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Schutz vor Wölfen – Herdenschutzhunde und Esel als Sicherheitsbeamte und Leibwächter der Weidetiere

In den letzten Monaten haben sich im brandenburgisch-mecklenburgischen Raum die Meldungen über Angriffe von Wölfen auf Weidetiere gehäuft.
Die NaturFreunde Oberbarnim-Oderland e.V. haben zum Thema Wölfe in Brandenburg nun eine Pressemitteilung herausgebracht, die einen interessanten als auch teils amüsanten Lösungsansatz verfolgt.
Darin heißt es:

Nun sind die ersten Vertreter über 100 Jahre nach der Ausrottung endlich wieder da. Der Wolf kommt nach Hause.
Auch wenn für viele der Wolf noch immer für das Böse schlechthin steht und einige am Rotkäppchensyndrom leiden, der Wolf gehört hier her.
Nur eine möglichst große Artenvielfalt lässt unsere arg geschundene Natur wieder gesunden.
Das der Wolf Menschen ohne Grund angreift, gehört wohl eher in das Reich der Märchen. Wenn sie bedrängt werden, dann reagieren sie wie alle Tiere aggressiv.
Ansonsten sind Wölfe so scheu, das man wohl eher von Glück sprechen kann, wenn man einmal im Leben einen echten, freilebenden Wolf begegnet ist.
Ein wirkliches Problem ist unsere Haustierhaltung. Gerade bei der Freilandhaltung fühlt sich der Wolf wie im Schlaraffenland. Und auch Wölfe lieben es bequem. Warum also anstrengend ein flüchtendes Tier jagen, wenn der Mensch die fetten Weidetiere schon zusammengetrieben und eingepfercht bereitgestellt hat.
Aber das Problem ist gar nicht so neu und lösbar. Bereits im Mittelalter mussten die nomadisch lebenden Hirten und Viehhalter ihre Tiere gegen Angriffe von Wolf und Bär schützen.
Als besonders bewährt hatten sich sogenannte Herdenschutzhunde, große, schwere, massive und furchtlose Tiere, die allein durch ihr Auftreten Raubtiere verscheuchten aber auch, wenn es darauf ankam, blitzschnell angriffen.
Heute sind die mächtigen Herdenschützer wieder gefragt. Als solche werden sie allerdings nicht geboren. Die Hunde kommen als Welpen in die Herden, erleben dort ihre Sozialisierungsphase und fühlen sich als Mitglieder der Herde. Sie arbeiten ohne Kommando völlig selbstständig. Der WWF hat ein Pilotprojekt für „mobile“ Herdenschutzhunde ins Leben gerufen. Diese Eingreiftruppen bestehen aus zwei Teams mit je zwei Hunden, die zusätzlich zu ihrer eigentlichen Ausbildung trainiert wurden, auch fremde Herden zu schützen. Auch in Brandenburg sollen in Kürze solche Herdenschutzhunde zum Einsatz kommen. Zwei Teams des WWF stehen dafür bereits einsatzbereit.

Andere Länder wie Namibia und Kanada haben den Esel als Herdenwächter entdeckt. Esel haben ein sehr feines Gehör, sehen ausnehmend gut und haben ein hervorragende entwickelten Geruchssinn.
Sie melden sofort, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Warnrufe eines Esel dringen kilometerweit. Gegenüber Herdenschutzhunden haben Esel den Vorteil, dass sie keine besondere Ausbildung benötigen, sich viel schneller an neue Bezugspersonen und Herden gewöhnen und viel genügsamer in der Haltung sind. Bekannt ist der Esel als Herdenschützer bereits seit Jahrtausenden. Leider werden die jahrhundertelangen Erfahrungen unserer Vorfahren im Umgang mit und nicht gegen die Natur in unserer heutigen, schnelllebigen Zeit oft viel zu wenig anerkannt und geschätzt.

Aber vielleicht sehen wir ja auch in Brandenburg bald mehr Esel auf den Weiden als Wachesel für Schafe und Co.

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Dr. Andreas Steiner, Diplom-Geograph und Waldökologe, lebt seit 1999 im Barnim. Als Fachgutachter ist er bei einem Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Berlin beschäftigt, der innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte von klein- und mittelständischen Unternehmen im Bereich Technologie betreut. Seit mehr als 10 Jahren engagiert sich der Querdenker und -tuer ehrenamtlich in der Umwelt- und Sozialpolitik.
Im Rahmen der Brandenburger Kommunalwahlen 2008 wurde er als Parteiloser für Bündnis 90/Die Grünen in die Eberswalder Stadtverordnetenversammlung gewählt. Ende 2011 musste er aufgrund eines Wohnsitzwechsels dieses Mandat niederlegen. Derzeit gehört er der Gemeindevertretung Schorfheide an und ist Vorsitzender der Fraktion Freie Wähler/Bürgergemeinschaft Kommunalabgaben (BKB).
Steiner hat Mitgliedschaften der GRÜNEn LIGA Brandenburg und der NaturFreunde Oberbarnim-Oderland. Seine Hobbys sind Wandern, Radfahren, Schwimmen, Saunieren, Kochen – und natürlich der ehrenamtliche Journalismus, insbesondere wenn es um die Behandlung kritischer und brisanter Themen geht.
Folgenden Leitspruch eines großen deutschen Gewerkschafters hat er sich zum Lebensmotto gemacht: „Nicht Ruhe, nicht Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit“ (Otto Brenner, 1968).

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