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Rückblick: Baumbesetzung in Rüdnitz am 2. Januar 2007

Heute vor genau 4 Jahren saß ich nicht gemütlich vor meinem Rechner sondern lief die Allee zwischen Rüdnitz und Danewitz entlang. „Robin Wood“ und die „Grüne Liga“ unterstützten die Proteste gegen die geplante Fällung von über 700 weitgehend vitalen Ahornbäumen mit einer Baumbesetzung. 3 Wochen zuvor hatte die Forstwirtin Katharina Tomaschek mit einer ähnlichen Aktion auf die Problematik aufmerksam gemacht.

Der Erfolg dieses „Aufbäumens“ war meines Erachtens nicht nur das große öffentliche Interesse und ein entsprechendes Medienecho.Die stille und im Normalfall gering frequentierte K 6005 verwandelte sich über den Tag in eine belebte „Fußgängerzone“ auf der engagiert und kontrovers über die Straßenausbauplanung des Landkreises Barnim und mögliche Alternativen diskutiert wurde. So hat die Besetzung durchaus zu einer Versachlichung der Auseinandersetzung und einem deutlichen Plus an Ehrlichkeit beigetragen.

Das damalige Verhalten der Polizei war insgesamt ganz ok, wenngleich die ungewöhnliche Aufgabenstellung für die Beamten doch offensichtlich eine beachtliche Herausforderung war. Karl-Heinz schrieb damals:

„Es mutete zwar für alle Augen- und Ohrenzeugen etwas seltsam an, dass sich die Einsatzleiter lange nicht darüber einigen konnten, ob nun durch die vier Kletterinnen und die Transparente (in acht Meter Höhe völlig außerhalb des Lichtraumprofils) eine Gefährdung des Straßenverkehrs oder irgendeiner Ordnung vorliegt. Man einigte sich dann aber und erklärte die Aktion zu einer Versammlung, die laut Versammlungsrecht aufzulösen sei. Bleibt festzuhalten: Wenn vier Leute auf vier Bäume klettern möchten, die insgesamt einige hundert Meter voneinander entfernt sind, so ist das in Brandenburg eine Versammlung, die angemeldet werden muß. Sonst wird geräumt. „

Ich bin heute noch froh, dass es schließlich gelang die Allee zu retten. Danke nochmals an Robin Wood, die Grüne Liga aber auch an Alle, die sich z.B. mit Unterschriften, Leserbriefen und Geldspenden für den Erhalt eingesetzt haben.

Foto: Karl-Heinz Wenzlaff

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Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.

1 Kommentar » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Man könnte den Rummel und das Engagement um die Rettung der alten Ahornallee Rüdnitz-Danewitz fast schon als „kleines Stuttgart 21“ des Landkreises Barnim bezeichnen – noch bevor es Stuttgart 21 gab.
    In kürzester Zeit haben wir über 1.234 Unterschriften gegen die Rodung der Allee bei gleichzeitigem baumschonenden Ausbau der K 6005 gesammelt, und diese an Vize-Landrat Bockhardt übergeben.

    Und die Allee steht immer noch.
    Wermutstropfen sind allerdings, dass der Landkreis Barnim bis dato nicht von der kostengünstigeren Alternativ-Ausbauvariante des Planungsbüros Dr. Dietmar Hunger überzeugt werden konnte und damit die Last einer maroden Straße den Anwohnern tagtäglich aufbürdet. Und dass noch keine Aufpflanzungen von Lücken in der Allee erfolgt sind.

    Auch von meiner Seite an dieser Stelle ein großes und herzliches Dankeschön an alle Menschen, die sich mit Spenden, Unterschriften und Leserbriefen in der MOZ an den Aktionen zur Rettung dieser Allee beteiligt haben!