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„Kommunalehe“ Bernau-Panketal?: Grüner Bürgerstammtisch am 28. Januar 2011

Das die Stadt Bernau und die Gemeinde Panketal geografisch gesehen Nachbarn sind dürfte wohl nicht zu bestreiten sein. Das  „grenzüberschreitende“ Herausforderungen nicht gemeinsam gelöst werden und es um das Verhältnis der Kommunen nicht grade zum Besten bestellt  ist scheint ebenso offensichtlich.

Befindlichkeiten vs Vernunft? Macht eine „Kommunalehe“ der Randberliner Wachstumsgebiete überhaupt Sinn, gibt es inhaltliche Schnittmengen, welche Synegieeffekte sind zu erwartenund was sagen eigentlich die Bernauer und Panketaler zum Thema.
Die Niederbarnimer Bündnisgrünen, in ihrer diesbezüglichen Positionierung ebenfalls noch im Diskussionsprozess, wollen das vermeintlich „heiße Eisen“ am 28.01.2011 mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.

Veranstaltungsort ist, ab 19:30 Uhr, wie immer „Leo`s Restauration“ (Schönower Str. 59, 16341 Panketal/ OT Zepernick).


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14 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Gemeindefusionen, Gebietsänderungsverträge, Kommunalreform, Gemeindegebietsreform, Föderalismuskommision…… was wurden die Bürgerinnen und Bürger in den letzten Jahren mit „patenten“ Rezepten überhäuft.

    Ich selbst, 2003 gegen die Gemeindegebietsreform, kann nur sagen, der Hang nach Zentralismus scheint vielen in den Verwaltungen und Gremien immer noch nicht abhanden gekommen zu sein. Die Freiheit der Selbstbestimmung über die eigenen Angelegenheiten VOR ORT ist nun auch in Panketal und Bernau erst wieder seit 20 Jahren möglich. Diese Freiheit zugunsten irgendwelcher Synergieeffekte (Geld) aufzugeben, wäre m.E. nach ein Fehler.

    Auch nach 2003 kann niemand „beziffern“ welche Einsparpotentale durch die Gemeindegebietsreform genutzt werden konnten. Die Bürgerbeteiligung hat jedenfalls gelitten. Die Menschen fühlen sich vielerorts nicht mehr durch Gremien oder Verwaltung in ihren berechtigten Interessen vertreten.

    Eine föderale Struktur wie die unsere in Deutschland, ist aus meiner Sicht am besten geeignet, die Interessen der Menschen aufzunehmen und den Willen zu artikulieren.

  2. @Mathias Wiegand: ein klares „Jein“ dazu.
    Gemeindefusionen machen wirklich nur da Sinn, wenn bestehende Nachteile dadurch abgemildert werden können, ohne sich Neue einzukaufen.
    Wenn sich zwei unmittelbare Nachbargemeinden versuchten, gegenseitig mit aggressiver Gewerbeansiedlungspolitik das Wasser abzugraben, wäre das schon ein Punkt, auf den man den Daumen legen müsste.
    Wenn eine gemeinsame Be- und Entwässerung mit den dazugehörigen Anlagen aufwendig geteilt werden muss, weil sich die Betreibergemeinden gegenseitig in die Haare bekommen haben – aus welchem grund auch immer, soll hier gar nicht untersucht werden – und wenn am Schluß der Bürger dafür in Form höherer Beträge die Zeche zahlen müsste, dann wäre auch das ein Punkt, der für eine Fusion dieser Nachbargemeinden spräche, weil sonst der Zweckverband nicht mehr aufzubauen wäre.
    Das sind inhaltliche Fragen einer sinnvoll funktionierenden und möglichst bürgernahen Verwaltung.
    Wenn diese Fragen aber keine Rolle spielten, sondern als einzige Triebfeder ein Streben nach Einsparung von Geld durch Verkleinerung der Verwaltung ins Feld geführt würde, hätten Sie unumwunden recht. Geld alleine ist nicht Alles.
    Ich glaube ohnehin, dass das Hauptproblem bei der Diskussion solcher Fragen die Psychologie ist. Wie nimmt man die Bürger mit ins Boot? Wo liegen die Befindlichkeiten? Wo werden harte Sachargumente ins Feld geführt, die abgewogen werden müssen.
    Und um das zu ergründen, machen wir die Veranstaltung, zu der Sie als erfahrener Kommunalpolitiker herzlich eingeladen sind.

