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Trinkwasserverunreinigung in Biesenthal – „Abkochverordnung“ offensichtlich noch immer in Kraft

Am 23.09.2010 warnte der WAV Panke/Finow erstmalig vor unklaren Befunden im Biesenthaler Trinkwasser. Es entspräche „nicht der Trinkwasserverordnung“ und müsse „zur Zeit abgekocht werden“

„Dabei ist zu beachten, dass das Wasser kurz aufsprudeln muss. Das gleiche gilt für solches Wasser, das zwar nicht zum Trinken bestimmt ist, aber bei der Herstellung, Bearbeitung, Abfüllung oder Verpackung von Lebensmitteln unmittelbar oder mittelbar mit diesem in Berührung kommt (z.B. Salatputzen, Zähneputzen), ggf. auch nur infolge der Reinigung von Geräten oder Gefäßen.“

Am 1. Oktober gab es dann von gleicher Stelle weitere Infos, die energieintensive Verordnung blieb aber vorerst in Kraft.“Coliforme Keime“ in einem Reinwasserbehälter seien die Ursache gewesen und solange die weiter in der Rohrleitung zirkulieren bleibt die „Sprudelmethode“ angesagt.

Im Forum von www.biesenthal.de (und offensichtlich nicht nur dort) wird die Informationspolitik des WAV bzw. der Stadtwerke Bernau kritisiert und die regelmäßige Veröffentlichung aktueller Messwerte eingefordert. Und dann stellt sich auch noch die Frage, wer nun eigentlich für die „aufgezwungenen Warmwasserkosten“ aufkommt?

Letzte (mir bekannte) „Wasserstandsmeldung“ (vom 5.10.2010):

„Richtig sei, dass man in dem fraglichen Wasserbehälter nicht die gefährlichen Keime Escherichia coli (E. coli) gefunden habe, die schlimme Durchfälle verursachen könnten. „Wenn heute die Proben alle in Ordnung sind, dann ist auch wieder alles gut(…) In vier von fünf der gestrigen Proben lag die Keimzahl bei der geforderten Null. Nur an einer Stelle muss noch einmal nachgeprobt werden.“ (Quelle: Märkische Oderzeitung)

Trinkwasserverunreinigung in Biesenthal -
Trinkwasserverunreinigung in Biesenthal -
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Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.

6 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. @Stefan: Weisst du (oder vielleicht jemand anders), wie weit eigentlich das Versorgungsgebiet des Biesenthaler Wasserwerkes in der Ruhlsdorfer Straße reicht? Ich habe mal gehört, dass auch Rüdnitz sein Wasser aus Biesenthal bekommt. Weiss jemand, ob das stimmt? Oder andere Gemeinden rund um Biesenthal? Haben diese Orte alle eigene Brunnen?

  2. Laut Zeitungsartikel in der MOZ betrifft das nur Biesenthal einschließlich Danewitz und Wullwinkel (http://www.biesenthal.de/dok/moz_100928.jpg).

    Soweit ich weiß hat der WAV 8 Wasserwerke, davon eines in Albertshof.
    Woher Rüdnitz sein Wasser gerade bezieht, hängt wohl vom bestehenden Leitungsnetz ab (das ich nicht kenne) und welcher Weg dabei gerade „abgeschiebert“ ist. Die Tiefbrunnen sind dabei gar nicht so entscheidend, da sie ohnehin nur das Rohwasser liefern, das zur Aufbereitung auf Trinkwasserqualität ins Wasserwerk geleitet wird. Erst von dort geht es ins Leitungsnetz.

  3. Auch in Golzow (und Senftenhütte) gab es vor einigen Wochen eine „Abkochanordnung“ wegen Verunteinigung des Trinkwassers.

    Der ZWA hat sich noch nicht einmal dafür entschuldigt, dass er seinen Kunden ungenießbares Wasser geliefert hat. Natürlich wird die Lieferung von contaminiertem Wasser abgerechnet als ob es voll genießbar wäre.
    Das muß man sich mal in einer anderen Branche vorstellen.

    Ein Bäcker liefert frisches Brot (keine Tiefkühlrohlinge) und ordnet an, dass es nur nach einem weiteren Backgang genießbar ist.

    Sie kaufen einen Abnzug und erhalten die Anordnung alle Nähte nach zunähen, da das Dong sonst zerfallen könnte. Ich glaube kaum dass sich solche Unternehmen auf dem Markt behaupten könnten.

    Ach so, es gibt keinen Markt für Trinkwasser.
    Wer kontrolliert den Trinkwasserversorger? Wer zieht die Konsequenzen aus dem Versagen?

