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Vor knapp 3 Monaten begingen wir den 20. Jahrestag des Mauerfalls und werden am 3. Oktober 2010 das entsprechende Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung feiern. Angesichts solcher „Mega-Events“ geraten andere Ereignisse jener Zeit leicht in Vergessenheit.

Gestern erinnerte domradio.de an den Aufenthalt Erich Honeckers in den Hoffnungstaler Anstalten (Lobetal).Am 30. Januar bezog der Ex-Staatsratsvorsitzende mit seiner Frau Margot 2 Zimmer im Pfarrhaus des damaligen Anstaltsleiters Uwe Holmer. Die Kirche hatte sich ihre Entscheidung offensichtlich nicht leicht gemacht. “Viermal”, so jedenfalls wird Bischof Gottfried Forck zitiert,

„sei die Bitte an ihn ergangen, den gestürzten DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker (…)in ein kirchliches Haus aufzunehmen. Doch er lehnt ab: Honeckers Unterbringung sei Aufgabe des Staates. Nur wenn dies nicht geht, sei die Kirche bereit – und nur aus Barmherzigkeit.“


Da  der selbe Staat, dem es gelang seine Bevölkerung über Jahrzehnte einzusperren und umfassend zu überwachen, sich tatsächlich nicht in der  Lage sah ein einzelnes Ehepaar zu schützen kam es zur vorübergehenden Nutzung der Holmerschen Kinderzimmer.

Pastor Dr. Johannes Feldmann, heute Leiter in Lobetal, sieht die Beherbergung der Honeckers ganz im Sinne des Anstaltsgründers.

„Dass ihr mir niemanden abweist“, war das Motto Friedrich von Bodelschwinghs. „Wer Hilfe braucht, für den müssen wir da sein“, sagt auch sein Nachfolger. Und was wurde aus den beiden Honecker-Zimmern? „Die sind wieder normale Wohnräume.“

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