  3. In verschiedenen Gesprächen, die ich anläßlich des Bernauer Neujahrsempfangs geführt hatte, wurde deutlich, dass das Thema Gemeindefusion oder auch nur die Zusammenarbeit Bernau-Panketal die Menschen durchaus bewegt.
    Das lässt auf einen guten Besuch der Veranstaltung und gute Diskussionen hoffen.

  4. Fragen nach der Lektüre des „MOZ“ Artikels zu o.g. Veranstaltung:

    Gibt es irgendeine objektive, d.h. unabhängige Analyse zu den Effekten der Gemeindegebietsreform 2003? Ist wirklich irgendetwas durch diese mit Brachialgewalt durchgepeitschte „Reform“ des Generalissimus Schönbohm besser, preiswerter, demokratischer geworden? Werden die Brandenburger seitdem demokratischer und vor allem besser verwaltet? Was haben sie aufgeben müssen für die weitere Zentralisierung kommunaler Aufgaben? Sind das Chaos mit Post und Kurierdiensten nach den Straßen-und Ortsumbenennungen sowie mit den neuen Postleitzahlen schon wieder vergessen und wer entschädigt den Bürger eigentlich für dieses seit Jahren anhaltende Durcheinander? Sind Social skills wie Heimatgefühl, Heimattreue und Liebe zum Heimatort unnötig in Zeiten des ständigen Wandels, in Zeiten gnadenloser Globalisierung? Schaffen wir uns nicht mit immer größeren, noch zentralisierteren Verwaltungseinheiten, die gleichzeitig auch eine noch höhere Mobiliät des Bürgers voraussetzen, die Strukturen von Vorgestern – als nämlich unsere Energievorräte noch unerschöpflich erschienen? Was drängt die Grünen in Brandenburg in einer Art vorauseilendem Gehorsam gegenüber Platzecks SPD und deren Schreibtischplänen sich derartigen unnötigen Überlegungen hinzu geben – wenn o.a. Fragen noch nicht einmal ansatzweise geklärt sind? Fragen über Fragen.
    Und eine ganz persönliche Frage an gutsituierte „grüne“ Beamte, die im Barnim wohnen und in Berlin einen gutbezahlten Arbeitsplatz haben: Sind 10 Euro höhere Hundesteuer und Gebühren für Leistungen, die durch die Stadt Bernau fast nie erbracht werden, wirklich nicht der Rede wert?

  5. Pingback: Kommunalehe Panketal-Bernau: Pressespiegel zu einer Diskussion mit Entwicklungspotenzial – Von Stefan Stahlbaum

  6. Keene Antwort is och ’ne Antwort. Insofern sollte man die künstliche Diskussion wahrscheinlich als große Kaugummiblase abhaken. Danke für’s Gespräch.

  7. Tja, da schließe ich mich Herrn V. an. Und mir fällt da ein Internetspruch ein, vor Jahren gelesen, heute zum Thema entdeckt:

    Doch wir Manager versuchen oft andere Strategien, nach denen wir in dieser Situation handeln:

    Wir besorgen eine stärkere Peitsche.
    Wir wechseln die Reiter.
    Wir sagen: „So haben wir das Pferd doch immer geritten.“
    Wir gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
    Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
    Wir erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
    Wir bilden eine Task Force, um das tote Pferd wiederzubeleben.
    Wir schieben eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen.
    Wir stellen Vergleiche unterschiedlich toter Pferde an.
    Wir ändern die Kriterien, die besagen, ob ein Pferd tot ist.
    Wir kaufen Leute von außerhalb ein, um das tote Pferd zu reiten.
    Wir schirren mehrere tote Pferde zusammen an, damit sie schneller werden.
    Wir erklären: „Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch schlagen könnte.“
    Wir machen zusätzliche Mittel locker, um die Leistung des Pferdes zu erhöhen.
    Wir machen eine Studie, um zu sehen, ob es billigere Berater gibt.
    Wir kaufen etwas zu, das tote Pferde schneller laufen lässt.
    Wir erklären, dass unser Pferd „besser, schneller und billiger“ tot ist.
    Wir bilden einen Qualitätszirkel, um eine Verwendung für tote Pferde zu finden.
    Wir überarbeiten die Leistungsbedingungen für Pferde.
    Wir richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.

    Doch wir Manager entwickeln stetig weitere Strategien um Konsequenzen zu verschleppen.

