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Der MOZ-Entschuldigungszettel: Warum „Die Linke“ Joachim Gauck unmöglich zum Bundespräsidenten wählen kann

Unsere Märkische Oderzeitung schreibt und schreibt Manchmal sogar „Entschuldigungszettel“.Also natürlich nicht so im Stil von “ Die kleine Lisa hat Beulenpest und kann deshalb nicht am Sportunterricht teilnehmen“.
Dank Christina Wendt wissen wir jetzt aber, warum die Linke auch im 3. Wahlgang nie und nimmer für einen Präsidenten stimmen kann der Joachim Gauck heißt.
Erstens habe „Gauck die Tür gestern selbst zugeschlagen, indem er der Linken die „programmatische Verlässlichkeit“ abspricht.“ Zum zweiten passt

sein liberal-konservatives Gesellschaftsbild (…)kaum zu den Genossen. Und schließlich wirft ihm die Linke vor, nicht zur Versöhnung zwischen Ost und West beigetragen zu haben.
Gerade der letzte Punkt wiegt bei vielen ostdeutschen Linken schwer. Insofern kann sich die Partei kaum auf taktische Spielchen im unwahrscheinlichen dritten Wahlgang einlassen. Sie könnte dadurch viele Anhänger verlieren.“

Der MOZ-Entschuldigungszettel: Warum
Der MOZ-Entschuldigungszettel: Warum
Der MOZ-Entschuldigungszettel: Warum

Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.

26 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Daniela Dahn hat kürzlich in einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung daran erinnert, dass Gauck in Sachen Oder-Neiße-Grenze in verschiedenen Publikationen Formulierungen gewählt hat, die man der Frau Steinbach nicht hätte durchgehen lassen.
    Ein Bundespräsident Gauck würde die deutsch-polischen Beziehungen belasten und das könne auch die Leute, die Gauck ins Rennen geschickt haben nicht wollen. Es ist so, wie es auch im Spiegel zu lesen war, der Mannn wurde von der flaschen Partei nominiert.

    Die Gauck-Mania – von Bild bis zur Zeit – ist auch nichts anderes als eine PR-Blase der Medien.

    Es ist doch bezeichnend, dass das rot-grüne Lager auf der Suche nach einem Kandidaten im Konservatven brain-pool fischen muß.
    Hat man denn keine eigenen Leute, die über die Lagergrenzen hinweg eine gewisse Anziehungskraft ausstrahlen?

  2. Hallo Hartmut,

    da bist du wohl einem Stück „kommunistischer Propaganda“ aufgesessen. Eine Klarstellung gibt es im heutigen Spiegel-Interview mit Joachim Gauck, aus dem ich die entsprechende Antwort zitiere:

    SPIEGEL ONLINE: Die Linkspartei will Sie aus mehreren Gründen nicht wählen. Beispielsweise wirft Ihnen die Linken-nahe Schriftstellerin Daniela Dahn vor, Sie würden die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze verweigern. Trifft das zu?

    Gauck: Ich habe in einem Nachwort zum „Schwarzbuch des Kommunismus“ die Akzeptanzprobleme der kommunistischen Herrschaft nach 1945 im Osten Deutschlands besprochen und in diesem Zusammenhang auch die Proteste und das Unverständnis der Menschen gegen die neue Grenze erwähnt. Bis weit in die SED hinein gingen damals die Proteste. Und noch 1961 hatte die SPD im Wahlkampf im Westen formuliert „Dreigeteilt – niemals“. Aus einem Bericht über Lebensgefühle der Damaligen leitet Frau Dahn die Auffassung des heutigen Joachim Gauck ab. Ich empfinde das als infam. Wenn das von eingefleischten Parteikadern käme – ich könnte damit leben. Aber die als Intellektuelle geltende Dahn erwähnt Zitate von mir, die völlig aus dem Zusammenhang gerissen sind. Das ist nicht zu akzeptieren, weder menschlich noch intellektuell.

  3. @all: Gauck hin, Gauck her. Beide Kandidaten sind nicht gerade wahre Volkstribune und deshalb ist es mir wurscht, wer der neue Grußaugust wird. Aber warum tun sich die Kandidaten das unwürdigere Parteiengeschachere um den Posten an ? Nur wegen Geld ? Was spricht eigentlich gegen eine Direktwahl des Bundespräsidenten? Das Grundgesetz wurde auch schon aus billigerem Anlaß und über Nacht geändert!

