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Die 2 Seiten der Medaille – Ein Prozess, eine Entscheidung und verschiedene, journalistische Herangehensweisen

In Sache und Resultat sind sich die beiden Prozessbeobachter einig. Am Dienstag, den 27. Juli 2010, fand vor dem Bernauer Amtgerichts eine Verhandlung wegen des Vorfwurfs der Sachbeschädigung statt. Angeklagt war Christian Schulz, als Geschädigter und Zeuge trat Peter Vida auf. Das Verfahren wurde vorläufig eingestellt und dem Beschuldigten die Ableistung von 30 Arbeitsstunden auferlegt.

Den Weg zur Entscheidung und die Darstellung der Hintergründe bearbeiten die Autoren Dr. Frank Valentin (auf seinem privaten Blog) und Oliver Köhler (für den Bernau-Teil der Märkischen Oderzeitung) schon stilistisch derart unterschiedlich, dass verschiedene Stimmungsbilder entstehen.
Während Frank Valentin eher als Erzähler agiert, das Geschehen stärker zusammenfasst, mehr eigene Meinung einfliessen lässt und sich fast ausschließlich auf die Person Christian Schulz konzentriert, arbeitet Oliver Köhler mit einer Vielzahl direkter Zitate und gibt dabei den Aussagen des Zeugen Vida besonders viel Raum.

Als Beispiel hier eine Art „guter Rat“, den der Richter im Verlauf des Verfahrens gegeben haben soll. Frank Valentin beschreibt:

„Der Richter gab ihm auch noch auf den Weg, während der 30 Stunden Arbeit über andere Wege der politischen Streitkultur nachzudenken.“

Oliver Köhler zitiert:

„„Man muss den politischen Gegner akzeptieren, auch wenn es schwer fällt“, gibt er Schulz als Rat mit auf dem Weg.“

Hier beide Artikel als Link zum Selberlesen:

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Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.

3 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Als Prozeßbeobachter fiel mir vor allem auf, dass die Schuld des Angeklagten zweifelsfrei festgestellt wurde. Der Richter ließ dem Verteidiger viel Raum und nahm sich viel Zeit für die Urteilsfindung, hatte aber letztlich keinerlei Zweifel und urteilte entsprechend. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch der Anwalt von Herrn Schulz haben das Urteil und die Strafe akzeptiert. Es blieb definitiv keine Frage offen. Insofern ist der Prozess abgeschlossen und sollte durchaus auch als Warnung verstanden werden, denn wie die „MOZ“ richtig schreibt, wurden ebenfalls Plakate anderer Parteien unabhängig von deren politischen Ausrichtung heruntergerissen. Das ist in meinen Augen eben keine Bagatelle, sondern Ausdruck einer politischen Unkultur, der es durch alle Demokraten und notfalls eben auch durch Polizei und Justiz entgegen zu treten gilt. So ist zu hoffen, dass sich Herr Schulz die letzten Worte des Richters zu Herzen nimmt.

  2. Ich bin der Auffassung, daß man hier nicht von Bagatellvergehen sprechen kann. Schließlich erfordert Demokratie auch, daß man einen fairen Wahlkampf führt und seine Gegner nicht durch Diffamierung oder wie hier durch Herunterreißen der Wahlplakate schädigen will.
    Leider scheint der Trend der Diffamierung des Wahlgegners heute üblich zu sein und wird auch von den großen Parteien praktiziert!
    Besser wäre es, wenn man mit eigenem Programm und Argumenten in die Öffentlichkeit treten würde.
    Somit finde ich es auch durchaus gerecht, daß solche Taten bestraft werden