    Wer sagt dass man tote Pferde nicht reiten kann?
    Wir lassen das Pferd schnellstens zertifizieren.
    Wir frieren das Pferd ein und warten auf eine neue Technik, die es uns ermöglicht, tote Pferde zu reiten
    Wir bilden einen Gebetskreis der unser Pferd gesund betet.
    Wir stellen das tote Pferd bei jemand anderem in den Stall und behaupten, es sei seines.
    Wir stellen fest, dass die anderen auch tote Pferde reiten und erklären dies zum Normalzustand!
    Wir ändern die Anforderung von „reiten“ in „bewegen“ und erteilen einen neuen Entwicklungsauftrag.
    Wir sourcen das Pferd aus.
    Wetten, dass das Vieh nur simuliert!
    Wenn man das tote Pferd schon nicht reiten kann, dann kann es doch wenigstens eine Kutsche ziehen!

  8. Liebe Mitdiskutierer, die ich persönlich alle !!! sehr schätze, auch wenn ich schon seit über 28 Jahren bei den Grünen bin (ok, habe mich eben als Wessi geoutet). Weil parteipolitische (Nicht)Zugehörigkeit ja Themen durchaus beleben kann, möchte ich als Zugereister aus Bayern (eigentlich Unterfranken, aber das zu erklären würde zu lange dauern) nur sagen, was mir an der Diskussion auffällt. Hierzu ein paar Stichworte:
    Heimat, Selbstbestimmung, Synergieeffekte, Globalisierung, Netzwerke
    Ich wohne hier seit 1996 und einige Zeit ging mir hier die Kommunalpolitik am A…. vorbei und ich habe mich mehr für den Stadtrat in Würzburg (1986 weggezogen!) als für die Stadtverordneten in Bernau bei Berlin interessiert. Bernau lag am Chiemsee und nicht bei Berlin. Mittlerweile empfinde ich Schönow, Bernau, Zepernick, Barnim als meine Heimat und – noch schlimmer – andere Wessis (Freunde) zogen nach, u.a. weil wir (meine Familie) überzeugt für unsere NEUE Heimat werben konnten (leider auch alles keine Hartz IV Empfänger und somit gute Steuerzahler, womit gegen Hartz IV Empfänger nichts gesagt sein soll!). OK – die haben auch gebaut und somit die Landschaft zersiedelt – aber da sitze ich im Glashaus und nicht nur bei den Grünen.
    Ob nun Panketal mit Bernau zusammengeht oder nicht – ich werde es überleben. Nur als Zugereister (das ist in Bayern mitunter schwieriger als hier) komme ich mir ein wenig dämlich vor, wenn dann von Netzwerken (bei uns in Bayern nannte sich das Filz – davon gibt es parteiübergreifend sehr viel in Bernau) und Identifikation mit Bernau oder Panketal die Rede ist. Bitte überlegt euch doch mal wie viele Zugereiste mittlerweile hier leben, die auch wie ich z.B. von der S Bahn Zepernick nach Hause (Achtung Heimat!!!) am Zepernicker Hof (leider scheint der Pächter abhanden gekommen zu sein) vorbei achtlos am Ortsschild Zepernick oder Bernau oder was weiß ich, was da drauf steht, vorbeigelaufen ist. Will sagen – bei mir persönlich ziehen diese Argumente nicht. Für andere sind diese aber durchaus nachvollziehbar.
    Ich würde mich in jedem Fall riesig freuen, wenn Herr Valentin und Herr Wiegand vorbeischauen würden, wenn das Thema nochmal aufgegriffen werden sollte. Ich gebe auch gerne einen aus!
    Für mich ist das Pferd nicht tot. Ich weiß das sicher, weil meine Frau eins hat.
    ;-))

  9. Sehr geehrter Herr Kremling,
    ich nehme gern diese Gesprächseinladung an. Vielleicht am letzten Freitag im Februar (25.), 19.00 in Zepernick (Grüner Stammtisch, Veranstaltungsort „Leo`s Restauration“ (Schönower Str. 59, 16341 Panketal/ OT Zepernick).

    Obwohl ich dort nicht Mitglied bin, schaue ich gern vorbei.
    Wie wäre es?