  4. Lieber Karl-Heinz!

    Der Passage aus dem Gauck-Interview mit Spiegel-online ist Gaucks Position zur Oder-Neiße-Grenze auch nicht zu entnehmen. Er sagt dazu nichts, er beschwert sich nur, dass Daniela Dahn aus seinem Nachwort zum „Schwarzbuch des Kommunimus“ eine Passage zitiert, in der er die damalige Sicht der Vertriebenen unkommentiert darstellt. Allerdings im Kontext einer Kritik am Kommunismus und daraus Schlüsse zieht.
    Gauck macht seine eigene Position in Sachen Oder-Neiße-Grenze nicht klar. Das ist es, weshalb Daniela Dahn seine Äußerungen als „zwielichtig“
    bezeichnet.

    Ehrlich gesagt, war ich auch überrascht, als ich das gelesen habe. Ich dachte doch, dass die Ostgrenze heutzutage kein Streitpunkt mehr sein könne.
    Immerhin hat sie der CDU-Kanzler Kohl im 2 plus 4-Abkommen akzeptiert.
    Aber es ist eben doch eine Frage der Generationen.
    Man kann den Kommunisten nicht vorwerfen, dass sie die Oder-Neiße-Grenze akzeptiert haben, aber man muß sie kritisieren, wie sie mit der „Friedensgrenze“ umgegangen sind. Das kann jeder sehen, der die Oder entlang fährt. Die meisten Brücken, die in den letzten Kriegswochen gesprengt wurden, wurden nicht wieder aufgebaut. Es gab keinen Brückenschlag über die „Friedensgrenze“.

  5. @Frank:
    Na vollständig funktionslos ist der Bundespräsident ja nun auch nicht . Und außerdem achtet man selbst beim Ehrenpräsidenten eines Kaninchenzüchtervereins in der Regel darauf, dass der „den Haufen“ einiger Maßen ordentlich nach außen vertritt.

    @all:
    Der wesentlichste Irrtum im Kommentar von Frau Wendt (siehe Ausgangsartikel) ist meines Erachtens, dass sie die Wähler bzw. Anhänger der Linken unterschätzt. Das sind nämlich schon lange nicht mehr überwiegend „DDR-Nostalgiker“ und „Stasi-Verharmloser“. Ich glaube daher nicht, dass eine Unterstützung Gaucks (z.B. im 3. Wahlgang) so wahnsinnig viele Leute „verprellen wird“. Bei einigen „verdienten Mitgliedern“ mag das durchaus anders sein.

    Bei allen Argumenten die jetzt gegen Joachim Gauck (der ganz sicher nicht fehlerfrei ist) gebracht werden bin ich fest davon überzeugt, dass die „latente Anthipatie“ von linker Seite fast ausschließlich auf seiner früheren Funktion als Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes zurückzuführen ist.

    Ach so, und könnte mal bitte jemand Frau Jochimsen in unsere Umfrage einbinden. Die ist jetzt vielleicht nicht Top-Favoritin aber doch immerhin dabei.

  6. @Hartmut Lindner: Die Realität in den Beziehungen zwischen Polen und der DDR war anders, als du sie wahrgenommen hast. Bis zu Jaruzelskis Militärputsch 1980 gab es einen regen persönlichen Austausch zwischen den Bürgern beider Länder, Reiseverkehr in beide Richtungen, Sportaustausch, Studierende im jeweils anderen Land, sogar Hochzeiten zwischen Deutschen und Polen usw. Dass noch nicht alle von der Wehrmacht gesprengten Brücken wieder aufgebaut waren, war dem absoluten Ressourcenmangel auf beiden Seiten geschuldet und keine politische Absicht.

    Das Problem der Vertriebenen war jedoch in der DDR ein Tabu-Thema. Auch meine Familie wurde aus Hinterpommern nach Mecklenburg vertrieben. Ich kann deshalb Gaucks Aussagen, bezogen auf den Kampf um einen Friedensvertrag in den 50er Jahren, gut nachvollziehen.

    Allerdings hat die Zeit das Thema doch längst überholt. Es gab nicht nur im Westen, sondern auch hier Entschädigungen für die Vertriebenen. Polen ist der EU beigetreten und alles kehrt langsam zur Normalität zurück. Polen kaufen in Deutschland Grundstücke und Häuser, studieren an der Viadrina, arbeiten in Berlin. Deutsche machen dagegen wieder gern Urlaub in der Heimat ihrer Eltern. Es gibt meines Erachtens keinen Grund, das Thema politisch überzubewerten. Es eignet ich schon garnicht als Wahlkampfthema, weil es überhaupt nicht mehr polarisiert und keinen hinter dem Ofen hervorlockt. Wie gesagt: dumme kommunistische Propaganda der Frau Dahn.

