web analytics

Bürgermeisterwahlen Ahrensfelde 2011 – Das Barnim-Blog fragt, Mark Matthies antwortet

Lange Zeit sah es auch bezüglich der Bürgermeisterwahlen in der Gemeinde Ahrensfelde nach einem „ungewollten Alleingang“ des amtierenden Verwaltungsoberhauptes (in diesem Fall Wilfried Gehrke von der CDU) aus. Sein 36-jähriger Herausforderer Mark Matthies (Freie Wählergemeinschaft Ahrensfelde) , derzeit Führer einer Hunderschaft der Bundespolizei in Blumberg, bewarb sich im letzten Jahr schon einmal um den Posten des Barnimer Landrates und scheiterte erst im Losverfahren gegen „Lucky Ihrke“. Ob er trotzdem noch Lotto spielt (oder das jemals getan hat) haben wir ihn nicht gefragt, wohl aber viele andere und  interessante Sachen.

1. Welche vorrangigen Aufgaben hat eigentlich eine Bürgermeisterin/ein Bürgermeister? Skizzieren Sie eine kurze Tätigkeitsbeschreibung aus eigener Sicht.
Mark Matthies:
Der Bürgermeister ist Chef der Verwaltung in der Gemeinde. Ich verbinde damit aber auch, dass man als Bürgermeister der Gemeinde Ahrensfelde dafür verantwortlich ist, welche Entwicklung die Gemeinde nimmt. Dafür ist es aus meiner Sicht unverzichtbar, dass ich als Bürgermeister weiß, welchen Weg die Gemeinde nehmen soll. Dafür muss ein Ziel, ein Leitbild, erstellt werden und an dem ist auch das Arbeiten der Verwaltung auszurichten.

Das gilt auch für die Arbeit der Verwaltung an sich, insbesondere im Bezug auf die Bürgerfreundlichkeit, z.B. bei der akribischen Bearbeitung der eingereichten Anträge der Gemeindevertretung wie auch bei der Dauer der Antragsbearbeitung. Des Weiteren muss der Bürgermeister für die Menschen in der Gemeinde präsent sein, sei es bei Volksfesten oder den vielen Veranstaltungen in den Ortsteilen. Diese Präsenz bedingt aber auch, dass man mit den Menschen der Gemeinde spricht, sich die Probleme anhört und auch Entscheidungen der Verwaltung transparent macht. Dadurch weiß ich, wo der Schuh drückt und der Bürger weiß auch, warum weshalb Entscheidungen getroffen wurden. Der Bürgermeister muss auch Wünsche und Forderungen, die überregionalen Bezug haben an den richtigen Stellen vertreten und für die Menschen durchsetzen.

2. Das Wort „Bürgerbeteiligung“ wird, so  von Politikern oder Verwaltungschefs geäußert, in der Bevölkerung oft als „leere Worthülse“ empfunden. Was haben Sie im „Repertoire“ um diesen Zustand zu ändern?
Mark Matthies:
Ich denke, dass eine faire Arbeit mit der Gemeindevertretung, der gewählten Vertretung der Menschen in der Gemeinde, die Grundlage ist. Denn nur wenn man lösungsorientiert an Problemen arbeitet und die Kompetenzen der einzelnen Vertreter nutzt, kann es vorwärts gehen.
Weiterhin werde ich als Bürgermeister auch regelmäßige Bürgersprechstunden auch in den Ortsteilen ermöglichen, mit dem Ziel den Menschen in der Gemeinde als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Aus meiner beruflichen Erfahrung heraus ist es immer von Vorteil nach dem Prinzip „Führung vor Ort“ zu verfahren. Dadurch ermögliche ich es mir und den Bürgern, die Probleme an Ort und Stelle zu besprechen.

Auch sollte man die Politik den Kindern und Jugendlichen begreifbar machen. Ein Rathaus für Kinder und Jugendliche zum Anfassen und Verstehen zu gestalten, wäre eine interessante Sache. Dies kann sowohl durch Beiträge im Internet als auch durch Veranstaltungen in den Schulen, Jugendclubs oder im Sportverein erfolgen. Die Stadt Bielefeld bietet dazu in gutes Vorbild.

3. Finden Sie ihr (zukünftiges  bzw. derzeitiges) Bürgermeistergehalt angemessen?
Mark Matthies:
Ja. Es ist im Vergleich zur großen Masse der Bevölkerung sicherlich ein hohes Gehalt. Auf der anderen Seite ist auch eine hohe Verantwortung mit der Aufgabe eines Bürgermeisters verbunden.

4. Vervollständigen Sie folgenden Satz: „Wenn es bei uns regnet…“
Mark Matthies:
… spanne ich den Schirm auf. Ist doch kein Grund sich ins Haus zurückzuziehen.

5. Wie steht es um den Haushalt ihrer Stadt/Gemeinde? Finden Sie einen bildhaften Vergleich.
Mark Matthies:
Der Haushalt ist ein solides Haus mit einem guten Fundament. Aber ich finde, dass insbesondere die Umstellung auf erneuerbare Energien schneller erfolgen und das Kinderzimmer noch besser ausgestattet werden müsste.

