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Diskussion „Afghanistan Perspektiven?“ am 30. April in Bernau – Kurzvorstellung der Podiumsgäste

Bereits im März berichteten wir über eine Diskussionsveranstaltung  zum Thema „Afghanistan-Perspektiven?“ , zu der die Niederbarnimer Bündnisgrünen am 30.04.2010 um 19:00 Uhr in die Bernauer Stadthalle laden. Inzwischen ist die Besetzung des Podiums komplett. Wer dort Platz nehmen wird wollen wir euch an dieser Stelle kurz  berichten.

Hans-Christian Ströbele ist seit nunmehr 14 Jahren für die Grünen im Deutschen Bundestag aktiv. Der inzwischen 70-jährige Rechtsanwalt zählt zu den Parteilinken und gilt als „vehementer Gegner von Einsätzen der Bundeswehr im Ausland“. Nach den Nato-Luftangriffen in Kundus  setzte er sich  für einen Untersuchungsausschuss ein. Zudem verfasste er einen Aufruf zur Beendigung des Krieges. Als Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und des Parlamentarischen Kontrollgremiums reiste er in diesem Jahr selbst nach Afghanistan und hat seine Erfahrungen schriftlich dokumentiert.

Prof. Dr. Dr. Michael Daxner wurde 1947 in Wien geboren. Er ist Experte für Bildungs- und Hochschulpolitik, arbeitete u.a. als Berater für das afghanische Wissenschaftsministeriums und beschäftigte sich mehrfach mit Fragen der Interventionskultur in Afghanistan, sowie dem Aufbau der zivilen Gesellschaft.

Der „Arbeitskreis Darmstädter Signal“ wird von Sprecher Jörg Wiebach vertreten. Der Ak-DS versteht sich als kritisches Sprachrohr aktiver und ehemaliger Bundeswehrsoldaten. Zu den Forderungen und Zielen der Vereinigung gehören u.a. der absolute Vorrang vorbeugender ziviler Konfliktlösungen vor militärischen Maßnahmen, die strikte Einhaltung des Verfassungs- und Völkerrechts, sowie keine Teilnahme der Bundeswehr an friedenserzwingenden militärischen Kampfeinsätzen und Zurückhaltung bei friedenserhaltenden Blauhelmeinsätzen.

Christoph Ernesti wird für „Care-Deutschland“ Aspekte der Entwicklungshilfe  beleuchten.
Der 47-jährige Journalist ist seit mehr als zehn Jahren in der internationalen humanitären Hilfe tätig.  CARE und andere Hilfsorgisationen sehen sich zunehmend mit der Tatsache konfrontiert, dass das Engagement ausländischer Truppen die Arbeit der Helfer vor Ort erschwert und  die Sicherheit der Mitarbeiter gefährdet. Daraus ergibt sich die Forderung, „Sicherheitsfragen und -strategien in Afghanistan neu zu überdenken.“

Komplettiert wird die Podiumsrunde von Sascha Braun, der für die Gewerkschaft der Polizei zu Fragen der  Polizeiausbildung in Afghanistan Stellung nehmen wird.
Er ist Volljurist von Beruf und war vor seiner Tätigkeit als Justiziar gemeinsam mit zwei weiteren Kollegen Inhaber einer Berliner Rechtsanwaltskanzlei. Er hat von 1993 bis 1996 Rechtswissenschaften an der Berliner Humboldt-Universität studiert und arbeitete studienbegleitend bei Berliner Straf­verteidigern.

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16 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Gratulation an die Grünen-Organisatoren!
    Das ist ein vielversprechendes Podium.
    Ich denke dass viele nach der Veranstaltung doch zu etwas mehr Klarheit in der Frage des „Afghanistan-Einsatzes“ finden werden.
    Schade, dass der Herr von zu Gutenberg nicht da ist. Vielleicht würde er begreifen, dass er seiner Tochter nicht einreden sollte, dass die getöteten Bundeswehrsoldaten Helden sind und dass sie stolz auf sie sein kann.
    Es war der Jakob Reinhold Maria Lenz (Dichter des 18. Jahrhunderts), der sagte, „Unsere Kriege sind nicht Zeichen unserer Stärke, sondern unserer Schande.“
    Die Waffen nieder!

  2. @Hartmut Lindner: Vielen Dank für das Lob, das gut tut!
    Wir hoffen auch angesichts des Aufwandes und der vielen Stunden an Arbeit, die wir vom Vorstand in den letzten Monaten in dieses Projekt gesteckt haben, daß möglichst viele interessierte Menschen den Weg in die Stadthalle finden.
    Eine gut besuchte Veranstaltung wäre ein starkes Zeichen!