  7. @Stefan: Frau Jochimsen werde ich in die Umfrage nicht einbinden. Warum? Erstens ist sie chancenlos, zweitens fragt dann sicher gleich jemand, warum nicht auch der vierte Kandidat mit dabei ist. Drittens: mit ihrem Ruf nach dem „politischen Generalstreik“ hat sich die Frau selbst disqualifiziert. Sie steht leider nicht auf dem Boden des Grundgesetzes.

  8. Es ist schon beängstigend, dass es offensichtlich keinen Deutschen gibt, der tatsächlich für alle (also sagen wir mal: 90% der Deutschen) akzeptabel sein könnte.

    Das sagt m.E. aber weniger über entsprechende Persönlichkeiten aus, denn ich bin überzeugt, es gäbe schon einige. Es sagt viel mehr über den Zustand des Volkes etwas aus. Da sich ein großer Teil zufriedengibt mit Informationen und Events zu Lena oder Fußballern, wobei bei letzteren wenigstens noch Qualität zu erkennen ist.

    Die blanke Tittytainment-Gesellschaft. Jedes Volk erhält die Regierung, die es verdient. Und genauso ist es mit dem Präsidenten. Zu sagen habe beide sowieso nichts. Was mittlerweile ja auch offen zugegeben wird.

    Horst Köhler hat sicher gewußt, was hier möglicherweise demnächst abgehen wird, und möchte da nicht mehr in der Öffentlichkeit stehen. Außerdem – so hört man vermuten – wird er woanders dringender gebraucht.

  9. Die Bundespräsidenten waren abgesehen von Heuß, Heinemann und Weizsäcker alle eher peinlich.
    Insofern paßt der Niedersachse gut ins Bild, der uns die ärgsten Peinlichkeiten sicher ersparen wird und zur besseren Hälfte der Präsidenten zählen wird, eben so im Mittelfeld.
    Ein ganz gewöhnlicher Präsident, ein zuverlässiger Notar, kein Nörgler, kein Eigenbrötler, kein großer Denker, schon gleich gar nicht ein Querdenker, kein großer Redner aber einer der verständlich spricht und nicht verquast, einer der keine Versprechungen macht, auch keine falschen, der keine „Ruck-Reden“ halten wird.
    Das ist schon viel in diesen Zeiten.
    Also das liest sich ja schon wie ein Loblied. Nur der große Wurf ist das nicht.

  10. @Stefan und Hartmut: Beweisen wir Mut !Schaffen wir ihn ab! Den Job macht der Bundestags- oder Bundesratspräsident nebenbei genauso gut mit und sein Salär können sich 5o Hartzer oder 178 Afghanistan – Krieger teilen. Je nachdem, wer im Bundestag die Kohle verteilt.

  11. @Karl-Heinz, Du schreibst:
    „…mit ihrem Ruf nach dem “politischen Generalstreik” hat sich die Frau selbst disqualifiziert. Sie steht leider nicht auf dem Boden des Grundgesetzes.“
    An welcher Stelle des Grundgesetzes wird politischer Generalstreik verboten?
    @Dr. Valentin:
    Ja, auf einen Ersatzkönig kann man leicht verzichten. Auf Haßprediger wie Gauck als Ersatzkönig ohnehin.

  12. Eigentlich ist der ganze Vorgang eher lächerlich, dieses unwürdige Geschachere, dieses Buhlen um die Gunst irgendwelcher Wahlfrauen/-männer (ich habe immer noch nicht nachgelesen, wer die eigentlich aussucht) Neulich deutete sogar Schönbohm unseligen Gedenkens an, dass er da wieder mittun darf. Was für ein Glück !
    Worüber ich allerdings nicht mehr lache, kann man auf diesem Link nachlesen: . Was steht uns da ins Haus ? Wer wählt denn überhaupt solche Kandidaten aus ? Auf der einen Seite ein Evangikaler, der die Evolution leugnet und Schwulsein für Teufelswerk hält! ? Auf der anderen Seite ein evangelischer Großinquisitor, der neoliberale Sprüche klopft und seine Religion so über alle Maßen Ernst nimmt, dass nur immer mehr spaltet.
    Danke für Backobst, wie der Berliner sagt.