6. Energieversorgung/Energiegewinnung gehört zu den  dringlichsten  Themen unserer Zeit. Wie bringen Sie ihre Kommune auf den neuesten Stand und was ist für Sie ein absolutes „No-Go“?
Mark Matthies:
Ein No Go ist für mich so weiter zu machen wie bisher. Es kann nicht in unserem Sinne sein, dass auch in Zukunft in der Gemeinde zur Erzeugung von Strom und Wärme fossile Brennstoffe verbrannt werden. Das langfristige Ziel einer Gemeinde muss die vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien sein. Das Erneuerbar Programm des Landkreises bildet bereits eine gute Grundlage.
In der Bundesrepublik gibt es viele gute Beispiele von Gemeinden, die diesen mutigen Schritt gewagt haben und damit auch gut gefahren sind. Diese Erfahrungen gilt es zu nutzen. Ich möchte die Gemeinde dazu bringen, über die Energieversorgung der Zukunft nachzudenken und ohne Vorurteile Energiekonzepte zu erarbeiten. Darüber hinaus möchte ich mit anderen Gemeinden, die diese Erfahrungen schon gemacht haben, sprechen und von deren Erfahrungen partizipieren. Man muss sich auch überlegen, welche Mittel und Wege die Gemeinde hat, ihren Bürgern beim Umstieg zu helfen.

7. Wären Sie in ihrer Stadt/Gemeinde gern noch einmal Kind (bitte begründen!)?
Mark Matthies:
Nein. Dafür sind das Leben und die Lebenserfahrung zu einzigartig. Aber ich fände es toll, wenn ich die Zukunft meiner Tochter in dieser Gemeinde als Bürgermeister gestaltend begleiten könnte.
Und ich weiß, dass meine Tochter die kritischste Beobachterin ist.

8. Welche privaten Gegenstände werden Sie in ihr zukünftiges Büro mitnehmen bzw. welche (bei Amtsinhabern) befinden sich schon dort?
Mark Matthies:
Die in Gips gegossene Faust meiner Tochter. Meine Bergsteigerbilder vom Watzmann sowie mein liebstes Schreibutensil: meinen 60 Jahre alten Füller.

9. Welche ihrer beruflichen Fähigkeiten, Kenntnisse und Vorerfahrungen können sie im Amt der Bürgermeisterin/des Bürgermeisters am ehesten einbringen?
Mark Matthies:
Der Wähler kann von mir erwarten, dass ich in meiner Arbeit parteienunabhängig und lösungsorientiert an die Arbeit rangehen werde. Das handwerkliche Rüstzeug dazu habe ich in meiner 14 jährigen Verwaltungs- und Führungserfahrung in der Bundespolizei erworben. Ich weiß, wie eine Verwaltung effizient und bürgerfreundlich zu funktionieren hat und aufgrund meiner langjährigen Tätigkeit als Hundertschaftsführer sind Menschenkenntnis, lösungsorientiertes Handeln und Entscheidungsfreude keine Fremdwörter.

10. Kunst, Kultur und Vereine sind weit mehr als das „Salz in der Suppe des öffentlichen Lebens“. Stimmen Sie dieser Aussage grundsätzlich zu und was haben die Leute mit Ihnen auf dem Chefsessel diesbezüglich zu erwarten?
Mark Matthies:
Ich stimme dieser Aussage nicht zu. Für mich gehören Kunst, Kultur und Vereine auch als Hauptzutaten in die Suppe.  Denn vor allem über die Arbeit der Kultur- und Sportvereine, aber auch der Freiwilligen Feuerwehren definiert sich das Leben in der Gemeinde. Sie geben den Menschen Gelegenheit zusammenzufinden und sich auszutauschen. Bestes Beispiel sind dafür auch die vielen Unternehmungen der Senioren in der Gemeinde. Die Menschen können zu Recht erwarten, dass ich mich als Bürgermeister um die Kultur und die Vereine kümmere. Sie können erwarten, dass ich in den Vereinen präsent bin. Ich möchte mich auf dieser Ebene mit den Leuten austauschen, das Ohr am Bürger haben. Denn wenn man wissen möchte, was die Gemeinde beschäftigt, wo kriegt man es eher mit als in den vielen Vereinen?!

11. Sehen sie sozialverträgliche Lösungsmöglichkeiten bezüglich der vielerorts diskutierten und gefürchteten „Altanschließerproblematik“ oder sollen das die Gerichte klären?
Mark Matthies:
Hier kann ich als Bürgermeisterkandidat von Ahrensfelde auf die Aussage des Herrn Herrling vom Wasser- und Abwasserzweckverband Ahrensfelde/ Eiche in der MOZ vom 31.03.2008 verweisen: „ Wir hatten vor 1990 keine Altanschlüsse und sind daher nicht betroffen“.

12. Warum sind eigentlich genau Sie die „erste Wahl“ für den Job und was haben Sie ihren Mitbewerberinnen und Mitbewerbern  (nach derzeitigem Kenntnisstand) voraus?
Mark Matthies:
Einen Vergleich zu meinem Mitbewerber möchte ich hier nicht ziehen. Ich denke der Wähler muss sich selber entscheiden, wen er wählt und dazu ist es notwendig, die einzelnen Bewerber getrennt voneinander zu beurteilen.
Ich glaube aber, dass der Bürger eine Alternative zu den bestehenden Parteien sucht und diese Parteienunabhängigkeit kann ich bieten. Zudem gehe ich unvoreingenommen an das Bürgermeisteramt heran, ohne die bewährten Wege zu streichen aber auch dadurch neue alternative Wege zu finden und zu formulieren. Für diese Vorgehensweise kann ich auf meine bisherigen beruflichen Erfahrungen zurückgreifen und entsprechend anwenden.

Das Barnim-Blog dankt Mark Matthies für Text und Foto.

Bürgermeisterwahlen Ahrensfelde 2011 - Das Barnim-Blog fragt, Mark Matthies antwortet auf Facebook teilen
Bürgermeisterwahlen Ahrensfelde 2011 - Das Barnim-Blog fragt, Mark Matthies antwortet auf Twitter teilen
Bürgermeisterwahlen Ahrensfelde 2011 - Das Barnim-Blog fragt, Mark Matthies antwortet auf Google Plus teilen

Ähnliche Artikel:

Kommentare sind geschlossen.