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Die unheimliche Geisterburg – Eine Gespenstergeschichte von Mia Helene Stahlbaum und ihrer Omi – Teil 1

Es ist etwa 31 Jahre her, da packte mich der „Schreiber-Virus“ . Mein Erstling hieß  „Die Abenteuer der Ente Nagnag“, gefiel (nicht nur)  meiner Deutschlehrerin und schaffte es über das Fest der Deutschen Sprache in eine Antologie schreibender Schüler des Kreises Bernau.
Mia hat grade die 1. Klasse beendet (nicht vergessen, morgen geht die Schule  wieder los!) und sich für ihre erste Gespenstergeschichte etwas Hilfe bei der Omi geholt. Das „geheime Sommerprojekt“ wurde erst gestern der staunenden Familienöffentlichkeit präsentiert.
Und weil Mia meint, dass ruhig ein paar mehr Leute ihre Gruselstory lesen können werden wir sie in 4 Teilen hier veröffentlichen.

Die unheimliche Geisterburg  – Teil 1

Vor langer, langer Zeit gab es eine Burg, die hoch oben auf einem Berg weit ins Land schaute. Viele Generationen von Schlossherren lebten dort, doch nun war sie schon seit vielen Jahren verlassen und ihre Mauern verfielen. Die Seelen der ehemaligen Schlossbewohner waren noch immer spürbar, doch was weit unheimlicher war – es gab zwei sehr gefährliche Burggespenster, die ihr Unwesen trieben. Ihre Namen kannte niemand mehr genau. Wenn man alten Geschichten glauben schenkt, so hießen Sie Monster Unhold Geisterbein und Ungeheuer Ignaz Geisterbein, allgemein nur M.U.G und U.I.G. genannt.

Die Gespenster lebten dort seit hunderten von Jahren, doch jetzt langweilten sie sich. Sie hatten niemanden mehr zum Erschrecken, dabei konnten sie heulen, mit Ketten rasseln, ihren Kopf abnehmen und damit Kegeln und noch viele weitere unheimliche und furchtbare Dinge.

Eines Tages zog ein neuer Bewohner in das alte Schloss ein, es war Herr Pfefferbein, der schon immer gern in einer Burg gewohnt hätte, auch wenn sie schon ein wenig verfallen war und die Mauer Risse hatte und oben auf der Mauerkrone Gras und kleine Bäumchen wuchsen.
Er wurde zwar von allen vor den Gespenstern gewarnt, doch er meinte: „Gespenster? Davor habe ich keine Angst, die gibt es ja gar nicht!“ Er ließ sich nicht überreden – einfach nicht, weil er keine Angst hatte vor Gespenstern. Nachts, wenn M.U.G und U.I.G. herumspukten, schlief er tief und fest und hörte kein Kettenrasseln, Heulen oder Kegeln mit den abgenommenen Köpfen. So langweilten sich die beiden, obwohl nun endlich wieder jemand im Schloss wohnte.

Für seine Bequemlichkeit hatte Herr Pfefferbein seine beiden Köchinnen mitgebracht, die ihn mit leckerem Essen versorgen sollten. Sie waren schon seit seiner Kindheit in seiner Familie beschäftigt und hießen Frau Minzfrisch und Frau Schimmelkorn. Frau Minzfrisch liebte das Kochen, sie kochte sehr gern und machte herrliche frische Salate. Und beim Kochen sang oder pfiff sie immer ein Liedchen.

Frau Schimmelkorn dagegen war immer schlechter Laune, denn sie wollte am liebsten eine Prinzessin sein, aber weil sie nicht von Adel war, musste sie sich ihr Geld verdienen und kochte für Herrn Pfefferbein. Aber nur sehr ungern und alle ihre Gerichte schmeckten nach nichts.

