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Ryanair will weiterhin nach Eberswalde-Finow

„Ryanair will weg aus Schönefeld und setzt auf Eberswalde Finow“. Ich gebe zu, diese Schlagzeile ist schon ein paar Tage alt, aber die Begehrlichkeiten der Irischen Billigflieger sind ja nun ebenfalls länger bekannt. Jedenfalls berichtete kürzlich z.B. der Tagesspiegel, „Ryanair befürchte (…)am BBI die kurzen Bodenzeiten von nur 20 Minuten für eine optimale Ausnutzung der Flugzeuge nicht realisieren zu können. Außerdem wären die Gebühren in Finow niedriger.“

Im August letzten Jahres schloss die Fluggesellschaft mit der Tower Finow GmbH einen Vertrag, der u.a. die Errichtung einer Basis mit 4 in Finow stationierten Flugzeugen beinhaltet.
Gegen den Bescheid der Oberen Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg, die das Vorhaben der Flugplatzbetreiber für mit der Landesplanung nicht vereinbar erklärte, hat die GmbH bereits im März 2009 Klage beim Oberverwaltungsgericht eingereicht.


Die Meinung der Tagesspiegel Leser variiert. Einige halten die Schließung von Tempelhof bzw. die Konzentration auf einen einzigen Berliner Flughafen für grundsätzlich falsch. Freunde der Eberswalder  Billig-Lösung“ sind dennoch kaum vorhanden. Dabei spielen neben praktischen Erwägungen vor allem die erwarteten Folgen für den Steuerzahler ein Rolle. Kommentator „froggy08“ schreibt:

„Lasst das Gerede und  denkt mal lieber über die Realität nach. Flughäfen auf dem Lande, wo Billigflieger wie Rynair landen, sind ohne staatliche Subventionen nicht machbar. Frankfurt-Hahn, Rockstock-Laage und Lübeck sind dafür traurige Beispiele. Und immer wieder fällt ein neuer Kommunalpolitiker auf solche Versprechungen rein.“

Andere geben ihrer Hoffnung Ausdruck„dass die „Billigfliegerei“ an den Treibstoffkosten krepiert.  Je schneller, desto besser.“

Die Finow-Befürworter erinnern hingegen daran, dass im Jahr 2007,

„selbst das vom Brandenburger Wirtschaftsministerium geleitete EU-Luftfahrtprojekt Europlane in einer Resolution an die EU-Kommission zum Schluss gekommen, dass es nicht zu akzeptieren sei, wenn der Staat seine Genehmigungsbehörden dazu benutzen würde, die eigenen Flughäfen vor Wettbewerb zu schützen.“

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22 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Michael O’Leary – der Chef von Ryanair – ist der Typ, der allen Ernstes darüber nachdenkt, an Bord Gebühren für den Toilettenbesuch einzuführen. (aus einer Spiegel online Meldung vom Februar 2009) Auch sonst ist er sehr kreativ: Gepäckgebühren bis zu 20 Euro pro Stück, über 40 Euro pro Sportgerät bis zu hin zu saftigen Aufpreisen, um einen Platz auswählen oder mit der Kreditkarte zahlen zu können. Stiftung Warentest geißelte dann auch die fehlende Preistransparenz. In einem Vergleich von zehn Gesellschaften bekam das Unternehmen wie auch drei andere Airlines in einer 2009er „Test“-Ausgabe ein „mangelhaft“ für undurchsichtige Gestaltung der Buchung. Schlimm ist es, wenn Provinzpolitiker auf diese Art von Blendern und Heuschrecken hereinfallen. Übrigens: Bevor die notorischen Fluglärmfans wieder Besitz von diesem Post ergreifen, empfehle ich jedem, einmal bei Ryanair zu buchen und anschließend den Flug stornieren zu wollen. Viel Vergnügen.

