web analytics

Eine brisante Personalie – Wer wird neuer Direktor/neue Direktorin des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin?

Es geschieht nicht allzu oft, dass sich der Berliner „Tagesspiegel“ mit Themen beschäftigt die (wenngleich landespolitischer Natur) den Landkreis Barnim relativ direkt betreffen. Zur offensichtlich hochkomplizierten Neubesetzung des Chefpostens im Biosphärenreservat Schorfheide -Chorin gab es vorgestern einen sehr ausführlichen und interessanten Artikel.

Im Grunde geht es um eine personalpolitische „Altlast“ aus der „umweltpolitischen Giftküche“ des (Gott  sei Dank) ehemaligen Ministers Dietmar Woidke (SPD). Der hatte „den wichtigsten Naturschutzposten des Landes“ damals an die fachfremde Forstbeamtin Constanze Knape vergeben und sich um geltendes Regelwerk offensichtlich wenig geschert.
„Kommando“ zurück!“-entschied kürzlich das Landesarbeitsgericht und verurteilte das Land die Entscheidung „unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichtes neu zu treffen“(Quelle: MOZ)
Als Gründe wurden „eklatante Verfahrenfehler“ angeführt.

„Danach gab es damals kein faires Besetzungsverfahren, Knape wurde auf den Posten durchgedrückt, obwohl es bessere Bewerber gab. Brandenburg habe gegen das Grundrecht der „Chancengleichheit beim Zugang von öffentlichen Ämtern verstoßen“, so das Urteil.“


Zu den Klägern gegen die offenkundige „Mauschel-Besetzungspraxis“ des derzeitigen SPD-Fraktionsvorsitzenden im Brandenburger Landtag gehört Mitbewerber Dr. Martin Flade. Der langjährige Leiter des LUA-Referates „„Grundsätze und Koordinierung Großschutzgebiete, Naturparks“ war (Zitat Tagesspiegel) u.a. dadurch „in Ungnade gefallen“,

„weil er anders als seine Vorgesetzten kein Auge zudrücken wollte, als hunderte uralte Eichen im Totalreservat Redernswalde durch die private Naturschutzstiftung eines einflussreichen Unternehmers gefällt wurden. Ein Skandal, der im märkischen Sande verlaufen war.“

Im Minsterium ist man sicher der Brisanz der Personalie inzwischen offenbar bewusst.
„„Es ist ein schwieriges Thema. Ich will den Sommer nutzen, um die Angelegenheit endlich zu klären(…). Es gebe deswegen eine unglaubliche Unruhe in und außerhalb des Hauses“, wird z.B. Anita Tacks Staatssekretär Heinrich-Daniel Rühmkorf zitiert.

Nicht verschwiegen werden soll an dieser Stelle, dass auch die momentan kommissarische Leiterin Frau Knape durchaus noch „ihre Lobby“ zu haben scheint. So hat es einen Unterstützerbrief verschiedener Bürgermeister und Landespolitiker an Matthias Platzeck gegeben , der “ ihre hohe fachliche Kompetenz und Souveränität“  und ihr „Eingehen auf die Menschen und Gemeinden (…) (ohne den Umwelt- und Naturschutz dabei zu vernachlässigen) rühmt.

Zu den Unterzeichner gehörten dem Vernehmen nach auch die Landtagsabgeordneten Margitta Mächtig und Dr. Michael Luthardt. Beide sollen allerdings davon „inzwischen wieder abgerückt sein“.

Eine brisante Personalie - Wer wird neuer Direktor/neue Direktorin des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin? auf Facebook teilen
Eine brisante Personalie - Wer wird neuer Direktor/neue Direktorin des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin? auf Twitter teilen
Eine brisante Personalie - Wer wird neuer Direktor/neue Direktorin des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin? auf Google Plus teilen

Ähnliche Artikel:

5 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Was soll dazu noch gesagt werden? Es fügt sich alles zu einem Bild im Lande Brandenburg.
    Seit der Wende hat sich hier ein unsäglicher Filz entwickelt, der wieder schwer aufzulösen sein wird. Oder sind es vielleicht sogar alte Seilschaften, die sich bereits zu DDR-Zeiten gebildet und die Zeiten mehr oder weniger unbeschadet überstanden haben?

  2. Jetzt ist es entschieden: Der Chefsessel im Biophärenreservat Schorfheide-Chorin wird neu besetzt. Martin Flade hat vor dem Arbeitsgericht Potsdam Recht bekommen, Frau Constanze Knape (heute verheiratete Simon) muss gehen.

    Gleichzeitig ist es ein Sieg des Rechtsstaats gegen die Vetternwirtschaft. Ich bin zufrieden.

    Im MOZ-Artikel heißt es hierzu: In der schriftlichen Urteilsbegründung listeten die Richter am Arbeitsgericht Potsdam eine ganze Reihe von Rechtsverstößen sowie „schwerwiegende Verfahrensfehler“ auf. So soll die Spitze des Umweltamts unter anderem bereits vor dem Abschlussvotum der Auswahlkommission ihre Entscheidung für Constanze Knape, heute Simon, dem Personalrat mitgeteilt haben. Das Land ist dazu verurteilt, seine Auswahl „unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts neu zu treffen“.

  3. Constanze Simon (ehemals Knape) hat die Leitung des Biosphärenreservats aufgegeben und wechselt, angeblich auf eigenen Wunsch, zurück ins Forstamt Eberswalde. Komissarischer Referatsleiter für Schorfheide-Chorin bis Jahresende wird Hartmut Kretschmer.
    Hier ein Link.