„Die Null-Emissionsstrategie des Landkreises Barnim ist eine große Mogelpackung“
Geschrieben von Dr. Andreas Steiner in Umwelt, Tags: 380-KV-Freileitung, Bernau, Eberswalde, Landkreis Barnim, Vattenfall Europe AG, 1.199 mal gelesenNull-Emissionsstrategie heißt das Federkleid aus vermeintlichem Klimaschutz und Nachhaltigkeit, mit dem sich der Landkreis Barnim gern schmückt. Doch tatsächlich ist die Initiative Erneuer:BAR eine politisch motivierte Medienkampagne. Eine große Mogelpackung, voll mit Lippenbekenntnissen und unausgegoren, die einer seriösen wissenschaftlichen Bilanzierung und Bewertung nicht Stand hält.
Wenige – ohne Frage begrüßenswerte – technologische Projekte, die wegen ihrer geringen Dimensionierung jedoch von untergeordneter Relevanz für den Klimaschutz sind, werden hervor gehoben, während man Schattenseiten einfach ausblendet.
Zwei Beispiele: Da gibt es ein auch vom Landkreis Barnim tatkräftig unterstütztes, überdimensioniertes Holzkraftwerk Eberswalde, welches tonnenweise Kohlendioxid in die Luft bläst und von der Energieausnutzung auf dem Niveau einer Dampfmaschine liegt. Für den riesigen Appetit dieser Anlage werden heimische Wälder, die am effektivsten Treibhausgase binden können, übernutzt und wertvolle Rohstoffe einfach verheizt.
Auch müssten sich die Fachorgane der Kreisverwaltung vehement gegen die geplante 380-kV-Freileitung einsetzen, die beim Atomstromtransport ernorme Energieverluste mit sich bringen wird. Stattdessen müsste die Kreisverwaltung vom Betreiber Vattenfall konsequenterweise mit Nachdruck eine Erdverkabelung einfordern. Aber Fehlanzeige!
So werden die Menschen, die hoffen, dass der Landkreis Barnim an den großen ökologischen Stellschrauben drehen wird und diesbezüglich Konzeptionen auf festen Füßen stellt, immer wieder enttäuscht.
Von den regionalen Medien wiederum würde ich mir zur Initiative Erneuer:BAR eine kritische, fachlich fundierte Berichterstattung wünschen und nicht das Übernehmen „vorgekauter“ Inhalte.
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Hallo Herr Steiner,
ich kann Ihnen da nur beipflichten. Ergänzend dazu ist die Anzahl der Schwertransporte aus unserer (sicherlich bekannten) Sicht einschließlich aller daraus resultierenden Emissionen auch kein Thema für Stadt und Land. Wenn ich da an die Aussschreibungen denke. Auf die Nutzung der Wasserwege und der Bahn warten wir heute noch.
Hallo Frau Kaeber,
danke für den Hinweis. Diesen Aspekt hatte ich noch gar nicht berücksichtigt! Die Schwertransporte von Holz zum HoKaWe über den Straßenweg im Vergleich zu den geplanten Transportmöglichkeiten in der Ausschreibung sind wichtige Ansatzpunkte für eine Frage, die ich innerhalb der Stadtverordnetenversammlung stellen könnte. Ich werde dies mit meiner Fraktion besprechen.