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Als Mensch sterben – Über das Hospiz „Am Drachenkopf“ in Eberswalde

Ein bisschen wirkte es , als wären die Referenten überrascht. Mehr als 20 Menschen die sich an einem Freitagabend über das Ende des Lebens unterhalten wollen? Beim „Grünen Bürgerstammtisch“ im Weinkeller von „LEO´s Restauration“  war es am vergangenen Freitag  so.
„Der Umgang mit dem Tod hat sich geändert“, sagte Bernd Butschkau vom evangelischen Hospiz „Am Drachenkopf“. War das Ableben der Großmutter in früheren Familienformen ein natürlicher Vorgang wird der letzte Abschnitt eines Menschenlebens zunehmend tabuisiert.
Ähnliche Erfahren gab auch Angelika Krebs wieder. Die Bestatterin legt Wert auf die Feststellung, dass ihre Arbeit nicht zwangesläufig mit der Beisetzung endet. Grade Hinterbliebene bräuchten Angebote und sollten mit ihrer Trauer nicht allein gelassen werden.

Entsprechend liegt der Fokus der Hopizarbeit durchaus auch auf den Angehörigen. Die Pflege des Vaters, der Mutter oder des Partner ist nicht nur mit einer Menge Anforderungen verbunden sondern eine erhebliche seelische Belastung. Da hilft es sehr, wenn man den Kranken gelegentlich und für ein paar Stunden in guten Händen weiss. Ein paar Besorgungen machen, ein Spaziergang – Oft sind es kleine Dinge um sich in der Sorge für Andere nicht selbst zu verlieren.
Das ambulante Angebot der Leute vom Drachenkopf trägt dem Rechnung. Etwa einhundert ehrenamtliche Helfer hat der Verein in den vergangenen Jahren vorbereitet.
Obgleich Butschkau und seine Kollegen ein relativ großes Gebiet versorgen gibt es durchaus noch Kapazitäten für weitere Einsätze.

Stationäre Hopizplätze sind dagegen rar. 75 gibt es derzeit im Land Brandenburg und 10 davon stehen in der Waldstadt zur Verfügung. Lars Brunner, der uns hierzu informierte, beschrieb eine anforderungsreiche aber auch außerordentlich erfüllende Tätigkeit
Der vergleichsweise gute Personalschlüssel ermöglicht einen  „entschleunigten“, individuelle Umgang mit den Gästen. Die Betroffenen bestimmen ihren Rhythmus selbst. Wann wer aufstehen oder essen will bleibt seinem Wunsch überlassen. Gemeinschaftliche Angebote sind in den bewusst wohnlich gestalteten Räumen, so es die Kräfte der Bewohner zulassen, möglich und erwünscht.

Spenden sind sind bei der Fortsetzung der Arbeit nicht nur willkommen sondern zwingend notwendig. 10 % der anfallenden Kosten muss der kleine Trägerverein (ca. 40 Mitglieder) selbst aufbringen. Einiges , so Friedemann Gillert vom Förderverein, wird z.B. durch die Einnahmen eines jährliches Balles finanziert.

Wer die Arbeit des „Hopizes am Drachenkopf e.V.“ ebenfalls unterstützen möchte kann dies mittels folgender Kontoverbindung tun:
Spendenkonto
Sparkasse Barnim
Konto- Nr.: 3601 317 400
BLZ:  170 520 00
Verwendungszweck: „Hospiz“

Hier noch die Kontaktdaten:
Stationäres Hospiz
Pflegedienstleitung: André Heenemann
Telefon: 03334 – 5263 – 0
Fax: 03334 – 5263 – 17
Email: a.heenemann@hospiz-drachenkopf.de

Ambulante Hospizarbeit
Ansprechpartner: Bernd Butschkau
Telefon: 03334 – 5263 – 12
Fax: 03334 – 5263 – 17
Email: b.butschkau@hospiz-drachenkopf.de

Foto: Thomas Dyhr

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