  10. @Thomas Kremling: Kein Mensch will Sie oder andere „Wessis“ nach Bayern zurückschicken! Nur wie man heute in der „MOZ“ lesen konnte, ist das „Pferd“ – ich bleibe mal bei dem Bild von Herrn Wiegand- vom völlig falschen Ende aufgezäumt. Ich hoffe, dass man nach den heute berichteten Einsichten des Potsdamer Innenministeriums zu wirklich durchdachten Lösungen für eine verbesserte Verwaltungsarbeit kommt. Dabei können Gebietsreformen und Orts- bzw. Ämterzusammenlegungen nur ein Baustein und kein Allheilmittel sein. Undurchdachte Schnellschüsse der Sorte „Generalissimus“ Schönbohm hatten wir in Brandenburg doch wohl genug (Siehe auch Artikel zur Doppik in der heutigen MOZ).
    Wußten Sie übrigens, dass die Landkreis in Bayern durchschnittlich kleiner als in Brandenburg sind? Läuft die Verwaltung deshalb dort noch schlechter als in Brandenburg? Reden die Bayern und Franken eigentlich auch ständig von Gemeindegebietsreformen?

  11. Bei der nächsten Reform ist jedoch für mich nicht so sehr entscheidend, welche Lösungen vom Innenministerium vorgegeben werden, sondern welche Ideen und Vorstöße die einzelnen Kommunen und Ämter, mithin die Bürger selbst, in diesen Prozess einbringen. Wenn es die Bürgerinnen und Bürger in Brandenburg denn interessiert. Ansonsten werden sie sich in der „kleinen DDR“ als Heimat zurechtfinden müssen, oh, Entschuldigung, dass haben ja viele schon und sind glückseelig.

  12. Ich schätze, werter Dr. Valentin, dass wir in der Beurteilung der Dinge einen größeren Dissenz haben.
    Und wenn die Erwiderung auf Ihren Kommentar hier ausblieb, lag es daran, dass ich in der MOZ die Erwiderung geschrieben hatte.
    Ihre daraus gezogenen Rückschlüsse lasse ich bewusst unkommentiert…

    Ich nehme wie im Kommentar in der MOZ erbeten aus meiner persönlichen Sicht der Dinge Stellung zu Ihren Fragen.
    Innerhalb unserer Partei ist der Meinungsbildungsprozess noch nicht abgeschlossen und für die Äußerung unserer Parteimeinung wären dann die Sprecher zuständig:

    “…Gibt es irgendeine objektive, d.h. unabhängige Analyse zu den Effekten der Gemeindegebietsreform 2003?
    Ist wirklich irgendetwas durch diese mit Brachialgewalt durchgepeitschte “Reform” des Generalissimus Schönbohm besser, preiswerter, demokratischer geworden?
    Werden die Brandenburger seitdem demokratischer und vor allem besser verwaltet?
    Was haben sie aufgeben müssen für die weitere Zentralisierung kommunaler Aufgaben?”
    Sind das Chaos mit Post und Kurierdiensten nach den Straßen-und Ortsumbenennungen sowie mit den neuen Postleitzahlen schon wieder vergessen und wer entschädigt den Bürger eigentlich für dieses seit Jahren anhaltende Durcheinander? …”

    Dass die 2003er Reform nichts brachte, steht heute in der MOZ.
    Das tut aber m.E. in der vorliegenden Diskussion nichts zur Sache.
    Die Postleitzahlreform aus den 90igern ist nun wirklich schon ein Stück her und das von Ihnen beklagte “Durcheinander” hält auch nicht seit Jahren an.
    Chaos mit Post- und Kurierdiensten habe ich nach der Eingemeindung von Schönow nach Bernau im übrigen auch nicht erlebt und kriege nach wie vor meine Post und Pakete…

    Ihre ersten Fragen sind schlicht rückwärts gewandt und helfen bei der Beurteilung zukünftiger Notwendigkeiten nicht weiter. Der gegenwärtige Zustand ist wie er ist und ob man ihn nur für gut, schlecht oder irgendwie hält ist eine Frage des Betrachters.
    Wäre er schlecht, müsste ohnehin eine Verbesserung erfolgen.

    Entscheidend für die Frage der Beurteilung einer Notwendigkeit oder nennen wir es Sachdienlichkeit einer denkbaren Reform ist vielmehr ihre letzte Frage: “Vielleicht reden wir zunächst mal über die Ausgangspunkte und Ziele einer eventuell kommenden Reform”

    Und diese Ausgangspunkte habe ich bereits in die Diskussion geworfen:

    * erkennbar werdende negative demografische Entwicklung,
    * Auslaufen des Solidarpaktes mit dadurch verursachten Einnahmeeinbrüche auf Landesebene,
    * Schuldenbremse i.V.m. einem bereits heute
    * …schwindsüchtigen Landeshaushalt.

