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Bodo Ihrke doch nicht alter und neuer Landrat im Barnim? – Ehemaliger Amtsinhaber vertagte Wahlannahme nach Losentscheid

Update 21:15 Uhr:
Nachdem, in Folge des Losentscheids, Carsten Bockhard und Silvia Ulonska schon zur Gratulation bereitstanden soll sich Bodo Ihrke dahingehend geäußert haben, “ dass er zur Kenntnis nehmen muss im Kreistag keine Mehrheit zu haben und deshalb die Fraktionsvorsitzenden konsultieren möchte“. Erstmal Respekt für diese Reaktion.
Wie lange Ihrke jetzt für die Entscheidung Zeit hat enzieht sich (noch) meiner Kenntnis. Sollte er nicht annehmen muss die Stelle offensichtlich erneut ausgeschrieben werden.
Die MOZ schrieb übrigens grade, Bodo Ihrke hätte sich bis zum Freitag Bedenkzeit ausgebeten.

Update 21:02 Uhr:
Ich habe grade mal nachgesehen was die „Konkurrenz“ so  macht und Widersprüchliches entdeckt. Die Welt verkündet vollmundig „Ihrke bleibt Barnimer Landrat“, während der RBB und die MAZ „unsere Version“ stützen.

Eben erreichten uns Nachrichten von der heutigen Kreistagssitzung in der bekanntlich ein neuer Barnimer Landrat bestimmt werden sollte. Demnach gibt es nach zwei Wahlgängen und einen notwendigen Losentscheid, den Ihrke wohl gewann ,noch keine  Entscheidung wer den Barnim in den nächsten 8 Jahren führt.  Bodo Ihrke(SPD) hat sich offensichtlich noch nicht erklärt, ob er die Wahl annimmt und will sich vorher noch mit den Fraktionen beraten .

Die Ergebnisse des 1. Wahlgangs:
Bodo Ihrke: 25 Stimmen
Margarete Hoffmann: 8 Stimmen
Mark Matthies: 17 Stimmen
Dr. Frank Valentin: 6 Stimmen

Der 2 Wahlgang endete offensichtlich 28:28 (ich vermutet mal Herr Matthies trat dort gegen Bodo Ihrke an).

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62 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Herr Ihrke, danken Sie doch endlich ab und werden Sie zum Beispiel WITO-Chef. Wir brauchen wirklich keinen Landrat, den wir im Lotto gewonnen haben. Keine Mehrheit bei den Wählern – keine Mehrkeit im Kreistag – ich würde mich an Ihrer Stelle aus der Politik verabschieden.

  2. @So richtig verloren hat Herr Ihrke aber eben auch nicht. Ehrlich gesagt, ich rechne dennoch damit, dass er das Amt nicht annehmen wird. Das, mein lieber Karl-Heinz, wäre eigentlich mal wieder ne kurzfristige Umfrage wert. Macht er`s oder macht er`s nicht?

  3. Mal was völlig Off-Topic. In einer Angelegenheit die heute ebenfalls nicht entschieden wird führt der FC Bayern München 1:0 gegen Lyon. Torschütze im Champions-League-Halfinale: Robben.

  4. Guten Abend. Ich glaube, dass dieses Ergebnis des heutigen Abends die Situation im Kreistag exakt wiederspiegelte. In der Frage ob „weiter so“ oder „Neuanfang mit unbekanntem Risiko“ gab es eine paripari Entscheidung. Und genau so ist es. Und das konnte man erahnen, nach den Diskussionen der vergangenen Monate und Wochen.
    Abgesehen, dass ich wirklich glaube, dass B. Ihrke das heutige Ergebnis überraschte, glaube ich nicht, dass er die Wahl nicht annimmt. Wobei ich gar nicht sicher bin, ob das überhaupt so geht, „ich entscheide wenn…“ das kommt einer „Annahme unter Bedingung gleich“, ob das geht?- Ich werde nachfragen.
    Aber meine Herren, und das sei auch gesagt, stellen wir uns mal vor, B. Ihrke würde die Wahl nicht annehmen. Dann beginnt das gesamte Prozedere erneut, direkte Wahl durchs Volk und wenn Quorum nicht erreicht durch den Kreistag. Und das alles mit einem amtierenden Landrat, der eher Entscheidungszurückhaltend ist und doch lieber unter B. Ihrke arbeitet. Das hieße wieder Wochen ohne wirkliche Bewegung. Wer kann das wollen???

  5. Nun , ganz so genau habe ich mich mit dem Prozedere nicht vertraut gemacht und wohl auch nicht mit diesem Zwischenergebnis gerechnet. Ich bin davon ausgegangen, dass die Stelle jetzt nochmals ausgeschrieben wird.

  6. Die Kommunalverfassung schreibt vor, dass ab 2010 die Direktwahl erfolgt und nur im Falle der Nichterreichung des Quorums der Kreistag die Aufgabe übernimmt. Wenn nun also in einem solchem Verfahren kein Landrat ermittelt werden kann, dann muss neu gehandelt werden und zwar von Anbeginn an, zumindest aus meinem Rechtsverständnis und ich denke ein anderer Weg wäre auch anfechtbar. Hätte übrigens auch einen Vorteil, vielleicht erkennen dann mehr Menschen, dass ihre Wahlbeteiligung wirklich wichtig ist, das wäre ja auch etwas, oder!?!

    Achso, und nein, ich würde nicht zur Verfügung stehen, falls dies jemanden interessiert!

  7. Im übrigen verstehe ich die Grünen nicht mehr. Da entscheidet sich jemand von der militärischen in die zivile Verantwortung. Das lehnen die Grünen ab.
    Aber wie soll Leben in Veränderung dann funktionieren?

  8. Irgendwie fühle ich mich an das längste Tie-Break der Tennisgeschichte erinnert: 26:24 im Match Gunnarson/Mortensen gegen Frawley/Pecci im Doppel in Wimbledon 1985.

