web analytics

Die unheimliche Geisterburg – Eine Gespenstergeschichte von Mia Helene Stahlbaum und ihrer Omi – Teil 2

Gruseln kann man sich ja am besten wenn es schon so richtig dunkel ist. Deshalb, wie angekündigt, hier der 2. Teil von Mias Gespenstergeschichte „Die unheimliche  Geisterburg“. Wer den Anfang verpasst hat findet ihn hier.

„Die unheimliche  Geisterburg“ – Teil 2

Zum Abendessen gab es von Frau Minzfrisch selbst gemachte Pizza, die superlecker war und auch so duftete. Weil Pizza das Lieblingsessen von M.U.G und U.I.G. war, fingen die beiden schon an mit Herumschlurfen und Kettenrasseln, ehe es ganz dunkel wurde. Aber niemand hörte auch nur einen unheimlichen Laut – die zehn Kinder machten einfach selbst zu viel Krach. Darüber wurden die beiden sehr ärgerlich, schließlich wollten sie endlich jemanden erschrecken und dann auch noch etwas von der Pizza abbekommen. Doch daraus wurde nichts, die Kinder futterten alles ratzekahl auf. „Na, wartet, euch werden wir schon noch klein kriegen!“ schimpften M.U.G. und U.I.G. „Wartet nur, bis es ganz dunkel ist und bei euch Nachtruhe!“


Nach und nach kamen die Kinder endlich zur Ruhe und krochen in ihre Zelte. Zuerst wurde noch ein bisschen geredet, doch dann schlief ein Kind nach dem anderen ein. Lisa hatte wirklich große Mühe, wach zu bleiben. Sie lauschte angestrengt, ob sie eine Eule rufen hörte. Endlich, da kam der Eulenruf und Lisa schlich sich ganz heimlich aus dem Zelt. In der Nacht sah wirklich alles ganz anders aus. Die Zweige der alten Eiche bewegten sich im Nachtwind und raschelten unheimlich, die Äste knarrten und überall raschelte es, weil sich kleine Tiere bewegten. Lisas Herz klopfte. Doch dann sah sie zwei Lichter – es waren die Jungs mit ihren Taschenlampen, und da fühlte sie sich gleich viel besser.

Die drei schlichen zum Schloss, dessen große altmodische Tür zum Glück nicht abgeschlossen war, allerdings knarrte sie unheimlich. Der Mond schien und beleuchtete die breite Eingangstreppe, die zur Galerie hinaufführte. Alles sah im kalten Mondlicht gespenstisch aus und die Bilder der ehemaligen Schlossherren schienen die Kinder anzustarren. „Kommt, wir gehen in den Keller, wo die Verliese sind. Da werden die Gespenster sich wohl verstecken“, sagte Theo.

Die drei schlichen so leise sie konnten die Kellertreppe hinunter. Je tiefer sie kamen umso dunkler wurde es und es roch feucht und muffig. Zum Glück hatten sie ihre Taschenlampen dabei und damit leuchteten sie den Kellergang entlang. Die Lichtkegel durchschnitten die Dunkelheit, doch von M.U.G. und U.I.G. war keine Spur zu entdecken. „Komisch“, sagte Lisa. „Sie müssten doch hier irgendwo sein“. „Probieren wir mal diese Tür“, meinte Max und zeigte auf eine Eisentür, in deren Schloss ein riesiger verrosteter Schlüssel stecke. Gemeinsam drehten sie den Schlüssel und öffneten die Tür. Sie hatten die Folterkammer des Schlosses gefunden! „Uh, wie gruselig“, sagte Lisa. „Da möchte ich ja nicht gern drin eingeschlossen werden.“ „Ach was“, antwortete Theo, „die Sachen sind ja alle völlig rostig und unbrauchbar.“

Doch kaum hatte er das gesagt, erhob sich ein Heulton, der durch Mark und Bein ging. Allerdings kam dieser Ton von draußen, vom Schlosshof und kurz darauf kreischten Kinderstimmen laut und entsetzt. „Die Gespenster sind gar nicht hier drin im Schloss“, schrie Lisa. „Sie erschrecken gerade die Schlafmützen draußen in den Zelten! Nichts wie hin!“

So schnell sie konnten stürmten sie die Kellertreppe wieder hoch und rannten aus dem Schloss. Doch sie sahen nur herumrennende Kinder, die völlig verstört waren. Frau Wieland versuchte, sie zu beruhigen, was ihr auch nach einiger Zeit gelang. Herr Pfefferbein aber hörte von der ganzen Aufregung gar nichts und auch die beiden Köchinnen blieben unsichtbar.