    Beim ZWA gab es keine Konsequenzen. Kann ja man passieren, dass Störungen auftreten…

  4. Der WAV hat heute die Abkochanordnung aufgehoben (www.stadtwerke-bernau.de/page.php?page=bernau/energie/wavnews.html&navid=26).

    An Hartmut Lindner: Den Vergleich mit dem Bäcker halte ich für wenig treffend. Ich bin mir sicher, wenn es für alle Lebensmittel eine derart scharfe Überwachung gäbe wie für das Trinkwasser, müsste der Bäcker oder der Fleischer und natürlich die Lebensmittelkonzerne sehr oft ihre Waren mit einer Warnung versehen oder aus dem Verkauf nehmen.

    Kritikwürdig bleibt die zögerliche und halbherzige Informationspolitik des WAV: Am 23.9. würde die Verunreinigung festgestellt, am 25.9. erschien eine kleine Notiz in der MOZ (nur Printausgabe) – angeblich weil dies die schnellste Art der Information sei. Am 27.9. entdeckte der WAV das Internet (whow!) und veröffentlichte die „Abkochanordnung“ auf seinen Webseiten. Am 1.10. hieß es, die Ursache der Verunreinigung sei gefunden: coliforme Keime in einem Reinwasserbehälter.

    Kein Wort darüber, wie die Keime in den Tank gekommen sein können, welche Gefährdung davon ausgeht, was passieren kann, wenn man das Wasser unabgekocht trinkt.

    Ich vermute, dass die Gefahr recht gering war, das Gesundheitsamt wollte aber kein Risiko eingehen. Richtig so, das ist mir lieber als das Verharmlosen und Drumrumreden der Betriebsingenieurin des WAV (laut MOZ-Berichten).

    Die mangelhafte Informationspolitik des WAV hat aber erst recht dazu geführt, dass einige Biesenthaler ein wenig in Panik gerieten und sich v.a. um Kinder und Kranke sorgten. Und ich kenne Biesenthaler, die erst 10 Tage später von der Abkochanordnung erfuhren.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt – auch die, dass ein Wasserverband vielleicht doch noch mal zu einem kundenfreundlichen Dienstleister werden kann. Also WAV, hier ein Tipp: Beim nächsten Mal sofort Postwurfzettel in jeden Briefkasten mit umfassender Information über den Sachverhalt, die möglichen Gesundheitsgefahren und die Gegenmaßnahmen. Meinetwegen auch mit dem Eingeständnis, dass man noch nichts Genaues sagen kann, ich weiß, dass biologische Analysen aufwändig sind.

    Verheimlichen funktioniert im Zeitalter des Internet nicht mehr.

  5. Nachtrag: Gerade habe ich bemerkt, dass in der heutigen „Abkochanordnung“ auch die Rüdnitzer angesprochen werden, die beiden vorherigen vom 23.9. und 1.10. richtete sich nur an die Biesenthaler.
    Hat der WAV jetzt erst entdeckt, dass auch Rüdnitz vom Biesenthaler Wasserwerk versorgt wird? Das nenne ich Kompetenz!

  6. Na endlich, Herr Verbandsvorsteher! Im Biesenthaler Anzeiger vom 2. November veröffentlichte der WAV eine recht umfassende Erklärung zur Verunreinigung des Trinkwassers aus dem Biesenthaler Brunnen – zwar nachträglich, aber immerhin. Darin werden der Sachverhalt der Verunreinigung, mögliche Ursachen, die Gegenmaßnahmen des Verbands und ein wenig auch die zu befürchtenden Gesundheitsgefährdungen klar und verständlich beschrieben. Zuletzt weist der Verband darauf hin, dass „eine solche, erstmalig aufgetretene Situation … leider nie auszuschließen [ist]“.
    Fast möchte ich diese Erkärung als Antwort auf meinen Kommentar vom 8.10. lesen. Mag sein, dass der Verbandsvorsteher und Amtsdirektor H.-U. Kühne seine soeben erworbenen Kenntnisse aus dem Krisenmanagement-Training ) umgesetzt hat, oder die im Aufbau befindliche Geschäftsstelle des WAV (http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/265640/) bereits positiv wirkt.
    Dagegen spricht allerdings der unbegreifliche Umgang des Verbands mit dem Biesenthaler Alfred Artmeier, der nach zweimaligem Prozessgewinn jetzt seinen Abwasseranschluss – so die MOZ – dreifach bezahlen soll (http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/266460/) – aber dies ist ein anderes Thema.