  2. Sie haben absolut recht:
    Nur die Testsieger von Stiftung Warentest sind gut genug für den Flugplatz in Finow…

  3. Ob man Billigflieger nun mag oder nicht (ich selbst fliege drei oder viermal im Jahr mit Easyjet, und zwar sehr gern) hat mit dem Thema „Airport“ Finow nichts zu tun. Diese Messe ist längst gesungen, und für Ryanair und Easyjet ist genug Platz bei „Willy Brandt“ in Schönefeld.

  4. @Matthias Adler: Richtig. Und jetzt denken wir das Ganze mal bis zum bitteren Ende: Da die Testsieger nur auf dem BBI abheben und landen wollen, wir die Schlechten aber nicht haben wollen, solllten wir EW endlich vergessen. Logisch, oder ?

  5. Ich mach nur drei Kreuze, dass Sie nicht Landrat geworden sind. Im Übrigen ist das Thema erst am Ende, wenn das OVG entschieden hat, aber wahrscheinlich sind Sie auch Hobbyjurist. Darüberhinaus halte ich das Thema hier für ausdiskutiert. Falls nicht jemand neue Fakten beisteuern kann.

  6. Zum Thema „Billigflieger“ wollte ich an dieser Stelle mal an ein sehr interessantes Interview mit Professor Wolfgang Strasdas erinnern, das wir vor einem guten Jahr hier auf dem Blog schon mal vorgestellt haben.

  7. Lieber Michael,

    Du schriebst: „Im übrigen ist das Thema erst am Ende, wenn das OVG entschieden hat…“

    Das Thema „Flugplatz Finow“ ist weniger ein juristisches, als vielmehr ein ökonomisches. Und von daher von Anfang an mehr Luftschloß als tatsächlich reale Perspektive.

    Erst kam der Gaukler Brandstetter, der die „Männerfreundschaft“ zum damaligen Bürgermeister nutzte, um sich zu Lasten der Stadt Eberwalde ordentlich die Taschen zu füllen.

    Nach dessen unrühmlichen Abgang übernahm die WVZ den Flugplatz und brachte sich zum kleinen Preis in den Besitz einer großen Immobilie. Das Flugplatzengagement diente zum einen dazu, dies zu verschleiern, andererseits sollten auch Möglichkeiten, Fördergelder zu aquirieren, nicht ungenutzt verfallen.

    Das Interesse von Ryan Air kam da gerade richtig, um ein weiteres Interesse an einem Flughafen zu suggerieren. Der Geschäftsführer Wolk hat es gut rüber gebracht. Vielleicht hat er sogar selber dran geglaubt.

    Für Ryan Air spielte das Finow-Engagement vermutlich immer nur die Rolle des Jokers im Pokerspiel um günstigere Konditionen in Schönefeld.

    Neue Fakten haben jetzt die Flugplatz-Betreiber selber beigesteuert. Die Ablösung von Geschäftsführer Wolk einerseits und die Ansiedlung der Solarstromfirma auf dem Flugplatzgelände andererseits lassen vermuten, daß die Vermarktung der Immobilie nun auch offiziell in den Vordergrund der Geschäftsaktivitäten treten wird.

    Ob man das nun positiv oder negativ bewertet – es wird letztlich nichts an der Realität ändern.

  8. Lieber Herr Peukert, was nicht ist, kann ja noch werden ! Übrigens war ich glücklicherweise zur Landratswahl nicht auf Sie angewiesen. Viele Menschen im Barnim haben eben ganz normale Meinungen – nicht nur über sinnlosen Fluglärm und Umweltverschmutzung, sondern auch über nutzlose Projekte, die nur des Steuerzahlers sauer verdientes Geld kosten. Ach, bevor ich es vergesse: Ich bin froh, dass Sie mir hier so schön blöd kommen. Manche Leute muss man einfach nur reden/ schreiben lassen, die entlarven sich selbst. Danke und weiter so :-))

