web analytics

Trotzköpfchens Erpressergebärden: Vattenfall erwägt Braunkohle-Ausstieg

Ab und zu darf Schönows Wirtschaftsminister Ralf Christoffers mit den Reichen, Schönen und Mächtigen an einem Tisch sitzen. Das bringt der Job so mit sich. Nun kann man sich vielleicht über die Attraktivität der Herren Øystein Løseth und Hartmut Zeiß streiten. Macht haben sie allemal und ein paar Euros „auf der hohen Kante“ können wir wohl auch voraussetzen.

Wirklich gut scheint die Stimmung im „Cafe Kleines Schloss“ gestern allerdings nicht gewesen sein obwohl auch Deichgraf Platzeck mittafelte. Vattenfalls Führungskräfte sind schwer enttäuscht. Angie Merkels Atom-Absolution (oder sagte sie „Energie-Revolution“? ) ist nicht nur völlig unsinnig sondern bedroht zusätzlich die Gewinnmargen der Braunkohlefürsten. Da kann der Latte Macchiato schon mal bitter schmecken.

Und wenn einem so abrupt der Lolly aus dem Mund gezogen wird (jeder der Kinder hat weiss was ich meine) sind Trotzreaktionen vorprogrammiert (auch wenn die Vattenfaller nun wahrlich keine Atomverächter sind). Folgerichtig hat der Energieriese dann auch mit dem Ausstieg aus Kohleförderung und Verstromung gedroht (Quelle: PNN). Ja wie jetzt, keine verwüsteteten Landschaften mehr, ein“ CO2-Erdrutsch“ und der Verzicht auf die völlig unberechenbare CCS-Technologie? Das ist eigentlich eine Nachricht die nach einer ausgiebigen Champagnerdusche schreit. Aber wird dürften die Rechnung wohl ohne Matthias Platzeck gemacht haben. Der ließ gegenüber der „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ bereits verlauten, wie sehr er sich um die Zukunft der Braunkohle sorgt.

Wahrscheinlich rauchen in Staatskanzlei und WIMI (Christoffers Bude) bereits jetzt die kreativen Köpfen. Irgendwie müssen die Dreckschleuderer doch im Lande zu halten sein. Gibt es da nicht noch irgendein Biotop  kostenarm zu verwüsten,  sind noch mehr Haftungsrisiken auf dem Rücken des Steuerzahler  gefällig oder kann man weggbaggerte Dörfler zukünftig nicht einfach entschädigungsfrei in leergezogene Plattenbauten entsorgen?

Eines jedenfalls ist sicher: Sollte die Braunkohleverwurstung in Brandenburg tatsächlich ein absehbares Ende nehmen – Matthias Platzeck und seine Landesregierung „trifft keine Schuld“.

Trotzköpfchens Erpressergebärden: Vattenfall erwägt Braunkohle-Ausstieg auf Facebook teilen
Trotzköpfchens Erpressergebärden: Vattenfall erwägt Braunkohle-Ausstieg auf Twitter teilen
Trotzköpfchens Erpressergebärden: Vattenfall erwägt Braunkohle-Ausstieg auf Google Plus teilen

Ähnliche Artikel:

3 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. So sehr ich die Einstellung der Landschaftsschändung durch den unsäglichen Braunkohletagebau begrüßen würde – so sehr ich es begrüßen würde, wenn der unsägliche Versuch der CO2-Verklappung unter die Erde abgewehrt werden könnte, so misstrauischer werde ich doch bei genauerer Betrachtung des Themas. Geld zu verschenken hat niemand!
    Wenn man sich das Thema aus der Warte eines manchmal zugegebenermaßen sehr misstrauischen Kriminalbeamten aus dem Bereich der Wirtschaftskriminalität mit vielen Negativerfahrungen betrachtet, dann fällt einem natürlich Eines sofort auf – die heikle Frage der Nachsorge für vorhandene Umweltschäden. Wer bezahlt diese?
    Es besteht tatsächlich die Gefahr, dass Vattenfall recht elegant bei entsprechender Gestaltung der Kaufverträge die Lasten der Beseitigung der gigantischen Umweltschäden auf den Käufer abwälzen könnte und damit kurzfristig unter Zurücklassung aller Verpflichtungen aus dem deutschen Markt ausgestiegen wäre.
    Wenn der Käufer, dessen Bonität für die Öffentlichkeit angeblich auf dem Papier natürlich genauestens geprüft worden ist, überraschenderweise kurz nach dem Erwerb der Kohlesparte den Weg der Holz- und Lehmänner ginge und Bekanntschaft mit der Branche der Insolvenzverwalter machte, gäbe es mangels Alternative nur einen Kostenträger, der den ganzen Kladderadatsch bezahlt… Die Quizfrage, wer das wohl sei, kann sich vermutlich jeder an drei Fingern abzählen?
    In Bernau haben wir gerade mit dem Theater der unappetitlichen Hinterlassenschaften einer mittlerweile insolventen Müllbude zu tun, die tonnenweise illegal abgelagerten Müll für die Entsorgung durch die öffentliche Hand hinterließ.
    Im Falle Vattenfalls stelle ich mir die Frage, wer die Braunkohletagebaue mit all den Problemen, die VATTENFALL mutmaßlich zum Ausstieg bewegen würden, kaufen sollte.
    Soviele Verrückte oder Glücksritter gibt es doch kaum! Veraltete Technik, hohe Umweltauflagen und Kosten etc… VATTENFALL selber beklagt zumindest in der verlinkten Quelle die mangelnde Ertragskraft. Die hätte auch ein Erwerber!
    Hier sollte im Interesse des Steuerzahlers rechtzeitig und vor allem professionell das bestehende Vertragswerk zwischen Land und Vattenfall auf Herz, Nieren und Schwachstellen geprüft und rechtzeitig konsequent interveniert werden.
    Ich hielte es für nicht erträglich, wenn das Land sich als Hering im Haifischbecken tummelte… und letztlich wieder einmal die teuren Hinterlassenschaften der Energiewirtschaft trüge.
    Der Ausstieg aus der Kohleverstromung ist zu begrüßen, die Nachsorge der angerichteten Schäden muß aber bei den Verursachern bleiben und darf nicht aufgrund wilder Vertragskonstruktionen wegbeurkundet werden.