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Über den illusorischen Begriff der „ewigen Ruhe“ – Gebühren und Nutzungsdauer auf Barnimer Friedhöfen

Wer heute einen Angehörigen oder andere nahestehende Menschen beisetzen lässt weiss längst, dass der Begriff der „ewigen Ruhe“ auf deutschen Friedhöfen ( und sicher nicht nur dort) mehr als relativ zu betrachten ist. Ähnliches gilt für Volksweisheiten wie „Umsonst ist nur der Tod“.
Wie aber  sieht es bei uns im Barnim aus?. Ich habe mich heute durch die Satzungen und Gebührenordnungen verschiedener kommunaler und einer kirchlichen Begräbnissstätte gelesen, fand zahlreiche Unterschiede und bin  noch immer leicht verwirrt.

Die klarste Regelung zur Dauer der Ruhezeiten scheint es in Werneuchen zu geben. Die Friedhofssatzung von 2004 sagt in § 13: „Die Ruhefrist für Leichen und Asche beträgt 25 Jahre“. In Oderberg wird die Nutzungsdauer schon etwas differenzierter gehandhabt. Urnenreihengrabstätten und Urnengemeinschaftsanlagen sind 20 Jahre „in Betrieb“, für Wahlgrabstätten (egal ob Erd-oder Feuerbestattungen) sind jeweils 30 Jahre vorgesehen.
In der Gemeinde Schorfheide scheint die Zeit etwas schneller zu vergehen. Es mag natürlich sein, dass z.B. beengtere Platzverhältnisse den möglichen Verbleib der sterblichen Überreste hier etwas reduzieren. Jedenfalls begrenzt § 10 der Friedhofssatzung den Nutzungszeitraum auf 15 (Urnen) bzw. 20 Jahre (Erdbestattung). Die ersteZahl gilt (auf Antrag) auch für Kindergrabstellen (§16).

Sehr „individuell“ sind die Dinge auch auf dem evangelischen Friedhof von Zepernick geregelt. Die Ruhezeiten auf Grabstellen betragen (ich zitiere):

„1. für Kinder bis zu 6 Jahren : 15 Jahre
2. für Kinder von 6 bis zu 12 Jahren: 20 Jahre
3. für Erwachsene und Kinder über 12 Jahre: 25 Jahre
4. für Urnenstellen: 20 Jahre
5. Die Ruhezeit der Reihengräber wird in keinem Fall verlängert.“

Das „Nicht-Verlängerungsgebot“ von Reihengräbern scheint allgemein Usus zu sein. Änhliches gilt mancherorts für anonyme Grabstätten. Es wollte mir allerdings so gar nicht einleuchten, warum ausgerechnet die Gräber von Kindern einer strengeren Reglementierung unterliegen. Hier fand ich auf einigen Websites den pragmatischen Hinweis, dass dies wohl mit der gemeinhin geringerer Gebührenerhebung zu tun hätte. Die Gebührenordnung der Stadt Werneuchen bestätigt Letzeres. Andererseit verzichtet man ja hier offensichtlich dennoch auf die beschriebenen Einschränkungen

In Zepernick scheint es diesbezüglich anders zu laufen. Hier gelten (wie beschrieben) einige Unterschiede in der Nutzungsdauer. Eine grundsätzliche preisliche Abweichung ist der  Gebührenübersicht allerdings auf den ersten Blick nicht zu entnehmen (d.h. natürlich sind Preise bei geringerer Laufzeit niedriger, da es Jahressätze gibt).

Eine komplette Übersicht der jeweiligen Kostensätze würde an dieser Stelle jeglichen Rahmen sprengen. Ich beschränke mich daher nochmals auf einen Vergleich zwischen Werneuchen und Zepernick .Für ein Urnenwahlgrab werden in Werneuchen 144,-€ berechnet. Da es keine weiteren Erläuterungen gibt gehe ich erstmal davon aus, dass der Preis für die gesamte Nutzungsdauer gilt.

In Zepernick werden die anfallenden Kosten teilweise pro Jahr angegeben. Für ein Urnengrab beträgt die „Grabberechtigungsgebühr“ (pro Stelle und Jahr) 31,53€. In der Gesamtsumme sind das 630,60€.

Über den illusorischen Begriff der
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2 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Hallo Stefan,

    echt krass, ich stell mir gerade vor, meiner Tochter würde nun was passieren und wenn ich 50 bin, dann machen die einfach ihr Grab weg.

    Oder meine Frau überlebt mich mehr als 20 Jahre, naja, ich gehe davon aus, dass Sie spätestens dann stirbt, wenn mein Grab weggemacht wird – an Herzversagen….

    Der gelbe Aufkleber erinnert mich an 1990. Da hatten auch alle auf Ihrem Auto einen gelben Aufkleber mit dem Spruch „Oohhh – frische Bohnen!“