web analytics

Kindheitstrauma I: Der „Liederspielplatz“ des Sandmännchens

Es ist gar nicht so einfach den Nachwuchs mit der „Frühform des Fernsehens“ vertraut zu machen. Die Steinzeit, eine Epoche, in der nicht schon morgens um 6 Uhr verschiedene Cartoons über den Bildschirm flimmerten. Sendeschluss? Was`n das?

Eigentlich fand ich das Kinderprogramm des DDR-Fernsehen relativ gediegen. Bisschen Bildung, etwas Entertainment, Spaß und gern auch Sport („Mach`s mit, Mach´s nach, Mach´s besser“)…
Das Sandmännchen war immer ein Knaller bis auf , ja, Mensch…Der Liederspielplatz mit Siegfried Uhlenbrock hat mich regelmäßigstark verschreckt. Es war gar nicht so die „ideologische Keule.“ Die gab es ja quasi immer. Gut, heute würde ich mich an Textzeilen wie „da entsteht ein Kraftwerk neu, dort die Straße kreuzungsfrei…“ („Überall wohin man schaut wird aufgebaut…“) oder „Wir bauen uns ein Hochhaus, ein hohes, hohes Hochhaus“ schon irritieren. Aber manchen „Zwergen“ liegt halt das Stadtplanerische nicht so wirklich.

Ich hatte immer Mitleid mit den armen ,amen Kindern die da mitwirken „durften“. Was, so die Kernfrage, muss man einem Halbwüchsigen antun um sie derartig steif wirken zu lassen? Doping ( bei Sportlern seiner Zeit durchaus eine landestypische Spezialität), „Schwarzpädagogik“ oder noch was viel Schlimmeres?

Ungeklärte, wichtige Fragen! Wir wünschen euch Allen eine Gute Nacht!

Kindheitstrauma I: Der
Kindheitstrauma I: Der
Kindheitstrauma I: Der

Ähnliche Artikel:

Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.

7 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Tja, heute müssen Kinder nicht mehr über neue Bauvorhaben wie Atomendlager, unterirdische Bahnhöfe oder gigantische Flugplätze singen. Dafür zahlen sie bis zur Rente dafür. Und ihre Kinder auch.

  2. @Dr. Valentin: Knaller-Vergleich. Ich bin übrigens auch dagegen. Gegen was? Einfach alles! ;-)

  3. @Michael Peukert: Können Sie sich nicht ein einziges Mal wie ein normaler Mensch äüßern? Wenn man überhaupt etwas von Ihnen hört, sind es virtuelle Pöbeleien. Was – bitte schön – ist an meinem obigen Kommentar falsch?

  4. Ich hab da eigentlich nie hingehört, was die da gesungen haben. Ich fand es immer blöd, wenn Dienstag war und nur der Liederspielplatz kam. Das war total langweilig.
    Seit letzten Mittwoch seh ich wieder regelmäßig Sandmännchen – mit meiner Tochter.

    Ach und ich glaube niemand hat wirklich eine Sendung gehabt, die da hieß „Mach’s mir…“. Zumindest nicht im DDR-Fernsehen. ;o)
    Bei uns hieß das „Mach mit, Mach’s nach, Machs besser.“

  5. Ich finde es sehr traurig, daß Sie sich so hässlich über eine wirklich schöne Kindersendung äußern.
    Ich kann nicht für die älteren Sendungen sprechen, da ich diese nicht kenne, aber ich war in den Späteren mit Gisbert-Peter Terhorst selbst dabei und mochte sie sehr.
    Keine Spur von „ideologischer Keule“. Es waren einfach heitere Kinderlieder mit simplen, aber schönen und humorvollen Texten.

    Die folgenden Titel sind von der dazugehörigen Schallplatte von 1988.

    Kinder, die Musik erklingt – Liederspielplatzkarussell – Ri ra rutsch – Mit der Straßenbahn – Die Feuerwehr – Zwei Wanderschuhe – Tanz, Karlinchen – Tanz mal, Peter – Vater Bär – Geht mein Pferdchen – Lied von der Vergeßlichkeit – Fips, der Affe – Liederspielplatzkarussell – Rakete, Rakete – Traktoren melken und Kühe ölen – Vom Hochzeitsmachen – Schmetterling – Mein Ponnypferdchen – Walnußbaum – Drachen – Wind, Wind, Bösewicht – Schnupfenlied – Froschkonzert – Geburtstagsständchen – Liederspielplatzkarussell