    Wann haben wir endlich ein Tie-Break in Eberswalde?

  9. nochmals @Margitta Mächtig:
    Übrigens wundere ich mich auch ein bisschen. Nach 2 direkten Wahlgängen wurde man, wenn mich die Erinnerung nicht völlig täuscht, auch seitens der Linken nicht müde Bodo Ihrke als Wahlverlierer darzustellen der die „Zeichen der Zeit“ nicht erkannt hat. Nun gewinnt er hauchdünn per Los, äußert Bedenken ob des möglicher Weise fehlenden Rückhalts (wie Ernst das auch immer gemeint sein mag) und jetzt sagen sie: Soll er doch aus praktischen Gründen weitermachen (berichtigen sie mich wenn ich sie falsch verstanden habe). Einige „bewegungslose Wochen“ gegenüber 8 jahren Amtszeit. Also ich komme da wirklich ins Grübeln.

  10. so und nun nochmals @M. Mächtig:
    Könnten sie Kommentar 9 bitte etwas genauer ausführen. ach und danke für die Ausführungen in Kommentar 8. Wenn das der Weg ist muss er halt gegangen werden. Demokratie kostet: Zeit und Geld. Für mich kein Grund davon zu lassen.

  11. Herr Stahlbaum, ich bitte Sie, mit keinem Wort habe ich das Weitermachen erwähnt oder gedacht, sondern darauf aufmerksam gemacht, dass dann Zivilgesellschaft gefragt ist. Bitte verwechseln Sie da nix. Aber eins ist bitte auch klar, wenn er – so er es kann- die Wahl jetzt noch annimmt, sind wir Demokraten genug, um dies anzuerkennen. Und als stärkste Frakrion können wir uns entscheiden, ob wir gegen die neue Koalition von CDU,SPD und FDP 5 Jahre politische Kleinkriege führen wollen, oder eine konstruktive Form der Politikgestaltung finden. Ich plädiere für letzteres, weil ich so den Wählerauftrag verstehe.

  12. @margitta Mächtig:
    Bei Letzterem sind wir uns eigentlich einig. ich wüsste auch nicht wie der Wählerauftrag grundsätzlich anders zu verstehen ist. Erklären sie mir jetzt bitte noch wie sie da mit den Grünen gemeint haben?

  13. Meinen Fraktionskollegen wurde seitens der Grünen singalisiert, das sie den Diplomverwaltungswirt deshalb nicht wählen konnten, weil er von der Polizei (Militär) kommt. Deshalb haben sie sich für BI entschieden. Aber ich frage Sie, wenn sich Militär für Zivil entscheidet, wollen, sollen, sollten wir das dann unterstützen oder ablehnen. Ich bin sehr gespannt wohin die BArnimer Grünen gehen.

  14. @Margitta Mächtig: Ich werd bei Gelegenheit mal nachfragen, gehe aber mal davon aus, dass diese „Begründung“ stark verkürzt wiedergegeben ist. Ob die 3 Stimmen die Herr Ihrke im 2. Wahlgang dazubekam alle grün waren ist dann auch ein bisschen spekulativ, gell?
    Was die Entwicklung der Barnimer Grünen angeht bin ich derzeit recht optimistisch. Erinnern sie sich übrigens daran, was unser stellvertretender Kreissprecher von Beruf ist (wenn auch kein Bundespolizist)?

  15. Da bewirbt sich einer auf ein Amt und eine Entscheidung, wie auch immer herbeigeführt, sichert ihm das Amt. Wenn derjenige dann nicht annimmt, warum hat er sich dann erst beworben? Herr Ihrke, das ist lächerlich.

    Mit seiner Bewerbung auf das Amt hatte sich Herr Ihrke, und selbstverständlich alle anderen Bewerber/innen, auf das oder die Verfahren eingelassen. In einem Unternehmen gehts anders. Wenn der erste Bewerber nicht will, nimmt man den zweiten der gewillt ist. So einfach ist es. Ich bin sehr enttäuscht von Herrn Ihrke, wenn das so ist wie dargestellt.

    @an die Grünen
    Die Bundespolizei als „Militär“ zu bezeichnen ist sehr abwegig. Sie sollten den Unterschied kennen. Vergleichen Sie die Aufgaben eines deutschen Panzergrenadiers bitte mal mit den Aufgaben einer Bundespolizistin im Haussicherungs- und Objektschutzdienst (HOD). Fällt ihnen da etwas auf?
    Ist Herr T. D. von den Grünen dann auch ein „Militär“. lol, ich glaube nicht ;-), ich habe ihn nämlich schon gesehen :-), Militär ist anders.

  16. @Mathias: Nicht „die Grünen“ haben Militär und Polizei in einen Topf geworfen, sondern Margitta Mächtig in Kommentar Nr. 9. Sie nennt eine verantwortliche Position bei der Bundespolizei „militärische Verantwortung“.

    Ich vermute, dieser Versprecher kommt daher, dass noch vor 20 Jahren fast alle Uniformträger unter „Bewaffnete Organe“ subsumiert wurden. Eben ein Versprecher, weil gut gelernt, nicht mehr.

  17. Guten Morgen, falsche Vermutung Herr Wentlaff (es macht mich wirklich traurig zu erleben wie stark Ihr Vorurteil zu meiner Person ist. Und nein, auch Frau Mächtig kann Militär und Polizei unterscheiden und weiß sogar um die unterschiedlichen Aufgaben, auch wenn sie weder an der einen noch an der anderen „Front“ mitarbeitete oder überdurchschnittlich mit ihnen in der DDR zu tun hatte.), diese Bezeichnung hatte nicht ich gewählt. Deshalb hatte ich Polizei geschrieben und Militär in Klammern gesetzt, weil eben dies mir übermittelt wurde. Aber das ist nun auch egal. Ich finde viel spannender, ob eine verzögerte Wahlannahme rechtlich möglich ist. Und genau das prüfen wir gerade.

