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Clara-Zetkin-Siedlung in Eberswalde zukünftig vom Busverkehr abgekoppelt

Als ich die Nachricht auf ODF las, habe ich sie für einen schlechten Scherz gehalten:
Mit Einführung eines neuen Fahrplanes wurde die Buslinie 864 zur Clara-Zetkin-Siedlung gestrichen. Laut Barnimer Busgesellschaft bestehe kein ausreichender Bedarf, so dass sich die Linie wirtschaftlich nicht rechnet. Gespräche hierzu gab es mittlerweile zwischen der Stadtverwaltung Eberswalde und der BBG. In diesem Rahmeni wurde deutlich, dass sich auf absehbarer Zeit nichts an der Situation ändern wird.

Meine Fragen hierzu:
– Warum wurden die Bürger auf diese Weise „Knall auf Fall“ vor vollendete Tatsachen gestellt?
– Welche Alternativen gibt es, damit die Mobilität der Einwohner der Clara-Zetkin-Siedlung gewährleistet wird?
– Wie sieht nun diesbezüglich das „Krisenmanagement“ der Stadt Eberswalde aus?

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Veröffentlicht von

Dr. Andreas Steiner, Diplom-Geograph und Waldökologe, lebt seit 1999 im Barnim. Als Fachgutachter ist er bei einem Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Berlin beschäftigt, der innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte von klein- und mittelständischen Unternehmen im Bereich Technologie betreut. Seit mehr als 10 Jahren engagiert sich der Querdenker und -tuer ehrenamtlich in der Umwelt- und Sozialpolitik.
Im Rahmen der Brandenburger Kommunalwahlen 2008 wurde er als Parteiloser für Bündnis 90/Die Grünen in die Eberswalder Stadtverordnetenversammlung gewählt. Ende 2011 musste er aufgrund eines Wohnsitzwechsels dieses Mandat niederlegen. Derzeit gehört er der Gemeindevertretung Schorfheide an und ist Vorsitzender der Fraktion Freie Wähler/Bürgergemeinschaft Kommunalabgaben (BKB).
Steiner hat Mitgliedschaften der GRÜNEn LIGA Brandenburg und der NaturFreunde Oberbarnim-Oderland. Seine Hobbys sind Wandern, Radfahren, Schwimmen, Saunieren, Kochen – und natürlich der ehrenamtliche Journalismus, insbesondere wenn es um die Behandlung kritischer und brisanter Themen geht.
Folgenden Leitspruch eines großen deutschen Gewerkschafters hat er sich zum Lebensmotto gemacht: „Nicht Ruhe, nicht Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit“ (Otto Brenner, 1968).

11 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Also auf der Homepage der BBG ist nur folgendes zu lesen: „… 864
    Alle Fahrten am Sonntag entfallen, lediglich der RufBus in den Abendstunden bleibt am Sonntag bestehen….“ Und dem aktuellen Fahrplan auf der Seite ist auch keine „Abkopplung“ der Siedlung zu entnehmen. Gestrichen wurde die 863 vom Bahnhof direkt zum Gropius-Krankenhaus! Vielleicht sind wir da ja einer Fehlmeldung aufgesessen? ;-)

  2. @Michael Peukert
    Richtig, auf der Homepage der BBG ist lediglich von der 863 (Eberswalde, Busbahnhof > Leibnizviertel > Gropius-Krankenhaus) die Rede, das ist mir auch schon aufgefallen.
    Was mich aber irritiert ist, dass die letzte Änderung (am Regional- und Stadtfahrplan) am 12.12.2010 vorgenommen worden ist. Und das ist schon ein bisschen her.
    Ich hoffe inständig, dass die Clara-Zetkin-Siedlung nicht betroffen ist und es sich tatsächlich um eine Fehlmeldung des ODF vom 31.01.2011 handelt!

  3. Mit dem Fahrplanwechsel zum 12.12.2010 wurden die Leistungen der Linie 864 am Sonntag durch den Landkreis Barnim abbestellt.
    Das Angebot von Montag bis Samstag bleibt weiterhin bestehen.

  4. Lieber Dr. Steiner,
    keine 24 Stunden später ist somit eines klar, Sie haben nicht richtig recherchiert. Schade, hätte ich so nicht erwartet. Im Übrigen, viele Orte im ländlichen Raum verfügen gerade am Wochenende über keinen oder nur sehr eingeschränkten ÖPNV, ich denke aus umweltpolitischer und wirtschaftlicher Sicht auch verständlich.

  5. @Barnimer Busgesellschaft
    Herzlich Willkommen auf dem Barnimblog und vielen Dank für die schnelle und aufklärende Info!
    @Philipp Schöning
    Auch Ihnen gilt mein Dank!

    @Mathias Wiegand
    Lieber Mathias,
    zunächst einmal, „alter Gewerkschaftskämpfer“, dachte ich bislang, wir wären beim „Du“? Ich bleibe einfach mal dabei, solange Du es mir nicht untersagst. ;-)
    Wie Du aus meinem Artikel ersehen kannst, habe ich nicht recherchiert und auch keinen Anspruch angemeldet eine ordentliche Recherche durchgeführt zu haben. Ich habe mich lediglich auf eine Pressemitteilung des ODF bezogen, die wortwörtlich folgendermaßen lautet:

    Kein Bus
    Clara-Zetkinsiedlung

    Die Buslinie zur Clara-Zetkinsiedlung wurde mit Einführung des neuen Fahrplans gestrichen. Nach Informationen der Eberswalder Stadtverwaltung gab es dazu Gespräche mit der Barnimer Busgesellschaft, jedoch werde sich an der jetzigen Situation nichts ändern. Laut BBG bestehe kein ausreichender Bedarf, so dass sich die Linie wirtschaftlich nicht rechnet.

