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Aus dem Leben eines Fahrgastes – Heute: Charmeoffensive bei der Berliner S-Bahn

Normaler Weise verrichten die Zugführer der S-Bahn ihre Arbeit relativ lautlos. Als ich heute, aus Richtung Bernau kommend, am Gesundbrunnen von der S2 in die Ringbahn umstieg gab es gleich nach dem Anfahren einen erstaunlichen Anfall von Redebedürfnis. Der Mann im „Cockpit“ begrüßte die „Sehr geehrten Fahrgäste“ auf „das Herzlichste“ und begann zunächst über Planerfüllung (fast pünktlich) und Wetter (kalt) zu plaudern. Es folgten launige Kommentare zum Arbeitsleben im Allgemeinen und lebenspraktische Weisheiten zum richtigen Umgang mit Vorgesetzten im Besonderen. Als „Bonbon“ gab´s noch ein warmes Dankeschön, dass man „trotz der herrschenden S-Bahn-Krise“ die Züge nutzen würde (die Frage nach den Alternativen stellte er nicht).

Damit erreichte der serviceorientierte Kollege zumindest Eines. Die sonst eher aphatische „Fahrgastmasse“ war urplötzlich (und fast vollständig) mit einem mehr oder weniger breiten Grinsen überzogen. Offensichtlich ist der Mann übrigens ein „Wiederholungstäter“. Eben las ich einen Beitrag auf dem Blog von Lars Wichert, der vor einer Woche ganz ähnliche Erlebnisse hatte.

Auf dem Heimweg war´s dann mit dem Spaß aber auch schon wieder vorbei. Auf großen Schildern wurde nahendes Unheil angekündigt.
„Hier kein S-Bahn Verkehr“ (so die Überschrift) bedeutet ausformuliert, dass vom 10.12.2010 (Freitag) ab 22:00 Uhr bis 13.12.2010 (Montag)um 01:30 Uhr zwischen Bernau und Blankenburg „Ersatzverkehr mit Bussen“ stattfindet. Besonders hart trift es die Röntgentaler (siehe Foto). Für sie gilt (vom Bahnhof aus gesehen):

„Abfahrt von der BBG-Bushaltestelle Zepernick, Schweizer Str. in der Bucher Straße Ecke Bahnhofstraße, bitte ca. 1 km die Max-Lenk-Straße, Schillerstraße und die Bahnhofsstraße entlanglaufen.“

Nun ja, Humor ist offensichtlich wirklich, wenn man trotzdem lacht.

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Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.

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