  18. @KHW
    Ich hatte mich an der Nr. 15 orientiert. Ich hätte nicht im entferntesten daran gedacht, dass Frau Mächtig in den letzten 20 Jahren nix dazugelernt hat ;-), dann handelt es sich also um einen klassischen „Freud’schen“ Versprecher.

    Im Übrigen, in kenne Hundertschaftsführer der BUNDESPolizei, ob diese jedoch über ausreichend kommunal-politische Erfahrungen bzw. Erfahrungen im Kommunalrecht aufweisen, und als Verwaltungschef einer Kreisbehörde zu fungieren, mag ich nicht beurteilen bzw. kann ich mir so nicht ohne Weiteres vorstellen. Der Bewerber müsste dann eine Ausnahme sein.

  19. Guten Morgen, liebe Barnimer Lottofreunde! Wer noch immer seinen Fernsehapparat nicht abgemeldet hat, sollte vielleicht einmal eine Landratswahl besuchen. Danach tut er’s, denn nichts ist spannender ! Einen sehr persönlichen Eindruck des gestrigen Krimis im Kreishaus EW kann man hier lesen. Kommentare ausdrücklich erwünscht!

  20. @Matthias Wiegand
    Leitende Polizeibeamte – so auch ein Hundertschaftsführer der Bundespolizei – können eines sicherlich: Führen und delegieren!
    Das haben sie von der Pike auf gelernt und in der beruflichen Praxis gemacht.
    Von daher habe ich keinen Zweifel daran, daß leitende Polizeibeamte auch qualifiziert sind, eine Verwaltungsbehörde zu führen.
    Im Gegenteil – hier gehe ich sogar auf diesem Gebiet von einer fachlichen Überlegenheit des Bewerbers aus.
    Sich in neue Rechtsgebiete einzuarbeiten dürfte auch nicht das Problem sein, weil Polizeibeamte auch eine juristische Ausbildung genießen und wissen, wie man mit Gesetzen umzugehen hat.
    Das einzige, was möglicherweise fehlt, ist die kommunalpolitische Erfahrung – nun gut. Erfahrungen muß man grundsätzlich sammeln.
    Man kann sich aber auch von seinen Mitarbeitern beraten lassen – und wird bei guter Führung in der regel von seinen Mitarbeitern auch loyal beraten werden.
    Ich glaube daher durchaus – auch ohne den Mann persönlich zu kennen-, daß der bei der Verlosung unterlegene Kandidat aus formaler Sicht für das Amt grundsätzlich qualifiziert gewesen wäre.

  21. Herr Dyhr
    Ich will „unseren“ gemeinsamen Kollegen sicherlich nicht schlecht reden, ich kenne ihn nicht. Ich halte Angehörige der Bundespolizei, genau so wie Angehörige der Polizeien der Länder, für fachlich fundiert ausgebildet.

    Ich denke auch, der Bewerber erfüllt die grundsätzlichen Anforderungen an Führungspersonal.

    Stellenausschreibung „Wünschenswert sind umfassende Kenntnisse und Erfahrungen innerhalb einer Kommunalverwaltung und in der Kommunalpolitik.“. Sollte dieser Passus erfüllt sein, ok.

  22. Nachtrag:
    zu Nr. 22 Herr Dyhr
    „bei guter Führung“ kriegt der Mann/die Frau also 8 Jahre?
    Schmunzel ;-))

  23. B’90/Die Grünen + Losglück = Landrat Bodo Ihrke

  24. Der Landrat a.D. Bodo Ihrke hat vorhin die Wahl angenommen.

  25. Sehr geehrte Frau Mächtig und andere Pseudopolitiker der Pseudopartei!
    Das gestrige Verhalten der Linken zeigt in deutlicher Weise, wie sie Politik versteht. Die Strategie, die sie verfolgt ist immer dieselbe: Machterhalt, irgendetwas gegen die SPD tun, SED-Vergangenheit verschleiern, dumme Parolen schwätzen. Gute Politik taucht in keinem ihrer Konzepte auf, genauso wenig, wie kluges, bedachtes Handeln!

    Die Landratswahl hat dies wieder evident gezeigt; die Linke wählt lieber einen völlig unbekannten, unerfahrenen Parvenü, den sie selbst nicht mal kennt, als einen integrativen, kompetenten und erfahrenen Landrat ranzulassen, der sich für die Arbeit der letzten 20 Jahre nicht zu schämen braucht – ganz im Gegensatz zu der Arbeit der PDS. So ein Verhalten ist in meinen Augen als infantil zu sehen und hat mit Politik nichts zu tun. Aber das darf man ja von VEB Mächtig & Co. auch nicht erwarten.

    Diese Partei ist zum einen zu feige, ihre eigentliche Kandidatin ins Rennen zu schicken, und dann auch noch zu dumm, die Wichtigkeit der aktuellen Situation zu überschauen. Es ist schon unbegreiflich was die Abgeordneten dieser „Nicht-Regierungs-Organisation“ an den Tag legen.

    Auf dass der Bürger bei der nächsten Wahl klüger entscheidet!

    Mit sozialistischen Grüßen!
    Max Wonke

  26. Lieber Herr Wonke,
    ich kann nicht verstehen, dass es immer noch so viele junge Menschen gibt, die so undifferenziert linientreu diesem brandenburgischen SPD-Klüngelverein hinterherlaufen. Ja, ich war auch mal in dieser Partei, bis ich gesehen habe, wie der Laden läuft und geführt wird. Doch ich war dabei von Anfang an nicht so angepasst wie Sie.

  27. Liebe Frau Mächtig, ich habe Ihnen gegenüber keinerlei Vorurteile. Ich mag Sie sogar – menschlich – gut leiden.

    Unbenommen bleibt doch aber, dass Sie im Kommentar Nr. 9 etwas von „militärischer Verantwortung“ geschrieben haben. Ich halte das für einen Versprecher Ihrerseits. Lassen Sie es doch einfach dabei.

    Beste Grüße nach Biesenthal!