  3. @Hartmut Lindner: Ich hatte vergessen zu erwähnen –
    Wir bemühten uns selbstverständlich intensiv um eine kompetente Vertretung der Bundesregierung auf dem Podium, sind mit unseren Bemühungen allerdings abgeblitzt!
    Die Herren Minister Guttenberg und Niebel hatten trotz mehrmonatigem Vorlauf weder Zeit, noch einen erbetenen Vertreter.
    Und – wie ich aus dem Kanzleramt erfuhr – liest Frau Merkel ihre Emails nicht, sondern läßt auf die Fachministerien verweisen, woraufhin man als Organisator wieder beim Ausgangspunkt der Bemühungen angekommen ist.
    Eine Teilnahme war offensichtlich nicht gewollt…

  4. @Thomas und Hartmut:
    Tja, im Hause Niebel ist man vielleicht zu sehr damit beschäftigt den unliebsamen Kriegsbegriff zu biegen. Zitat: „Subjektiv empfinden es die Soldaten, die in Afghanistan stationiert sind, als Krieg. Völkerrechtlich ist es aber kein Krieg.“

  5. Pingback: Afghanistan-Perspektiven?: Podiumsdiskussion mit Christian Ströbele am 30. April 2010 in der Bernauer Stadthalle – Von Stefan Stahlbaum

  6. Das wundert mich nicht, dass Merkel oder von und zu Gutenberg nicht kommen wollen und auch nicht einen ihrer vielen Paladine schicken wollen.
    Als der Irakkrieg vor der Tür stand, habe ich als PW-Lehrer eine Podiumsdiskussion am Geortg-Herwegh-Gymnasium organisiert.
    Dass sollte pluralstisch sein, also wurden Vertretetr der US-Botaschaft eingeladen und der Botschaft Irak, Vertreter der SPD und der Grünen (damals Regierungsparteien), der PDS/Linke und auch die „Kampagne gegen Militär- und Zwangsdienste“. Da bin ich zum, ersten und einzigen Mal in meinem Leben erfolgreich erpresst worden: von der US-Botschaft. Die teilte uns mit, dass sie nicht befreit sei sich mit Vertretern des Irak, der Grünen, der Linken und der „Kampagne“ an einen Tisch zu setzen. Es müsse ein Vertreter der britischen Botschaft eingeladen werden und allenfalls ein Vertreter der SPD.
    Das war das Panel! Von der US-Botschaft zusammengestellt. Ich schämte mich in den Boden. Wie gesagt, ich war erfolgreich erpresst worden.
    Aber, unsere Schüler waren auch noch da und stellten die richtigen Fragen.
    Der Abend war gelungen und dem Vertreter der britischen Botschaft und auch dem Amerikaner (der mir im persönlichen Gespräch nach der Veranstaltung versicherte, dass Chomsky ein Verrückter sei und der Putsch inChile 1973 absolut notwendig und o.k. war; ich habe noch nie in meinem Leben so einen verhetzten Akademiker erlebt, der Mann hatte promoviert und war eine hohe Nummer in der Botschaft !) signalisierten, dass ihre Kriegspropagnada nicht so recht verfangen hatte.
    Das hat mich mit meinem Job dann doch wieder versöhnt.
    Am Tag nach dem amerikanischen Angriff auf den Irak gingen tausende Schüler auf die Straße, auch Schüler aus unserem Gymnasium.

  7. @Hartmut Lindner:
    Angesichts dieser Schilderung verstehe ich jetzt aber auch, warum die amerikanische Botschaft auf unsere zweimalige Einladung nicht einmal mit einer Empfangsbestätigung antwortete…

    Ich fand das eigentlich schade. Ein bisschen mehr Schneid hätte ich von Seiten der Botschaft erwartet!
    Eine intellektuelle Auseinandersetzung zwischen Hans-Christian Ströbele und einem Botschaftsmitarbeiter wäre reizvoll gewesen!

  8. Ich habe gestern als Gast dem Treffen des Arbeitskreises Darmstädter Signal in Berlin beigewohnt, um zusätzliche Informationen für meine Moderation bei der Afghanistan-Veranstaltung am 30.04. zu bekommen.
    http://www.darmstaedter-signal.de/
    Ich hörte hervorragende Vorträge exzellenter Referenten – Politikberater, ehemalige Botschafter und auch den ehem. MdB Winfried Nachtweih.
    Eine Frage blieb aber bis zum Schluß unbeantwortet.. (was sie letztlich beantwortet…)
    Wo liegt das deutsche Interesse am Einsatz in Afghanistan?
    Vielleicht gibt die Veranstaltung am 30.04.2010 dazu mehr Aufschluß.

  9. Won die sdeutsceh Interessen liegen, das hat der Struck seinerzeit
    eindrucksvoll gesagt: „Deutschlands Sicherheit wird am Hindukusch verteidigt.“ Und die Frau Merkel hat das neulich wiederholt.
    Ich erinnere an den neuen Schweyk, der den Ruf: „Auf, nach Kabul!“ , auch
    erschallen ließ:

    „Auf, nach Kabul! Mir werrn die Feinde drreschen, werdets ihr woll solidarisch sein, ihr Hunde!“, ruft Schweyk mit sich überschlagender Stimme und treibt mit seiner Krücke die leicht widerstrebenden Abge- ordneten des Verteidigungsausschussses und die schweigsamen Soldaten der Spezialeinsatzkräfte mit den markigen Gesichtern die Gangway der betagten Antonow hinauf, die der Bundesverteidigungsminister zum Abflug nach Dschallalabad bereitgestellt hatte.
    Auf den Fernsehschirmen im Innern des Flugzeugs empfängt sie das breite Grinsen des Bundeskanzlers, der abermals mit unaufgeregter Stimme und ruhiger Hand versichert, „dass wirklich alles, aber auch alles getan werde, um die Risiken für die Einsatzkräfte in Afghanistan möglichst gering zu halten“.
    Unmittelbar vor dem Abflug geht ein mächtiges Blitz- lichtgewitter der Pressefotografen über die patrioti- schen Abgeordneten und die wackeren Spezialeinsatz- kräfte nieder, die seitdem nie mehr gesehen waren.

