Halle/Saale gemacht. Hier konnte ich jeweils wichtige Kenntnisse über das Funktionieren einer Verwaltung und der Führung von MitarberInnen im Bereich des öffentlichen Dienstes erwerben.

10. Kunst, Kultur und Vereine sind weit mehr als das „Salz in der Suppe des öffentlichen Lebens“. Stimmen Sie dieser Aussage grundsätzlich zu und was haben die Leute mit Ihnen auf dem Chefsessel diesbezüglich zu erwarten?
Frank Bergner:
Dieser Aussage kann ich vollinhaltlich zustimmen. Als Bürgermeister werde ich mich dafür einsetzen, daß die Gemeinde Wandlitz auch weiterhin freiwillige Aufgaben und damit die Förderung von Kunst, Kultur und Vereinen wahrnimmt. Als Gemeindevertreter habe ich gemeinsam mit meiner Fraktion eine von mir entworfene Ehrenbürgersatzung eingebracht. Darin geht es auch um die Würdigung der ehrenamtlichen Arbeit der vielen WandlitzerInnen an einem Tag des Ehrenamtes oder zum Neujahrsempfang.

11. Sehen sie sozialverträgliche Lösungsmöglichkeiten bezüglich der vielerorts diskutierten und gefürchteten „Altanschließerproblematik“ oder sollen das die Gerichte klären?
Frank Bergner:
Hier sind die Landespolitiker in Zusammenarbeit mit den Wasser- und Abwasserzweckverbänden gefragt. Ich möchte insofern auch keine falschen Hoffnungen wecken.

12. Warum sind eigentlich genau Sie die „erste Wahl“ für den Job und was haben Sie ihren Mitbewerberinnen und Mitbewerbern  (nach derzeitigem Kenntnisstand) voraus?
Frank Bergner:
Ich trete seit Jahren und nicht erst jetzt im Zusammenhang mit der Wahl für mehr Bürgerbeteiligung ein. Insofern bin ich hier glaubwürdig. Der Wähler kann sich also für das Original entscheiden. Darüber hinaus möchte ich mit den WandlitzerInnen ein Leitbild Wandlitz2030 und damit Visionen für die Zukunft entwickeln. Ich möchte nicht Verwaltungsmeister oder Bürgermeister sein, sondern beides und damit ein moderner Bürgermeister. Wie bereits ausgeführt, habe ich meinen MitbewerberInnen die Befähigung zum Richteramt voraus. Darüber hinaus ist es nicht meine Art, die Fähigkeiten und Fertigkeiten der anderen KandidatInnnen zu bewerten. Die Wähler mögen am 11.09. oder in der zwei Wochen später stattfindenden Stichwahl entscheiden, wer der/die bessere BewerberIn ist.

Das Barnim-Blog dankt Frank Bergner für Text und Foto.

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