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„Die Null-Emissionsstrategie des Landkreises Barnim ist eine große Mogelpackung“

Null-Emissionsstrategie heißt das Federkleid aus vermeintlichem Klimaschutz und Nachhaltigkeit, mit dem sich der Landkreis Barnim gern schmückt. Doch tatsächlich ist die Initiative Erneuer:BAR eine politisch motivierte Medienkampagne. Eine große Mogelpackung, voll mit Lippenbekenntnissen und unausgegoren, die einer seriösen wissenschaftlichen Bilanzierung und Bewertung nicht Stand hält.
Wenige – ohne Frage begrüßenswerte – technologische Projekte, die wegen ihrer geringen Dimensionierung jedoch von untergeordneter Relevanz für den Klimaschutz sind, werden hervor gehoben, während man Schattenseiten einfach ausblendet.

Zwei Beispiele: Da gibt es ein auch vom Landkreis Barnim tatkräftig unterstütztes, überdimensioniertes Holzkraftwerk Eberswalde, welches tonnenweise Kohlendioxid in die Luft bläst und von der Energieausnutzung auf dem Niveau einer Dampfmaschine liegt. Für den riesigen Appetit dieser Anlage werden heimische Wälder, die am effektivsten Treibhausgase binden können, übernutzt und wertvolle Rohstoffe einfach verheizt.
Auch müssten sich die Fachorgane der Kreisverwaltung vehement gegen die geplante 380-kV-Freileitung einsetzen, die beim Atomstromtransport ernorme Energieverluste mit sich bringen wird. Stattdessen müsste die Kreisverwaltung vom Betreiber Vattenfall konsequenterweise mit Nachdruck eine Erdverkabelung einfordern. Aber Fehlanzeige!

So werden die Menschen, die hoffen, dass der Landkreis Barnim an den großen ökologischen Stellschrauben drehen wird und diesbezüglich Konzeptionen auf festen Füßen stellt, immer wieder enttäuscht.

Von den regionalen Medien wiederum würde ich mir zur Initiative Erneuer:BAR eine kritische, fachlich fundierte Berichterstattung wünschen und nicht das Übernehmen „vorgekauter“ Inhalte.

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Veröffentlicht von

Dr. Andreas Steiner, Diplom-Geograph und Waldökologe, lebt seit 1999 im Barnim. Als Fachgutachter ist er bei einem Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Berlin beschäftigt, der innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte von klein- und mittelständischen Unternehmen im Bereich Technologie betreut. Seit mehr als 10 Jahren engagiert sich der Querdenker und -tuer ehrenamtlich in der Umwelt- und Sozialpolitik. Im Rahmen der Brandenburger Kommunalwahlen 2008 wurde er als Parteiloser für Bündnis 90/Die Grünen in die Eberswalder Stadtverordnetenversammlung gewählt. Ende 2011 musste er aufgrund eines Wohnsitzwechsels dieses Mandat niederlegen. Derzeit gehört er der Gemeindevertretung Schorfheide an und ist Vorsitzender der Fraktion Freie Wähler/Bürgergemeinschaft Kommunalabgaben (BKB). Steiner hat Mitgliedschaften der GRÜNEn LIGA Brandenburg und der NaturFreunde Oberbarnim-Oderland. Seine Hobbys sind Wandern, Radfahren, Schwimmen, Saunieren, Kochen – und natürlich der ehrenamtliche Journalismus, insbesondere wenn es um die Behandlung kritischer und brisanter Themen geht. Folgenden Leitspruch eines großen deutschen Gewerkschafters hat er sich zum Lebensmotto gemacht: „Nicht Ruhe, nicht Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit“ (Otto Brenner, 1968).

2 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Hallo Herr Steiner,
    ich kann Ihnen da nur beipflichten. Ergänzend dazu ist die Anzahl der Schwertransporte aus unserer (sicherlich bekannten) Sicht einschließlich aller daraus resultierenden Emissionen auch kein Thema für Stadt und Land. Wenn ich da an die Aussschreibungen denke. Auf die Nutzung der Wasserwege und der Bahn warten wir heute noch.

  2. Hallo Frau Kaeber,
    danke für den Hinweis. Diesen Aspekt hatte ich noch gar nicht berücksichtigt! Die Schwertransporte von Holz zum HoKaWe über den Straßenweg im Vergleich zu den geplanten Transportmöglichkeiten in der Ausschreibung sind wichtige Ansatzpunkte für eine Frage, die ich innerhalb der Stadtverordnetenversammlung stellen könnte. Ich werde dies mit meiner Fraktion besprechen.