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Mobilitätsticket in Brandenburg wird über das Jahr 2010 hinaus verlängert – ver.di fordert deutliche Nachbesserungen

Jetzt ist es raus: Das Brandenburger Mobilitätsticket („Sozialticket“) wird über das Jahr 2010 hinaus verlängert. Nach Aussage des Infrastrukturministers Jörg Vogelsänger soll das Mobilitätsticket dauerhaft in Brandenburg eingeführt werden. Diese Absicht hat der Minister dem Infrastrukturausschuss des Landtages heute mitgeteilt. Pro Jahr sollen rund 2,5 Millionen Euro dafür bereitgestellt werden.

Vogelsänger: „Der Probelauf hat gezeigt, dass das Ticket angenommen wird und die Mobilität gerade von Menschen mit geringen Einkommen verbessert. Derzeit kaufen rund 8500 Menschen jeden Monat in Brandenburg ein solches Ticket und wir wollen dieses Angebot jetzt zur Dauereinrichtung machen. Das entspricht auch dem Koalitionsvertrag, der eine Fortführung des Mobilitätstickets über das Jahr 2010 hinaus vorsieht. Abschließend entscheidet der Aufsichtsrat des Verkehrsverbundes VBB.“

Vor diesem Hintergrund fordert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di Nachbesserungen mit Blick auf die Bereitstellung eines deutlich billigeren Ticket, welches für sozial Schwache bezahlbar ist und fordert diesbezüglich die landesweite Einführung. Mobilität für alle sozial Benachteiligten soll gewährleistet werden, welche insbesondere in den strukturschwachen und vom ÖPNV ausgedünnten Regionen Brandenburgs nicht gegeben ist.

P R E S S E I N F O R M A T I O N

Brandenburgisches Mobilitätsticket:
ver.di fordert verbesserte Mobilität für Alle

Das seit zwei Jahren in Brandenburg geltende Mobilitätsticket soll jetzt über 2010 hinaus verlängert werden. Dieser Beschluss wird von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) grundsätzlich begrüßt. Kritikwürdig ist aus Sicht der Betroffenen und der Gewerkschaft, dass wiederum die Chancen zu einer Nachbesserung des Tickets versäumt wurden.

Das Ticket ist mit einem Preis von 17,50 Euro bis 64,20 Euro für die Zielgruppe der Bedürftigen eindeutig zu teuer. Im Regelsatz der Empfänger von Arbeitslosengeld II sind derzeit 14,50 Euro für die Mobilität eingerechnet. Auch konnte sich die Landesregierung immer noch nicht dazu durchringen, ein landesweites Sozialticket einzuführen. Nur mit einem derartigen Ticket kann Mobilität für alle sozial Benachteiligten gewährleistet werden.

Probleme gibt es mit dem Ticket in den strukturschwachen Regionen, die über ein ausgedünntes oder bereits nicht mehr vorhandenes Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr und Schienenpersonennahverkehr verfügen. In diesen Regionen kann das überteuerte Ticket ohnehin nicht oder nur eingeschränkt genutzt werden.

ver.di fordert seit Jahren ein Sozialticket bzw. ein Verkehrsverbundsticket für sozial Bedürftige auf lokaler, regionaler und Landesebene zum maximal halben Preis der jeweiligen Umweltkarte. Tages-, Wochen- und Monatskarten sind anzubieten und die Bedürftigen sollten frei und flexibel entscheiden können, welches Segment sie vor dem Hintergrund ihrer finanziellen Lage in Anspruch nehmen.

Für inhaltliche Rückfragen:
Carsten Zinn – ehrenamtliches ver.di-Mitglied und Experte für das Brandenburgische Sozialticket (Tel.-mobil: 0170 – 20 29 88 1).

Betreff: Presseinfo Nr. 120 – Brandenburger Mobilitätsticket-verbesserte Mobilität für Alle-

Berlin, 1. Oktober 2010
Nr. 120

ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Landesbezirk Berlin-Brandenburg
www.bb-verdi.de

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Veröffentlicht von

Dr. Andreas Steiner, Diplom-Geograph und Waldökologe, lebt seit 1999 im Barnim. Als Fachgutachter ist er bei einem Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Berlin beschäftigt, der innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte von klein- und mittelständischen Unternehmen im Bereich Technologie betreut. Seit mehr als 10 Jahren engagiert sich der Querdenker und -tuer ehrenamtlich in der Umwelt- und Sozialpolitik. Im Rahmen der Brandenburger Kommunalwahlen 2008 wurde er als Parteiloser für Bündnis 90/Die Grünen in die Eberswalder Stadtverordnetenversammlung gewählt. Ende 2011 musste er aufgrund eines Wohnsitzwechsels dieses Mandat niederlegen. Derzeit gehört er der Gemeindevertretung Schorfheide an und ist Vorsitzender der Fraktion Freie Wähler/Bürgergemeinschaft Kommunalabgaben (BKB). Steiner hat Mitgliedschaften der GRÜNEn LIGA Brandenburg und der NaturFreunde Oberbarnim-Oderland. Seine Hobbys sind Wandern, Radfahren, Schwimmen, Saunieren, Kochen – und natürlich der ehrenamtliche Journalismus, insbesondere wenn es um die Behandlung kritischer und brisanter Themen geht. Folgenden Leitspruch eines großen deutschen Gewerkschafters hat er sich zum Lebensmotto gemacht: „Nicht Ruhe, nicht Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit“ (Otto Brenner, 1968).

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