    Zu Frau Jochimsen fällt mir nichts ein, die kennt keiner, die will keiner, das ist ein unüberlegter Schnellschuss, ein verpuffter PR-Gag. Wenn die Linken wenigstens eine bekannte Persönlichkeit genommen hätten! Da hat sogar Frau Schwan (jedenfalls sei ihrer Rede am Donnerstag) deutlich mehr Profil.

  13. Pingback: Gauck oder Wulff? – Spontaner Live-Blog zur Wahl des Bundespräsidenten – Von Stefan Stahlbaum

  14. Vielleicht liegt es auch daran:
    Weder Christian Wulff noch Joachim Gauck vertreten eine Politik, die DIE LINKE verantworten kann. Beide Kandidaten eint ein konservatives Weltbild.

    Christian Wulff wurde von der schwarz-gelben Bundesregierung vor allem als politischer Kandidat vorgeschlagen, dessen Aufgabe auch darin bestehen soll, dafür zu sorgen, dass der angekündigten Sozialabbau-Politik aus dem Bundespräsidialamt keine Hindernisse in den Weg gelegt werden.

    Joachim Gauck, von SPD und Grünen vorgeschlagen, findet mit seiner liberal-konservativen Einstellung auch viele Anhängerinnen und Anhänger im schwarz-gelben Lager. Viele Kommentatoren in den Medien meinen, er wäre der bessere Kandidat für Angela Merkel.
    Entscheidend dafür, dass DIE LINKE den Kandidaten Joachim Gauck nicht als gemeinsamen Kandidaten der Oppositionsparteien unterstützen konnte, sind folgende Gründe.
    Er befürwortet den Kriegseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Wir wollen einen Bundespräsidenten, der für Frieden eintritt.
    Er befürwortet Hartz IV. Wir fordern die Abschaffung von Hartz IV.

    Der Zusammenhang von sozialen und liberalen Freiheitsrechten, von Freiheit und Gleichheit, ist kein Thema von Joachim Gauck. Bei der Idee der Freiheit blendet Joachim Gauck die soziale Dimension aus. Das Eintreten für den Sozialstaat und die sozialen Grundrechte ist etwas, was DIE LINKE von jedem zukünftigen Bundespräsidenten erwartet.

    Wir waren gesprächsbereit bei der Suche einer gemeinsamen Kandidatin/eines Kandidaten, die/der bei den wichtigsten Fragen der aktuellen Politik für Frieden und für eine soziale Politik und für eine Erneuerung der Industriegesellschaft eintritt. SPD und Grüne haben diese Gesprächsbereitschaft leider nicht genutzt, sondern parteitaktisch gespielt, um Union, FDP und Linke zu treffen.

  15. @Margitta Mächtig:
    In jedem Fall beweist es, dass die Linke unverändert die „linientreueste“ Partei im Parlament ist. Einige pfeifen und alle Anderen folgen. Was die Gleichschaltung der Mitglieder angeht kann da selbst die CDU noch was lernen.

  16. Lieber Stefan,

    Du schriebst hinsichtlich der Partei DIE LINKE von „Linientreue“, „einige pfeifen und alle anderen folgen“ und von „Gleichschaltung der Mitglieder“.

    Vielleicht ist ja was dran. Aber daß Du dies ausgerechnet aus dem Beispiel Gaucks Bundespräsidentschaftswahl herleitest, finde ich schon einigermaßen absurd. Da lag die MOZ-Kommentatorin, auf die Du Dich im Ausgangsartikel bezogen hast, durchaus richtig. Eine Unterstützung Gaucks hätte die Mehrheit der Mitglieder und Anhänger der LINKEN nicht mitgetragen.

    Deine in einem vorherigen Kommentar geäußerte Vermutung, die Antipathie der Linken gegen Gauck beruhe nur auf dessen frühere Tätigkeit als „Stasibeauftragter“ stimmt nur zum Teil.

    Er hat auch unmittelbar vor der Präsidentenwahl der LINKEN klar gemacht, daß er sie nicht als gleichberechtigten Partner akzeptieren will.

    Im übrigen reichten die inhaltlichen Differenzen aus, um taktische Spielchen von vornherein auszuschließen.

    So informierte RBB-online am 15.6.2010 darüber, daß sich Gauck ausdrücklich zur aktiven Beteiligung der BRD am Krieg in Afghanistan bekannte. Anderer Meinung zu sein, halte er „nicht für besonders erwachsen“.
    Und dann will er die Stimmen von denen, die für „nicht erwachsen“ hält?