Max, Theo und Lisa beratschlagten, was zu tun sei. „Wir müssen diese Gespenster von hier weglocken, sonst sagen die Erwachsenen, dass wir hier nicht bleiben können. Die Angsthasen werden nach ihren Eltern rufen und dann ist es aus mit dem Zelten im Burghof und allen interessanten Unternehmungen.“ Theo war ganz sicher, dass es so kommen würde. „Ja, aber wie wollen wir das anstellen. Wir haben die beiden ja noch nicht einmal gesehen“, meinte Max. „Wir müssen morgen früh sobald es hell wird, alles auskundschaften. Vielleicht gibt es einen Geheimgang, einen Fluchtweg weg vom Schloss. Den braucht man, um auszureißen, wenn die Burg von Feinden belagert wurde. Eigentlich hat jedes Schloss so einen geheimen Gang.“ Lisa war sich da ganz sicher, denn sie hatte schon viele Schlossgeschichten gelesen. „Gut, so machen wir das. Jetzt werden die zwei ja Ruhe geben, weil sie endlich jemanden erschrecken konnten“, stimmte Max zu und Theo nickte.

Die drei krochen in ihre Zelte und waren im Nu eingeschlafen. M.U.G. und U.I.G. aber waren glücklich, weil nun endlich jemand zum Erschrecken anwesend war. Aber hungrig waren sie von der Spukerei! Doch die Pizza war ja alle und alle Vorräte in der Küche waren eingeschlossen. Die beiden fluchten fürchterlich, aber es half nichts, sie fanden nichts Leckeres zum Verspeisen. Also zogen sie sich hungrig in den halb zerfallenen Burgturm zurück, wo sie ihr Lager hatten. Im Keller bei den Folterinstrumenten war es ihnen nämlich selbst zu gruselig.

Am nächsten Morgen schien die Sonne und der nächtliche Spuk erschien fast allen Kindern nur noch wie ein Traum. Aber Frau Wieland stelle Herrn Pfefferbein zur Rede. Sie war fuchsteufelswild und beschimpfte ihn. „Wie können sie uns in der Nacht so erschrecken“, schrie sie ihn an. „Die Kinder waren völlig aus dem Häuschen und verängstigt!“. Sie glaubte nämlich, dass Herr Pfefferbein die ganze Spukgeschichte in Auftrag gegeben hatte und Schauspieler das entsetzliche Geheule nur gespielt hätten. Herr Pfefferbein war völlig überrumpelt, er hatte ja von dem Krach und der Unruhe nichts mitbekommen. Er beteuerte seine Unschuld und sagte: „Wenn hier Gangster ihr Unwesen treiben, dann müssen wir die Polizei rufen“. “Jawohl, tun Sie das“, mischte sich da Frau Schimmelkorn ein. „Ich konnte vor Krach kein Auge zu tun, besonders, weil diese kleinen Rabauken so gekreischt haben! Seit diese Kinder hier sind, geht alles schief!“ „Nun beruhigen Sie sich doch“, rief Herr Pfefferkorn, wir werden das schon herauskriegen, wer hier alles in Unruhe versetzt.“

Weil er kein Telefon im Schloss hatte, musste er ins Dorf gehen, um von dort die Polizei zu benachrichtigen. Das dauerte aber eine Weile und so hatten Theo, Max und Lisa Zeit genug, sich im Schloss nach einem Geheimgang umzusehen. Sie durchsuchten alle Räume, den riesigen Speisesaal und die kleinste Kammer, aber nirgends fanden sie etwas, das so aussah wie ein Geheimgang. Schließlich stiegen sie auch auf den Turm und da stolperten sie fast über die schlafenden Burggespenster M.U.G. und U.I.G. „Hier sind sie“ flüsterte Max. Ganz leise kletterten die drei Freunde wieder vom Turm, damit die beiden Ungeheuer nicht aufwachten. „Puh, die waren aber doch ziemlich gruselig“, sagte Lisa. „Wir müssen jetzt unbedingt den Geheimgang finden, sonst können wir sie nicht vom Schloss weglocken“.

Fortsetzung folgt

Hier geht es zu Teil 1 ,Teil 3 und Teil 4

Die unheimliche Geisterburg - Eine Gespenstergeschichte von Mia Helene Stahlbaum und ihrer Omi - Teil 2 auf Facebook teilen
Die unheimliche Geisterburg - Eine Gespenstergeschichte von Mia Helene Stahlbaum und ihrer Omi - Teil 2 auf Twitter teilen
Die unheimliche Geisterburg - Eine Gespenstergeschichte von Mia Helene Stahlbaum und ihrer Omi - Teil 2 auf Google Plus teilen

Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.