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David Garrett im Konzert – muss man erlebt haben

Am 03.11. war ich dabei, in der O2-World Berlin.
Ich bin mir nicht sicher, ob Beethoven sich im Grabe umdrehen würde, könnte er hören, was David Garrett mit dem ersten Satz seiner 5.Sinfonie anstellt oder Vivaldi, wenn seine „Vier Jahreszeiten“ gerockt werden. Ich finde dazu nur einen Begriff: Genial.

Die Geister streiten sich: Ist Garrett ein Populist, der sich in Szene setzen will? Ist er wirklich so gut? Spielt er nur nach oder schreibt er auch eigene Stücke (macht er wirklich und die sind echt gut)?
Das Erscheinungsbild dieses Ausnahmeviolonisten, und er ist tatsächlich einer, macht die einen neidisch, die anderen befremdlich, wieder andere finden es einfach nur unpassend aber die meisten lieben es.

Natürlich ist David Garrett ein äußerst gut aussehender junger Mann: Lange Haare mit blonden Strähnen, lässige Jeans, Drei-Tage-Bart und meistens lächelnd. Er könnte auch ein mittelloser Student sein, der sich nebenbei als Straßenmusiker etwas Geld verdient. Die Zeiten hat er hinter sich gelassen.

Für einige gepflegte Klassikfans ist David Garrett wahrscheinlich ein Revoluzzer, der eine fast 300 Jahre alte, millionenteure Stradivari schlicht und ergreifend missbraucht.
Aber, und das wird dieses Klientel eingestehen müssen, er spielt die Geige wie kaum ein anderer. Mir war völlig unklar an diesem Abend, wie jemand so schnell spielen und dabei auch noch lächeln kann, ohne wenigstens einmal in irgendwelche Notenblätter zu gucken.

Ich kenne Jugendliche, die sich nicht wirklich für Violinkonzerte der „alten Meister“ begeistern und die Geige an sich immer mit einem Sinfonieorchester verbinden, deren Aufführungen sie nicht interessieren.
David Garrett hat da etwas losgetreten: Ich habe in der vollbesetzten O2 World ein Publikum gesehen von 14 bis gefühlte 90 Jahre.

„Rock Symphonies“ heißt das neue Album, aus dem es an diesem Abend viel zu hören gab. Natürlich waren Top-Musiker dabei, ein Orchester aus Frankfurt/Main und eine Band.
Der Guns N`Roses-Klassiker „November Rain“ war ein fantastisches Erlebnis und auch die Version eines Titels von AC-DC.

Ich hatte mir im Vorfeld ein wenig Sorgen gemacht um meine 70jährige Mutter, die unbedingt David Garrett auch einmal live erleben wollte: „Gerne nehme ich dich mit, aber es handelt sich hier nicht um ein klassisches Violinkonzert. Nur, damit du dich hinterher nicht beschwerst.“
Als mir bei der Interpretation eines Metallica-Songs fast das Herz stehen blieb, wippte  meine Mama mit den Füßen. Nebenbei verließen einige Ehepaare ihres Alters aufwärts gestresst den Saal. Der große Rest forderte Zugaben und die kamen dann auch.

David Garrett ist definitiv einer der besten seines Genres, geht völlig neue Wege und lehrt uns, dass eine Geige auch rocken kann. Er ist genial unterhaltsam, setzt dabei seinen Charme ungeniert ein, inszeniert sich möglicherweise auch selbst, aber niemals aufdringlich.
Mein Fazit: Unbedingt hörenswert, ob im Konzert oder auf CD.

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