    Weiter hieß es beim RBB:
    Mit Blick auf die Innenpolitik bekannte der 70-Jährige, das „Freiheitsthema“ sei für ihn wichtiger als das „Gerechtigkeitsthema“.

    Was heißt das übersetzt?
    Freiheit und Gerechtigkeit sind zwei Seiten einer Medaille. Das eine ist ohne das andere nicht möglich.

    Gaucks „Freiheit“ ohne „Gerechtigkeit“ bedeutet im Klartext Freiheit für die einen auf Kosten von Unfreiheit der anderen.

    Gaucks Ideal ist also – trotz allem schönen Gerede – Unfreiheit.

    Im übrigen ist mir immer noch ein Rätsel, wie SPD und Grüne bei der Auswahl ihres Bundespräsidentenkandidaten gerade auf diesen Typen kommen konnten. Damit hatten die beiden Parteien von vornherein klar gemacht, daß sie nicht ernsthaft um das Bundespräsidentenamt kämpfen wollten.

  17. @St.Stahlbaum, wenn DIE LINKE (übrigens waren nicht alle Mitglieder der Wahldelegiertenversammlung der LINKEN Parteimitglieder) wirklich „linientreu“ (welche Linie meinen Sie?) wäre, wäre die Arbeit in der LINKEN ein einfaches. Pluralismus scheint die einzige Linie. Schade, dass Sie sich nicht vorstellen können, dass dennoch jede/r von den LINKEN nominierte (übrigens aus sehr unterschiedlichen Gründen) Gauk nicht wählen konnte.
    Es wird die Welt nicht erschüttern.

  18. Wozu ist die Diskussion eigentlich so gespannt geworden? Die Präsidentenwahl ist doch sowieso unwichtig. Was hat der Präsident zu melden? Was haben Politiker überhaupt zu melden? Vielleicht mal abgesehen von der Kommunalpolitik, wo allerdings ohne Geld auch nichts zu machen ist.

    Hier findet Ihr die Antwort aus berufenem Munde:

    Nichts! Nothing!

    Und während „Brot und Spiele“ oder in Neusprech: Tittytainment wunderbar funktioniert bei einem – ja, sicher, ganz tollem 4 : 0 – ist der Himmel wieder voller weißer Streifen.

  19. Hallo Karl-Heinz,

    meinst Du das jetzt im Ernst? Oder soll das *grins* die Frage relativieren?

    Selbstverständlich gibt es Chemtrails. Auch wenn dies jahrelang geleugnet wurde, wird dies nun seit einiger Zeit auch öffentlich berichtet – und damit wieder eine Verschwörung zugegeben.

    Denn es handelt sich nicht – wie manch anderes auch – um eine Verschwörungstheorie, sondern um eine Verschwörung. Eindeutig nachweisbar.

  20. Hallo Jens, es gibt ganz sicher Kondensstreifen bei Flugzeugen. Und da kondensiert nicht nur Wasser. Und sicher wurden in der Sowjetunion auch schon mal Gewitterwolken mit den passenden Ionen geimpft, damit sich diese nicht direkt über Oktober-Paraden oder Olympischen Spielen abregnen.
    Aber die „Chemtrail“-Story ist für mich ähnlicher Mumpitz wie die Bielefeld-Verschwörung oder UFO-Glaube.

  21. Sowjetunion ist doch lange her. Bei der Olympiade in China stand es schon in den Zeitungen. Begonnen hat es wohl mit ernsthaftem Wettermachen in den 50ern in den USA, wo ein Unternehmer tatsächlich von Bauern dafür einige Millionen bekam, bis dem Unternehmer wahrscheinlich ein unschlagbares Angebot gemacht wurde. Es ist recht einfach zu recherchieren, dass die USA bis 2025 das globale Wetter kontrollieren wollen. Vielleicht tun sie das heute schon? Schließlich hat schon Nikola Tesla zu seiner Zeit Erdbeben erzeugt. Natürlich weiß ich nicht, wie weit die USA damit sind.

