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Bodo Ihrkes fragwürdige Personalpolitik in der Kreisverwaltung Barnim

Die Leiterin des Jugendamtes Barnim Sabine Grochla wird nach ihrer Probezeit nicht weiter beschäftigt. Dies gab die MOZ am Donnerstag bekannt. Im September 2009 wurde die Juristin von der Jugend- und Sozialdezernentin Silvia Ulonska als Wunschkandidatin vorgeschlagen. Zuvor war der Chefsessel des Jugendamtes mehrere Monate vakant gewesen.
Doch jetzt hat sich Frau Ulonska offensichtlich mit Frau Grochla überworfen. Sie ist damit bereits die Zweite, die nach kurzer Zeit gehen muss.

Nicht alle Informationen über Sabine Grochla, die zuvor als Hauptamtsleiterin in der Gemeindeverwaltung Stahnsdorf (Kreis Potsdam Mittelmark) beschäftigt war, sind vollständig bekannt gegeben worden: Nach PNN-Informationen vom 08.04.2008 wurde sie im nichtöffentlichen Teil einer Sitzung der Gemeindevertretung Stahnsdorf vom Dienst „freigestellt“. Denn seit längerem soll es Klagen von Bürgern über Grochlas Auftreten gegeben haben. So haben sich Elternvertreter über einen oftmals unangemessenen Ton der Hauptamtsleiterin beschwert. Kritik kam auch von Gemeindevertretern, die von Bürgermeister Gerhard Enser (CDU) Disziplinarmaßnahmen forderten. Der Druck sei gewachsen – so einige Gemeindevertreter – nachdem Grochla auch fachliche Mängel vorgeworfen worden waren.
Nach meinen Informationen hat diese „Freistellung“ ganz konkret eine „Suspendierung vom Dienst“ bedeutet.

Bezüglich der Beendigung des Arbeitsverhältnisses meldete sich nun auch die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses des Kreistages Barnim, Sabine Schmalz, zu Wort: Sie zeigte sich wenig überrascht, weil Frau Grochla angeblich „einfach keine Erfahrungen im Jugendbereich“ aufwies. Doch gerade der Jugendhilfeausschuss war es, der im Herbst seinen Segen zur Einstellung von Sabine Grochla gab. Einstimmig. Der Kreisausschuss tat es ihm anschließend gleich.

Ich fasse mal zusammen und analysiere: Für die Besetzung der Leitung des Jugendamtes hat sich Dezernentin Silvia Ulonska seinerzeit für eine Bewerberin stark gemacht, die offensichtlich nicht über ausreichende fachliche Qualifikationen verfügt und zudem eine nicht gerade rühmliche dienstliche Vergangenheit vorzuweisen hatte.
Da frage ich mich: Nach welchen Kriterien werden in der Kreisverwaltung Barnim Bewerberinnen und Bewerber für Stellenbesetzungen ausgewählt? Schlafen die Fachausschüsse, die wichtige Kontrollfunktionen innehalten? Der berufliche Werdegang von Frau Grochla und ihre fehlende Ausbildung im Jugendbereich war doch bereits vor ihrer Einstellung bekannt!

Frau Ulonska, vor diesem Hintergrund fordere ich Sie auf, aus dieser Angelegenheit persönlich dienstliche Konsequenzen zu ziehen! Asche auf die Häupter sollten sich die zuständigen Mitglieder der beiden Ausschüsse streuen. Und die Verantwortung „am Ende der Wurst“ trägt immer der Chef, in diesem Fall Ex-Landrat Bodo Ihrke!

Wachsamkeit ist von der medialen Öffentlichkeit gefordert, dass die nächste Kandidatin/ der nächste Kandidat für das Amt den notwendigen fachlichen Anspruch mitbringt und frei von einer dubiosen beruflichen Vergangenheit ist. Dies gilt insbesondere, wenn – nach Auskunft des amtierenden Landrats Bockhardt – im dritten Anlauf eine interne Stellenbesetzung angestrebt wird.

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Dr. Andreas Steiner, Diplom-Geograph und Waldökologe, lebt seit 1999 im Barnim. Als Fachgutachter ist er bei einem Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Berlin beschäftigt, der innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte von klein- und mittelständischen Unternehmen im Bereich Technologie betreut. Seit mehr als 10 Jahren engagiert sich der Querdenker und -tuer ehrenamtlich in der Umwelt- und Sozialpolitik.
Im Rahmen der Brandenburger Kommunalwahlen 2008 wurde er als Parteiloser für Bündnis 90/Die Grünen in die Eberswalder Stadtverordnetenversammlung gewählt. Ende 2011 musste er aufgrund eines Wohnsitzwechsels dieses Mandat niederlegen. Derzeit gehört er der Gemeindevertretung Schorfheide an und ist Vorsitzender der Fraktion Freie Wähler/Bürgergemeinschaft Kommunalabgaben (BKB).
Steiner hat Mitgliedschaften der GRÜNEn LIGA Brandenburg und der NaturFreunde Oberbarnim-Oderland. Seine Hobbys sind Wandern, Radfahren, Schwimmen, Saunieren, Kochen – und natürlich der ehrenamtliche Journalismus, insbesondere wenn es um die Behandlung kritischer und brisanter Themen geht.
Folgenden Leitspruch eines großen deutschen Gewerkschafters hat er sich zum Lebensmotto gemacht: „Nicht Ruhe, nicht Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit“ (Otto Brenner, 1968).