  28. Junge, Junge, das ist ja ’nen Ding: Einen Hundertschaftsführer der Bundespolizei, der – wie er mir gestern erzählte – unsere Demokratie u.a. am 1.Mai in Kreuzberg vor den linken Chaoten durch seinen Einsatz schützt, als Parvenu zu bezeichnen! Lässt doch tief blicken, wie angeschossen die Genossen der SPD sein müssen. Und das dann noch aus dem Munde eines Studenten. Aber das mit dem Studenten ist sicherlich ein ähnliches Klischee wie der Parvenu, der von den Linken unterstützt wurde. Mir verschlägt es die Sprache! Kann man nicht mal fair bleiben ? Vor allem, wo man nun schon so unverdient gewonnen hat!

  29. Herr Wonke, so tief werde ich nicht sinken!

    Herr Wenzlaff, wenn Sie es brauchen, lassen wir es stehen, war nur nicht so, ist aber auch egal.

    Wir haben als Kreistagsabgeordnete eine andere Aufgabe, Verantwortung für den Landkreis zu übernehmen. Und ja, wir wollten dies mit einem personellen Neuanfang. Und das heutige Agieren von Herrn Ihrke hat gezeigt, dass das richtig war. Ich lese auf der http://www.barnim- Seite „Gespräche mit Fraktionen des Kreistages haben ergeben, dass die grundsätzlichen Ziele übereinstimmen und deshalb die Grundlage für die weitere Arbeit gegeben ist. “ Da Herr Ihrke das Gespräch mit der stärksten Fraktion im Kreistag, DIE LINKE nicht gesucht hat, gehe ich davon aus, dass er die Vertreter der neuen Koalition von SPD, CDU und FDP und vielleicht auch Grüne meint und damit die Welt für ihn in Ordnung ist, weil Mehrheiten stehen. Ich bedaure dies nicht nur, weil es den Wählerwillen verfälscht, sondern auch, weil ich ihm beim Überreichen des (obligatorischen) Blumenstraußes mitteilte, DIE LINKE akzeptiert das Ergebnis des Losentscheides und damit auf die Bereitschaft der kritisch-konstruktiven Zusammenarbeit hingewiesen hatte.

    Und eins sei dennoch noch mal richtig gestellt, Herr Valentin. Es gab weder eine Vorvereinbarung wer in die engere Wahl kommt noch sonst irgendwelche Entscheidungen, außer die Erklärung der neuen Koalition. Wir hatten in einem Auswahlverfahren allen 6 Kandidatinnen und Kandidaten die gleichen Fragen gestellt und gleiche Bedingungen ermöglicht. Und nicht, dass Sie die Verwaltung kritisierten war der Grund, dass Sie nicht in die engere Wahl kamen, sondern dass Sie mit ihren Antworten zu den Vorstellungen zur Verwaltungsarbeit deutlich machten, dass Sie weder die Strukturen der Verwaltung kennen noch klare Vorstellungen davon haben, wie diese Verwaltung und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motiviert und erfolgsorientiert geführt werden könnten. Dies unterschied Sie deutlich von den Vorstellungen des Diplomverwaltungswirts Matthies. Es ist übrigens auch ein Irrtum zu glauben, weil man bereits im Direktwahlkampf stand, automatisch auf Platz zwei gelangen zu müssen. Es ist doch eher eine Frage der Qualität und nicht der Quantität. Und Matthies war, nicht obwohl, sondern vielleicht (aber das weiß ich nicht genau) weil er bei der Polizei studiert hat, sehr gut. Das sollten Sie bitte akzeptieren. Es war wirklich ein faires Verfahren für alle Beteiligten.

  30. Frau Mächtig!
    Warum sind Sie eigentlich nicht angetreten? Ist es nicht auch ein wenig Wähler-Betrug, erst zu suggerieren, dass man in ein Amt möchte, um anschließend den Kurzen zu ziehen?
    Das Wahrheitsverständnis Ihrer Partei und vor allem von Ihnen ist verblüffend und in negativer Weise bewundernswert. Bodo Ihrke hat zwei von zwei Volksabstimmungen gewonnen. Die propagierte Unterstützung für M. M. von „Bürgerinnen und Bürgern“ traf wohl eher auf weniger Leute zu.

    Es grüßt
    Max Wonke

    PS: Die Aussage über den Gegenkandidaten von Bodo Ihrke sollten nicht gegen ihn, sondern eher darauf abzielen, die Unlogik der Linken zu unterstreichen.

  31. Ich finde, dass die Diskussion sehr komisch verläuft. Wenn man Herrn Ihrke verhindern hätte wollen, hätte man auf einen Kandidaten setzen müssen, der auch im zweiten Wahlgang mehrheitsfähig gewesen wäre. Das heißt auf einen, der im parteilosen, bürgerbewegten, teilweise grünen Lager mit einer Stimme mehr hätte rechnen können.

    Das war erkennbar nicht Herr Matthes. Wenn überhaupt hätte dies Herr Dr. Valentin sein können. Doch den wollten offensichtlich die Linken nicht. Wenn Frau Mächtig einen Rückzieher macht und sich nicht bewirbt, braucht sie sich jetzt auch nicht aufzuregen. Herr Dr. Valentin war der einzige Gegenkandidat, der im Rennen blieb und hätte somit zumindest die Berechtigung gehabt, auf sein gutes Wahlergebnis zu verweisen. Da Frau Mächtig nicht erneut in den Ring gestiegen ist, Herr Valentin aber dabei blieb, hätte er eigentlich Oppositionskandidat No. 1 sein müssen. Das wäre für mich plausibel. Stattdessen wurde Herr Ihrke ein vermeintlicher Denkzettel verpasst, den dieser sowieso nicht zu deuten weiß und die Chance auf einen Wandel verpasst.

    Danke Linke, danke Grüne, danke alle.