    Ein “Weiter so…” wird es meiner Auffassung nach spätestens ab 2020 sicherlich nicht mehr geben können.
    Wo soll das Geld für Infrastruktur und kommunale Dienste herkommen, wenn das Land in der Zange zwischen schwindsüchtigen Einnahmen und einem Verbot der Kreditaufnahme nicht mehr zahlen kann und die eigene Wirtschaftskraft der Kommune nicht reicht?

    Die Verteilungskämpfe werden härter werden und starke Kommunen haben dabei eine bessere Ausgangsposition als jene, die bereits heute mit dem Rücken an der Wand stehen.
    Wer wissen will, wie sich sowas anfühlt, findet Beispiele auch hier im Barnim.
    Alternativen müssen daher m.E: rechtzeitig durchdacht und diskutiert werden. Gerade damit Panketal und Bernau als Kommunen am letzten Ende der Hackordnung des Bundesdeutschen Finanzgefüges ihre Standards vielleicht sogar halten können, ohne die Bürger mit exorbitanten Abgabensteigerungen oder Leistungskürzungen zu belasten!

    Genau diesem Ziel dient die jetzt begonnene Diskussion.
    Diese Diskussion bereits im Vorfeld unterbinden zu wollen hielte ich persönlich für fahrlässig, weil ein durch Umstände oder sonst wie von außen erzwungener Veränderungsdruck durch sich verstärkende Ungleichgewichte sicherlich schmerzhaftere Anpassungsprozesse erzeugt, als ein rechtzeitig und ohne Zeitdruck sorgfältig auf Augenhöhe ausgehandelter Interessenausgleich der beteiligten Kommunen.

    Sollte meine prognostische Einschätzung der zukünftigen Lage nicht geteilt werden – gut! Darüber kann man sicherlich streiten – dafür diskutieren wir hier.

    Ich bin aber – vielleicht auch beruflich geprägt – dafür, den Kopf nicht in den Sand zu stecken und ggf. bei erkannter Notwendigkeit rechtzeitig zu handeln, anstatt den Tag X abzuwarten und zu schauen, was passiert..

    Im Übrigen ist 2020 nicht mehr so lange hin und z.B. die Entwicklung von neuen Gewerbegebieten auf dem Gebiet Panketals verschlingt Zeit und Geld – im Falle einer Fusion sinnlos herausgeworfen, wenn wenige Kilometer weiter bereits fertig entwickelte Gewerbegebiete Bernaus mit freien Flächen vorhanden sind!
    Und wenn Carsten Bockhardt darauf hinweist, dann wird er damit nicht zum (Zitat Valentin) „Armutszeugnis für den Barnim“, sondern tut schlicht seine Pflicht.

    Dieses Geld sähe ich persönlich statt auf Seiten einer Bautätigkeit lieber bei Kita-Erzieherinnen, Sozialarbeitern oder Lehrern angelegt!
    Das sind Zukunftsaufgaben – statt ein mit vielen Steuermitteln entwickeltes weiteres Gewerbegebiet, dass noch lange nicht gleichbedeutend ist mit vollzogenen Ansiedlungen!

    “…Sind Social skills wie Heimatgefühl, Heimattreue und Liebe zum Heimatort unnötig in Zeiten des ständigen Wandels, in Zeiten gnadenloser Globalisierung?…”

    Diese Fragen sind Bestandteil der Diskussion. Im übrigen halte ich den Bogen, den Sie von einer Fusion auf kommunaler Ebene zur Globalisierung schlagen, doch für ein wenig gewagt.

    “…Schaffen wir uns nicht mit immer größeren, noch zentralisierteren Verwaltungseinheiten, die gleichzeitig auch eine noch höhere Mobiliät des Bürgers voraussetzen, die Strukturen von Vorgestern – als nämlich unsere Energievorräte noch unerschöpflich erschienen?…”

    Bezogen auf den Verflechtungsraum Panketal und Bernau von dem Erfordernis einer “höheren Mobilität des Bürgers” zu reden halte ich persönlich vorsichtig ausgedrückt für übertrieben.
    Die Grenzen zwischen den Orten sind an einigen Stellen nicht einmal merkbar und die Frage der Platzierung von Verwaltungsstandorten für kürzere Wege wäre Frage von Verhandlungen über die Ausgestaltung. Wir reden hier nicht über Berliner Ausmaße des n Frage stehenden Gebietes!