  9. @Gerd Markmann: Darf man fragen, woher Du all dies Hintergrundwisen zu den Absichten der WVZ hast? Kannst Du da Quellen benennen? Was die Absichten von Infrantil (bzw. Ryanair) betrifft, ist auch nicht auszuschließen, dass es hier um das Pokern um die Konditionen bei BBI geht. Da gebe ich Dir recht. Immerhin war heute im RBB-Text zu lesen, dass in der nächsten Woche die Verhandlungen mit den Fluggesellschaften um die Gebühren beginnen. Allerdings ist es aber auch Fakt, dass Ryanair generell in kleineren (billigeren), auch abgelegeneren Flughäfen (Paris, London)/ nicht den Hauptflughäfen landet. Insofern erscheint die Option Finow statt BBI wiederum nicht so abwegig. Im Übrigen betreibt Infrantil bereits Flughäfen. Auch das spricht nicht unbedingt für die Theorie der Verschleierungstaktik. Warum ist es kein juristisches Problem. Die Aufnahme des Flugbetriebs wurde mit der Ablehnung der Eröffnung der Planfeststellung blockiert. Dagegen wird nun geklagt vor dem OVG. Die Ansiedlung einer Solarstromfirma erscheint mir betriebswirtschaftlich doch nur sinnvoll, um Zusatzerträge zu generieren und die gegenwärtige Phase des eingeschränkten Flugbetriebs zu puffern. Weil wird sich sicher noch über Jahre hinziehen. Und mal realistisch, wir wahrscheinlich ist es auch, dass sich im Areal eina anderes flugaffines Gewerbe ansiedelt, wenn der Flughafen erst in Jahren oder gar nicht kommt. Insofern kann man die Ansiedlung des Solarparks durchaus nachvollziehen. Und immerhin wird dann doch sauberer Strom erzeugt. Kann man doch nur begrüßen. Im Übrigen hatte diesen Vorschlag doch bereits Dr. Valentin vor Monaten hier mal geäußert.

    @Dr. Valentin: Also wer sich hier entlarvt, sei mal dahin gestellt. Ich verweise nur auf Ihre Kommentare 9 „…Viele Menschen im Barnim haben eben ganz normale Meinungen…“ (demnach bin ich wohl nicht ganz normal?) und Nr. 2 „…notorische Fluglärmfans…“. Wer die Meinungen anderer derart beschmutzt, zeigt doch nur, wie sein Demokratieverständnis gelagert ist. Insofern bestärkt mich dies nur in meiner Dankbarkeit, dass Sie es nicht geschafft haben.

  10. Lieber Herr Peukert, Demokratie ist u.a. die Herrschaft der Mehrheit über die Minderheit. Und da habe ich erhebliche Zweifel, ob Sie die Mehrheit repräsentieren. Auch nicht mit Ihrem Rumgepflaume. Ich weiß nämlich nicht, was meine Meinung zum Flugplatz EW mit der Landratswahl zu tun hat. Insofern sparen Sie sich endlich Ihre blöden Sprüche. Ich kann nichts für Ihre Minderwertigkeitsgefühle.

  11. …nö hab auch nie behauptet für eine Mehr- oder Minderheit zu sprechen, erstmal eigentlich nur für mich. Und ihre Zweifel sind Ihr gutes Recht, aber eben auch nur Ihre Meinung. Es sei denn, Sie können dies empririsch unterlegen. Ihre Meinung respektier ich ja auch. Und das ich (bzw. jeder) das alles kann/darf, das gehört für mich zu den demokratischen Rechten. Das hat nichts mit Rumgepflaume, blöden Sprüchen oder Minderwertigkeitsgefühlen zu tun. Wenn Sie das meinen, dann bringen Sie da was jewaltig durcheinander. Und wenn Sie nicht verstehen, was ein Flugplatz EW und das Landratsamt miteinander zu tun haben, dann ist schon arg traurig. Ganz besonders wenn Sie mich als nicht normal bezeichnen, könnte ich das eigentlich auch als persönlich beleidigt bezeichnen. Wenn ich´s Ihnen krumm nehmen wollte, aber so bin ich ja nicht. ;-)

