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Blick über den Tellerrand: Landratswahl in der Uckermark am 19. Mai 2010

Morgen Nachmittag wird es im Prenzlauer Plenarsaal spannend. Dann bestimmen die Kreistagsabgeordneten der Uckermark ihren neuen Landrat. Die Vorgeschichte ist fast noch spannender als das bekannt vorrausgesetzte „Barnimer Gewürge“. Erst erkämpften sich die Bürger die Direktwahl um dann in 2 Wahlgängen relativ knapp das Quorum zu verfehlen.

Wie Kollegin Ariane von „Zuhause in Brandenburg“ vor ca.  10 Tagen berichtete, wurden aus 21 Bewerbern bislang 2 Kandidaten nominiert. Roland Resch, der amtierende Kreistagspräsident, bekam „sein Ticket“ von den LINKEN, der Fraktion „Rettet die Uckermar“ und Gernot Schwill Er gewann im direkten Wählervotum jeweils die Silbermedaille.
Dietmar Schulze ist erklärter Liebling der Sozialdemokraten. Der ehemalige Staatssekretär aus dem Woidke-Ministerium ist  Naturschützern und MOZ-Lesern eventuell u.a. durch seinen Positionen im Zuge der Eichenfällaktion im „NSG Grumsiner Forst“ in (unguter) Erinnerung.

Klemens Schmitz, der die ersten Abstimmungen jeweils knapp gewann, dürfte nach jetzigem Stand über den Status eines „Siegers der Herzen“ nicht hinauskommen. Von CDU und FDP hat er wohl keine Hilfe zu erwarten, denn die hatten die Direktwahl in Zusammenarbeit mit den Sozis zunächst gekippt, um offensichtlich genau seinen Erfolg zu verhindern.
Ariane schreibt hierzu rückblickend:

„Im Gewimmel der Bundestagswahl, fällt der Kreistag im Herbst 2009 den Beschluß, den Landrat doch wieder selbst zu wählen – der aussichtsreichste Kandidat einer Direktwahl, Klemens Schmitz, gefällt dem Kreistag nicht. Ausserdem wäre die Chance für die FDP vergeben einen Dezernentenposten besetzen zu können.“

Ob am Ende auch in Prenzlau Fortuna den Chefsessel besetzt bleibt abzuwarten. Möglich ist es allemal.

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Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.

2 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Ja es bleibt spannend bis zuletzt in der Uckermark. Die CDU und die FDP verlieren kein öffentliches Wort darüber, welche der beiden Kandidaten auf Unterstütung hoffen kann. Nach außen hin, wird der Eindruck vermittelt, dass es keine parteiübergreifenden Abstimmungen gibt und jeder Abgeordnete die freie Wahl hätte. Wenn die CDU und FDP nicht noch einen eigenen Kandidaten nominieren, was nicht anzunehmen ist, da beiden zusammen die Mehrheit fehlt, wird wohl Dietmar Schulze das Rennen machen. Wenn das so kommt, werden die Barnimer und Uckermärker wohl bei der nächsten Landratswahl einen gemeinsamen Landrat wählen, für den Großkreis Barnim-Uckermark. Die Pläne dafür liegen in Potsdam bereits seit einiger Zeit in der Schublade. Innenminister Speer hat das auch immer mal wieder angekündigt und ein SPD Landrat wird sich kaum gegen die Pläne der eigenen Parteil durchsetzen. Hinzu kommt, dass zu der Zeit auch der Solidarpakt ausläuft, das heißt Brandenburg wird noch mehr sparen müssen. Die Einwohnerzahl der Uckermark wird sich dann auch so langsam unter die 100 000 Marke (empfohlene Mindestgröße für die Kreisverwaltung) bewegen . Also liebe Barnimer, es deutet alles darauf hin, dass wir bald mehr als nur Nachbarn sind.

  2. Die Freileitungsgegner erinnern sich noch gut an die selbstgerechte Bemerkung des Staatssekretärs Dietmar Schulze in der MOZ, die Landesregierung habe im Vorfeld des Planungsverfahrens der 380-kV-Freileitung nichts falsch gemacht.
    Dabei haben sie alles verschlafen, wenn man gutgläubig ist.
    Die Landesregierung ist auch mit ihren Plänen gescheitert, die „Uckermarkleitung“ als 5. Pilotprojekt ins Enlag zu bringen, weil sie keine vernünftige Lobbyarbeit für ihr Ziel gemacht hat. Vattenfall war da cleverer.

    Bereits im Vorfeld hätten das Infrastrukturmninisterium und auch das Landwirtschaftsministerium, dem das Biosphöärenreservat zugeordnet ist,
    auf den Schutz dieses Großschutzgebiets achten müssen und den Herren im Nadelstreif erklären müssen, dass die Querung von zwei Großschutzgebieten, Biosphäre Schorfheide – Chorin und Naturpark Barnim mit ihnen nicht zu machen wäre. Auch die Querung der Stadt Eberswalde hätten sie zurückweisen müssen, noch bevor Vattenfalls Planer die ersten Cent in das aufwendige Planungsverfahren investieren. Inzwischen sind es sicher schon ein paar Millionen, die der Konzern investiert hat und deshalb sind die Gespräche mit dem Managing Director Neldner auch so schwierig.
    Wer gibt gerne zu, dass er ein paar Millionen in den Sand gesetzt hat, nur weil es ihm lästig war, auf eine Karte Nordbrandenburgs zu kucken, auf der die Schutzgebiete verzeichnet sind, die ihn sowieso nicht interessieren und vor denen er keinen Respekt hat, denn zu DDR-Zeiten gab es sowas nicht, da hat er sein Handwerk „von der Pieke auf“ gelernt, wie er immerwieder stolz verkündet.
    Der Mann sieht nicht, er hört nicht, er zieht seinen Stiefel durch.
    Wie da ein Landrat Schulze widerstehen sollte, ist mir schleierhaft.
    Von Herrn Resch ist da schon etwas mehr Mumm und Durchsetzungskraft zu erwarten. Er hat sich im Vorfeld der Wahl in dieser Frage ganz deutlich positioniert, obwohl der Trassenprotest in der Uckermark nur wenig Unterstützung findet. Die Leute haben andere Sorgen, was man bei der hohen Arbeitslosigkeit (fast) verstehen kann.
    Aber auch darin zeigt sich eine gewisse Perfidie der Trassenfreunde. Strukturschwache Gebiete sind leicht in die Tasche zu stecken. Da ist die pol. Landschaftspflege einfach.