    Hier noch ein Link zu einem der Titel von dieser Platte. Dort finden Sie auch die Restlichen und können sich ein Bild machen.

    http://www.youtube.com/watch?v=rfyooqVJ8Ao&list=PL6gaPc3-WdGjvJmqFuyXPm4AMr7H8swqG

    Herr Lehmann: In meiner Zeit lief der Liederspielplatz immer Freitags. Sind Sie sicher, daß es der Liederspielplatz war, den sie langweilig fanden? ;)

    Herr Stahlbaum:
    Wissen Sie, ich habe seit vielen Jahren keinen Fernseher mehr, aber wenn ich mir unterwegs in Hotels mal anschaue, was heute im Fernsehen Kindern geboten wird, kann ich nur wenig Gutes entdecken. Vieles ist absolut Niveau- und Gehaltlos und oft auch Sinnfrei. Es soll die Kinder offensichtlich in erster Linie beschäftigen, statt vielleicht Interesse für etwas zu wecken, wie z.B. Musik.

    Für mich war der Liederspielplatz die erste sängerische Erfahrung in meinem Leben und auch der erste Kontakt mit verschiedenen Instrumenten.
    Es hat uns viel Spaß gemacht, war eine lockere Atmosphäre und ich weiß noch, daß wir die Kameras nicht als solche wahrgenommen haben.
    Wir befanden uns einfach auf einem Spielplatz und haben Lieder gesungen, die wir mochten. Es war warm, weil dort all die Scheinwerfer waren und in den Pausen gab es ein leckeres Buffet.
    Steif waren wir nicht wirklich. Natürlich gab es einen Rahmenplan, wo die jeweiligen Szenen der Sendung angelegt sind, wann wir welches Lied singen und wann jeder seinen kleinen Soloauftritt hat. So einen dramaturgischen Rahmenplan hat jede Fernsehsendung auch heute.

    Ich würde mir wünschen, daß es wieder so eine Sendung für kleine Kinder gäbe, denn es sieht schlecht aus mit der Bedeutung der Musik und vor allem dem Liedersingen in unserer Gesellschaft.
    Der Musikunterricht wird an vielen Schulen gestrichen, nicht als Wichtig erachtet, dabei weiß man doch heute, wie positiv sich Musik und das erlernen von Liedern auf die Entwicklung der Kinder auswirkt.
    Unter Anderem steigert es die Konzentration, fördert die Entwicklung des Gehirns und soll auch vor Alzheimer im Alter schützen.
    Es lehrt auch, daß man etwas Einsatz zeigen muß, wenn man am Ende eine gute Leistung und damit ein Erfolgserlebnis haben möchte.
    Letzteres ist ein Punkt, der dem Nachwuchs heute nur selten verständlich ist.
    Schauen Sie sich doch an, wie viele Kinder denken, sie könnten in einem Gesangswettbewerb(in den diversen Castingformaten) etwas erreichen, ohne etwas dafür zu tun. Nach dem Motto: Ich singe immer unter der Dusche, also bin ich gut und wenn die Jury sie nicht in die nächste Runde läßt, kommen Sätze wie: Ich weiß, daß ich gut bin und ich laß mir nichts sagen und das Studiopublikum applaudiert auch noch…

    Das könnte man endlos weiterführen…

    Ich möchte abschließend sagen, daß sich wunderbare Menschen sehr viel Gedanken gemacht haben, um eine schöne musikalische Kindersendung auf die Beine zu stellen und ich fand sie sehr gelungen.
    Auch sind fast alle der Kinder, die dort damals mitgewirkt haben heute Berufsmusiker, die ihren ersten aktiven Kontakt mit der Musik und dem Auftreten auch dort hatten.

    Im Bereich des musikalischen Nachwuchses in Deutschland sieht es heute leider auch schlecht aus. Ist auch nicht verwunderlich in einer Gesellschaft, die es nicht mehr zu vermitteln vermag, daß man etwas Eisatz zeigen muß, wenn man etwas wirklich erreichen möchte. Heute soll alles nur Spaß machen.
    Auch kein Wunder, daß andere Nationen im musischen, sportlichen und auch anderen Bereichen unserem Nachwuchs weit voraus sind.
    Mir tut unser Nachwuchs leid, daß sie dadurch von vornherein kaum Chancen im internationalen Wettbewerb haben und bei vielen Arbeitsplätzen nicht das Rennen machen.