    Diese Aussage ist für mich eindeutig, dass die Streichung der Buslinie nicht auf den Sonntag beschränkt ist. Sie vermittelt generelle Gültigkeit.

    Bin aber etwas verwundert, weshalb Du mir gegenüber plötzlich mit solch einen ironischen Unterton von oben herab reagierst.
    Könnte der Grund vielleicht darin liegen, weil ich Deinen lieben CDU-Parteikollegen Dr. Jacobs wegen der Sache mit den Aufwandsentschädigungen öffentlich angegriffen habe?

    Doch zurück zum Thema: Mich würde schon interessieren, was die Einwohner der Clara-Zetkin-Siedlung und Finows von der Streichung des Busses am Sonntag halten. Es ist für sie ja nicht unbedingt eine positive Nachricht, weil eine, wenngleich geringe, Einschränkung in der Mobilität damit verbunden ist. Bin mal auf Reaktionen gespannt…

  6. @Andreas

    Du kannst ruhig beim Du bleiben :-), bin ja auch Gewerkschafter und Personalratsmitglied.

    Ich wollte nicht „von Oben“ herab klingen, aber Dein Einwurf zu einem „Krisenmanagement“ der Stadt Eberswalde hielt ich gelinde gesagt, zu überzogen. In vielen Ortsteilen im Flächenland sind Busverbindungen gerade an den Wochenenden gestrichen worden, weil durch Fahrgäste nicht genutzt. Daher auch mein Einwand zum ökologischen Aspekt. Der finanzielle Aspekt ist ein anderer. Ich denke da gehen wir gemeinsam. Auch in Werneuchen hat es seinerzeit Streichungen gegeben, sogar Proteste. Aber wenn niemand, oder nur ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung, den ÖPNV an bestimmten Tagen auf bestimmten Strecken nutzt, dann muss schon mal nach dem Sinn der dann entstehenden Leerfahrten, auch aus wirtschaftlicher Sicht, gefragt werden.

    Zu den anderen Sachen (nun wohl auch offiziell)
    1 ich bin seit letztem Frühjahr nicht mehr CDU Fraktionsvorsitzender in Werneuchen, auch kein Mitglied der SVV mehr
    2. ich bin seit letztem Frühjahr nicht mehr Ortsvorsteher des Ortsteiles Willmersdorf
    3. ich bin nicht mehr Mitglied der CDU
    4. ich wohne in Bernau

    Deinen, auch öffentlich, erhobenen Vorwurf an die Mitglieder des Kreistages (Erhöhung der Aufwandsentschädigungen) kann ich nachvollziehen und finde ihn im Übrigen richtig.

  7. Lieber Mathias,
    danke für Deine klärenden Worte und den Neuigkeiten über Deine Person!
    Es freut mich, dass Du hinsichtlich der Erhöhung der Aufwandsentschädigungen die gleiche ablehnende Meiinung vertrittst.

    Mein Einwurf zu einem Krisenmanagement der Stadt Eberswalde basierte, wie die Intension meines Artikels überhaupt, auf die Falschmeldung im ODF, die unmissverständlich wiedergab, dass die Buslinie zur Clara-Zetkin-Siedlung gänzlich gestrichen werden sollte.
    Das ist jetzt, dank der klärenden Informationen der Barnimer Busgesellschaft und Philipp Schönings, natürlich hinfällig.

    Dennoch möchte ich mal ganz dumm nachfragen (die Frage geht an ALLE): Besteht für die Bürgerinnen und Bürger der Clara-Zetkin-Siedlung die Möglichkeit, einen Shuttle-Bus anzufordern, wenn der Bus der BBG am Sonntag nicht mehr fährt?

  8. Ich sehe gerade. Das ODF hat seine Pressemitteilung nun korrigiert. In einem Nachtrag heißt es:

    Korrektur:
    Am 31.01.2011 hatten wir in unserem Online-Artikel fälschlicherweise berichtet, dass die Buslinie komplett eingestellt wird. Richtig hätte es heißen müssen, dass die Buslinie am Sonntag eingestellt wird.

  9. Lieber Kollege Dr. Steiner,
    hier ist in erster Linie der Siedlungsbeirat der Clara-Zetkin Siedlung, der Eberswalder Senioren-und Kulturbeirat, das Eberswalder Kinder-und Jugendparlament und natürlich der zuständige Finower Ortsvorsteher Arnold Kuchenbecker(SPD) gefordert. Die Einwohner der Siedlung müssen natürlich selbst aktiv werden nach dem altem Motto: Wer nicht kämpft, der hat schon verloren!
    Die Stadtverordnetenkollegen Jörg Schneidereit(DIE LINKE) der bereits eine diesbezügliche Anfrage in der Stadtverordnetenversammlung gestellt hatte sowie Christoph Eydam (CDU) die selber auch Einwohner der Siedlung sind sollten begleitend unterstützen und das „Ohr an den Massen“ haben für eventuelle Lösungsvorschläge inbesondere bei den SeniorInnen und Jugendlichen die über keine eigene Fahr-oder Mitfahrmöglichkeit verfügen.
    PS: Dies sollte aber nicht als Wort zum Sonntag verstanden werden!

  10. @Carsten Zinn
    Die diesbezügliche Anfrage von Jörg Schneidereit in der StVV ist mir bekannt, umso mehr hatte mich die „Horror“meldung des ODF verwundert und irritiert. Aber das ist ja nun geklärt.
    Klar müssten die Einwohner der Clara-Zetkin Siedlung das Heft selbst in die Hand nehmen. Mal sehen, was passiert.