Zum Glück gab es in der halb zerfallenen Burg noch die große altmodische Küche mit einem riesigen Herd, einer Speisekammer und einem Keller, der mit Eisblöcken gekühlt wurde, so dass die Lebensmittel frisch blieben. Frau Minzfrisch baute auf einem kleinen gerodeten Gartenstück Salat, Kräuter und Gemüse an und zauberte daraus die schönsten Gerichte. Frau Schimmelkorn hielt sich lieber an Fertiggerichte, denn damit war man schnell fertig.
Herr Pfefferbein hatte auch noch eine Haushaltshilfe, die Staub wischte, sein Bett machen musste und die bewohnbaren Zimmer im Schloss sauber hielt. Sie hörte auf den für eine fleißige Haushaltshilfe sehr ungewöhnlichen Namen Schmutzmadam.

Es hatte sich unten im Tal herumgesprochen, dass Herr Pfefferbein und seine drei Angestellten von den Gespenstern nicht sofort verjagt worden waren. Also dachten alle, die Gespenster hätten sich auf und davon gemacht. Eines heißen Sommertages beschloss die Lehrerin, Frau Wieland mit ihrer Hortgruppe im Schloss ein Sommercamp zu veranstalten. Mit 10 Kindern wollte sie im Schloss übernachten und die Umgebung, den Wald, den im Tal fließenden kleinen Fluss und den alten Dorffriedhof erkunden. Die Kinder sollten ein Projekt zur Erforschung der Natur gestalten.

Die drei Freunde Max, Theo und Lisa waren begeistert, aber sie dachten eher daran, die Schlossgespenster aufzuspüren und zu erforschen. Aber das sagten sie natürlich niemandem. Es war doch toll, in einem unheimlichen, von Gespenstern bewohnten ziemlich verfallenen Gemäuer zu übernachten. Sie bereiteten sich gut vor und nahmen jeder eine große Taschenlampe mit – was gar nicht besonders auffallen konnte, weil alle Kinder eine mit hatten. Aber außerdem nahmen sie noch ein dickes Seil, Niespulver und ganz viele Süßigkeiten mit. Sie wollten die Gespenster am liebsten fangen (dazu brauchten sie natürlich eine Fessel), Niespulver war bestimmt auch gut geeignet und dann dachten sie auch, dass man bei nächtlichen Ausflügen vielleicht Hunger bekommen könnte und dann wären Gummibärchen sicher ganz toll.

Als die Campkinder mit Frau Wieland auf dem Schloss ankamen, wurden sie von Herrn Pfefferbein begrüßt und sie durften im Schlosshof ihre Zelte aufstellen. Frau Minzfrisch freute sich über die Kinder, denn sie mochte Kinder sehr gerne. Ihr machte die Unruhe und Unordnung von Kindern gar nichts aus. Dagegen war Frau Schimmelkorn überhaupt nicht begeistert. Frau Schimmelkorn hasste Kinder, denn die machen Krach und Dreck und Unordnung, was sie nicht ausstehen konnte.

Nachdem sie ihre Sachen im Zelt untergebracht hatten, konnten die Kinder erstmal den Schlosshof erkunden, bevor es dann im großen alten Speisesaal Abendessen gab. Lisa, Max und Theo schauten hinter jede Ecke und untersuchten die lose herumliegenden Steine nach Spuren der Gespenster, konnten aber nichts entdecken. Allerdings sah der große Eichenbaum am Eingang des Burgtores ein bisschen unheimlich aus. Doch das kümmerte die drei Freunde erstmal nicht.

„Wir fangen nachher mit dem Rittersaal an“, flüsterte Lisa, „Schlaft bloß nicht ein, wir wollen heute Nacht gleich auf Gespensterfang gehen.“ „Schlaf lieber selber nicht ein, wir können uns gegenseitig wach halten, aber du bist bei den Mädchen im Zelt und allein!“ antwortete Theo. Sie verabredeten als Zeichen, dass es losgehen sollte, wie ein Uhu zu rufen.

Fortsetzung folgt…

Hier geht es zu Teil 2 , Teil 3 und Teil 4

Gespensterbild: Mia Stahlbaum

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Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.