  6. Hallo Katja Liederspielplatz,

    ich will es Ihnen ja auch nicht anlasten, dass es langweilig war. Wenn man selbst dabei ist, ist es vermutlich auch nicht blöd. Aber für mich war es langweilig. Ist nun mal so – das können Sie nicht ändern.

    Ich finde es weiterhin sehr eigenartig, dass Sie seit Jahren keinen Fernseher haben und doch in der Lage sind, über die Qualität der aktuellen Kindersendungen zu Urteilen. Ich will auch gar nicht wissen, warum man in Hotels tagsüber fern sieht – komisch find ich es schon.

    An positiven Sendungen einfach mal zu nennen: Lauras Stern, Mondbär, Tanzalarm, Kleiner Roter Traktor, Prinzessin Lillifee, Kikaninchen, Briefe von Felix, etc.. Da ist übrigens auch eine reine Sing- und Tanzsendung dabei.

    Je nachdem was Sie Einschalten kann natürlich auch viel Schrott dabei sein. Das kann man aber als Eltern regeln, das Kind muss ja nicht alles im TV sehen, es gibt noch mehr zu entdecken.

    Wenn Sie der Meinung sind, dass bei DSDS die Mehrheit der Jugend von Deutschland ernsthaft auftritt, dann lass ich Ihnen diese Meinung.
    Das ist aber nicht allein der musikalische Nachwuchs. Gehen Sie raus in die Clubs und sehen Sie sich die jungen Musiker und Bands an, welche auch ohne Dieter Bohlen und Plattenvertrag erstklassige Musik machen. Es gibt jede Menge Potenzial in Deutschland, was nicht alles schlecht geredet werden muss.

    Wenn der Musikunterricht gestrichen wird, dann bleibt normalerweise noch der Kunstunterricht – und dieser bietet auch all die Fähigkeiten, welche Sie nannten. Die Schule soll aufs Leben vorbereiten und alles Wesentliche mitgeben. Was nützt mir das schöne Singen im Büro, auf dem Bau, in der Fabrik etc.? Alles Wichtige kann in den ersten Jahren vermittelt werden. Wer Spaß am Singen hat, kann gerne außerunterrichtlich weitermachen. Ab der Pupertät ist Musikunterricht häufig nur noch peinlich für die Schüler.

    Meine Tochter hat seit dem sie 3 Jahre alt ist Musikunterricht im Kindergarten. Sie kennt diverse Kinderlieder und Weihnachtslieder besser als ich. Soviel nur zur Bedeutung von Musik in unserer Gesellschaft.

    Und natürlich haben Sie Recht! Der Liederspielplatz war freitags. Am Dienstag lief immer „Geschichten erzählen von Freude und Fleiß, Geschichten erzählen die noch keiner weiß…“. Fand ich auch langweilig, aber den Liederspielplatz noch viel mehr.

    Schönen Abend noch.

  7. Hallo Herr Lehmann,

    verzeihen Sie, daß ich so lange nicht auf Ihren Beitrag eingegangen bin – ich hatte keine freie Minute und mit meinem heutigen Beitrag werde ich mich auch von diesem Blog verabschieden. Ich habe beruflich bedingt leider keine Zeit dafür.
    Ich hatte auf der Suche nach Aufnahmen des Liederspielplatzes nur nicht damit gerechnet, so eine negative Sichtweise dazu anzutreffen und daher das Bedürfnis darauf einzugehen und eine andere Meinung aufzuzeigen.

    Selbstverständlich steht es Ihnen frei eine andere Meinung oder Empfindung zu etwas zu äußern. Ich war nur betroffen, daß Sie bei einer für Kinder liebevoll gestalteten Sendung von Doping und politischen Absichten sprachen und konnte das eben mit meiner Erfahrung in derselben nicht in Einklang bringen.

    Sie finden es seltsam, daß man in Hotels fern sieht?
    Vermutlich haben Sie einen eher „normalen“ Beruf.
    Ich bin freischaffende Opernsängerin und daher notgedrungen sehr viel in Hotels unterwegs. Wenn man eine Neuproduktion hat sogar 6-8 Wochen Probenzeit, also bis zu zwei Monaten in Hotels oder Appartements und da ich zu Hause keinen Fernseher habe und da man bei acht Stunden Proben täglich 10-14h und 18-22h dann oft zu erledigt ist, um noch etwas zu lesen oder zu unternehmen, läßt man sich eben vom Fernseher berieseln.

