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ZDF-Blickpunkt vom 11.07.2010: Der „Aufreger der Woche“ über einen heftigen Nachbarschaftsstreit in Bernau

Vor einer Woche hatte mich Dieter Sauer aus Bernau kontaktiert und um Unterstützung gebeten. Herr Sauer und seine Nachbarn werden seit Jahren von einem Bauunternehmer regelrecht tyrannisiert, der in einem Wohngebiet einen Bauhof errichtet hat. Die Behörden des Landkreises Barnim, die an der Misere eine nicht unerhebliche Mitschuld tragen, versagen den leidgeplagten Anwohnern die Unterstützung, lassen sie regelrecht ins Leere laufen.
Nun aber hat sich erfreulicherweise das ZDF für den brisanten Fall interessiert, diesen sauber recherchiert und ihn am 11.07.2010 in der Sendung Blickpunkt als „Aufreger der Woche“ gebracht. Vielleicht ein Anstoß, der die Geschichte endlich an die breite Öffentlichkeit und in den politischen Raum bringen könnte. Zu hoffen ist, dass nun Bewegung in die Sache kommt.

Um den Inhalt dieses Beitrages nahezu „für die Ewigkeit“ zu erhalten, habe ich ihn ins Barnimblog sinngemäß eingestellt.
Darin berichtet das ZDF über einen offenbar „ziemlich ungemütlichen“ Bauunternehmer in Bernau bei Berlin, der mit Erlaubnis der Stadt seinen Bauhof inmitten eines schönen Neubaugebietes errichtet hat und der an sechs Tagen in der Woche seit drei Jahren dort immens Baulärm und Dreck verursacht. Für den Bauunternehmer ganz normal, für die Anwohner unerträglich. Zwischen der Firma und den verzweifelten Nachbarn herrscht nun ein regelrechter Dauerkrieg.

Sebastian Kentzler (Nachbar): „ Das Schlimmste ist aus meiner Sicht diese ständige Lärmbelästigung. Also man wacht nachts auf, weil man nicht genau weiß, ob da wieder jemand, also, verrückt spielt, und mit seinem Radlader übers Grundstück fährt. Und diese permanenten, also, ja, Provokationen…“

Uwe Lehmann (Nachbar): „Am zweiten Weihnachtsfeiertag gings dann auch vom frühen Morgen bis in die Abendstunden, bis im Dunkeln, noch unter voller Beleuchtung des Grundstücks unter Ausleuchtung der Nachbarn …“

Dieter Sauer (Nachbar): „Und er hat den Radlader laufen, der dann also mit Scheinwerfern geleuchtet hat und er hat mit der Kettensäge hier gearbeitet. Ich hab ihn daraufhin angesprochen. Da hat er mir erklärt: Für ihn ist er 2. Weihnachtsfeiertag kein Feiertag, das ist ein Werktag …“

Die Journalisten vom ZDF redeten daraufhin mit dem Chef des Bauhofs. Sie wurden auf sein Grundstück gelassen, durften aber weder ein Bild von ihm zeigen noch ein Wort mitschneiden.

Die Nachbarn berichten vom Krachmacher Nr. 1, dem Radlader, der nicht nur zum Arbeiten eingesetzt wird, sondern offensichtlich auch zum Schikanieren.

Sebastian Kentzler (Nachbar): „Also das Gelände wurde planiert, dann wurde es wieder mal zerfahren, dann wurde es wieder planiert. Und dann wird stundenlang mit dem eigenen Kindern Radlader gefahren mit der Begründung, hat er gegenüber uns geäußert, sie müssten das Fahren lernen.“

Dieter Sauer (Nachbar): „Als ich ihn dann angesprochen habe, hat er gesagt, na ja, er wollte mal sehen, wie lange er braucht, bis er die Anwohner hochgebracht hat, bis die Anwohner sich alle beschweren.“

Uwe Lehmann (Nachbar): „Er tobt an der Grundstücksgrenze, brüllt, schreit, beleidigt und kommt dann wie gesagt rüber und baut sich vor einem auf und droht einem und der Familie mit Prügel, mit Beeinträchtigungen, was auch immer…“

Am Ende des Fernsehbeitrags kommt das ZDF zu folgendem Schluss: Wenn die Behörden sich an ihre eigenen Richtlinien gehalten hätten, hätte der ganze Knatsch rund um den Bauhof verhindert werden können! So gibt es einen gültigen Bebauungsplan, der störendes Gewerbe in der Gegend strikt verbietet. Eben aus diesem Grund hatte einst das Planungsamt des Landkreises Barnim die Baugenehmigung für den Betrieb abgelehnt. Zitat: „Zustimmung nicht erteilt“. Kurioserweise, und die Wege im Barnim sind manchmal unergründlich, gab es trotzdem eine solche Genehmigung. Auf Nachfrage bekam das ZDF diesbezüglich weder im Rathaus von Bernau noch bei der Kreisverwaltung in Eberswalde ein Interview.
Argwohn bei den betroffenen Bürgern:

Dieter Sauer (Nachbar): „Ich bin noch der Meinung, dass hier familiäre Dinge eine Rolle spielen. Der Vater ist hier im Wirtschaftsamt tätig gewesen, die Mutter ist in der Stadtverordnetenversammlung und im Kreistag. Man kennt sich gut und der Herr war auch immer sehr gut über unsere Schritte informiert…“

Daraufhin wandte sich das ZDF schließlich an den Landrat Bodo Ihrke. Und der hat einen phänomenalen Vorschlag für die aufmüpfigen Nachbarn parat: Sollen sie doch zu Gericht ziehen, wenn sie mit dem Verhalten der Behörden nicht zufrieden sind!

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Dr. Andreas Steiner, Diplom-Geograph und Waldökologe, lebt seit 1999 im Barnim. Als Fachgutachter ist er bei einem Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Berlin beschäftigt, der innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte von klein- und mittelständischen Unternehmen im Bereich Technologie betreut. Seit mehr als 10 Jahren engagiert sich der Querdenker und -tuer ehrenamtlich in der Umwelt- und Sozialpolitik.
Im Rahmen der Brandenburger Kommunalwahlen 2008 wurde er als Parteiloser für Bündnis 90/Die Grünen in die Eberswalder Stadtverordnetenversammlung gewählt. Ende 2011 musste er aufgrund eines Wohnsitzwechsels dieses Mandat niederlegen. Derzeit gehört er der Gemeindevertretung Schorfheide an und ist Vorsitzender der Fraktion Freie Wähler/Bürgergemeinschaft Kommunalabgaben (BKB).
Steiner hat Mitgliedschaften der GRÜNEn LIGA Brandenburg und der NaturFreunde Oberbarnim-Oderland. Seine Hobbys sind Wandern, Radfahren, Schwimmen, Saunieren, Kochen – und natürlich der ehrenamtliche Journalismus, insbesondere wenn es um die Behandlung kritischer und brisanter Themen geht.
Folgenden Leitspruch eines großen deutschen Gewerkschafters hat er sich zum Lebensmotto gemacht: „Nicht Ruhe, nicht Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit“ (Otto Brenner, 1968).