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Bürgermeisterwahl Panketal 2011 – Das Barnim-Blog fragt, Christiane Herrmann antwortet

Die 42-jährige Stadtplanerin Christiane Herrmann wurde Ende Juli von BVB/Freie Wähler als Bürgermeisterkandidatin für die Gemeinde Panketal aufgestellt. Die 3-fache Mutter lebt auf dem Zepernicker „Pfingstberg“ und ist sachkundige Einwohnerin (Fraktion CDU/Unabhängige/FDP) im Ortsentwicklungsausschuss. Hier ihre Antworten auf unsere KandidatInnenfragen.

1. Welche vorrangigen Aufgaben hat eigentlich eine Bürgermeisterin/ein Bürgermeister.? Skizzieren Sie eine kurze Tätigkeitsbeschreibung aus eigener Sicht.

Christiane Herrmann:
Ein Bürgermeister/-in sollte die vielfältigen Aufgabenbereiche innerhalb der Verwaltung koordinieren, kontrollieren, sich mit den Amtsleitern aller Fachbereiche regelmäßig austauschen, über Probleme sprechen und beraten. Ziel sollte hierbei eine gut funktionierende und bürgerfreundliche Verwaltung sein, die Bürgeranliegen ernst nimmt und schnell und unbürokratisch bearbeitet.
Er/Sie sollte eine Vision von der weiteren Entwicklung seiner/ihrer Gemeinde haben. Um dem Ziel näher zu kommen, sollte er/sie step by step an deren Umsetzung arbeiten. Ein fachgerechtes Zusammenarbeiten aller Parteien und Fraktionen muss ihm / ihr eine Herzensangelegenheit sein, denn parteitaktisches Gezerre dient nicht dem Wohl der Gemeinde und kann vom Bürger erst recht nicht nachvollzogen werden.
Viele Bürger wünschen sich einen Bürgermeister „zum Anfassen“. Er/sie sollte sich unverkrampft unter die Bürger mischen können und in der Öffentlichkeit präsent sein, denn er/sie sollte sich immer darüber im Klaren sein, dass er/sie als Bürgermeister/in in seiner/ihrer Gemeinde selbst Bürger ist.

2. Das Wort „Bürgerbeteiligung“ wird, so  von Politikern oder Verwaltungschefs geäußert, in der Bevölkerung oft als „leere Worthülse“ empfunden. Was haben Sie im „Repertoire“ um diesen Zustand zu ändern?
Christiane Herrmann:
Sie sagten richtig, dass „Bürgerbeteiligung“ oft als leere Worthülse empfunden wird. Wichtig ist der persönliche Umgang mit Bürgern, Gespräche, die zur Klärung des Sachverhaltes führen sollen und warum manche Anliegen z.B. wegen vorliegender Richtlinien oder sich aus technischer Sicht nicht umsetzen lassen. Wenn aber Bürger im Rahmen einer Bürgerbeteiligung selbst beteiligt waren und ein gemeinsames Resultat von Bürgern und Verwaltung vorliegt und dieses dann z.B: auf der Gemeindeversammlung abgelehnt wird, dann versteht der Bürger die Welt nicht mehr, wenn seine Argumente nicht zählen.

Ich konnte übrigens selbst einmal vor vielen Jahren eine Verstimmtheit von Bürgern, vor allem von Kindern, erleben. Die anwohnenden Kinder vom Pfingstberg waren zu einem Spielplatz-Workshop eingeladen und sollten gemeinsam mit einem Landschaftsplaner aus ihren Wünschen einen Entwurf für ihren Spielplatz entwickeln. Eine gute Beteiligung der Kinder zeigte, dass es ein echtes Interesse an der Sache gab. Doch als viele Jahre später der Spielplatz gebaut wurde, war vom den Ideen der Kinder Nichts mehr übriggeblieben. Man hatte seitens der Verwaltung eine völlig neue Planung anfertigen lassen. Die Enttäuschung darüber war groß, auch wenn der neue Spielplatz ganz schön ist…

3. Finden Sie ihr (zukünftiges  bzw. derzeitiges) Bürgermeistergehalt angemessen?
Christiane Herrmann:
Ein gutes Bürgermeistergehalt weist auf eine hohe Rangigkeit innerhalb der Verwaltung hin, aber auch auf eine große Verantwortung für die Gemeinde. Mit ihm ist aber ebenso eine Erwartungshaltung verbunden, die leitenden Aufgaben in der Gemeinde mit vollem Einsatz und Engagement auszuführen. Man erwartet hier zu Recht einen 100%-igen Einsatz und eine hohe fachliche Qualifikation. Deshalb finde ich das Gehalt angemessen.