    Zu den von Ihnen aufgeführten Kindersendungen. Es ging um Musiksendungen und die Bedeutung einer musikalischen Grundausbildung in der heutigen Gesellschaft.
    Es sind keine Musiksendungen dabei und auch keine Sendungen mit realen Kindern oder wo man viele Lieder mitsingen kann. Aber genau darum ging es mir.

    Lauras Stern – Keine Musiksendungen. Musik nur in Form eines
    Mondbär Einführungsgesanges, eines Geburtstagsständchens oder
    Prinzessin Lillifee einzelnen popmusikalisch gefärbten, nicht von Kindern
    Kikaninchen gesungenen Titeln.
    Briefe von Felix

    Tanzalarm – Das hat eher mit Tanzen zu tun, keine Musiksendung im eigentlichen
    Sinne und mich persönlich erschreckt die Künstlichkeit der Kinder, die
    sich eher wie Erwachsene gebärden und mit normalen Kindern nicht
    mehr viel gemein haben..
    Die Qualität der Musik und Texte ist auch eher fragwürdig.
    Für mich kein positives Beispiel für eine gelungene Kindersendung,
    sondern gerade das, was ich als Niveaulos empfinde.
    Meine Meinung – müssen Sie nicht teilen.

    DSDS ist nur ein Beispiel dafür, was unserer Gesellschaft schief läuft, in der Kindern vermittelt wird, daß man alles ohne Einsatz erreichen kann, man müsse nur an sich glauben. Man hat auch Umfragen in Kindergärten und Schulen gestartet, um herauszufinden, welche Sendungen am meisten gemocht werden und leider kam dabei eine erschreckend hohe Anzahl auch kleiner Kinder zutage, die eben diese Castingformate begeistert mitverfolgen und dann plötzlich einen entsprechenden Berufswunsch hegen. Es sieht ja alles so leicht aus. Was die Kinder sehen, ist: Ich muß nur ein bisschen singen und dann werde ich ein Star. Es geht den Meisten nicht um das Singen oder die Musik an sich, als etwas Freude- und Spaßbringendes, sondern als Mittel wie auch immer geartet berühmt zu werden.
    Es sind also nicht die paar Kinder und Jugendlichen, die dort teilnehmen, sondern auch eine breite Masse an Kindern zu Hause vor dem Fernseher die das ganze verfolgt und damit sehr wohl die Mehrheit.
    Die jungen Bands und Musiker sind mit Sicherheit alle recht früh mit Musik in Berührung gekommen und bei privaten Lehrern oder Musikschulen gewesen.
    Sie sind nicht von heut auf morgen mit maßloser Selbstüberschätzung und keiner Ahnung von Noten oder Instrumenten Musiker geworden.
    Das erfordert nun einmal intensiveren Kontakt und Auseinandersetzung mit der Materie, um es soweit zu bringen.
    Und genau da setzt meine Kritik an. Ich habe das ja nun zur Genüge dargelegt.
    Abschließend:
    Musikunterricht in Schulen sollte nicht gestrichen werden, es sollte nicht etwas Elitäres sein, es sollten alle Kinder als Grundangebot damit in Berührung kommen können, eben über den normalen Musikunterricht in der Schule. Wenn darüber hinaus mehr Interesse besteht, kann man sich weiter außerschulisch damit befassen, wie Sie richtig bemerkten.
    Daß Sie der Meinung sind, Kunstunterricht ist dem Musikunterricht gleichzusetzen finde ich erschreckend. Auch einer meiner Kritikpunkte: Eltern halten den Musikunterricht leider oft nicht für wichtig.
    Es geht doch nicht um die bloße Fähigkeit zu Singen oder ein Instrument zu beherrschen.
    Eine musikalische Grundausbildung im Kindesalter fördert die Entwicklung des Gehirns, steigert die Aufmerksamkeit, trainiert das Gedächtnis, verhindert Aggressionen, lehrt Kommunikation in einer „Sprache“, die in allen Ländern der Erde verstanden wird, Menschen verbindet und einen friedlichen Umgang miteinander fördert, um nur einige positive Aspekte zu beleuchten.
    Daß Musikunterricht peinlich sein soll für Jugendliche, liegt sicher auch daran, daß es eben nicht Normalität für alle ist.
    Schön, daß Ihre Tochter im Kindergarten Musikunterricht hat, aber das ist wie schon erwähnt leider nicht Normalität. Und eben dies würde ich mir für alle Kinder wünschen.

    Schönen Abend auch Ihnen.