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Noch mehr Ökovandalismus am Flugplatz Finow

Neuer Kahlschlag westlich des Flugplatzes Finow

Nicht nur südlich und nördlich des Flugplatzes Eberswalde-Finow wurden Waldflächen illegal gerodet („Kahlschlag am Rollfeld“, Märkische Oderzeitung, 12.5.2010), auch am westlichen Ende der Start- und Landebahn des Flugplatzes (zwischen Flugplatz und Autobahn) rissen die Planierraupen eine Schneise der Verwüstung in die Brandenburger Vegetation.

Auf mindestens 30.000 Quadratmetern (3 Hektar) liegen die Reste der illegalen Aktion kreuz und quer auf dem von den Maschinen zerfurchten Sandboden. An den umgewalzten Laubbäumen sind noch die ersten Blätter zu erkennen, ein Indiz dafür, dass die Rodung zur Vegetationszeit der Pflanzen und während der Brutzeit der Vögel stattfand. Ungenehmigte Fällaktionen dieser Art werden laut Brandenburgischer Baumschutzverordnung als Ordnungswidrigkeit behandelt, die Strafe beträgt „bis zu 10.000 Euro“.

Dass diese Strafe nicht verhängt wird, ist schon jetzt abzusehen. „Eine Genehmigung für diese Rodungen gibt es nicht“, teilt zwar die Naturschutzbehörde des Landkreises mit. Während die Behörde an anderer Stelle jedoch durchaus Strenge zeigt, zeigt man für Waldvernichter im großen Stil im Barnim Verständnis:
„Die Anhörungsfrist wurde verlängert, um den Betroffenen eine schriftliche Äußerung zu ermöglichen. Es sind Anträge auf nachträgliche Genehmigung der Rodungen und damit verbundener weiterer Maßnahmen gestellt. Im Falle eines positiven Bescheides wird dieser mit Auflagen zu Kompensationsmaßnahmen verbunden sein.“

Augenzwinkernd wird hier also den Verursachern mitgeteilt, dass sie ja nur einen Antrag stellen müssen, damit dieser Vandalismus nachträglich genehmigt wird. Wen schützt diese Naturschutzbehörde vor wem?

Praktischerweise verbindet der westliche Kahlschlag den Flugplatz über den Autobahnparkplatz mit der Autobahn A11. Was wird da hinter unseren Rücken gespielt?

Die zuständigen Ansprechpartner in Naturschutzangelegenheiten sind Frau Solveig Opfermann (Sachgebietsleiterin) und deren Vorgesetzter, Herr Jürgen Jankowiak (Leiter des Bauordnungsamtes des Landkreises Barnim).

Als Verursacher der Rodungen benannte die MOZ Herrn Reinhart Otto, Liquidator der Tower-Finow GmbH i.L. Dessen Begründung „Kampfmittel“ leuchtet kaum ein, denn für eine gefahrenbedingten Absperrung des Areals hat sein Engagement noch nicht gereicht.

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5 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Das ist unglaublich, was da abgeht. Kommen die Mitarbeiter der Naturschutzbehörde und der Insolvenzverwalter aus Amazonien?
    Seit wann beseitigt man Kampfmittel mit dem Buldozzer und der Kettensäge?
    Stellen wir uns mal vor, da wären wirklich Kampfmittel im Wald „entsorgt worden – vielleicht ein paar Fässer mit Giftgas, ach Reizgas hätte schon genügt.
    Ist das ein Fall für die Antikorruptionsbeauftzragte?
    Wo bleibt die Kommunalaufsicht?

  2. Immer und immer wieder glänzt der Landkreis Barnim mit seiner Zwiespältigkeit im Hinblick auf den Natur- und Umweltschutz.
    Da gibt es einerseits die vom Landkreis initiierte Null-Emissions-Strategie, ein schönes Hochglanzkonzept, in dessem Rahmen durchaus redlich engagierte Akteure die Abgabe des letzten Liter CO2 in die so arg geplagte Atmosphäre vermeiden wollen. Auf der anderen Seite drücken die Fachorgane der Kreisverwaltung beide Augen zu, um nicht die großmaßstäbigen Naturzerstörungen in der Region sehen zu müssen. Was hier an (vorher im Holz gebundenen) CO2 freigesetzt wird, kann auf der anderen Seite durch entgegensteuernde Konzepte bei weitem nicht ausgeglichen werden.
    Dabei sind Gesetze vorhanden, die konsequent angewendet werden können, um profitgeile Umweltsünder hart zu bestrafen.

    Wo haben die Fachorgane, u.a. die Untere Naturschutzbehörde, in der jüngsten Vergangenheit versagt? Hier mal nur ein paar wenige Beispiele:
    Sie haben sich nicht
    – konsequent gegen die geplante Rodung der Allee Rüdnitz-Danewitz ausgesprochen (eine BI hats dann gerade gebogen).
    – eine vage abwartende Haltung zur geplanten Sondermüllverbrennungsanlage Steil gezeigt (eine andere BI konnte sie bislang verhindern).
    – das Biotopholz-Massaker in der Zentralen Schorfheide (Eichheide, Kernzone) nicht geahndet.
    – nicht vor der Übernutzung unserer heimischen Wälder im Zuge des Baus eines überdimensionierten Holzkraftwerkes Eberswalde gewarnt.
    – eine vertröstende Haltung zur permanenten Schaumverschmutzung des Finowkanals eingenommen.

    Frau Opfermann, wie lange wollen Sie noch so handlungsuntätig bleiben? Die Untere Naturschutzbehörde darf nicht weiter eine Alibirolle spielen, ansonsten könnte man sie auch wegrationalisieren.
    Ich erwarte von Ihnen, dass Sie diesmal so handeln, wie die Öffentlichkeit es von Ihnen als Leiterin der Naturschutzbehörde erwartet, die Rodungen nicht im Nachhinein zu genehmigen und die Verursacher des Schadens bitter zur Kasse zu bitten!

  3. Was ich an der Geschichte mit der gefährlichen Munition nicht verstehe: Wenn diese so leicht detonieren kann (durch Überfahren oder Vogelgezwitscher), warum ist den schweren Geräten bei der Rodung nicht passiert?

  4. Ja, Claudia, das ist hier das große Rätsel. Ich denke aber, die Behörden zucken einfach mit den Schultern und warten, bis unsere Aufregung sich gelegt hat.
    Es sei denn, da stiege ihnen mal ordentlich jemand aufs Dach.
    Gibt es denn hier keinen naturverbundenen Anwalt mit Restbeständen an Idealismus?

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