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Die unheimliche Geisterburg – Eine Gespenstergeschichte von Mia Helene Stahlbaum und ihrer Omi – Teil 4

Am hellichten Vormittag servieren wir Euch den 4. und letzten Teil der Gespenstergeschichte „Die unheimliche Geisterburg“ von Mia und ihrer Omi. Warum nicht, die spannungsgeladene Story entfaltet ihr Gruselpotential zur Not auch bei strahlendem Sonnenschein.

Die unheimliche Geisterburg – Teil 4

“. Max und Theo rannten zur Eiche, Lisa streute die letzten Gummibärchen und versteckte sich dann auch. M.U.G. und U.I.G. kamen schmatzend aus dem Schloss und der Eiche immer näher. Als sie fast da waren, blieben sie stehen und rollten mit den Gespensteraugen. „Huuii!!! Hier ist es nicht geheuer!“, schrieen sie. „Wir sind zu nah an der Grenze unseres Reiches!“. Aber da flog ihnen schon eine Hand voll Niespulver in ihr Gespenstergesicht und die zwei niesten und niesten und niesten. Wenn sie Tränen gehabt hätten, wären die ihnen gewiss aus den Augen geflossen. Theo und Max warfen das Seil und zogen so fest sie konnten – und die beiden Unholde saßen fest in der Schlinge. „Geschafft“ keuchten Max und Theo. „Nun nix wie ab in den Geheimgang!“

Sie zerrten das Seil mit sich und M.U.G. und U.I.G. mussten ihnen folgen, ob sie wollten oder nicht. Lisa leuchtete mit der Taschenlame, so dass man wenigstens ein bisschen Licht in dem Tunnel hatte. Es ging abwärts, immer abwärts, mal gab es ein paar Stufen, dann kam eine scharfe Kurve, dann wieder Stufen. Den Kindern schien es eine Ewigkeit zu dauern. M.U.G. und U.I.G. heulten schrecklich und der Lärm hallte in dem Gang und kam als mehrfaches Echo zurück. Bloß nicht loslassen, dachten die Jungen, dann ist es aus mit uns. Endlich sahen sie vor sich einen bleichen Lichtschein. Der Gang war zu Ende und sie kamen ans Licht, ans Mondlicht, denn der Mond war inzwischen aufgegangen. „Wo sind wir?“ fragten alle drei gleichzeitig. Es war auf einmal völlig still geworden, kein Geheule mehr. Auch das Seil schien auf einmal ganz leicht zu sein.

„Wo sind die zwei?“ Es waren keine gruseligen Gespenster mehr zu sehen, die Seilschlaufe war leer. Lisa leuchtete mit der Taschenlampe. Sie waren auf dem alten Friedhof mit den verfallenen Grabsteinen herausgekommen, genau hinter dem Familiengrab der alten Schlossherren. Und hier sahen die Kinder mit Verwunderung, dass um den Stein herum zwei winzig kleine Friedhofsgespenster schwirrten, die zwei weitere kleine Gespenster begutachteten, die völlig erschöpft auf dem Erdboden saßen.
„Hallo, wer seid ihr denn?“ fragte Lisa. Mit zarter Stimme antworteten sie. „Wir heißen Igus A und Igus B und gehören zu den Bewachern der Familiengruft. Kommt uns nicht zu nahe, denn wir können euch einen elektrischen Schlag versetzen, dass euch Hören und sehen vergeht. Wir wachen darüber, dass dieses Familiengrab immer bestehen bleibt und nie zerstört wird. Und wie wir sehen, habt ihr M.U.G. und U.I.G. mitgebracht. Endlich, wir haben schon so lange auf sie gewartet.“ Es war nämlich so, dass ein Fluch auf den Schlossgespenstern geruht hatte. Sie mussten im Schloss herumspuken und alle Menschen fürchterlich erschrecken. Nur wenn jemand es schaffte, sie vom Schloss wegzuholen, war der Fluch gebrochen und auch sie konnten zu winzig kleinen Friedhofsgespenstern mit enormer elektrischer Macht werden. Es dauerte gar nicht lange, da erholten sich M.U.G. und U.I.G. von ihrer Verwandlung.

Sie begrüßten Igus A und Igus B herzlich und alle vier schwebten wie kleine Insekten um die Familiengruft herum. Im Licht der Taschenlampe konnten Lisa, Max und Theo sehen, wie sich alle vier Friedhofsgespenster vor ihnen verneigten und dann wie der Blitz davon sausten. „Puh, da haben wir aber Glück gehabt, dass die Geschichte so ausgegangen ist“, sagte Max und Theo und Lisa nickten. „Jetzt aber nichts wie zurück ins Schloss. Und wenn wir mal wieder Gespenster sehen wollen, verkleiden wir uns und veranstalten lieber selbst eine Gespensternacht.“

Wenn ihr aber nun denkt, dass damit alle Gespenster aus der Burg verschwunden waren, irrt ihr euch. Es war gruselig bis in alle Zeit. Die Seelen der früheren Schlossherren blieben weiterhin im Schloss und machten es unsicher. Doch sie konnte man nicht sehen, sondern nur als kalten Lufthauch spüren. Und hinter dem großen alten Spiegel im Raum der Schlossherrin wohnte Mama U.I.G. Sie war riesengroß, hatte feuerrote Haare, eine grüne Nase, grüne Ohren, lila Zähne und auch lila Augen, die im Mondlicht gefährlich funkelten. Sie war hinter den Spiegel verbannt worden.

Als die Köchin Schimmelkorn eines Morgens in den Spiegel blickte, sah sie nicht ihr eigenes Spiegelbild, sondern Mama U.I.G. tauchte auf und sie sah so gruselig aus, dass Frau Schimmelkorn schreiend davonrannte. So blieb das Schloss immer noch ein Gespensterschloss, auch wenn die beiden heulenden und Kettenrasselnden Gespenster M.U.G. und U.I.G. weg waren. Und wenn sie nicht gestoben sind, dann leben sie noch heute.

Ende

Hier geht es zu Teil 1 ,Teil 2 und Teil 3

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Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.