    Glaubst Du im Ernst, ich würde diese heute doch noch sehr wagemutige Behauptung auf einem stark frequentiertem Blog machen, dass an den „Chemtrails“ etwas dran ist? Ob diese nun zum Wettermachen oder etwas anderem genutzt werden, entzieht sich meiner Kenntnis – es gibt dazu ja mehrere Theorien – die nicht unbedingt abwegig sein müssen. Was heute öffentlich dazu gesagt, gesendet und geschrieben wird, in Wissenschaftsmagazinen meist nachts oder auf Portalen, die eher von interessiertem Publikum verfolgt werden, geht in die Richtung Klimabeeinflussung. Und das nennt sich eben Geoengeneering oder Terraforming. Auch der amerikanische Präsident hat sich bereits damit befasst.

    Dass Du hier solch ein Vorurteil hegst, welches auch die Persiflage von Bielefeld mit reinmengt, zeigt die Informationslage in Deutschland ziemlich drastisch auf. Irgendwie kommt mir das bekannt vor. Hatten wir so etwas ähnliches nicht schon mal?

  22. Ach ja, damit die Diskussion hier in diesem Thread nicht ausartet, hier handfeste Informationen (aus einer größeren Auswahl):

    Link

    Man kann darüber diskutieren, ob man so etwas machen sollte. Worüber man nicht mehr zu diskutieren braucht, ist wohl, dass es passiert.

    Und die deutsche Schäfchen-Mentalität zeigt sich auch darin, dass sich offensichtlich noch niemand gefunden hat, die Rede ins Deutsche zu übersetzen. Sogar Bulgaren und Rumänen haben sich da rangehalten.

    Und da hätten wir wieder den Kreis zum Bundespräsidenten geschlossen. Es ist nach dieser schwachen Antrittsrede mit wudelweichem Geschwurbel und auch glatten Lügen fast klar, dass von diesem Präsidenten nicht viel zu erwarten sein wird, kein Paukenschlag in Richtung Bildung, kein Paukenschlag in Richtung Informationsfreiheit, kein Paukenschlag in Richtung einer Diskussion, wohin es mit unserer Gesellschaft gehen soll.

    Wir Bürger bleiben weiter außen vor, die Dinge sind vielleicht längst entschieden. In einem Institut – so hörte ich – soll wohl schon über die Notwendigkeit diktatorischer Elemente in der Demokratie diskutiert werden, damit wir im Wettbewerb mit China und anderen aufstrebenden Nationen mithalten können.

    Da wäre ein Gauck sicher nicht weichgespült dazu. Abgesehen davon, dass der Präsident m.E. nicht viel zu sagen hat, muss sich die Linke hier fragen, warum sie Wulff den Weg geebnet hat. Und die SPD muss sich fragen lassen, warum sie keinen Kandidaten aufgeboten hat, der von allen Deutschen hätte akzeptiert werden können.

    Dieses taktische Machtgeschiebe erinnert schon an die Weimarer Republik…Statt Pyrrhussiege mit Sitzblokaden sollte man es dort mal mit Denken versuchen.

  23. Und noch eine Anmerkung zur Umfrage. M.E. ist es Zensur gewesen. Haargenau das Gleiche wie in der DDR oder auch heute schon wieder. Selbstzensur. Ich hatte wirklich keine Ahnung, wer der 4. Kandidat war, brauchte eine Weile, den zu finden.

    Fairness nur für Große? Wie wirkt das auf andere? Hält die Todesdrohung auf der Zigarettenschachtel ungefestigte Leute vom Rauchen ab? Oder gibt das erst den Kick? Verschweigen macht interessant? War es Angst vor einer Zusammenrottung, die zu piratenhaften Ergebnissen für diesen Kandidaten hätte führen können?

    Ich halte es für sehr wichtig, gerade in der heutigen Zeit, die für uns noch einige Überraschungen bereithalten wird, jeden Menschen ernst zu nehmen. Ausgegrenzte werden nicht mehr kooperieren, werden zu Terroristen, und sich ggs. später an die Ausgrenzung erinnern.

  24. Hallo Jens, obwohl Gauck auch mein Favorit für die Wahl war, bin ich doch davon überzeugt, dass wir mit Christian Wulff einen sehr guten Präsidenten bekommen werden. Vielleicht den besten, den Deutschland bisher hatte.

    Zu deinem Selbstzensurvorwurf: Das ist Unsinn. Unsere Absicht war es, ein Meinungsbild unserer Leser in Bezug auf die beiden einzig realistischen Kandidaten einzufangen. Deshalb keine Abstimmung über Frau Jochimsen. Erst recht lag und liegt es mir fern, hier für den Kandidaten der Rechtsextremen Werbung zu machen.