  32. Man Max, jetz krieg dich wieder ein…
    Das wurde nun schon tausendmal ausdiskutiert.

    Ich glaube auch, dass eine andere Art der Zusammenarbeit im Kreistag nicht nur für stabilere Verhältnisse und besseres Klima, sondern auch für bessere Politik sorgt. ich denke dass ist auf jeden fall ein Ziel auf das man hinarbeiten kann.

    Junge Leute die in Berlin gegen Nazis demonstrieren sind linke Chaoten? Andere die z.B. nicht jeden Quatsch, der in der BBP oder in den OW steht, als besonders wertvoll erachten, sind gleich angepasst?
    Um das o.g. Ziel zu erreichen, ist also sicherlich mehr als eine Seite gefragt.

  33. @Margitta Mächtig: Wenn Herr Wonke schreibt, dass „diese Partei (nämlich die Linke) zum einen zu feige (ist), ihre eigentliche Kandidatin ins Rennen zu schicken, und dann auch noch zu dumm (ist) , die Wichtigkeit der aktuellen Situation zu überschauen“, kann ich ihm durchaus zustimmen. Weitere 8 Jahre Ihrke haben wir Ihrer ganz persönlichen Konzeptionslosigkeit und der daraus folgenden Verwirrrtheit Ihrer Fraktion zu verdanken, Frau Mächtig. Die Grünen haben doch nur auf Ihr Unvermögen reagiert. Und dass Sie mir nun unterstellen, ich hätte keine Ahnung, würde „weder die Strukturen der Verwaltung kennen noch klare Vorstellungen davon haben, wie diese Verwaltung und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motiviert und erfolgsorientiert geführt werden könnten“ ist nicht mehr als eine alberne Retourkutsche, weil Sie genau wissen, dass ich Recht habe mit der Einschätzung in meinem Blog, auch mit meiner in der Befragung geäußerten Einschätzung der Arbeit dieser Kreisverwaltung. Die am 16. april anwesenden Zuschauer aus den Bürgerfraktionen und -gruppen haben meinen Auftritt vor dem Ausschuß durchaus anders in Erinnerung . Lenken Sie also nicht ab. Sie , Frau Mächtig, haben Ihrke wieder möglich gemacht und damit müssen ausschließlich Sie jetzt 8 Jahre lang leben.

  34. @Florian Görner: Am 1. Mai wird in Kreuzberg gegen Nazis demonstriert ? Gestörte Volksfeste, brennende Autos und Müllcontainer, Stein – und Flaschenwürfe auf Polizisten und Unbeteiligte sind in Ordnung ? Habe ich da etwas übersehen ? Haben Sie eigentlich auch gegen den Naziaufmarsch der Nazi am 13. Februar protestiert? haben Sie auch einen Drohbrief aus der rechten Szene bekommen ? Haben Sie und Ihre Partei sich in den letzen Jahren einmal gegen linke oder rechte Gewalt positioniert? Tut mir Leid: Wenn ich Ihre und Wonkes Sprüche lese, kriege ich nicht nur Angst um die SPD…

  35. @Margitta Mächtig: Ich bin immer dafür, nach vorn zu denken. In diesem Sinne gestatten Sie mir bitte eine Frage als Wähler: Wie wollen Sie als Fraktionsvorsitzende der größten Fraktion im Barnimer Kreistag nun diesen völlig visionslosen, ausgebrannten Aktenfreak, der sich durch eine Laune von Fortuna nun wieder Landrat nennen darf, zukünftig zum Jagen tragen ? Wie wollen Sie verhindern, dass der Landkreis Barnim weiter in seiner Entwicklung zurückfällt ? Wie wollen Sie Ereignisse a la Barnimer Jugendamt, Kungelwirtschaft Marke Wahl des 1. Beigeordneten usw. zukünftig verhindern ? Es wäre in der gegenwärtigen Situation ja schon ein Fortschritt, wenn künftig Aussagen wie die von Bockhardt am 21.4. im Kreistag zum Jugendamt unterbleiben würden.

  36. Pingback: Barnim: Landrat per Lotterie

  37. Pingback: In Sachen Bodo Ihrke: Eine Art Presse- bzw. Internetspiegel zum Glückspilz der Woche – Von Stefan Stahlbaum

