web analytics

Am Tropf des Zivildienstes? – Über Sinn und Unsinn der Dienstzeitverkürzung ab Dezember 2010

Ich freue mich eigentlich immer, wenn unsere Lokalzeitungen sich relativ  zeitig mit politischen Entscheidungen und ihre Auswirkungen auf die jeweilige Region beschäftigen. Die MOZ hat das heute zum Thema Zivildienstverkürzung getan. Ab 01.12. 2010 wird die Dienstzeit, entsprechend der Regelung zum Wehrdienst, auf 6 Monate gesenkt.

Einige  Einsatzstellen im Barnim  reagieren offenkundig kritisch, sehen sich aber zum Teil vom Einsatz der „Zivis“ abhängig. Argumente, die den Sinn des Einsatzes für ein halbes Jahr in Frage stellen sind durchaus vorhanden. So gibt es z.B. die verpflichtenden Lehrgänge und  eine unterschiedlich lange Einarbeitungszeit. Bis die „staatlich verpflichteten Quereinsteiger“ zu einer wirklich sinnvollen Ergänzung herangereift sind kann ihrer Tätigkeit zukünftig schon fast wieder vorbei sein.

Vertreter der großen Trägerverbände sehen auf dieser Grundlage „den Anfang vom Ende des Zivildienstes eingeläutet“ und kündigen die Rückgabe entsprechender Stellen an.
Allerdings, sagt Ulrich Schneider vom Paritätischen Wohlfahrtsverband gegenüber dem Focus,

„gebe es die Möglichkeit, den Verlust durch Freiwillige „zu kompensieren, wenn die Politik mitspielt“ und mehr Geld bereitstelle(…). So stünden den 85 000 Zivildienstleistenden 2009 rund 35 000 junge Menschen gegenüber, die ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr absolvieren. Die Zahl der Bewerber auf die von Bund und Ländern finanzierten Stellen sei jedoch ungefähr doppelt so hoch.“

Was die Verkürzung des Wehrdienstes angeht sind Proteste, abgesehen von der politischen Ebene, eher „lau“geblieben. Verständlich, denn während  die Arbeit der Zivis nach 6 Monaten immer mehr Nutzen entfaltet  ist „beim Bund,“ selbst aus der Sicht von Menschen die die Wehrpflicht nicht ausdrücklich ablehnen, nach der Grundausbildung weitgehend  „die Luft raus“.
Auf ich:AG.de hieß es hierzu im Mai:

„Ich war damals lediglich zwei Monate in dieser Intensivausbildung. Damals fand ich es schade, als die Zeit zu Ende ging. Danach wartete der Stab auf mich, was gleichbedeutend war mit plumper Büroarbeit und viel Kaffee. Verschenkte Zeit im Nachhinein. Zumindest und vor allem aus Bundeswehr-Sicht.“

Wie sinnvoll oder unsinnig ist die Verkürzung der Dienstzeiten für Zivil- und Wehrdienstleistende in der beschlossen Form und… brauchen wir die Wehrpflicht noch? Was sagt ihr?

Am Tropf des Zivildienstes? – Über Sinn und Unsinn der Dienstzeitverkürzung ab Dezember 2010 auf Facebook teilen
Am Tropf des Zivildienstes? – Über Sinn und Unsinn der Dienstzeitverkürzung ab Dezember 2010 auf Twitter teilen
Am Tropf des Zivildienstes? – Über Sinn und Unsinn der Dienstzeitverkürzung ab Dezember 2010 auf Google Plus teilen

Ähnliche Artikel:

Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.

1 Kommentar » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Ich finde es schadet gar nichts, die Wehrpflicht abzuschaffen. Die Jungs, die nach Afghanistan gehen, sollen durchaus nur Berufssoldaten sein. Wo unser Land von NATO Staaten umgeben ist, hat sich die Wehrpflicht überlebt. Die finanziellen Einsparungen sind die eine Sache, die Wehrgerchtigkeit eine andere Sache. Also weg damit.

    Siegfried Anton Paul