4. Vervollständigen Sie folgenden Satz: „Wenn es bei uns regnet…“
dann ist es nicht immer ein Segen, wenn wir diesen Sommer mit seinen starken Regenschauern, mit übergelaufenen Kellern, Wasserschäden etc. betrachten, war das für viele Bürger ein Verdruss.

5. Wie steht es um den Haushalt ihrer Stadt/Gemeinde? Finden Sie einen bildhaften Vergleich.
Christiane Herrmann:
Da habe ich das Gleichnis von den fetten und den dürren Jahren vor Augen (s. www.genesis2000.at/deutsch/b_41.html). Der Gemeindehaushalt wurde in den letzten Jahren sehr stark ausgeschöpft. Ich denke: „Die fetten Jahre sind vorbei“. Wir werden wohl den Gürtel in den nächsten Jahren wieder etwas enger schnallen und besser haushalten müssen.

6. Energieversorgung/Energiegewinnung gehört zu den  dringlichsten  Themen unserer Zeit. Wie bringen Sie ihre Kommune auf den neuesten Stand und was ist für Sie ein absolutes „No-Go“?
Christiane Herrmann:
Bei Neubauten oder bei Sanierungen, sollte man Solaranlagen anbringen, wenn die Ausrichtung des Gebäudes stimmt. Wenn es möglich ist, sind auch Erdwärmeheizungen eine gute Möglichkeit, Heizkosten zu sparen. Ebenso müssen Gebäude effizient gedämmt werden, um Wärmeverluste zu begrenzen. Ein „No Go“ wäre für mich der Bau eines kommunalen Kraftwerks, da Panketal für diese Zwecke viel zu klein ist. Dies wäre vielleicht rentabel, wenn Panketal mit der Stadt Bernau zusammen ein Interesse anmelden würde.

7. Wären Sie in ihrer Stadt/Gemeinde gern noch einmal Kind (bitte begründen!)?
Christiane Herrmann:
Hier in unserer Gemeinde wäre ich gern nochmal Kind. Mir gefällt die Zepernicker Grundschule an der Pferdekoppel mit dem schönen Pausenhof und den vielen Spielgeräten, die Spielplätze, aber ganz besonders der Spielplatz im Robert-Koch-Park, der Park selbst natürlich auch, wobei ich an dieser Stelle dem Verein danken möchte! Er leistet Großartiges. Ein Spaziergang durch den Park lohnt sich zu jeder Jahreszeit.
Ich streife gern durch die Natur. Der Naturpark Barnim ist ein riesiges Erkundungsgebiet, auch für Kinder. Der Kletterpark und die Skater-Wege sind nicht nur bei Kindern beliebt. Fazit: in unserer ländlichen Gemeinde wäre ich heute sehr gern noch mal Kind!

8. Welche privaten Gegenstände werden Sie in ihr zukünftiges Büro mitnehmen bzw. welche (bei Amtsinhabern) befinden sich schon dort?
Christiane Herrmann:
Ich würde natürlich Grünpflanzen mitbringen. Eine sterile Atmosphäre ist nicht mein Stil. In meinem jetzigen Büro hängen viele selbstgemalte Acrylbilder. Eines davon würde ich sicher „überführen“. Von meiner großen Tochter würde ich mir ein Aquarell und von meiner keinen Tochter ein Ausmalbildchen mitnehmen.

9. Welche ihrer beruflichen Fähigkeiten, Kenntnisse und Vorerfahrungen können sie im Amt der Bürgermeisterin/des Bürgermeisters am ehesten einbringen?
Christiane Herrmann:
Ich könnte meine fachlichen Kenntnisse in der Bauleitplanung einbringen. Bebauungspläne werden in jedem Jahr von der Gemeinde aufgestellt. Hierbei sehe ich meine Aufgabe darin, die Interessen der Gemeinde gegenüber Investoren zu vertreten, auf entsprechende bauplanerische und bauordnerische Festsetzungen zu achten. Ferner habe ich in den letzten Jahren Planungskonzepte für unsere Gemeinde oder für Teilbereiche der Gemeinde vermisst. Als Stadtplanerin sehe ich hier einen wichtigen Handlungsbedarf für die nächsten Jahre. Ehrenamtlich bin ich in den letzten Jahren auf vielen Gebieten aktiv geworden. Die Arbeit mit den Menschen stand hierbei im Vordergrund, eine Eigenschaft, die im Amt mehr als notwendig ist.