  38. Tja, wie ist das nun mit der Wahrheit und der Klarheit in der Politik und den LINKEN?
    1. Die LINKE hatte mit einem eigenen Personalvorschlag für die Funktion des Landrates deutlich gemacht, dass sie für einen Neuanfang in der Kreisverwaltung steht. Bürgerinnen und Bürger konnten entscheiden, ob sie es genau so sehen oder nicht. Die Mehrheit derer, die sich an der Wahl beteiligten sahen es nicht so, sie wählten (bekanntermaßen) aus den unterschiedlichsten Gründen Bodo Ihrke. Es war nicht das gesetzlich vorgeschriebene Quorum, aber eine deutliche Mehrheit im Vergleich zu den anderen BewerberInnen.
    2. Dieses Ergebnis galt es zu akzeptieren und eine Entscheidung zu treffen, ob durch eine Wahl im Kreistag ein/e linke/r Kandidat/in eine Chance haben würde.
    Das Ergebnis dieser Überlegungen war, dass dies nicht der Fall sein wird, weil es eine klare politische Erklärung von SPD, CDU, FDP und Grünen gab, dass sie (unabhängig von einer wirklichen Bestenauslese) B. Ihrke wählen werden.
    3. Daraus ergab sich, wenn es eine Kandidaten, einen Kandidaten geben würde, der gegen B. Ihrke eine Chance haben könnte, sollte er politisch unabhängig sein. Dies hatte für die LINKE, aber auch für alle anderen ein Risiko. Wenn man aber die Kandidaten nicht kennt, funktioniert nur eine tatsächlich kriterienorientierte Bestenauslese. Diese haben wir vorgenommen. Das Ergebnis war, dass es neben Bodo Ihrke, der durch die Stimmenmehrheit des o.g. Bündnisses benannt wurde eine Stimmengleichheit der beiden anderen Kandidaten. So blieb lediglich die Verabredung, wer wen vorschlagen wird, damit beide in das Wahlverfahren einbezogen werden, was mit der Bürgerfraktion Barnim/Bauernverband erfolgte. Gleichzeitig wurde von allen Beteiligten erwartet, dass die Bbg. Vereinigte Bürgerbewegungen/50 Plus Dr. Valentin vorschlagen wird. Aber alle, außer die neue Koalition waren sich einig in der Abwägung „Ein weiter so mit Bodo Ihrke, oder ein Neuanfang mit Risiko- dann zweitens“. Nun bestand die Herausforderung darin, alle Beteiligten außerhalb der Koalition auf eine/n Kandidatin zu orientieren. Das dies gelang überraschte selbst die Akteure.
    Zu erwarten, dass die LINKE in der Situation der Abstimmung Bodo Ihrke wählt, war wirklichkeitsfremd. Nicht nur sein eigenes Verhalten, sondern auch die Atmosphäre in der Kreisverwaltung in (scheinbarer) Abwesenheit von B. Ihrke zeigte (und heute kann ich sagen auch der Wahlabend), es wäre höchste Zeit für einen Wechsel gewesen.
    Aber:
    4. Das LOS hat anders entschieden. Dies gilt es zu respektieren und sich auf die Aufgabe des Kreistages zu besinnen, für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Barnim zu wirken. Das Ihrke diese Zusammenarbeit mit einer Scheinheiligkeit bzw. Halbwahrheit beginnt – nun, ich hatte es erwartet, viele meiner Parteimitglieder waren fassungslos über soviel Dreistigkeit.
    Und trotzdem, wir werden einen Weg der Zusammenarbeit finden müssen. Ich weiß noch nicht wie, ich weiß nur DAS. Und ich sehe, dass wir als stärkste Fraktion trotz dieses neu gegründeten Bündnisses von SPD-CDU-FDP-Grüne einen Weg finden müssen und werden.

  39. Einen kurzen Nachtrag erlaube ich mir zu der Frage, warum DIE LINKE und ich nicht im Kreistag kandidierten.
    Ich habe immer, auch bei Landtagswahlen erklärt, dass für mich das Quorum der Bürgerinnen und Bürger das Entscheidende ist und ich auf die Entscheidungen von Parteien (auch der eigenen) verzichten will. Das galt auch für die Landratswahl. Und bei der Diskussion zur Nomminierung eines anderen Kandidaten war klar, andere politische Kräfte des Kreistages, die der neuen Koalition nicht angehören eine/n LINKE/N keine Chance haben würde. Warum dann antreten? So entschieden wir uns gegen diese Scheinkandidatur für das Risiko. Wobei- es war keinesfalls größer als 1990 als Bodo Ihrke Landrat wurde, im Gegenteil, mittlerweile gibt es eine gefestigte Demokratie, einen geschulten Kreistag und eine erfahrene Verwaltung.

  40. Ich sehe schon: hier bildet sich die GröKaZ.
    Die Größte Koalition aller Zeiten: SPD-CDU-FDP-Grüne.

  41. @Matthias Wiegand
    @ Dein Kommentar 20 und darin Dein Zitat:
    „Im Übrigen, in kenne Hundertschaftsführer der BUNDESPolizei, ob diese jedoch über ausreichend kommunal-politische Erfahrungen bzw. Erfahrungen im Kommunalrecht aufweisen, und als Verwaltungschef einer Kreisbehörde zu fungieren, mag ich nicht beurteilen bzw. kann ich mir so nicht ohne Weiteres vorstellen. Der Bewerber müsste dann eine Ausnahme sein.“

    Mathias, ich bitte zu berücksichtigen, dass Ihrkes Gegenkandidat Mark Matthies Verwaltungswissenschaften studiert hat und Bodo Ihrke ursprünglich Elektroingenieur ist.
    Ich weiß nicht warum es immer so hoch angehängt wird, was solch ein Landrat zu leisten hat? Erinnert mich sehr an Obrigkeitsdenken und fürchterlich fehlgeleiteter Ehrerbietung.

  42. @Andreas Steiner:
    Die Frage nach den Anforderungen an einen Landrat ist in der Tat interessant. Ich fand den realen Ausschreibungstext diesbezüglich recht allgemein. Was wären (zusammengefasst in wenige Stichpunkte) denn für den Barnim Deine prioritären Punkte gewesen. „Darf nicht Bodo Ihrke sein“ hätte Dir alleinstehend vermutlich nicht gereicht.

  43. Siehe „Rette sich wer kann: Bodo Ihrke kehrt als Landrat zurück! “ Nr. 31

  44. Ein guter Landrat muss politisch und verwaltungsmäßig eine Führungspersönlichkeit sein, die befähigt ist, den Landkreis auf allen Ebenen voranzubringen. Dazu gehört nicht nur eine verantwortungsvolle Wirtschaftspolitik, sondern das gleichwertige Einbinden aller Lebensbereiche (Sozialpolitik, Umweltpolitik etc.). Vielleicht können gerade vom Ansatz her, und das mag banal klingen, Ökologen dies gut, weil sie das System in Gänze betrachten und Faktorenanalysen vornehmen. Ganz nach dem Motto: Was passiert, wenn ich an dem einen Stellschräubchen nach links drehe und bei dem anderen nach rechts?

    Ein guter Landrat muss frühzeitig erkennen können, wenn sein politisches als auch sein Verwaltungssystem sich immer mehr an den eigenen „Stoffwechselprodukten“ selbst vergiftet. Ich meine hiermit Vetternwirtschaften, Filz und Korruption, die er frühzeitig rigoros bekämpfen müsste.

    Ein guter Landrat muss Willens sein, alle Kräfte im Landkreis einzubinden. Mit dem „Linkenhass“, den Ihrke mitbringt und der vermutlich aus DDR-Zeiten herrührt, wird er sich auch in Zukunft ein Bein stellen. Dieser ist kontraproduktiv.

