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2. Flussbadetag – Am 10. Juli 2011 am Finowkanal in Eberswalde

Auch in diesem Jahr laden Bündnis 90/Die Grünen und das Planungsbüro Flusskontakt wieder zum Flussbadetag am Finowkanal ein.Die Badestelle befindet sich erneut im Park am Messingwerk, im Eberswalder Ortsteil Finow, „direkt am Treidelweg, nahe der Altenhofer Straße.“

Ziel der Aktion ist es, schreibt Karen Oehler als Vorsitzende der Grünen Stadtfraktion,

„der Forderung nach einem durchgängig sauberen Finowkanal Ausdruck zu verleihen. Das Fließgewässer mit seinen historischen Bauten und grünen Ufern besitzt ein großes Potential für die Stadtentwicklung und den Tourismus.(…)Die Veranstalter des Flussbadetages setzen sich daher gemeinsam mit vielen anderen dafür ein, dass im gesamten Stadtgebiet wieder gefahrlos im Finowkanal gebadet und geangelt werden kann. Dem steht derzeit vor allem die Schwermetallbelastung des Sediments auf dem Kanalgrund entgegen.(…)“


Im Badebereich am Messingwerkpark, heißt es weiter,

„wurde das Sediment bereits entfernt und das Wasser wird vor dem Flussbadetag auf seine Badegewässerqualität untersucht. Rettungsschwimmer der DLRG sorgen für Sicherheit. Dennoch erfolgt das Baden natürlich auf eigene Gefahr. Im Park gibt es gute Möglichkeiten für Sport und Spiel sowie ausreichend Liegeflächen. Die P&F Blues Company der Fachhochschule wird für Stimmung sorgen. Für Kinder steht ein Kanu zum Paddeln bereit. Dabei sein wird wieder die KAG Finowkanal und andere Vereine.“

„BIG JUMP“, der Flussbadetag, ist übrigens eine europaweit stattfindene Aktion, „an dem die Menschen ihre Umwelt zurück verlangen und den Wunsch demonstrieren, wieder saubere und lebendige Flüsse vorzufinden.“

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5 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Die Beobachtungen, dass mit dem Wasser des Finowkanals etwas nicht in Ordnung sein kann, fügen sich immer mehr wie Mosaiksteine zu einem Gesamtbild zusammen.

    In der aktuellen Ausgabe des Eberswalder Blitz vom 13.08.2011 erschien der Artikel „Zuerst kam der Gestank“ – Ursachensuche zum Fischsterben am Langen Trödel (Oberer Teil des Finowkanals zwischen Liebenwalde und Zerpenschleuse).

    http://www.der-blitz.de/news_bernau/Zuerst_kam_der_Gestank-2930.html

    Mike Bensemann vom Zerpenschleuser Anglerverein machte die Beobachtung, dass seit einigen Wochen teils über 100 tote Fische an der Oberfläche trieben. Mike Bensemann: „Zuerst kam der Gestank, dann das Fischsterben. Der Angler vermutet, bedingt durch die intensiven Sommerniederschläge, eine Wasserübersättigung der angrenzenden Ackerböden. Es ist wahrscheinlich, dass auf die Felder ausgebrachte Gülle über Meliorationsgräben dann verstärkt in den Langen Trödel gelangt. Kanuverleiher Guido Markgraf stellt fest, dass das Wasser des Langen Trödels wie Jauche riecht. Der Unternehmer verzeichnet bereits erste finanzielle Einbußen. Nach den Kanufahrern Gerlinde und Dieter Hilser aus Berlin sollte das Gewässer gesperrt werden: „Die Wasserqualität ist katastrophal, es stinkt von Liebenwalde bis hierher und überall schwimmen tote Fische“.

    Von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Barnim hingegen kommt wie gewohnt Entwarnung. Sachgebietsleiter Ronny Baaske führt das Fischsterben auf natürliche Ursachen wie der geringen Fließgeschwindigkeit des Finowkanals und Sauerstoffarmut und zurück. Eingeleitete Schadstoffe werden kategorisch ausgeschlossen.

    Stets habe ich betont, dass die intensiven Schaumbildungen für ein natürliches, bzw. wenig beeinflusstes Fließgewässer untypisch sind und habe sie immer auf eingeleitete Fäkalien (menschliche Abwässer oder Gülle) zurückgeführt. Die von den Feldern eingetragene Gülle könnte zumindest eine der Ursachen für die Schaumbildungen sein.
    Die in einem hohen Maße eingetragenen Nährstoffe (Stickstoff- und Phosphorverbindungen) führen zu einer Nährstoffübersättigung des Finowkanals. Dies bewirkt wiederum ein verstärktes Wachstum von Wasserpflanzen bzw. Sumpfpflanzen. Es wird soviel organisches Material produziert, dass es nicht mehr unter einigermaßen sauerstoffreichen Bedingungen zersetzt werden kann. Der Abbau erfolgt daher zu einem großen Teil anaerob (unter Sauerstoffausschluss). Hierdurch entstehen Faulschlämme, die sich am Gewässergrund ablagern. Der Anteil der Faulschlammes müsste vermutlich so hoch sein, dass bereits ohne Aufwirbelung des Gewässergrundes aus diesem hohe Mengen H2S (Schwefelwasserstoff) entweichen, welches nach faulen Eiern stinkt. Unter solchen sauerstoffzehrenden Bedingungen haben die Fische selbstverständlich nicht genügend Sauerstoff, um zu überleben.