    Kopfschüttelnd sammelt Schweyk die Reste seiner zer- brochenen Krücke auf, zwängt sich in den Bus der Fotografen und flüstert zum taz-Reporter:
    „Am Freitag, nach’m Krieg, um sechs im Kelch!“

    (Näheres oder mehr vom braven Soldaten Schweyk im Krieg gegen den internationalen Terrorsimus in der gleichnamigen Broschüre:“Aufm nach Kabul…“, nachzulesen in den alten Numern der bbp)

  10. Passend zum Thema eine aktuelle Pressemeldung „des Darmstädter Signals“. Der Arbeitskreis fordert vom Bundestag die Verabschiedung eines neuen Afghanistan-Mandates. Der Sprecher des Arbeitskreises , Jörg Wiebach, wird am ja bekanntlich am 30.04.2010 an der Podiumsdiskussion in Bernau teilnehmen.

  11. Der Link http://file.wikileaks.org/file/cia-afghanistan.pdf weist auf ein Dokument, welches heute bereits in der MOZ knapp erwähnt wurde – das bei Wiki-Leaks eingestellte CIA-Dokument mit Erörterungen, mit welchen manipulativen Strategien die deutsche Öffentlichkeit in Bezug auf den Afghanistan-Krieg bei der Stange gehalten werden soll.
    Als ich dieses Dokument vor etwa 14 Tagen beim Nachverfolgen des in der Presse erwähnten unsäglichen Films mit den von einer amerikanischen Hubschrauberbesatzung mit höhnischen Kommentaren ermordeten Zivilisten im Irak auf der Seite Wiki-Leaks fand, wurde mir einmal mehr deutlich, mit welch fragwürdigen Argumenten die deutsche Öffentlichkeit von der Bundesregierung abgespeist wird.
    Viel Spaß bei der Lektüre…

  12. Pingback: Kurzintervention zum Afghanistan-Einsatz: Hans-Christian Ströbele gestern vor dem Deutschen Bundestag – Von Stefan Stahlbaum

  13. Noch mal zur Erinnerung an alle Barnimer und Nichtbarnimer Mitblogger:
    Am Freitagabend ist nun um 19 Uhr in der Bernauer Stadthalle die von uns Grünen so lange geplante Veranstaltung. Nutzen Sie bzw. nutzt den frühen Vorabend des 1. Mai vor den sonstigen Aktivitäten dazu, zur Podiumsdiskussion zu kommen. Wir erhoffen uns eine interessante und von Nachdenklichkeit und Kompetenz geprägte Diskussion. Mir persönlich ist in diesen Tagen auch noch mal angesichts vieler Gespräche, die ich mit Nachbarn zu diesem Thema hatte, bewußt geworden, dass es mittlerweile kaum noch jemanden gibt, der nicht im Freundes- oder Bekanntenkreis oder in der unmittelaren Nachbarschaft zumindest jemanden kennt, der unmittelbar oder mittelbar persönlich von oder über Teilnehmer des Bundeswehreinsatzes von der Situation in Afghanistan informiert worden ist. So eine Konstellation hat es in Deutschland seit dem 2. Weltkrieg nicht gegeben. Daher sollten viele Menschen zu diesem Thema öffentlich zusammenkommen und diskutieren.

  14. Ich habe in den letzten Tagen mehrfach feststellen können welche Wut die Ignoranz unserer Regierung besonders bei älteren Mitbürgern auslöst. Wer einen Krieg erlebt hat, hat vermutlich noch weniger Verständnis für Wortklaubereien (subjektiv ist es vielleicht Krieg, völkerrechtlich nicht…) und fadenscheinige „Durchhalteparolen“.

  15. Leider mußte Christoph Ernesti seine Zusage der Teilnahme kurzfristig zurückziehen.
    Es ist uns trotz der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit gelungen, mit Robert Lindner einen hochkarätigen Ersatz für die Abdeckung des Feldes Entwicklungspolitik bei der Veranstaltung zu gewinnen.
    Robert Lindner koordiniert die politische Arbeit von Oxfam Deutschland zu humanitären Problemen der Entwicklungs- und Sicherheitspolitik. Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Krisen in Afghanistan und im Nahen Osten sowie die Auswirkungen des Waffenhandels auf Entwicklungsländer (Kampagne „Waffen unter Kontrolle!“ für ein globales Abkommen zur Kontrolle des Handels mit konventionellen Waffen).
    Seit Anfang dieses Jahres ist er auch Sprecher der Arbeitsgruppe von VENRO (Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen) zu Afghanistan.