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Abenteuer S-Bahn – Heute: „Rundfahrten“ & mehr

„Wenn Einer eine Reise tut, so kann er was erzählen“.

Der gute,alte Matthias Claudius wird leider nie erfahren wie aktuell seine simple Botschaft dieser Tage ist, denn die Erlebnispädagogen der Berliner S-Bahn fahren täglich neue Angebote auf um uns, ihre über alles geliebten Fahrgäste, gut zu unterhalten. Überlebenstraining auf unwirtlichen Bahnsteigen (mit zusätzlicher Rutschgarantie um den Thrill  zu steigern), Zeit für Demut und Buße und dann auch noch das ungewohnte Geschenk, die sonst so unnahbaren Mitfahrern so RICHTIG auf Tuchfühlung zu haben (gewöhnungsbedürftig, wenn es der Nachbar  beim vorherigen Döner-Verzehr mit der Knoblauch-Soße übertrieben hat). Das kann man nicht mehr nur als Annäherung bezeichnen – Hier werden Exzesse der Mitmenschlichkeit (wenn auch erzwungen) gefeiert.

Neuerdings sind auch aufpreisfreie Rundfahrten im Programm. Da die meisten Züge in Richtung Stadt ohnehin irgendwo verloren gehen empfehlen die irgendwie fatalistisch klingenden Lautsprecherstimmen inzwischen gleich die Gegenrichtung einzuschlagen. Irgendwann, so die aufmunternde Erläuterung, müsste das Gefährt doch schließlich zurück.

Auf meinem Heimweg begann ich  wieder an Wunder zu glauben. Nur 8 Minuten sollte meine S2 ab Oraninburger Straße verspätete „losdüsen“. Das stimmte sogar. Ich war einen mitleidigen Blick auf die wartenden Teltower (17 Minuten Verspätung), durchschritt die Tür, durfte mich setzen und vertiefte mich in „Herrn Lehmann“.

Bahnhof Buch – Die Stimmung steigt, die Frisur hält. Nur noch wenige Kilometer bis zum Ziel. Nach weiteren hundert Metern war dann allerdings wieder Schluß mit der Fahrgastseeligkeit. 25 Minuten beredeten Schweigens später meldete sich der Zugführer.
Eine technische Störung (ist das „Unwort de Jahres 2010 eigentlich schon gewählt?) UND eine eingefrorene Stromschiene könnten eventuell eine Umkehr bedingen. Die Prophezeihung sollte sich erfüllen. Bach einem herrlichen Winterspaziergang war ich dann, grade 2 Stunden nach meinem Aufbruch, auch schon wieder zu Hause.

Abenteuer S-Bahn - Heute:
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Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.

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