    Mir kommt es so vor, als wenn ein Engagement in der Sache seitens der Kreisverwaltung tunlichst vermieden wird, weil eventuell entstehende Kosten gefürchtet werden.

    Hier erneut mein Vorschlag:
    1. Es müssen aller Einleiter des Finowkanals kartiert und schädliche Einleitungen ausgeschlossen werden.
    2. Nach dieser Maßnahme könnte das Fließgewässer durch Selbstheilungskräfte wieder in einen akzeptablen, einigermaßen ökologisch ausgewogenen Zustand gelangen.

    Empfehlenswert aus der aktuellen Ausgabe des Eberswalde Blitz auch der thematisch bezogene Kommentar „Übler Geruch“ des Redaktionsleiters Björn Haase-Wendt, der die Verschmutzung des Langen Trödels bzw. des Finowkanals als wirtschaftliches und touristisches Handicap der Barnimer Region identifiziert.

  2. Mittlerweile ist es schon ein Pressespiegel.
    Hier weitere aktuelle Artikel über die Verschmutzung des Finowkanals:

    Tote Fische 
und Schaum trüben Idylle )

    Fischsterben am Langen Trödel (http://www.moz.de/details/dg/0/1/363288/)

    … und natürlich dürfen die gebetsmühlenartig wiederholten Entwarnungsmeldungen der Kreisverwaltung Barnim nicht fehlen.
    Selbst nach der Entdeckung eines Einleiterrohres bei Liebenwalde, aus dem große Mengen Abwasser in den Kanal strömen, möchte der Landkreis der Bevölkerung immer noch weismachen, dass mit dem Wasser des Finowkanals alles in bester Ordnung sei. Die Darstellung der wissenschaftlichen Zusammenhänge bzw. von Ursachen und Wirkungen erscheinen dabei mehr als dilettantisch:

    Fische starben durch zu wenig Sauerstoff (http://www.moz.de/details/dg/0/1/821097/)

  3. Die beiden inhaltlich identischen Artikel der MOZ-Ausgaben Bernau und Eberswalde vom 18.08.2011:
    Es stinkt, aber das soll so sein (http://www.moz.de/details/dg/0/1/950109/)
    Verfaultes Wasser
 fließt in Kanal ab (http://www.moz.de/details/dg/0/1/950420/)

    zeigen weitere durchaus plausible Theorien hinsichtlich der Verschmutzung des Finowkanals.

    Dem stellvertretenden Geschäftsführer des zuständigen Wasser- und Bodenverbandes „Schnelle Havel“ Liebenwalde, Bernhard Meinke, kann ich allerdings nicht ganz zustimmen. Wenn das Wasser auf den Feldern steht, dann wird es angereichert mit zahlreichen Nährstoffen, die u.a. aus ausgebrachter Gülle sowie Kunstdünger und natürlich auch aus Ernterückständen stammen. Diese finden schließlich ungehindert ihren Weg in den Langen Trödel/Finowkanal und führen dort zur umweltschädlichen Eutrophierung.

    Wie auch immer: Derzeit dient der Finowkanal nicht als unbedenkliches Badegewässer sondern als Vorfluter für Abwässer aller Art, und das darf nicht so weiter gehen!
    Gegen die Verschmutzung des Finowkanals muss schleunigst etwas getan werden. Warum werden die kontinuierlichen Eiinleitungen von den Behörden so geduldet? Im Interesse welcher Interessengruppen handeln die Verwaltungen? Alles auf Kosten der Anwohner, der Anglervereine, der Touristen und der Naturliebhaber?

    Meine Konsequenz daraus: Der (mediale) und politische Druck muss weitergeführt werden bis für das Problem endlich eine Lösung gefunden und diese umgesetzt wird!

    Bis dahin wäre den Organisatoren des künftigen Flussbadetages 2012, die genauso wie ich einen sauberen Kanal zum Ziel haben, zu empfehlen, eine helle Stoffpuppe an einem Seil in den Finowkanal zu lassen und nach fünf Minuten wieder herausziehen. Mal sehen, welch schöne braune Farbe diese dann angenommen hat.
    Eine erneute Freigabe für Badegäste im Rahmen eines Flussbadetages, vor allem gerade unter Berücksichtigung des neuen Kenntnisstandes, halte ich auch weiterhin für unverantwortlich.