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GEAB-Brand Bernau 2005 – Bilder von einer giftigen “Mondlandschaft”

Es ist schon eine Weile her, sollte aber nicht in Vergessenheit geraten. Mitte September 2005 verbrannten in Bernau  15000 Tonnen teilweise giftiger Gewerbeabfälle. Ein Einsatzvideo der Freiwilligen Feuerwehr Gallun (Dahme-Spreewald), dass grade heute ins Netz gestellt wurde, veranschaulicht drastisch die “Endzeitstimmung” und das Ausmaß der Katastrophe.


Zur Erinnerung hier noch einige Presseartikel von damals:
Brand bei Recyclingfirma unter Kontrolle (stadtkind.com vom 10.09.2005)
Bernau ist fast überall (rbb vom 05.10.2005)
Spurensuche im Müll (Potsdamer Neueste Nachrichten vom 25.10.2005)
GEAB-Brand: Bernau muss doch zahlen (Märkische Oderzeitung 25.01.2006)

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Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.

5 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Unter dem Strich wird hier wohl wieder der Steuerzahler ran müssen, um das (auch) gesetzwidrig vollgemüllte Gelände so zu sanieren, daß nicht die Nachbarschaft weiter mit Kakerlaken und ähnlichen Ungeziefer belästigt wird.
    Die Insolvenzmasse wird nach allen einschlägigen Erfahrungen nicht ausreichen, den Gemeinschaden zu decken.

    Stellt sich die Frage, wie man mit solchen Unternehmen, wie GEAB, behördlicherseits umgehen sollte.
    Ist man mit finanziellen Forderungen zu zurückhaltend, um die Kuh nicht zu schlachten, die man in der Hoffnung auf Schadensminderung noch melken möchte, bleibt immer was für den Steuerzahler zurück und der Müllberg wird infolge des andauernden Betriebes größer.
    Geht man mit hohen Forderungen ran, wird aufgrund der Forderungen sofort der Insolvenzantrag gestellt (natürlich nicht, ohne im Vorfeld “vertragsgemäß” Gesellschafterdarlehen zurückgefordert und damit Masse nach “nirgendwo” beiseite geschafft zu haben zu haben…) und der Effekt ist derselbe – nur der Müllberg bleibt kleiner, weil der Laden früher zu ist. Aber auch dann darf der Steuerzahler ran.

    Aus diesem Grund denke ich darüber nach, ob ungeachtet des in solchen Fällen immer vorgebrachten Totschlagsargumentes der Arbeitsplatzsicherung eine Rechtsgrundlage geschaffen werden könnte, welche die Forderung einer zinslos abzuführenden und außerhalb der Insolvenzmasse zu behandelnden millionenschwere Kaution für Umweltschäden oder Bürgschaft einer inländischen Bank für die Betriebserlaubnis eines potentiell umweltgefährdenden Betriebes ermöglicht, bevor der Betrieb beginnt.
    Schlicht – ohne Geld auf dem Tisch kein Betrieb…

    Wenn ein Unternehmen eine Kaution in dieser Höhe nicht bereitstellen könnte, dann ist onehin davon auszugehen, daß das Unternehmen auch entstehende Umweltschäden nicht stemmen kann. Dann bräuchte man den Laden mangels Leistungsfähigkeit schon gar nicht.

    Beim Vortrag des Argumentes der Arbeitsplatzsicherung stelle ich mir nur mal vor, wie lange man hätte die Mitarbeiter der GEAB staatlich für Nichtstun hätte bezahlen können, bis die jetzige Schadenssumme erreicht ist…
    Ich bin gespannt auf die Diskussion darüber.

  2. Wie passend, dass man jetzt immernoch bei der Google Bildersuche, wenn man den Begriff “Bernau bei Berlin” sucht, mindestens ein Foto vom Brand damals findet. Als es noch wirklich aktuell war, fand man mit dieser Sucheingabe nur Bilder vom Brand :-).

  3. @Philipp Schöning
    Das ist nun mal so! Mit welchen überreginalen Dingen kann Bernau bei Berlin denn sonst überzeugen.
    Was fällt mir ein bei…
    Eschede? – Zugunglück!
    Bad Reichenhall? – Einsturz der Halle!
    Rostock-Lichtenhagen? – Ausländerfeindlichkeit!

    Bei kleineren Städten, die nicht mit anderen Dingen punkten können, bleibt sowas eben hängen.

  4. Das Bernauer Müllunternehmen GEAB ist insolvent! Wie Bürgermeister Handke auf der gestrigen Hauptausschusssitzung bekannt gab, übernimmt nun der Insolvenzverwalter die Kontrolle über die Beräumung des Grundstückes. Damit endet das unrühmliche Kapitel namens “Müllwirtschaft” in der Bernauer Stadtgeschichte. Nach Bresto und Magnus sehen wir uns nun mit dem dritten insolventen Müllunternehmen auf Bernauer Stadtgebiet konfrontiert. Wir erinnern uns gut, wie Bürgermeister Handke die Abfallwirtschaft als Zukunft Bernaus lobte, und wie Vertreter der Unabhängigen, die permanent auf Gefahren hinwiesen, von allen anderen Parteien verhöhnt und diskreditiert worden sind. Wir bedauern, dass wir Recht behalten haben und hoffen, dass auch die anderen daraus gelernt haben.

    Die Stadt Bernau muss für Beräumungs- und Dekontaminationsmaßnahmen schätzungsweise 5-10 Millionen Euro in der kommenden Zeit ausgeben.