web analytics

Ein kleiner Wurf – Personalsituation in Brandenburger Kitas weiter angespannt

Brandenburgs Kitas leiden unter Erziehermangel. Damit berichtete der rbb am Dienstag eigentlich nichts Neues. Allein hier auf dem Barnim-Blog erschienen im Laufe der letzten 2 Jahre mehrere Artikel zum Thema „Behütet oder verwahrt“, ministerialen Ausflüchten, Sternenmärschen und Streiks.

Interessant ist der Beitrag besonders deshalb, weil doch ab Oktober 2010 eigentlich Alles viel besser werden sollte. Das Land  hat kürzlich neue Personalschlüssel in Kraft gesetzt. Demnach muss sich eine Erzieherin künftig um 6 Kinder im Alter von 0-3 Jahren kümmern (vorher 7). Bei den 3-6-Jährigen liegt das Verhältnis bei 1:12 (bisher 1:13). 36 Millionen Euro sollen hierfür investiert werden.
Ob und in welchem Umfang sich Erfolg einstellt bleibt allerdings fraglich, denn auch  mit den genannten Zahlen bleibt B-Burg im bundesweiten Vergleich „ein Kellerkind“. Die Mitarbeiterakquise ist zäh, denn wer es sich aussuchen kann geht dorthin, wo Arbeitsbedingungen und Bezahlung stimmen.

Wie sich das ändern soll? Holger Rupprecht (SPD) lächelt in die Kamera und verweist sichtlich stolz auf eine neue Strategie seines Hauses. Man habe, so der Bildungsminister, die Kita-Personalverordnung verändert. Nun sei es möglich auch „ähnlich Ausgebildete und Umqualifizierte“ in den Kitas einzusetzen.
Konkret mein Rupprecht einen 2-Jährige „Grundkurs“ (2/3 Praxis, 1/3 Theorie) das z.B. aus Dachdeckern, Bäckern und Fleischern im Eilverfahren Erzieher machen soll. Besagtes Mitarbeiter, informierte die Märkische Oderzeitung gestern, dürfen  ausschließlich in Kitas (nicht aber Heimen etc.) eingesetzt werden.

Das erinnert irgendwie stark an  auch bundespolitisch regelmäßig propagierte Vorstöße, Langzeitarbeitslose mit einer „Lowest-Level-Quali“ zu versehen und in Pflegeheimen bzw. ähnliche Betreuungseinrichtungen  einzusetzen. Es verwundert nicht, dass der Landeschef der „Gewerkschaft Eriehung und Wissenschaft“ von einem „Not-Programm“ spricht. Nichts gegen Umschulungen und die Entdeckung neuer Talente. Wer aber diesen  anspruchsvollen Beruf  kompetent ausfüllen und damit zufrieden sein will verdient u.a eine fundierte Ausbildung.

So bleibt im Endeffekt leider nur ein sehr, sehr „kleiner Wurf“ in die richtige Richtung. Weitere Verbesserungen, sagt uns das Fernsehen, sind in absehbarer Zeit nicht vorgesehen.

Ein kleiner Wurf – Personalsituation in Brandenburger Kitas weiter angespannt auf Facebook teilen
Ein kleiner Wurf – Personalsituation in Brandenburger Kitas weiter angespannt auf Twitter teilen
Ein kleiner Wurf – Personalsituation in Brandenburger Kitas weiter angespannt auf Google Plus teilen

Ähnliche Artikel:

Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.

Kommentare sind geschlossen.