    “…Was drängt die Grünen in Brandenburg in einer Art vorauseilendem Gehorsam gegenüber Platzecks SPD und deren Schreibtischplänen sich derartigen unnötigen Überlegungen hinzu geben – wenn o.a. Fragen noch nicht einmal ansatzweise geklärt sind?”

    Vorauseilender Gehorsam ist es nicht – schon gar nicht Platzeck gegenüber (absurder Gedanke… also wirklich!…) -, sondern die Notwendigkeit einer vorausschauenden Politikgestaltung, wenn die mögliche Untauglichkeit eines status quo erkannt wird.
    Im übrigen steht eine Diskussion am Beginn der Überlegungen und Abwägung eines Für und Wider.

    “…Vielleicht reden wir zunächst mal über die Ausgangspunkte und Ziele einer eventuell kommenden Reform, anstatt aus Mangel an Argumenten dem Diskussionspartner Bosheit oder mangelnden Durchblick zu unterstellen?…”

    Genau das tun wir!

    “…Um es nocheinmal deutlich zu sagen: wir knabbern immer noch an der alten Reform. Eine weitere wird die Situation nicht verbessern.Im Gegenteil…”

    Ich schätze, dass wir an dieser Stelle mit einem Dissenz leben müssen.
    Ich habe an der 2003er Reform nichts zu knabbern…
    Schönow ist jetzt zwar Bestandteil von Bernau, aber die Kirche steht immer noch am selben Ort, mein Haus auch noch und die Veränderungen auf Verwaltungsebene führten nicht zu irrsinnig tiefgreifenden Veränderungen.
    Meinen Ausweis muss ich nun alle paar Jahre anstatt am S-Bahnhof Zepernick im Zentrum Bernaus abholen…
    Im Übrigen fühle ich mich immer noch als Schönower… und habe heute – anders als früher – eine Buslinie nach Bernau, die als Wunschprogramm vielleicht auch noch länger am Abend fahren sollte…
    ————–
    Können wir den bisherigen Stand der Diskussion auf vier Fragen herunterbrechen?

    1. Ist die prognostizierte Lage ab spätestens 2020 Konsens oder nicht?

    2. Würde eine Fusion die dann entstehende Kommune strukturell stärken und wirtschaftlich zukunftsfest machen?
    Damit in der Zukunft exorbitant steigende Grund- und Gewerbesteuern und Kommunalgebühren verhindern helfen, wenn eine prognostizierte Lage zu 1. eintritt?

    3. Welche realistischen Alternativen gäbe es, die wirtschaftlich gleichwertige Ergebnisse erzielen?

    4. Sind es unbegründbar ablehnende Emotionen wert, auf wirtschaftliche Vorteile zu verzichten und gestiegene Abgaben in Kauf zu nehmen?

  13. @Thomas Dyhr: Sehen Sie, genau wie ich sage: Sie gehen von Ihrem täglichen Leben aus und meinen, allem anderen Menschen geht es genauso. Leider, leider sind meine Erfahrungen eben andere. Noch im August des vergangenen Jahres verschwand ein wichtiger Brief des Finanzamtes an meinen Steuerberater, weil das FA Eberswalde die neue Postleitzahl von Wernsdorf von 2008 eben immer noch nicht kannte. Vermeidbares und sinnloses Chaos. Das das FA Eberswalde trotz monatelangem elektronischem und brieflichem Schriftverkehr mit der neuen PLZ zu blöd und Wernsdorf (oder auch Danewitz) für die Deutsche Post in einem schwarzen Loch verschwunden sind, steht auf dem gleichen Blatt der galoppierenden Inkompetenz wie die unselige Gemeindegebietsreform von 2003. Und es ist mit Verlaub gesagt wohl auch ein Unterschied, ob ich auf ein Weihnachtspäckchen warte, oder mich mit dem Im- und Export von Medizintechnik beschäftige.

    Sie werfen mir Rückwärtsgewandheit vor, nur weil ich eine Analyse der Schönbohmschen Reform fordere, an der Sie (vielleicht ganz allein?) nichts zu knabbern haben? Schön für Sie, dass Sie das Chaos nicht bemerkt haben. Aber auf dieser Basis kann man nicht diskutieren. Tut mir Leid, Herr Dyhr, es ist eben doch der warme und sichere Schreibtisch in Berlin, der Sie so abgehoben daher reden lässt.