    Ein guter Landrat muss als Chef der Verwaltung alles dransetzen, geachtet zu werden (und Vorbildfunktion zeigen). Dazu gehört Fairness und Gerechtigkeit gegenüber seinen Untergebenen und auch, dass er sich in den unteren Ebenen ab und zu mal blicken lässt. Und dass er sich gegen Mobbing einsetzt und nicht Mitarbeiter der Kreisverwaltung, die sich wegen solchen Vorgängen beschweren, der Lächerlichkeit preisgibt. Ihrke ist größtenteils bei seinen Untergebenen unten durch. Möglicherweise ist er sich dies bereits bewusst.

    Ein guter Landrat muss als „Chef“ des Kreises die Einsicht haben und bekennen können, wenn er Fehler gemacht hat. Das ist eine Art Lernprozess und die Größe, die er mitbringen müsste. Und er muss einsehen, wann sein Zenit überschritten ist und loslassen können.

    Dies in Kürze…

  45. @Dr. Valentin im Kommentar 37
    Anscheinend hat der Spam-Schutz mein Kommentar gefressen. Wohl wegen der vielen Internet-Links, die mein Engagement gegen Nazis insbesondere in Dresden dokumentieren.

  46. @Karl-Heinz:
    Danke das Du mir beim moderieren hilfst, aber Florian Görner hat ja nur kurz auf eine Bemerkung von Frank Valentin reagiert. Das kann ich als Autor dieses Beitrags dann doch mal tolerieren.
    @all:
    Zurück zum Thema. In Reaktion auf die „Barnimer Lotterie“ wurden kürzlich bereits Forderungen laut, die Amtszeit des Landrates auf 2 Wahlperioden zu begrenzen. Was haltet ihr davon?

  47. Vielen Dank dafür Stefan, dass Du die Diskussion zur Begrenzung der Amtszeit eines Landrates aufgemacht hast. Allerdings sollten wir nicht nur über die Funktion eines Landrats, sondern auch über die der übrigen kommunalen Wahlbeamten nachdenken.

    Aus meiner Sicht ist zu beobachten, dass durch die langen dienstlichen Beziehungen zueinander auch (menschlich verständlich) persönliche Freundschaften entstehen, die aber auch immer zu persönlichen Abhängigkeiten und Verbindlichkeiten führen können. Dies erschwert dann im Einzelfall aus Rechtsgründen oder politischen Gründen, dem langjährig bekannten Kollegen auch einmal Einhalt zu gebieten.
    Einige Beispiele, wozu persönliche „Männer“- und „Frauen“freundschaften in der Politik führen, sind die politischen Entscheidungen in Bernau, bei denen der Bürgermeister -an der SVV vorbei- Absprachen über den Erwerb der Stadthalle „unter Ehrenmännern“ trifft oder Vertragsentwürfe mit seinem Duzfreund „Reinhold“ (Dellmann) über die Umgehungsstraße durch die Pankeniederung und durch Wohngebiete „aushandelt“, ohne dass dazu vorher die SVV diskutiert hätte. Es bleibt dann immer nur der Weg, im Nachhinein alles zu hinterfragen, mit Alternativvorschlägen braucht man erst gar nicht zu kommen, da die normative Kraft des Faktischen es dann schon schwer macht, überhaupt gehört zu werden.

    Es wäre besser, wenn dieser Klüngel jeweils durch frisches Personal aufgeweicht würde. Das würde der Demokratie, nicht nur auf staatlicher Ebene, sondern auch auf kommunaler Ebene sehr helfen.

  48. @Klaus Labod.
    Sie sprechen mir aus der Seele. Auch ich plädiere für eine Begrenzung der Amtszeit von Landräten, Amtsdirektoren und hauptamtlichen Bürgermeistern. 2 Perioden, warum nicht.

  49. @florian: autsch „mich“ :-)!!??
    Zur Begrenzung von Wahlmandaten, für die ich im übrigen grundsätzlich bin, müßten Rahmenbedingungen geschaffen werden, die dies auch ermöglicht. Ich glaube, dass die im Amt befindlichen deshalb dagegen sind, weil es kaum eine Chance gibt, in den eigentlichen Beruf zurückzukehren (jedenfalls nicht nach zwei Wahlperioden) oder aber bei Jungpolitikern überhaupt in einem Beruf Fuß zu fassen. Natürlich könnte man nun sagen: gut, dann geht es ihnen wie allen anderen auch. Will man aber eine Vertretung, die sich durch fach-, sach-, politische und soziale Kompetenz auszeichnet, sind dies oft Kandidatinnen und Kandidaten, die in einem festen Berufsverhältnis stehen und mit diesem Mandat ein Risiko eingehen, nämlich den relativ sicheren Arbeitsplatz aufzugeben. Hinzu kommt übrigens, dass wenige bereit sind auf Einkommen zu verzichten „nur um der Allgemeinheit zu dienen“. Dieses Argument machte mich sehr nachdenklich, hinsichtlich der Bewertung von Arbeit.

  50. @M.Mächtig:
    Diese Argumentation (…der Amtsinhaber…) ist zwar auf ersten Blick durchaus nachvollziehbar, aber in der Konsequenz nicht schlüssig. Durch die zeitliche Begrenzung der Amtsperiode und Erfordernis einer Wiederwahl besteht das Risiko ja letztlich ohnehin, nicht mehr wieder gewählt zu werden.
    Das Problem besteht bei jedem politischen Mandat.
    Wenn es ein Abonnement auf das Amt gäbe und die „sozialen“ Argumente stichhaltig wären, bräuchte man keine Wahl.
    Die von Klaus Labod zitierten „Männerfreundschaften“, in denen Jeder von Jedem die Leichen im Keller kennt und keiner mehr dem anderen weh tun möchte aus Angst, dass dann im eigenen Keller gegraben wird, führen zu einem undurchdringlichen Filz mit korruptiven Zügen.
    Wohin solcher Filz führt hat man zum Beispiel in Berlin sehen können, wo solche Männerfreundschaften die Bankgesellschaft gegen die Wand fuhren und riesige Schäden für die öffentliche Hand verursachten. Davor gab es im alten Berlin (West) einen roten Filz, der auch nicht viel besser war…

    In der Abwägung dieser beiden Pole gegeneinander: Unwägbarkeit in der beruflicher Lebensplanung von Amtsträgern vers. Sauberkeit der Amtsführung im öffentlichen Dienst würde ich mich im Zweifel für Letzteres entscheiden.
    Aus diesem Grund befürworte ich den Vorstoß von Klaus Labod auf Begrenzung der Wiederwählbarkeit.

