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Poetry Slam in Bernau – der Vierte in Folge

Eine kleine Bühne und ein Mikrofon, mehr benötigt ein Slammer nicht, um seine Texte vorzutragen.
Auf der Bühne im Steintorklub Bernau, steht außerdem noch eine Stehlampe, die wahrscheinlich die 70er Jahre überlebt hat. Das sieht lustig aus und sehr „ostalgisch“.

Das Publikum ist gemischt, so etwa von 16 bis gefühlte 70 Jahre.
Seit Besuch meines ersten Slams bin ich infiziert.

Im Prinzip handelt es sich um einen Dichterwettbewerb, eine in Chicago gegen 1986 erfundene Form der Interpretation von Texten, innerhalb einer vorgegebenen Zeit. Allerdings, die Texte schreiben die Poeten selbst, denn nur eigene sind erlaubt. Von Lyrik, Kurzprosa, Comedy, Rap – alles ist dabei. Requisiten gibt es nicht und auch keine Kostümierungen.
Die Freidenker Barnim haben den Poetry Slam nach Bernau geholt und damit wieder einmal die richtige Idee zur richtigen Zeit gehabt, denn die Veranstaltungsreihe erfreut sich zunehmender Beliebtheit.
Moderiert wird der Dichterwettstreit vom sogenannten Slammaster, in unserem Falle von Manuel Goldbach, der auch in der Berliner Szene kein Unbekannter ist.

Die Texte sind so unterschiedlich, wie es die Leute sind, die diese erdacht haben. Fünf Minuten lang reimen, ohne auf einen Zettel zu sehen, dabei auch noch tiefgründig und/oder humorvoll zu sein, ist schon eine große Leistung. Erst recht, wenn das ein 17jähriger drauf hat. Zu hören sind aber auch traurige Gedichte, Geschichten, Wortspielereien.

Die Texte sind oft aus dem Leben gegriffen, ernst, humorvoll, sarkastisch und fantastisch. Es kann passieren, dass das Publikum abwechselnd zu Tränen gerührt ist – entweder aus mitfühlender Traurigkeit heraus oder wegen Lachanfällen.

Wer gewinnt, entscheiden die Zuschauer, durch Beifallsbekundungen oder per Zettelwahl. Den Slammern, obwohl im Wettbewerb stehend, geht es in erster Linie darum, dass das Publikum ihnen zuhört und ihre Leistung anerkennt. Ihren Kontrahenten zollen sie viel Respekt, ermutigen sich gegenseitig und gratulieren zum Erfolg.

Der Gewinner bekommt natürlich einen besonderen Preis. Es handelt sich um eine handgefertigte, etwas schräge Bücherratte aus Ton, gestiftet und hergestellt vom Barnimer Jugendwerk e.V., die jedes Mal ihr Outfit wechselt und immer ein Unikat ist.

Der Poetry Slam ist eine Unterhaltung der besonderen Art. Nachhause geht man mit dem Kopf voller Gedanken und Bewunderung für die Akteure.

Der 4. Poetry Slam am 07.05. 2011 hat es wieder in sich. Angekündigt sind unter anderem: Sascha Delitzer (Titelverteidiger), Arno Wilhelm, Paul Weigl, Marvin Weinstein, Maria Maddalena, Micha Breest, Conserve und Curtis. Für die Unterhaltung zwischendurch kommt Jan Pappke (Gitarre und Lyrik).
Die Veranstaltung  beginnt um 20.00 Uhr. Wer schlau ist, kommt zeitig und sichert sich so die besten Plätze.
Der Eintritt ist kostenfrei. Das finde ich eigentlich nicht so gut, denn der Unterhaltungswert dieser Veranstaltung ist hoch, aber vielleicht gibt es  ja ein Sparschwein, in welches jeder eine kleine Spende werfen kann…
Informationen unter Freidenker e.V., Tel.: 03338/39630

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