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„Nachhall-tig“ – Anwohner der Speedracer-Rennstrecke in Bernau klagen über Lärmbelästigung

Motorisierte Lärmbelästigungen haben, wenn man es mal extrem schwarzhumorig sieht, in Bernau bei Berlin durchaus eine gewisse „Tradition“. Während diverse Rehberger (nicht nur) mit „Radladergeräuschen“ malträtiert werden können etliche Einwohner Pankborns dem kraftvollen Sound der Speedracer-Modellflitzer seit Jahren nicht viel Positives abgewinnen.

Dabei geht es Anwohnern der Rennstrecke wie Markus Schaefer, nach eigener Aussage, keineswegs umd die Verdammung eines Hobbies. Der Unmut vieler Nachbarn bezieht sich  klar auf die Emission der Zweitakter.
Elektromotoren, so Schaefer, (..) würden wir tolerieren.

Der Betrieb der Rennstrecke,  heißt es weiter, 

„ist sehr laut und stiehlt den erholungssuchenden Anwohnern die eigentlich verdiente Ruhe an jedem zweiten Wochenende im warmen Sommerhalbjahr- vom Training in der Woche einmal abgesehen. Von wachsender Beliebtheit kann nur also einseitig die Rede sein. Nirgendwo in Deutschland grenzt eine Modellrennstrecke als Freizeitanlage so nahe an ein allgemeines Wohngebiet.“


Die momentane Situation wird wie folgt beschrieben:

„Der neue Bebauungsplan Gewerbegebiet „Schönfelder Weg“ regelte(…)den Betrieb der Rennstrecke als Ausnahme, weil so etwas eigentlich unzulässig im Gewerbegebiet wäre. Die Stadtverordneten hat es beim Beschluss der Auslegung nicht gekümmert, sie haben dies als ihren Willen rechtens bekundet, und die Verwaltung erntete mehr als 50 Eingaben von betroffenen Anwohnern. Neben der Rennstrecke wird immerhin auch eine östliche Bernau-Umfahrung hier angebunden, wobei der Bahnübergang Albertshofer Chaussee häufig geschlossen ist und für langen Rückstau sorgt. Was Politikerwillen und Bürgermeister-Engagement für den Ortsteil Pankeborn anbelangt, so nähert sich die Anwohnerstimmung dem Nullpunkt und eine Rechtsberatung im B-Plan-Verfahren wird endlich ernsthaft diskutiert.“


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Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.

6 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Ich finde es ausgesprochen schade, wie hier (vermutlich nicht einmal vorsätzlich) über die legitimen Interessen von Anwohnern hinweggewalzt wird… Das muß doch wirklich nicht sein.
    Ich muß doch als Behörde (egal, ob als Stadtverwaltung oder Landkreis) weder einem wildgewordenen Radladerfahrer, noch irgendwelchen Hobbyrennfahrern das Terrorisieren der Umwelt erlauben!
    Solche unschönen Ergebnisse kommen nach meiner dienstlichen Erfahrung meist dadurch zustande, daß durch unzureichend sachkundige oder zu wenig weitsichtige Mitarbeiter zu viel auf Basis von Bauchgefühl, grundsätzlichem Wohlwollen und Beißhemmung, dagegen aber zu wenig auf Basis durchaus existierender Vorschriften, geamtshandelt wird.
    Und wenn das Kind dann erst einmal in den Brunnen gefallen ist und die Störer durch rechtswidrig begünstigende Bescheide Oberwasser gekriegt haben, geht es nur noch um behördliche Gesichtswahrung und Vermeidung/ Umgehung von Amtshaftungsansprüchen – selten aber um die Interessen der betroffenen Anwohner.
    Der Quatsch wird immer quätscher und das Chaos anschließend vor Gericht bis zur Neige und letzten Instanz ausgefochten.
    Meist zahlt der Steuerzahler die Zeche – die Betroffenen haben aber reichlich Nerven gelassen.

    Wäre es nicht wirklich mal an der Zeit für eine Diskussion darüber, sowohl für die Stadt, als auch den Landkreis mal r i c h t i g e s Geld für g e s t a n d e n e Verwaltungsjuristen in die Hand zu nehmen, die sich die Verwaltungsakte als Endkontrolle vorknöpfen, b e v o r sie nach außen gelangen und Schaden stiften?
    Es würde meiner Meinung nach durchaus dem allseitigen Frieden dienen, weil behördliches Handeln weniger angreifbar und dadurch auch transparenter würde – wenn z.B. die SVV Bernau von der Verwaltung nicht zuweilen mangelhafte und fragwürdige Vorlagen bekäme, die einer rechtlichen Nachprüfung nicht stand halten.

  2. Thomas Dyhr hat mit seinem Kommentar den Nagel auf dem kopf getroffen!
    Ich kann ihm in allen Punkten zustimmen!
    Letztlich resultiert unser Problem im Bernauer Stadtteil Rehberge eindeutig aus Fehlentscheidungen der Ämter ob nun bewußt oder unbewußt.
    Den Anwohnern Pankeborns kann ich nur raten ebenso wie wir nicht locker zu lassen und die Stadtverwaltung permanent aufzufordern, den unhaltbaren Zustand zu beseitigen.

  3. Ich frage mich ja immer, nach welchen Kriterien solche Dinge entschieden werden.
    Wenn auf der Rennstrecke das Wochenende Vollgas gegeben wird und auch die Radlader zur „Übung“ hin und her fahren dürfen – warum dürfen dann die Kinder in Schönow am Wochenende nicht auf den Spielplatz?

    Da stehen wir Eltern mit Kindern regelmäßig vor verschlossenen Türen – entweder ist Mittagsruhe oder Sonntags sind die Spielplätze gleich ganz verschlossen.
    Spielende Kinder sind in Bernau nicht gewollt – Rennautos und Radlader aber schon …

  4. @Andreas Lehmann:
    Zur Prüfung von Erklärungsansätzen der von Ihnen aufgeworfenen Frage könnten Sie zum Beispiel einmal in der SVV Bernau zu schauen, wer darin sitzt und in unmittelbarer Nachbarschaft des Nebensportplatzes wohnt…
    Dann wird Ihnen vielleicht das eine oder andere klar… und erklärt sich auch die eine oder andere Vorlage, die auf die Vertreibung von Jugendlichen von beliebten Treffpunkten durch das Ordnungsamt abzielten.
    Es ist bei einigen Menschen immer noch nicht die Erkenntnis und Rechtsprechung angekommen, daß der Lärm spielender Kinder zu dulden ist…
    Ihrem frustrierten Fazit, daß spielende Kinder in Bernau unerwünscht seien, stimme zwar nicht uneingeschränkt zu, aber durchaus in einigen Bereichen.

  5. Wegen eines Hardwareausfalls bei unserem Internetprovider am Abend des 12. August sind alle Kommentare, die zwischen dem 12. August, 1:00 Uhr morgens und dem Hardwareausfall geschrieben wurden, leider nicht auf der aktuellen Datensicherung vorhanden und vermutlich endgültig verloren.

    Wir bitten Sie, dieses technische Problem, was nicht im Verantwortungsbereich des Barnim-Blogs liegt, zu entschuldigen.

  6. Pingback: Das Schweigen der Motoren – “Gieses Plan” in Bernau kommt zur Ruhe – Von Stefan Stahlbaum