  51. @ Herr Dyhr, dass ist ja nicht die Frage. Ich begann mein Statement mit der Befürwortung der Mandatsbegrenzung und würde dies auch auf ehrenamtliche Mandate erweitern, unbestritten. Als DIE LINKE diese Diskussion vor mehr als 10 Jahren thematsierte- Sie wissen vielleicht, dass es bei den Einzelfunktionen in der PDS eine achtjährige Begrenzung gab und auch DIE LINKE regelt: „Kein Parteiamt soll länger als acht Jahre durch dasselbe Parteimitglied ausgeübt werden“- wurde deutlich, dass für eine solche Regelung der zeitlichen Begrenzung auch Rahmenbedingungen geschaffen werden sollten.
    Allerdings zeigt sich häufig, dass insbesondere im ehrenamtlichen Bereich die Bereitschaft zur politischen Ehrenamtlichkeit begrenzt ist. Übrigens bin ich sehr gespannt, wann die Zeit für eine erneute Diskussion „Parteien und/oder Bewegungen“ wieder auf der Tagesordnung steht, weil die Verantwortung für die Ehrenamtlichkeit dann weiter individualisiert wird.
    Was Zeiträume für Berufsmandate angeht (als Bürgermeister, Landrat, Dezernenten, Landtags- oder Bundestagsabgeordneter und Minister bin ich ein echter Verfechter für die 12 – 16 Jahre maximal, was 2 Wahlperioden bei hauptamtlichen Verwaltungsleitern und 3 Wahlperioden bei Berufsabgeordneten in Bund und Ländern bedeutet.
    Was aber heißt das in Praxis? Ich wähle mal einen Idealfall, jedenfalls nach meiner Auffassung. Ein junger Mensch macht eine Ausbildung (Beruf oder Studium), er engagiert sich anschließend und bereits während dessen politisch, kommunalpolitisch und wird in ein ehrenamtliches Mandat gewählt. Sie/Er wird wegen anerkannten Engagement irgendwann in ein hauptamtliches Mandat gewählt, da ist sie/er bestenfalls zwischen Mitte 30 und Mitte 40. Nun bricht er seine berufliche Laufbahn ab(ist kein Beamter und kein Selbständiger, der evt. seine Tätigkeit fortsetzen kann) und wird in die Hauptamtlichkeit gewählt. Bei Wiederwahl mit maximaler Begrenzung ist er Mitte/Ende 50 wenn seine 12 bzw.16 Jahre rum sind. Die Chance auf eine erneute Anstellung bewegt sich gen Null. Also bedeutet das nach heutigem Modell von der Politik in die Arbeitslosigkeit. Soll es das sein?

  52. @M. Mächtig
    Ich denke, auch wenn man in den eigentlichen Beruf nicht mehr zurückkehren kann, hat man sich doch so viele „Beziehungen“ geschaffen, um wieder außerhalb der Verwaltung recht komfortabel unterzukommen, oder nicht? Die fallen doch alle weich (s. Beispiel Ex-MdB Petra Bierwith).

  53. Herr Steiner, das ist doch nicht Ihr Ansatz und meiner auch nicht. Genau deshalb muss es einen anderen Weg geben- ich weiß nur (noch) nicht welchen. Lehramt in der Erwachsenen und politischen Bildung vielleicht, denn ganz offensichtlich gibt es in der Gesellschaft ein erhebliches Defizit an politischer Bildung.

  54. Schön dass wir uns in Fragen der Amtszeitsbegrenzung fast einig sind (und vielen Dank für die Antworten auf meine Fragen), aber bis dass im Barnim greift vergeht ja mit hoher Wahrscheinlichkeit jede Menge Zeit. Was machen wir bis dahin? Mit dem gewählten/erlosten Landrat konstruktiv arbeiten, Bodo Ihrke nebst Verwaltungsteam zum Supervisor/Coach schicken (hilft ja manchmal durchaus beim Ausstieg aus verkrusteten Strukturen/Betriebsblindheit) oder bejammern wir jetzt 8 Jahre lang unser schweres Schicksal?

  55. Mir und mich verwechsl` ick nich
    dit kommt bei mich nich vor…:)

    Na die konstruktive Zusammenarbeit suchen, beide Seiten müssen kompromissbereit sein, nicht nur rummeckern und blockieren.
    Und was mich immer stört: Kritikpunkte konkret benennen und Lösungsvorschläge unterbreiten, nicht immer nur allgemein von Filz oder Kruste reden. Problemorientiert diskutieren, das ist für mich der Barnimer Weg!

    Ansonsten glaub ich nicht, dass eine Amtszeitbegrenzung allein das Problem von Filz und Seilschaften löst. Denn den wird es immer geben.
    Mehr Bürgerbeteiligung, Mitbestimmungs- und Fragerchte gehören ebenfalls dazu. Die Menschen müssen mehr selber machen dürfen. Und wenn die „alten Hasen“ nach 12 Jahren nicht mehr antreten dürfen, können sie das dafür nötige Wissen an die Bürger/Bürgerinnen weitergeben.

  56. Pingback: Sag´s mit Hermann Hesse, oder: Weihnachtsgrüße von Landrat Bodo Ihrke – By Stefan Stahlbaum