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„Ein Freispruch ist ein Freispruch ist ein Freispruch“ – Späte Gedanken zum Kachelmann-Urteil

Der Name Jörg Kachelmann ist in den Annalen des Barnim-Blogs mehrfach hinterlegt. Deutschlands bekanntester Wetterfosch mit Schweizer Pass eröffnete vor Jahren mal ne Messstation in Eberswalde und war uns zudem als Moderator einer Diskussionsveranstaltung zum  Rüdnitzer-Alleen -Konflikt vermittelt worden. Damals allerdings hielt ihn Orkan „Kyrill“ in  den heimischen Bergen zurück.

Vorgestern ist nun der Prozess gegen ihn zu Ende gegangen. Es  war wohl im Rückblick der Öffentlichkeit die erwartete Mischung aus „Infotainment“ und „medialem Schlachtefest“, wobei sich die Messer bei Weitem nicht nur gegen den Angeklagten zu richten schienen.

Ich kann mir tatsächlich vorstellen, dass unter der Wirkung und in Wertung der „Gesamtvorstellung“ die ohnehin vorhandenen Hürden zur Anzeige eine Vergewaltigung auf Seiten der Betroffenen eher gestiegen sind  und verstehe die Befürchtungen entsprechender Hilfsorganisationen.

Andererseits finde ich es auch gruselig, wie beiläufig und selbstverständlich jetzt augenscheinlich  über eine Grundlage der Rechtsstaatlichkeit „gewettert“ wird. Das und nicht weniger ist der Zweifels-Grundsatz  “In dubio pro reo”  und eben kein „Qualitätsstandart“ zur Kategorisierung von Freisprüchen 1., 2., 3. oder vielleicht auch 4. Klasse.

Der Berliner Anwalt Carsten R. Hoenig, seit Jahren auch als Blogger aktiv, bemerkte in einem seiner jüngsten Beiträge:

„Das Verfahren an sich lag schon im Grenzbereich des Rechtsstaats. In den Urteilsgründen hätte Gelegenheit bestanden, ein paar Korrekturen vorzunehmen. Für mein Empfinden hat das Gericht diese Chance nicht genutzt.“

„Ein Freispruch ist ein Freispruch ist ein Freispruch“, so Hoenig abschließend. „Zweitklassig können allenfalls Urteilsgründe ausfallen.“


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Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.

3 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Fein, dass nun endlich auch das Barnim-Blog seinen Senf zu diesem Theater dazu gibt. Damit ist nun wohl wirklich ALLES gesagt. ;-)

  2. @der Hönower:
    Ich frage mich andereseits immer, warum ich zu bestimmten Themen nichts mehr sagen darf, nur weil alle Anderen schon soviel Meinung abgesondert haben.
    Guten Morgen!…und feier nicht so wild!

  3. Annalen kommt von „annum“ – das Jahr, nicht von „anus“. Also wenn’s geht bitte mit zwei „n“.