10. Kunst, Kultur und Vereine sind weit mehr als das „Salz in der Suppe des öffentlichen Lebens“. Stimmen Sie dieser Aussage grundsätzlich zu und was haben die Leute mit Ihnen auf dem Chefsessel diesbezüglich zu erwarten?
Christiane Herrmann:
So wie Salz ein sehr kostbares Gut ist, jeder kennt das Märchen vom König, der seine Tochter verstößt weil sie ihn so liebt, wie das Salz  so kostbar sind Kunst und Kultur und die Arbeit von Vereinen. Sie stellen für viele Menschen einen Gegenpool zur Arbeit dar, ermöglichen eine Vielzahl sozialer Kontakte. Ihnen müssen die Türen offenstehen, um unser Leben in Panketal zu bereichern.

11. Sehen sie sozialverträgliche Lösungsmöglichkeiten bezüglich der vielerorts diskutierten und gefürchteten „Altanschließerproblematik“ oder sollen das die Gerichte klären?
Christiane Herrmann:
Die Gemeindevertretung bemüht sich darum, dieses Problem sozialverträglich zu lösen. Eine gerechte Lösung für die Altanschließer zu finden, gestaltet sich sehr schwierig. Eine Klärung über die Gerichte sollte aber erst dann in Betracht gezogen werden, wenn sich gar keine Einigung ergibt.

12. Warum sind eigentlich genau Sie die „erste Wahl“ für den Job und was haben Sie ihren Mitbewerberinnen und Mitbewerbern  (nach derzeitigem Kenntnisstand) voraus?
Christiane Herrmann:
Als „Neue“ im Geschäft bringe ich „den Blick von außen“ mit. Nach einer langen Amtszeit hat ein Bürgermeister zwar viele Erfahrungen, aber auch eine Sichtweise aus dem Amt heraus. Jeder neue Amtsinhaber bringt neue Impulse mit, die sich wiederum positiv auf die Mitarbeiter der Verwaltung auswirken können. Als sachkundige Einwohnerin sind mir die meisten Gemeindevertreter bekannt und die Abläufe in der Gemeindevertretersitzung vertraut. Ich konnte mich in den letzten 3 Jahren prüfen, ob ich ein echtes Interesse an der Kommunalpolitik habe. Meine Sachkenntnisse als Stadtplanerin haben sich hierbei als sehr wertvoll erwiesen. Unsere Gemeinde strukturell weiterentwickeln und familienfreundlich zu gestalten, wäre für mich eine große Herausforderung, der ich mich gerne stellen würde.

Das Barnim-Blog dankt Christiane Herrmann für Text und Foto.

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4 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. aus meiner persönlichen Sicht wäre es hilfreich, wenn die Kandidaten der bevorstehenden Bürgermeisterwahl in Panketal, eine reale Selbsteinschätzung vornehmen und bei nicht erfolgreicher zu erwartender Stimmenmehrheit, auf Ihre Kandidatur verzichten.
    Nur so entsteht eine Chance, für das Ende einer selbstherrlichen Verwaltung.

  2. @Dirk Fengler: Hmm, das verstehe ich nicht. Warum sollen sie verzichten? Damit eine selbstherrliche Verwaltung beendet wird, kandidiert dann nur noch der Amtsinhaber? Oder wer? Und warum dieser Kommentar bei Christiane Herrmann? Nachdem z.B. die Panketaler Grünen Herrn Dyhr nicht unterstützen, sind dessen reale Chancen – bei allem Respekt – doch wohl auch nachzufragen?

  3. @Dr. Valentin : Bitte vielmals um Verzeihung, der Kommentar galt nicht für Christiane Herrmann persönlich. Ich gehe davon aus, das die Kandidaten Ihre Erfolgsaussichten gut einschätzen können. Es wäre schade, wenn sich die Gegenstimmen des jetzigen Amtsinhabers verteilen. Ein Voraburteil zu fällen, vermeide ich. Gut auch, eine kompetente Meinung zu hören

  4. @Dirk Fengler: Ich wollte Sie nicht persönlich angehen, aber gerade Frau Herrmann hat von Seiten interessierter Kreise mit einer Art von „Aufmerksamkeit“ zu kämpfen, dass man fast zum Verschwörungstheoretiker werden könnte. Ich werde an anderer Stelle noch darüber berichten. Im Moment allerdings sparen wir uns die Seitenwege und konzentrieren uns auf den Wahlkampf. Christiane Herrmann ist heute mit einem Infostand ab 16 Uhr am S-Bahnhoif Zepernick.