  12. @all:
    Es geht mir doch auch nicht darum, ob es gut oder schlecht ist für einen Flughafen EW zu sein. Es gibt ja gute Gründe (Lärm für die Anwohner), die gegen Flughäfen o.ä. sprechen. Ich halte aber nichts davon, jemanden für seine Meinung zu beleidigen (notorisch, nicht normal…). Über das PRO und CONTRA kann man sich ja verständigen. Man muss es aber akzeptieren. Das gehört zu demokratischen Gepflogenheiten. Und das jemand offensichtlich nicht versteht/ akzeptiert, dann hab ich damit schon ein Problem. Mal über die Stränge zu schlagen ist ja ok, geht mir ja leider öfter auch so. Aber dann muss aber auch mal gut sein…

  13. @Dr. Valentin
    Frank, in dieser Sache kann ich nur empfehlen, Trollen nicht zu antworten. Das bringt nichts, denn sie sind wie beißende Spitze.

  14. @Dr. Steiner: Nicht schon wieder die abgedroschene TrollKiste aufmachen. Ich dachte, dass wir wenigstens in der Flughafendiskussion einer Meinung sind.

  15. Lieber Michael, Du schriebst: „Darf man fragen, woher Du all dies Hintergrundwisen zu den Absichten der WVZ hast? Kannst Du da Quellen benennen?“

    Die Informationen zur Ablösung des Geschäftsführers der Flugplatz Finow GmbH und zu den Plänen, Solarstrom auf dem Flugplatzgelände zu produzieren, sind der lokalen Tageszeitung entnommen.

    Hintergründe zur WVZ und deren Übernahme des Flugplatzes Finow finden sich darüber hinaus in meinem Artikel „Ein Gewerbegebiet mit Flugplatz“, veröffentlicht in der „Barnimer Bürgerpost“ Nr. 12/2001. „Baut Solaranlagen und Windräder auf den Flugplatz!“ forderte Michael Ahlers, damaliger Kreissprecher von Bündnis 90/Die Grünen, bereits im Juni 2003 (siehe BBP 7/2003).

    Im übrigen solltest Du vor dem schreiben genauer lesen. Du schriebst unter Bezugnahme auf meinen Kommentar: „Warum ist es KEIN juristisches Problem?“ – Das hatte ich nicht behauptet. Ich schrieb, es sei „WENIGER ein juristisches, als vielmehr ein ökonomisches“ Thema.

  16. @ Dr.Valentin Demokratie ist ebend nicht die Diktatur der Mehrheit – daher werden Minderheiten ja vor dieser geschützt.

    @ all Lösungen findet man mit- und nicht gegeneinander.

  17. Im Rahmen der allgemeinen Diskussion um Regionalflughäfen schreibt die Wirtschaftswoche aktuell in Ausgabe 11/2009 unter der Überschrift „Rentabel“: „Deutschlands größter Billigflughafen Hahn erzielte 2009 erstmals einen operativen Gewinn in einstelliger Miillionenhöhe – …“. Begründet wird dies mit der Trennung von FRAPORT. Als Mittelständler würden deutlich niedrigere Verwaltungs- und Finanzierungskosten anfallen, das aufwendige Berichtswesen für börsennotierte Unternehmen fällt deutlich schlanker aus. Quelle: Wirtschaftswoche 11/2009 vom 15.03.2010

    Und für alle Verschörungstheoretiker im Hinblick auf die „wahren“ Absichten der Investoren in Finow war unter „Airlines.de“ unter der Überschrift „Ryanair – Selten auf Großflughäfen anzutreffen“ zulesen, dass
    „…Normalerweise bedienen die Iren keine Großflughäfen wie Schönefeld oder den späteren BBI, so dass ein Umzug nach Finow in die Strategie des Lowcosters passen würde. …“.
    Quelle:

  18. Richtig, wurde mir damals viel zu schnell unter den Tisch gewischt. Dabei sind allein schon die Überschriften Gold wert.