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Eberswalde-Buch „Als Opposition noch chancenlos war“ in zweiter Auflage erschienen

Das Eberswalde-Buch von Berthold Noeske „Als Opposition noch chancenlos war: Beispielhafte Schicksale zwischen 1945 und 1963 in der DDR“ hat sich in kürzester Zeit zu einem deutschlandweiten Bestseller entwickelt. Innerhalb weniger Wochen war die erste Auflage ausverkauft, so dass nun unmittelbar eine Nachauflage folgt. Noeske wurde im August 1943 als vierter und jüngster Sohn der Kaufleute Berthold und Klara Noeske in Eberswalde geboren, 1955 floh die Familie aus politischen Gründen nach West-Berlin. Nach der sogenannten Wende ging der Autor in der eigenen Familie und in denen zahlreicher einstiger Freunde auf Spurensuche nach den Geschehnissen in der Vergangenheit. Drei Jahre recherchierte er in zahlreichen Archiven und befragte letzte Zeitzeugen vor Ort.

Seine Aufarbeitung der Oppositionsschicksale in der SBZ im Raum Barnim umfasst die Jahre 1945 bis 1963 – selten zuvor sind die Sowjetische Besatzungszone und die frühe DDR aus einer solch persönlichen Sicht heraus geschildert worden. Zugleich erinnert Noeske mit diesem Buch an jene 21 Eberswalder Bürger, die während der Stalinära unter fadenscheinigen Beschuldigungen in Moskau hingerichtet wurden. Die geschilderten politischen Verhältnisse sind ein wichtiger Teil eines gesamtdeutschen Geschichtsbildes, ein Teil, der im Zuge der Jubelfeierlichkeiten zum 20. Jahrestag des Mauerfalls mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt wurde. Noeskes Buch und der eigentliche Ort des Geschehens – Eberswalde – stehen hier symbolisch für die Zustände im gesamten deutschen Osten zwischen Kriegsende und Zwangsschließung der Eberswalder Forstakademie, für die Zeit, in der Opposition noch chancenlos war.

(Text: Frank Schröder, mit freundlicher Genehmigung des Autors)

Eberswalde-Buch
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