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Drei Jahre Bürgerinitiative: Biosphäre unter Strom – keine Freileitung durchs Reservat!

Am 13.6.2008 fand im Fischrestaurant „Aquamarin“ in Serwest die erste öffentliche Veranstaltung der Bürgerinitiative (BI) gegen die von Vattenfall Europe Transmission geplante 380-kV-Freileitung von Bertikow (Prenzlau) nach Neuenhagen (Berlin) statt.
Die BI hat inzwischen viel, aber noch nicht alles erreicht.

Die Öffentlichkeitsarbeit der BI war insgesamt sehr erfolgreich. Heute sind viele in der Uckermark und im Barnim über die Planung der „Uckermarkleitung“ und die mit ihr verbundenen Gefahren für Mensch und Umwelt  informiert.
Eberswalde, Angermünde, Schwedt und viele Gemeinden, die im Trassengebiet liegen, haben sich gegen die 380-kV-Freileitung ausgesprochen und fordern eine Erdverkabvelung.
Im Planfeststellungsverfahren konnten 1233 Einwendungen von Betroffenen und ablehnende Stellungnahmen der betroffenen Kommunen und Umweltverbände mobilisiert werden. Die Stellungnahmen stützen sich auf wissenschaftliche Gutachten, die von der BI initiiert und gemeinsam mit den Kommunen finanziert wurden.
Erst kürzlich, am 20.5.2011, kamen die Mitglieder des Trassenplenums in der Blumberger Mühle zu dem Ergebnis, dass die von 50 Hertz Transmission, dem Nachfolger von Vattenfall als Netzbetreiber, vorgelegte Planung nicht genehmigungsfähig ist.
Noch hat sich die Genehmigungsbehörde, das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe in Cottbus, nicht zu dieser Feststellung durchringen können. Noch hofft das „Bergamt“, dass die Planung durch Nachbesserungen genehmigungsfähig werden könnte. Dabei ist klar, dass die Trassierung nicht genehmigungsfähig ist, denn die Querung von drei Großschutzgebieten (Randow-Welse-Bruch, Biosphörenreservat und Naturpark Barnim) und die Querung der Stadt Eberswalde ist einfach skandalös. Hier haben alle beteiligten staatlichen Stellen im Raumordnungsverfahren versagt, als sie diese Trassierung als „bedingt genehmigungsfähig“ erklärt haben.  Allerdings hätte auch der Projektant gegenüber den Schutzgebieten etwas mehr Sensibilität und Respekt zeigen müssen, denn der Status dieser Gebiete war klar. Die Alternativen einer westlichen oder östlichen Umgehung des Biosphärenreservats wurden nicht geprüft. Technische Alternativen wurden ebenfalls nicht untersucht, sondern nur pauschal verworfen.

50 Hertz Transmission hat inzwischen mit einer Akzeptanzoffensive begonnen und lädt Vertreter aus den Gemeinden und -verwaltungen  zu „Gesprächen“ ein. Man pflegt die politische Landschaft, um das natürliche Landschaftsbild  zerstören zu können.

Die Bürgerinitiative hat im Konflikt um die 380-kV-Freileitung einen langen Atem bewiesen und sie wird ihn auch noch weiterhin haben. Sie lebt von der Unterstützung der Bürger und Mandatsträger im Trassengebiet und schöpft daraus ihre Kraft.

Ihr Dank geht an alle, die sie in den vergangenen drei Jahren unterstützt haben, an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags, des Landtags, die Stadtverordneten und Gemeindevertreter und an die Umweltverbände NABU, BUND, Naturfreunde und die vielen lokalen Initiativen.

Nicht über unsere Köpfe! Keine Freileitung durch Schutz- und Wohngebiete!

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Veröffentlicht von

Hartmut Lindner lebt als (Un)Ruheständler in Berlin und Senftenhütte. Bis 2006 arbeitete er als Lehrer für Deutsch, Geschichte und Politische Weltkunde in Berlin. 1993 kam er als Wochenendler nach Senftenhütte, einem idyllischen Ort auf dem Endmoränenbogen. Er engagiert sich in der Bürgerinitiative Biosphäre unter Strom - keine Freileitung durchs Reservat und lokalen Initiativen, vor allem dem Keramikhütte e.V. in Senftenhütte und ist seit Jahren begeisterter Leser der Barnimer Bürgerpost.

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